von süss bis ungeniessbar

Meine Güte …

… das auch noch!

Leute, ich habe meinen Endgegner gefunden: Mein Blutdruck!!!
Seit dem Tod des Göttergatten war mein Blutdruck immer zu hoch. Und ich habe eigentlich gehofft, das würde sich wieder ändern. Tat es aber nicht. Also hat man mir medizinisch versiert geraten, meinen Endgegner mit einem simplen Blutdrucktablettli zu bekämpfen. Klingt einfach? Ist es nicht!!!! Zumindest nicht für mich.

Ich bin inzwischen beim 6. Medikament angekommen und ich habe etwas auf sicher: Die Nebenwirkungen. Die Wirkung war bis dato noch bei keinem der vermeintlich blutdrucksenkenden Medikamente wie erhofft. Unter 133/86 schaffe ich es auch mit der allergrössten Ruhe und dem Tabletti nicht. Ich schramme also immer so knapp an der magischen Grenze von 140/90 vorbei, die als Schallmauer gilt.

Ohne Medikamente zaubere ich locker einen Blutdruck von 170/112 herbei – und merke es nicht einmal. Ausser mein Herz stolpert mal wieder. Dann merke ich, dass etwas nicht stimmt.

Gefühlt die halbe Welt schluckt diese Tablettli. Bin ich denn die einzige, die aussieht wie ein Wasserreservoir, weil ich soviel Wasser ansammle und die schlapp, mieslaunig und kopfschmerzig ist von dem Zeug?

Am allermeisten stört mich aber, dass diese Tabletten aus mir phasenweise jemanden machen, den ich gar nicht mag: Ich bin dünnhäutig, auf Angriff, warte nur darauf, mich mit jemandem zoffen zu können, um dann zu Hause in Tränen auszubrechen. Wunderprächtig! Und hat wenig mit dem Blutdruck zu tun. Bis auf die Tatsache, dass ich gerade stark darin bin, viel Geschirr zu zerschlagen, weil man mir besser nicht in die Quere kommt.

Man sagt ja, Sport sei gesund für den Blutdruck und die kardiovaskuläre Gesundheit: Noch 3 Versuche mit diesen Medis und ich werde Boxerin. Dann kann ich wenigstens meine miese Laune an einem blöden Sack auslassen, der es mir nicht übel nimmt.

Ein Jahr ohne Dich …

… und der Planet hat sich unerbittlich weitergedreht.

Vor einem Jahr war klar, dass Du gehen wirst. Jeder Atemzug war ein Schritt mehr bis zu Deinem Tod. Es war surreal, hat unfassbar weh getan, war wohl nachvollziehbar und die logische Konsequenz aus einer grausamen Krankheit und ihren Folgen – aber es war im Herzen kaum auszuhalten. Ich habe die Nacht vor dem Tod bei Dir im Krankenhaus Deinem Atem zugehört und gewusst, dass es die letzte Nacht an Deiner Seite sein würde. Innerlich hat es mich zerrissen, äusserlich versuchte ich es irgendwie zu stemmen. Ich habe heute keine Ahnung mehr, wie ich das gemacht habe. Aber unsere wunderbaren Kinder haben dabei sehr geholfen! Sie haben getragen, mitgeweint, mitgelitten und begleitet bis zum Schluss.

Dein Plan ist aufgegangen und Du hast dem Krebs die Luft abgestellt. Du hast frei entschieden, nicht mehr mit diesen Schmerzen und der Aussicht auf nur noch wenige weitere schmerzvolle Tage weiterzugehen. Und wir haben für Dich die Luft angehalten in der Hoffnung, dass Du den selbstbestimmten Ausstieg noch schaffen würdest, bevor der Krebs Dich vollkommen ins Aus katapultiert. Und Du hast es geschafft! Du bist gegangen als der Mensch, den wir gekannt, geliebt und bewundert haben. Und Du hast uns damit so viele schlimme Bilder erspart. Danke Mick!!!

Mick, Du hast als Held die Diagnose entgegengenommen, hast als Held weitergelebt und bist als Held gegangen. Etwas, was mir für den Rest meines Lebens imponieren wird. Und Du hast Dich nie beschwert – und auch nicht gejammert. Ein unglaublicher Mensch, den wir haben gehen lassen müssen. Für mich ein ganzes Leben, dass ich habe ziehen lassen. Und für unsere Kinder und Enkelkinder genauso. Für meine Eltern ein gewonnener Sohn, den sie haben verabschieden müssen.

Du hattest eine immense Kraft, mit der Du alle Theorien, Prognosen und Statistiken ausgehebelt hast.

Ich habe vor einem Jahr gedacht, dass ich ein Jahr Hölle vor mir haben würde. Ich hatte mir geschworen, dass ich mir nach den über 8 Jahren Kampf an Deiner Seite ein Jahr Zeit geben würde, um zu Hause auf dem Sofa zu heulen und mich zu bedauern.

