von süss bis ungeniessbar

Sowas von logisch!

Wenn ich Kurz- oder Langurlaub mache, dann werde ich gerne von der Enkelin per Facetime über alles informiert, was sie mir so erzählen möchte. Hin und wieder gucken wir auch zusammen ein Buch an, das sie so hinstellt, dass ich die Seiten sehen und erzählen kann. Sie ist sehr kreativ, wenn es darum geht, auch auf Entfernung ihre Dosis Grosi zu bekommen.

Gerade kürzlich war ich in der Sonnenstube Tessin (es hat zwar fast nur geregnet) und sie wollte wissen, ob ich denn nach meiner Ankunft zu Hause noch zu Besuch komme.

Sie: „Okay, Grosi, wenn Du ankommst, kannst Du gleich zu uns zum Spielen kommen.“

Ich: „Das geht nicht, weil ich muss ganz lange Zug fahren und es wird abend, bis ich zu Hause bin.“

Sie: „Ach Grosi, das musst Du nicht. Du musst nur einen Schnellzug nehmen!“

Sowas von sonnenklar, oder? Dass ich selber nicht darauf gekommen bin …

Danke, liebe Enkeltochter

Heute ist mein Tochterkind mit der ganzen Familie im Familienwagen unterwegs gewesen. Vor ihnen auf der Strasse war ein – vermutlich betrunkener – Fahrer in seinem Wagen im Schlangenlinienmodus unterwegs. Mal links, mal rechts, aber nie dort, wo er eigentlich hätte fahren sollen.

Mein Tochterkind hat zu ihrem Partner gesagt:

„Was für ein Depp ist das denn? Der fährt ja gefährlich.“

Daraufhin hat es vom Rücksitz aus dem Kindersitz geflötet:

„Vielleicht ist das ja Grosi, das ein neues Auto hat.“

Herzlichen Dank auch, liebe Enkeltochter!

Der kleine Widder schreibt

Als Grossmutter zweier Enkelkinder bin ich stolz. Stolz auf die zwei kleinen Menschen, die jeden Tag für Überraschungen gut sind und die Welt mit so anderen Augen sehen, als wir das tun. Ihre Entwicklung gleicht einer Wundertüte: Was heute noch unmöglich schien, funktioniert morgen schon tadellos!

Das ältere der beiden Enkelkinder, die 5-jährige „Grosse“, interessiert sich intensiv für Sternzeichen. Man könnte jetzt sagen, dass sie das irgendwo abgeschaut hat. Das Interesse kam aber ohne unser Zutun. Niemand in unserer Familie zeigt grosses Interesse an dieser Thematik. Und so kam es, dass die Grosse an einem Nachmittag bei mir unzählige Löcher in meinen Bauch fragte. Sie wollte alles darüber wissen, was man darüber wissen kann. Ich war ganz schön gefordert. Mein Laptop auch! 🙂

Sie wollte wissen, wer welches Sternzeichen hat, welche Eigenschaften dieses Sternzeichen besonders machen, in welchem Element welches Sternzeichen zu Hause ist und wie sie denn überhaupt alle aussehen. Also haben wir gemeinsam eine Collage dazu gemacht:

Fein säuberlich hat sie Sternzeichen ausgeschnitten, die ich ihr ausgedruckt habe. Mit Glitzersteinen hat sie die jeweiligen Elemente Wasser, Luft, Erde und Feuer dazugeklebt und alle Familienmitglieder wurden im Kopf in die passenden Bilder gepackt. Seither stellt sie sich zwar noch mit ihrem Namen vor, schiebt aber gleich noch das Sternzeichen nach und will von ihrem Gegenüber wissen, welches Sternzeichen sie oder er denn hat.

Vor kurzem habe ich der Grossen ein leeres Notizbuch mit einem geprägten Widder auf dem Deckel geschenkt. Ja, sie ist ein kleiner Widder und ich habe ihr gesagt, dass sie dieses Buch brauchen kann, um Dinge reinzukleben, Erinnerungen aufzumalen oder Geschichten zu schreiben. Sie interessiert sich nämlich brennend für die Geschichten, die ich immer schreibe. Im Traum habe ich aber nicht daran gedacht, dass sie das mit ihren 5 Jährchen sofort umsetzen würde. Am ersten Tag schon hat sie begonnen, diverse Widder in ihr Buch zu zeichnen und Wörter dazu zu schreiben. Seither zieht sie sich regelmässig zurück und setzt sich mit ihrem Buch an ihr Pult. Ihre Fantasie ist ohnehin schon grenzenlos – jetzt fängt sie an, diese in ihrem Widder-Buch aufs Papier zu kritzeln. Es gibt sogar schon einen Widder in einem Raumschiff. Schliesslich sind die Sternbilder im Weltraum zu Hause.

