von süss bis ungeniessbar

…und tschüss…

Nun ja, es gibt noch so einiges an Umzugsarbeiten in meinem ehemaligen Geschäft. Jede Menge Dinge, die an viele verschiedene Orte zu bringen und zu versorgen sind. Und auch ziemliche viele Dinge, die zu entsorgen sind. Aber: Ich habe heute „tschüss“ gesagt…und das ist gut so!

Letzter Tag, leere Regale und – Leere im Gefühlszentrum. Ich habe offenbar vor Monaten schon Abschied genommen, denn das Ende einer solchen Ära sieht man kommen. Das passiert ja nicht einfach von heute auf morgen. So kann man sich innerlich sehr intensiv über längere Zeit damit auseinandersetzen und zum Schluss ist es so, dass man einfach nur noch froh ist, wenn man den Schlüssel drehen kann.

Ob ich Trost brauche? Nein. Ob Wehmut da ist? Aktuell nicht, nein. Ob ich es vermissen werde? Ich mutmasse mal – nein. Ich glaube, dass man es, wenn man lange genug erfolglos gekämpft und gegen geschlossene Türen gerannt ist, irgendwann so satt hat, dass es nicht mehr weh tut. Dann fühlt es sich an, wie tonnenschwere Steine, die von der Brust rollen!

Jetzt noch das grosse Ausmisten und dann „winke winke“ an die Ära Textilfront und auf zu neuen Ufern, wo auch immer sie mich hinbringen werden. Es ist nie zu spät, um neu anzufangen. Genau! Drum sage ich nur noch …. und tschüss … !!!

Du hast doch alles…

…also sei gefälligst glücklich! Was für ein komisches Denken. Aber leider landläufig absolut gängig und normal. Obwohl es sowas von falsch ist – mehr falsch geht gar nicht. Wenn ich mal traurig bin, keine Kraft habe, mich einfach nur verkriechen möchte und auch keine Lust auf Unternehmungen habe, dann kommt es nicht selten vor, dass ich auf Unverständnis stosse. Und Sätze wie: „Hä, aber Du hast doch alles, warum bist Du denn nicht glücklich?“ gehören dann zu den meistgehassten Sätzen überhaupt. Ich muss jetzt hier mal eines grundlegend klären, und zwar für alle und ganz langsam, wenn nötig auch zum Abschreiben:

– Das Einfamilienhaus im Grünen
– Der schnelle Wagen in der Garage
– Die schönen Klamotten
– Die coolen Schuhe
– Die regelmässigen Ferien
– Das schuldenfreie Leben
– Das neue Handy
– Der Zweitwagen

…und all das andere scheinbar wichtige Zeug im Leben macht nicht glücklich. Nicht einmal ein klitzekleines bisschen.

Wer also glaubt, dass Leute, die auf dem Konto ein paar Franken mehr haben als andere, immer glücklich zu sein haben, der irrt gewaltig. Die wirklich wichtigen Dinge im Leben sind nämlich nicht mit Geld zu bezahlen. Auch wenn die Fernsehfamilie Geiss das vielleicht so erscheinen lässt. Oder habt ihr schon mal versucht,

– Gesundheit
– Zurfriedenheit
– eine intakte Familie
– Motivation
– Sinn
– Lebenselixier
– Kraft
– Freunde

…und andere wichtige Dinge im Leben zu kaufen? Funktioniert nicht! Noch viel weniger funktioniert es,

– Krankheit
– Schmerzen
– Leid

– Unglück
– Kraftlosigkeit
– Müdigkeit
– Trauer

…und weitere einschneidende Ereignisse mit Geld aufzuwiegen? Geht nicht! Keine Chance!