Stattdessen habe ich in diesem Jahr so ziemlich jede Grenze gesprengt, die ich sprengen konnte. Immer mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass Du Dir GENAU DAS für mich gewünscht hast. Du wolltest nicht, dass ich zu Hause den Kopf hängen lasse. Du hast mich immer ermutigt, dass ich meinen neuen Weg finden und gehen würde – und Du hast mir einen Tritt in den Allerwertesten angedroht, wenn ich mich hängen liesse. Sogar am Tag Deines Todes hast Du mir gesagt, dass Du mich auf keinen Fall alleine und traurig zu Hause sehen möchtest. Welch eine Grösse von Dir.

Gerade bist Du wieder sehr präsent. Du schaltest mal wieder meinen Fernseher aus und unsere Enkelin hat sich gestern beschwert, weil du innerhalb von ein paar Minuten 4x Netflix ausgeschaltet hast. Einfach so – aus dem Nichts. Sie hat nach oben geschaut und gesagt: „Gropi, hör auf, uns zu veräppeln“, und dabei hat sie gelacht.

Du bist jeden Tag bei uns – irgendwie … wir reden von der Zeit mit Dir, wir lachen über Deine Witze, wir weinen, weil Du fehlst … es gibt keinen Tag, an dem Du nicht präsent bist.

Egal, was das Leben für mich und uns noch bereithalten wird: Deinen Platz wird nie mehr jemand einnehmen können. Das wäre auch nicht mein Anspruch. Es wäre sogar vermessen zu hoffen, dass es noch einmal jemanden wie Dich geben wird. Aber bestimmt hält das Leben noch andere wunderbare Wege für mich bereit. Es gibt ja bekanntlich nicht nur diesen einen Weg, den wir gemeinsam gegangen sind. Es gibt noch viele andere. Und die gehe ich täglich – mal alleine, mal begleitet. Aber im Herzen immer mit Dir!

Du fehlst, Mick, jeden einzelnen Tag! Und ich gäbe soviel dafür, Dich noch einmal umarmen zu können und von Dir zu hören, dass alles gut wird.

E dicke Drücker zu Dir auf die Venus

Dani

Der krönende Abschluss einer grandiosen Reise

Beinahe jeder hat eine Bucketlist. Und viele haben unendlich viele offene Punkte. Auf meiner Bucketlist standen bis vor kurzem zwei offene Punkte:

Einmal mit Huskys Schlittenfahren und
einmal Elefanten in der Freiheit sehen.

Nun habe ich nur noch einen offenen Punkt – die Elefanten. Hinter die Huskys konnte ich heute ein Häkchen setzen. Und was für eines!!!

Sara hat uns in die Welt des Schlittenfahrens mit den Huskys eingeführt. Sie hat ein Rudel von 120 Hunden und jedes der Tiere lebt von der Geburt bis zum Tod bei ihr und ihrer Crew.

Wir bekamen zwei Gespanne mit je fünf Hunden, je einem Sitzplatz und einem Stehplatz (für den Musher, der den Schlitten quasi steuert und bremst). Ich hatte die Ehre, die ganze Zeit als Musher auf dem Schlitten stehen zu dürfen – obwohl ich gestehen muss, dass ich zu Beginn doch etwas Respekt davor hatte, bei dem Tempo der Hunde auf diesen schmalen Kufen zu stehen und noch bremsen zu müssen.

Ich habe im Leben selten etwas gemacht, was mich mehr hat jubeln lassen. Was für ein Erlebnis. Man fährt durch das Winterwunderwald mit Hunden, die vor Freude heulen, wenn sie losrennen dürfen. Und die Tiere haben eine immense Kraft. Durch die verschneite Landschaft war dieses Abenteuer, als ob man durch einen kitschigen Weihnachtsfilm düsen würde. Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie unglaublich genial dieser Abschluss unserer Lapplandreise war. Alleine dafür hätte sich die Reise schon gelohnt¨

Mit der schüchternen Athene habe ich sogar Freundschaft schliessen können und habe von ihr die Pfote gedrückt bekommen. Was für ein Ritterschlag, wenn Dir ein eher zurückhaltender Hund die Pfote reicht.

Die Tatsache, dass ich nach der Snowmobile-Fahrt von gestern und dem Musherjob von heute Muskelkater von den Fingerspitzen bis in die Schultergelenke habe, versuche ich auszublenden. Noch nie hat sich Muskelkater mehr gelohnt!!!

Leute – wenn ihr jemals etwas Wunderbares erleben wollt: Rovaniemi wäre der Flughafen, den ihr anfliegen müsst.

Mick, ich hoffe sehr, dass Du die ganze Zeit dabei warst. Aber gemäss einer finnischen Sage musst Du das gewesen sein. Die Polarlichter waren so aktiv wie seit Jahrzehnten nicht mehr und ein nordischer Glaube besagt, dass auf diese Weise Verstorbene mit ihren Lieben in Kontakt treten würden. Du musst also hier gewesen sein:

Tag der starken Frauen …

… oder wie ich mich mit meiner Seelenbuddy Manu im Schneeschuhlaufen geübt habe!