Okay, eine ganz normale Entwicklung, sagen die einen. Ich sage: Grosi platzt vor stolz. Ich war und bin nämlich die einzig Schreibende in der Familie. Vielleicht ist da ein kreatives Schreib-Gen durchgerutscht …

Ich hab die Dinos gefüttert

Meine süsse Enkelin hat mal wieder den Vogel abgeschossen.
Sie weiss, dass wir am Jurasüdfuss wohnen. Und sie weiss auch, dass die Dinosaurier im Jura unterwegs waren – so nebenbei hat sie in ihren Erzählungen auch noch die Kreidezeit erwähnt. Logisch … weiss doch jedes Kind …

Sie heute: „Grosi, hast Du immer hier gewohnt?“

Ich: „Ja, ich habe immer hier gewohnt, schon als Kind.“

Sie: „Oh, dann hast Du also die Dinosaurier noch gesehen? Die haben auch hier gelebt.“

Ich: „Nein, die habe auch ich nicht erlebt, da war ich noch gar nicht auf der Welt.“

Sie: „Oh, dabei bist Du doch so alt …!“

Danke kleiner frecher Spatz!

Erfrischend ehrlich

Bekanntlich bin ich Grossmutter zweier süsser Enkelkinder. Das ältere der beiden Kinder (das Mädchen) ist äusserst sprachgewandt und kennt keine Gnade, wenn es um Ehrlichkeit geht. Einfach herrlich – ich liebe sie! Der Jüngling hat die Sache mit der Sprache noch nicht ganz so fest im Griff (ist auch erst anderthalb Jahre alt) und macht mehr mit Geräuschen, als mit Worten – aber sein Gesicht spricht Bände und lässt uns regelmässig losprusten. Hollywood wartet bestimmt schon auf den kleinen Mann.

Aktuell sehr amüsant sind die Weisheiten unserer kleinen Trulla. Wenn sie mich mit ihren grossen braunen Kulleraugen anschaut und ich verliebt sage:

„Am liebsten würde ich Dich fressen, aber das wäre ja dumm, weil dann bist Du ja weg und ich kann Dich nicht mehr lieben“, dann sagt sie pragmatisch:
„Keine Angst Grosi, das ist nur ein Sprichwort – das passiert nicht wirklich.“

Ah, sorry – kleine Klugscheisserin.

Heute hat sie ihre Mama (meine Tochter) mit einem herzhaften „Gopferdami“ zum Lachen gebracht. Es sieht ja schon lustig aus, wenn eine kleine Zuckerschnute mit etwas mehr als drei Jahren aus dem kleinen Mund ein fettes Schimpfwort raushaut.

Heute Abend habe ich ihr eine Gutenacht-Geschichte vorgelesen. Sie hat sich an mich gekuschelt und auf einmal angefangen, an mir rumzuschnuppern. Ich war verwirrt.

„Was machst Du da? Stinke ich?“
„Neiiiiin, Grosi, Du riechst nach Maggi!“

Okay, das bedarf einer Aufklärung, das ist mir klar. Erstens ist Maggi das ultimativ liebste auf dem Esstisch unserer Enkelin. Und zweitens war ich heute in der Ayurveda Ölmassage und dieses Öl hat offenbar ein Gewürz drin, welches nach Maggi riecht. Meine Tochter hat nämlich dann auch an mir geschnuppert und gemerkt, dass die Kleine recht hat. Maggi!

Bei besonderen Belohnungen hat die Kleine ihre ganz eigene Logik. Selbständig aufs Klo gehen gibt (nur beim Grosi) ein saures Pilzli. Neuerdings kommt sie aber ganz gerne reinmarschiert – geht in die Küche und möchte schon mal vorneweg ein Pilzli. Wenn ich dann sage, dass das doch nur bei einem Bisi der Deal ist, dann rennt sie los. Ja, ihr ahnt es – auf die Toilette. Und von dort kräht es dann:

„Du kannst das Pilzli schon auf den Tisch legen, Grooooosi, ich pinkle nämlich grad!“ 🙂
„Und wenn ich das nicht mache.“
„Das ist der Deal, Grosi – ich muss sonst ein RIESEN Theater machen.“

Okay, alles klar – ganz schnell Pilzli holen – ihre Theater sind nämlich filmreif und können locker die Dauer eines Blockbusters knacken!

Das beste war aber, als ich ihr heute beim Zähneputzen gesagt habe, dass ich ihren Namen so wunderschön finde und ich auch so heissen möchte. Sie hat mich getröstet und gesagt:

„Du heisst halt Grosi, das ist auch schön.“
Ich so: „Nein, ich BIN dein Grosi, aber ich heisse Daniela.“
„Dann heisst Du also eigentlich Grosi Daniela Jäggi?“
„Ja, genau, lustig, gell?“
„Okay, Grosi, wir könnten sonst vielleicht Namen tauschen.“
„Das geht leider nicht – ich muss meinen Namen behalten.“
„Macht nichts, dann ist das einfach unser Geheimnis, gell Grosi!“

Okay, ihr da draussen – meine Enkelin hat jetzt ein Geheimnis: Sie weiss, dass ihr Grosi einen Namen hat – aber sie sagt ihn euch nicht! Ha!!!! 🙂

Ich liebe Kinderweisheiten.

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