Drum muss ich mich manchmal echt fragen, wenn ich Leuten zuhöre, die zu wissen meinen, dass materiell gutgestellte Menschen per se glücklich zu sein haben. Schliesslich haben die ja keine Probleme. Also nur, weil man keine Betreibungen hat, bedeutet das noch lange nicht, dass man gesund, glücklich und schmerzfrei ist. Mich ärgert das immer wieder. Dann kommen noch intelligente Stammtischsätze wie: „Jaja, die Reichen, die können schon erzählen – denen fehlt es ja an nichts!“ und ich werde zum hochexplosiven Dampfkochtopf. Reiche Menschen sind nicht die Bohne anders als arme Menschen. Der einzige Unterschied ist das Bankkonto. Sonst nix! Und Bankkonti scheinen generell im Volksmund überbewertet zu sein. Über reiche Menschen wird gesprochen, als ob sie entweder „Götter“ oder „totale Idioten“ wären. Und zwar immer. Ich muss euch schon wieder enttäuschen: Selbst Superreiche verdauen ihre Nahrung per Magendarmtrakt und … man höre und staune – beim Austritt aus dem Körper stinkt es keine Bohne weniger, als beim ärmeren Nachbarn. Da fallen also keine Goldtaler ins Klo. Und das Toilettenpapier besteht nicht aus Noten. Ach ja – und habe ich schon erwähnt, dass sich 40 Grad Fieber bei einem Superreichen mindestens genaus bescheiden anfühlen, wie beim armen Schlucker? Und die Diagnose einer unheilbaren Krankheit haut jeden aus den Schuhen, ganz egal, wie der Kontostand aussieht.

So, das musste jetzt hier mal raus! Mich nervt dieses bescheuerte Schubladendenken. Dieses …
… reich = doof
… dick = undiszipliniert
… arm = faul
… arbeitslos = dumm
… dünn = krank
… hässlich = asozial
… hübsch = erfolgreich

…ist einfach nur zum Ko…., ehm, tschuldigung: Erbrechen! Jeder ist, wie er ist – und jeder hat seine Probleme. So ist das Leben. Furchtbar einfach – und überhaupt nicht spektakulär. Sorry, wenn ich nun womöglich die schubladisierte Gedankenwelt vieler zerschlagen habe. Aber ein Reset wäre dringend nötig!

Ich habe saumässig schwere Knochen

Unsere lieben Freunde und Nachbarn haben den Göga und mich zum Abendessen im Restaurant eingeladen. Und wie es halt so ist, wenn man eine Speisekarte voll leckerer Gerichte vor der Nase hat … man kann ja schliesslich nicht einfach nur ein Salätchen bestellen. Da waren wir uns alle einig. Und die liebe Nachbarsfreundin und ich kämpfen bekanntlich beide mit demselben Problem – den KILOS. Also eigentlich ist das kein wirkliches Problem, aber neben den Hitzewallungen in etwa das wichtigste Thema in den Wechseljahren. Weiterlesen

Ohne Brille geht einfach nicht

Okay, jetzt ist es also soweit: Ohne meine Lesebrille geht GAR NICHTS mehr. Zumindest nichts mehr, was kleiner als 10 Millimeter geschrieben ist. Ja, das musste ich also letzthin mal wieder erfahren.

Da sass ich vor der Glotze und studierte meine ausgetrockneten Füsse, welche von der Bodenheizung und dem Winter ziemlich in Mitleidenschaft gezogen worden sind. Ich dachte mir, dass es doch eine gute Idee wäre, meinen Füsschen etwas Gutes zu tun und sie während dem Glotzen einzuschmieren. Am besten mit einer mega fettigen Crème, welche die Haut gut nährt und den Füssen wieder etwas Leben verleiht. Also habe ich in meiner Allerleischublade mit Nagellack, Nagelfeile, Crèmetöpfchen und Tuben gekramt und ein Töpfchen rausgefischt, auf welchem irgendwas geschrieben stand. Keine Ahnung was, aber der Inhalt roch gut und war fettig. Ich nahm also an, dass es sich um Nagelcrème handeln muss. Schliesslich passt sowas in den Reigen der Lacke, Feilen etc. Weiterlesen

Zufallstage?

Gibt es Zufälle oder ist es Schicksal? Eine grundlegende Frage – aber an einem Tag wie ich ihn kürzlich hatte, ist dies eine für mich besondere Frage. Da gehe ich morgens mit dem Hund spazieren und treffe ein alte Schulfreundin, welche ich seit Jahren nicht mehr gesehen habe. Vor lauter Überraschung bleibt mir fast die Spucke weg. Auf dem Rückweg winkt mir eine alte Bekannte, die ich bestimmt auch schon ein oder zwei Jahre nicht mehr gesehen habe (möglicherweise auch länger). Weiterlesen

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