Das gleichmässige Geräusch mit den Schneeschuhen im knirschenden Schnee der finnischen Wälder kommt einer Medidation gleich. Es herrschte absolute Ruhe und man hat nichts gehört, ausser den Rhytmus des knirschenden Schrittes und das Klopfen des Herzens. Selbst mich als bekennende NICHT-WALD-BADERIN fasziniert hier die märchenhafte Stimmung der Natur.

Im Gleichschritt sind wir unserem Guide gefolgt, der uns zielsicher durch die verschneite Landschaft geführt hat.

Den Hasen, der unseren Weg gekreuzt hat, hätten wir bestimmt gesehen, wenn wir unsere Brillen hätten aufsetzen können. Leider sind die aber dauernd beschlagen und zugefroren – also waren wir quasi im Blindflug unterwegs. Egal! Gemäss Guide haben wir einen Hasen gesehen. So!

Und die Spuren im Schnee haben auf jede Menge Kleintiere hingewiesen.

Aus dem Nichts ist im Wald ein Lappish-Hut aufgetaucht, welcher vom Guide zuvor extra für uns eingefeuert und vorbereitet wurde.

Dort wurden wir von ihm mit heisser Schokolade, Rentierwurst und Marshmellows versorgt. Klingt wunderbar? IST WUNDERBAR!!

Und weil wir heute die starken Frauen hervorgeholt haben, sind männlichen Mitglieder unserer Gruppe dem Ruf der erholsamen Massagen gefolgt und haben sich so richtig durchkneten lassen. Wir haben also das typische Männer-Frauen-Klischee heute gehörig auf den Kopf gestellt!

Lappland hat unzählige Facetten – jede davon ist faszinierend auf eine besondere Art und Weise.

Was haben die Fische doch gelacht!?

Eisfischen bei minus 34 Grad in Lappland – was für ein Erfolg.

Ich könnte euch jetzt erzählen, dass Marco als einziger von uns vieren den ultimativ grössten Fisch aus dem zugefrorenen See geholt hat. Könnte …

Aber ganz von vorn:

Zuerst bohrt man ganz elegant und einfach mit Kraft und Technik ein Loch in die Eisdecke:

Ja, ich weiss – elegant geht anders ….

… und von den 50 Zentimetern Eisdicke habe ich gerade mal 5 Zentimeter geschafft. Den kleinen Rest musste unser Guide für mich machen. Keine Chance hätte ich gehabt.

Nach 4 Löchern ging es los. Man hat mir erklärt, diesen Sport mache man mit Geduld und Ruhe: Genau mein Humor!

Man guckt in ein Loch, zupft sanft immer wieder an der Angel und während andere dabei meditieren, quassle ich nonstop und vertreibe alles, was an Fischen irgendwo in der Nähe sein könnte. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass unter uns die Fische sich schlapp gelacht haben über diese vier dämlichen Touristen, die tatsächlich geglaubt haben, sie könnten bei dieser Arschkälte Fische aus dem See ziehen. Selbst Käptn Igloo hätte sich dabei wahrscheinlich einen Bruch gelacht.

Kalt? Nicht die Bohne:

Unsere beiden Fischprofis tun, als ob sie nie etwas anderes getan hätten.

Zugegeben: Manu und ich schlagen uns auch tapfer, ich einfach etwas lauter als sie. Diese Fischerei ist aber auch saumässig langweilig …
Und die Sicht ohne Brille ist definitiv ziemlich eingeschränkt. Aber mit Brille ist sie gleich null, weil die Brillengläser dauernd beschlagen und zufrieren …

Und auch wenn Marco uns angedroht hat, dass er die eisige Kälte nicht verlassen würde, solange er keinen Fisch habe, so hat auch er letztlich kapituliert. Ohne Fisch! Alex hat das Bild MIT Fisch von KI für ihn machen lassen – zum Trost und für sein leicht lädiertes Ego.

Was soll ich sagen: Es war saulustig, aber ich habe definitiv kein neues Hobby gefunden. Eisfischen fühlt sich noch langweiliger an, als Golfspielen. Und dann sollte man dabei auch noch still sein. Ey Leute, ein Ding der Unmöglichkeit für mich, ausser ich würde mich mit 40 Grad Fieber und Halsschmerzen dort an den See setzen. Dann vielleicht ruhig …

Tja, ein Versuch wars allemal wert in der Weite der kalten und weissen Pracht Lapplands.

Hauptsache es hat Spass gemacht und – für mich sind Kartoffeln und Gemüse zum Abendessen allemal okay. Die anderen müssen sich den Fisch halt im Supermarkt holen.

Petry heil!

« Ältere Beiträge

© 2026

Theme von Anders NorénHoch ↑