von süss bis ungeniessbar

„Ich nehms nicht persönlich…“.

Wer hier schon länger mitliest weiss, dass es kein Thema gibt, welches ich nicht textlich verarbeite. Ich bin schmerzfrei selbst bei Themen, welche die Schweizer nicht so gerne besprechen. Ziemlich unschweizerisch von mir, ich weiss. Aber das ist vermutlich genau DER Charakterzug, der mich ausmacht.

Nun habe ich aber Post bekommen, bei der ich kurz dreimal tief durchatmen musste. Ich werde eingeladen, PERSÖNLICH, zu einem exklusiven Seminar. Bis dahin klingt ja alles noch wunderbar, wenn es denn da nicht um die Pensionierung ginge!!!

Also: Ich habe Baujahr 1967, bin also noch mindestens 8 Jahre von der offiziellen Pensionierung entfernt. Wenn ich dieses Wort aber lese, fühle ich mich leider temporär uralt …

Dazu kommt, dass ich selbständig erwerbend bin und dass meine Tätigkeiten ein grosser Teil meines Lebens sind. Ich werde arbeiten, solange ich atmen kann. Ich würde sagen:

„Nehmt mir meine Arbeit weg und ich falle tot um!“

Sonnenklar, es gibt viele Menschen, die ihre Pension und die monetären Dinge, die daraus resultieren, leider nicht planen. Deshalb stehen sie dann auf einmal vor dem grossen schwarzen Loch, in welches am Ende des Monats nicht mal mehr eine Pizza ins Budget passt. Da ich mich aber mein Leben lang mit meinem Leben und meinem Ableben (ergo, auch meinem Alter) beschäftige, brauche ich glücklicherweise kein exklusives Seminar dafür.

Was will ich eigentlich genau sagen? Nun, kurz und knackig: Ich möchte NICHT darauf aufmerksam gemacht werden, dass ich nicht mehr zum jungen Gemüse gehöre. PUNKT.

Was macht eine gute Mutter aus?

Zum Muttertag habe ich Chat GPT gefragt, was denn eine gute Mutter ausmacht. Die künstliche Intelligenz hat mir die nachfolgende Antwort geliefert:

  1. Liebe und Fürsorge: Die Fähigkeit, bedingungslose Liebe und Fürsorge zu zeigen, ist oft das Herzstück dessen, was viele als gute Mutterschaft betrachten. Liebe zu zeigen, kann bedeuten, dass das Kind sich sicher und akzeptiert fühlt.
  2. Unterstützung: Eine gute Mutter unterstützt die physische, emotionale und intellektuelle Entwicklung ihres Kindes. Sie ermutigt das Kind, seine Fähigkeiten und Interessen zu erkunden und zu entwickeln.
  3. Geduld: Kinder zu erziehen kann herausfordernd sein, und Geduld ist entscheidend, um mit den unvermeidlichen Höhen und Tiefen des Elterndaseins umzugehen.
  4. Kommunikationsfähigkeit: Effektive Kommunikation ist wichtig, um ein starkes Verhältnis zu dem Kind aufzubauen und es zu verstehen. Eine gute Mutter hört zu und spricht auf eine Weise, die ihrem Kind hilft, sich auszudrücken und verstanden zu fühlen.
  5. Beständigkeit und Zuverlässigkeit: Kinder profitieren von einem stabilen und vorhersehbaren Umfeld. Eine gute Mutter bietet eine konstante Präsenz und verlässliche Strukturen, die Sicherheit vermitteln.
  6. Erziehung und Disziplin: Gute Mütter setzen Grenzen und fördern Disziplin auf eine Art und Weise, die fair, konsistent und liebevoll ist. Disziplin hilft Kindern, Verantwortung für ihr Verhalten zu übernehmen und gesellschaftliche Normen zu verstehen.
  7. Empathie: Die Fähigkeit, sich in die Gefühle und Perspektiven des Kindes hineinzuversetzen, ist entscheidend für die emotionale Entwicklung des Kindes.
  8. Vorbild sein: Kinder lernen viel durch Beobachtung. Eine gute Mutter ist sich ihrer Vorbildfunktion bewusst und verhält sich auf eine Weise, die sie ihren Kindern als Beispiel geben möchte.

Es ist wichtig zu betonen, dass „Perfektion“ nicht erforderlich ist, um eine gute Mutter zu sein. Es geht vielmehr darum, eine liebevolle und unterstützende Präsenz im Leben des Kindes zu sein, selbst wenn man Fehler macht und daraus lernt.

