… und der Planet hat sich unerbittlich weitergedreht.
Vor einem Jahr war klar, dass Du gehen wirst. Jeder Atemzug war ein Schritt mehr bis zu Deinem Tod. Es war surreal, hat unfassbar weh getan, war wohl nachvollziehbar und die logische Konsequenz aus einer grausamen Krankheit und ihren Folgen – aber es war im Herzen kaum auszuhalten. Ich habe die Nacht vor dem Tod bei Dir im Krankenhaus Deinem Atem zugehört und gewusst, dass es die letzte Nacht an Deiner Seite sein würde. Innerlich hat es mich zerrissen, äusserlich versuchte ich es irgendwie zu stemmen. Ich habe heute keine Ahnung mehr, wie ich das gemacht habe. Aber unsere wunderbaren Kinder haben dabei sehr geholfen! Sie haben getragen, mitgeweint, mitgelitten und begleitet bis zum Schluss.
Dein Plan ist aufgegangen und Du hast dem Krebs die Luft abgestellt. Du hast frei entschieden, nicht mehr mit diesen Schmerzen und der Aussicht auf nur noch wenige weitere schmerzvolle Tage weiterzugehen. Und wir haben für Dich die Luft angehalten in der Hoffnung, dass Du den selbstbestimmten Ausstieg noch schaffen würdest, bevor der Krebs Dich vollkommen ins Aus katapultiert. Und Du hast es geschafft! Du bist gegangen als der Mensch, den wir gekannt, geliebt und bewundert haben. Und Du hast uns damit so viele schlimme Bilder erspart. Danke Mick!!!
Mick, Du hast als Held die Diagnose entgegengenommen, hast als Held weitergelebt und bist als Held gegangen. Etwas, was mir für den Rest meines Lebens imponieren wird. Und Du hast Dich nie beschwert – und auch nicht gejammert. Ein unglaublicher Mensch, den wir haben gehen lassen müssen. Für mich ein ganzes Leben, dass ich habe ziehen lassen. Und für unsere Kinder und Enkelkinder genauso. Für meine Eltern ein gewonnener Sohn, den sie haben verabschieden müssen.
Du hattest eine immense Kraft, mit der Du alle Theorien, Prognosen und Statistiken ausgehebelt hast.
Ich habe vor einem Jahr gedacht, dass ich ein Jahr Hölle vor mir haben würde. Ich hatte mir geschworen, dass ich mir nach den über 8 Jahren Kampf an Deiner Seite ein Jahr Zeit geben würde, um zu Hause auf dem Sofa zu heulen und mich zu bedauern.
Stattdessen habe ich in diesem Jahr so ziemlich jede Grenze gesprengt, die ich sprengen konnte. Immer mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass Du Dir GENAU DAS für mich gewünscht hast. Du wolltest nicht, dass ich zu Hause den Kopf hängen lasse. Du hast mich immer ermutigt, dass ich meinen neuen Weg finden und gehen würde – und Du hast mir einen Tritt in den Allerwertesten angedroht, wenn ich mich hängen liesse. Sogar am Tag Deines Todes hast Du mir gesagt, dass Du mich auf keinen Fall alleine und traurig zu Hause sehen möchtest. Welch eine Grösse von Dir.
Gerade bist Du wieder sehr präsent. Du schaltest mal wieder meinen Fernseher aus und unsere Enkelin hat sich gestern beschwert, weil du innerhalb von ein paar Minuten 4x Netflix ausgeschaltet hast. Einfach so – aus dem Nichts. Sie hat nach oben geschaut und gesagt: „Gropi, hör auf, uns zu veräppeln“, und dabei hat sie gelacht.
Du bist jeden Tag bei uns – irgendwie … wir reden von der Zeit mit Dir, wir lachen über Deine Witze, wir weinen, weil Du fehlst … es gibt keinen Tag, an dem Du nicht präsent bist.
Egal, was das Leben für mich und uns noch bereithalten wird: Deinen Platz wird nie mehr jemand einnehmen können. Das wäre auch nicht mein Anspruch. Es wäre sogar vermessen zu hoffen, dass es noch einmal jemanden wie Dich geben wird. Aber bestimmt hält das Leben noch andere wunderbare Wege für mich bereit. Es gibt ja bekanntlich nicht nur diesen einen Weg, den wir gemeinsam gegangen sind. Es gibt noch viele andere. Und die gehe ich täglich – mal alleine, mal begleitet. Aber im Herzen immer mit Dir!
Du fehlst, Mick, jeden einzelnen Tag! Und ich gäbe soviel dafür, Dich noch einmal umarmen zu können und von Dir zu hören, dass alles gut wird.
E dicke Drücker zu Dir auf die Venus
Dani