Ich würde sagen, die künstliche Intelligenz hat genauso geantwortet, wie ich es auch tun würde. Danke an meine Mama – sie hat einen super Job gemacht! Und ich habe versucht, es ihr gleich zu tun. Der anspruchsvollste Job der Welt ist der einer Mutter, die ihre Kinder ernst nimmt und sie bedingungslos liebt. Leider haben nicht alle Kinder dieses Glück. Drum geht ein warmes MERCI raus an alle Mamas, die täglich ihr Bestes geben.

Danke, liebe Enkeltochter

Heute ist mein Tochterkind mit der ganzen Familie im Familienwagen unterwegs gewesen. Vor ihnen auf der Strasse war ein – vermutlich betrunkener – Fahrer in seinem Wagen im Schlangenlinienmodus unterwegs. Mal links, mal rechts, aber nie dort, wo er eigentlich hätte fahren sollen.

Mein Tochterkind hat zu ihrem Partner gesagt:

„Was für ein Depp ist das denn? Der fährt ja gefährlich.“

Daraufhin hat es vom Rücksitz aus dem Kindersitz geflötet:

„Vielleicht ist das ja Grosi, das ein neues Auto hat.“

Herzlichen Dank auch, liebe Enkeltochter!

Minimann und seine Logik

Gestern war der kleine Mann bei uns zu Besuch. Mit seinen 3 Jahren hat er es doch faustdick hinter den Ohren. Man kann ihn keine Minute aus den Augen lassen und wenn es einmal mehr als 20 Sekunden ruhig ist, dann ist Alarmstufe rot. Dann bastelt er schon mal mit den neuen Vorhängen von Mama oder schmiert das Mobiliar mit Hautcrème ein. Stühle haben schliesslich auch trockene Beine.

Am Grosi-Tag weiss er, dass er wünschen darf, was gespielt wird, welche Geschichte er hören möchte und wie sein Zvieri aussehen soll. Bis auf einige Ausnahmen, die er auch genau kennt. Er weiss auch, dass er eine halbe Stunde Fernsehen darf, wenn das Wetter nicht mitmacht und wir drinnen bleiben müssen. Auch dort sind aber die Regeln von den Eltern klar definiert und müssen eingehalten werden. Er weiss das, und doch:

„Grosi, ich möchte eine Serie der Power Rangers gucken.“
„Nein, Du weisst genau, dass Du dafür viel zu klein bist.“
„Aber guck, ich bin mega gewachsen“, dabei streckt er seine kleinen Arme in den Himmel und stellt sich auf die Zehenspitzen.
„Ja, das bist Du, aber Mami hat klar gesagt, dass es keine Power Rangers für Dich gibt.“
Und dann kommt seine absolut legitime Logik:
„Ja, ich weiss, aber hier sieht sie mich ja nicht!“

Kaboom!!

Ich muss jeweils kurz durchatmen, um eine schlüssige Erklärung aufzutischen, die ihn überzeugt. Der Kleine ist nicht nur zum Fressen charming, er lässt mich manchmal auch fast verzweifeln. Soviel freches Kerlchen in so einem kleinen Menschen …

Ich zähle immer nur drei …

Mein Grossmutter selig hatte nicht nur ein grosses Herz und war die weltbeste Grossmutter für mich, die man sich vorstellen kann, sie hatte auch eine ganz besondere Gabe: Wenn sie an einem Wegrand spaziert ist, hat sie die vierblättrigen Kleeblätter immer sofort gesehen. Es war, als ob diese Dinger „Hallo“ schreien würden, wenn sie vorbeispaziert ist. Davon war und bin ich immer noch fasziniert.

Kürzlich habe ich das meiner Enkelin erzählt. Sie wollte das auch können und wir haben angefangen zu suchen wie die Wilden. Nix – nada – niente. Grosse Enttäuschung.

Seither bin ich auf jedem Hundespaziergang in der Langsamversion unterwegs und zähle wie verrückt überall die Kleeblätter am Wegesrand. Was passiert? Bei drei ist immer Ende Gelände. Ich habe sogar schon mit meiner Grossmutter selig deswegen gesprochen: „Könntest Du mir bitte mal kurz helfen, Grosi?“ Sie scheint mich nicht zu hören. Immer dasselbe Spiel: „Eins, zwei, drei ….“.

Ich frage mich, warum es Menschen gibt, denen die vierblättrigen Kleeblätter einfach sofort ins Auge fallen, und solche, die nie eines finden?

Zufall?
Glück?
Besondere Gabe?

Ich habe keine Ahnung, aber wenn ihr mich mal wieder zählend und seeeeehr langsam mit meiner kleinen Hündin am Wegesrand seht, dann zähle ich Kleeblätter. Schliesslich möchte ich der Kleinen schon lange eines bringen. Aktuell ist übrigens Hochsaison für Klee – falls ihr irgendwo ein Nest von den Glücksbringern findet, bitte melden.

« Ältere Beiträge

© 2024

Theme von Anders NorénHoch ↑