von süss bis ungeniessbar

Der Notstand wird ausgerufen

Die Weihnachtszeit ist die Zeit, in welcher die Shoppingcenter zum Kriegsgebiet erklärt werden. Nicht genug, dass die gestressten Hausfrauen (an manchen Orten sind es auch die Männer…) schon zwei Wochen vorher anfangen, meterlange Einkaufszettel zu schreiben. Nein, auf diesen Zetteln handelt es sich nur um Esswaren. Schliesslich kommen ja alle zum Weihnachtsessen, die man sonst das ganze Jahr hindurch nie sieht. Und bei vielen Patchworkfamilien handelt es sich in der heutigen Zeit demzufolge um riesige Menschenmengen an drei oder vier aufeinander folgenden Abenden. Da kann die Sache mit der Kocherei schon zur logistischen Meisterleistung werden. Weiterlesen

Die Sache mit den Glückskeksen

Kennt ihr sie auch, die Glückskekse, die es im Chinarestaurant zur Rechnung dazugibt. Das sind sie lustigen Dinger, die man zerbricht und dann kommt eine Weisheit auf einem kleinen Zettel raus. Im Optimalfall isst man die Kekse auch gerne, manche nehmen sie aber nur des Zettels wegen.

Nun ja, ich hatte also letzthin das Glück, mit der Rechnung gleich zwei der Dinger zu bekommen, weil ich sie so gerne esse. Blöd nur, wenn die beiden Weisheiten, die drinstehen, nichts voneinander wissen. Im ersten Keks hatte ich also einen Zettel, auf welchem stand: “ In den nächsten Tagen wird Ihnen die grosse Liebe begegnen.“ Im zweiten Keks stand auf dem Zettel: „Ihre Beziehung wird in der nächsten Zeit neu entflammen.“ So, nun hatte ich den Salat… Weiterlesen

Wer mich nicht kennt…

…soll nicht über mich urteilen! Wie schön es doch wäre, wenn sich alle daran halten würden. Gegenseitig, übers Kreuz, rauf und runter und einfach überhaupt im Leben. Ein altes indianisches Sprichwort bringt es auf den Punkt:

Urteile nie über einen anderen, bevor Du nicht einen Mond lang in seinen Mokassins gegangen bist.

Wieviel Wahres dieser Satz doch beinhaltet. Die Indianer wussten offenbar sehr gut, wovon sie sprechen. Und ich weiss es auch – zumindest in dieser Hinsicht! Es ist ja nicht so, dass ich nicht auch gerne mal eine Lästertante bin: Zum Beispiel im Sommer, wenn ich in einem Strassenkaffee sitze und den Menschen zusehe. Dann liebe ich es, über alles zu lästern, was mir misfällt. Genauso liebe ich es aber auch, alles zu bewundern, was mir gefällt. Ich glaube, dass der Mensch dieses Tratsch-Gen irgendwie schon bei der Geburt mitbekommt. Manche haben mehr davon, andere weniger. Das sind aber Lästereien, die keinem schaden und niemanden verletzen. Wenn es weh tut,  hört für mich der Spass nämlich auf. Wenn mir etwas nicht passt, erfährt mein Gegenüber das von mir und zwar ziemlich direkt. So hat jeder auch die Chance, gleich darauf zu reagieren, zu erklären oder auch einfach auf dem Absatz umzudrehen und zu gehen. So finde ich das Miteinander oder notfalls sogar das Gegeneinander in Ordnung. Was aber gar nicht geht, passiert mir leider des Öfteren. Und das, seit ich denken kann. Weiterlesen

Taxifahrt in die Hölle

Berufsbedingt bin ich in der Stadt Zürich des Öfteren mit meiner Kollegin im Taxi unterwegs. Meine Güte, was wir schon alles erlebt haben – das gäbe ein ganzes Buch mit Geschichten. Eine hat aber in unseren Erzählungen inzwischen ihren festen Platz.

Wir kamen also am Hauptbahnhof mit dem Zug an, marschierten zum Taxistand und wollten beim vordersten Taxi einsteigen. Der Taxifahrer winkte uns sogar noch herein, wurde aber schlagartig von seinem Kollegen in der Wagenkolonne nebenan dermassen angeschrien, dass er uns bat, wieder auszusteigen. Wir wechselten also ziemlich verdutzt das Taxi, um von dem aggressiven Fahrer angeschnauzt zu werden, dass ER nun an der Reihe sei. Wir schauten uns nur an und reagierten auf sein Geschnauze nicht. Wir gaben ihm die Zieladresse an, worauf er (Achtung, jetzt kommt’s!) uns entgeistert ansah und keifte: „Nur so wenig weit? Nein, da fahre ich nicht. Sie müssen gehen zu meine Kollege nebenan.“ Ich dachte erst, irgendwo hätte jemand eine Kamera versteckt. Vom Kollegen nebenan hat er uns doch hergeholt. Nun gut. Bloss nicht unnötig provozieren. Aussteigen – Spur wechseln – einsteigen. Der Kollege schaute nun etwa genau so doof, wie wir und fragte: „Was ist passiert?“ Wir erklärten ihm den Sachverhalt, er schüttelte den Kopf und fuhr los. Übrigens nicht ohne dem vermeintlichen Berufskollegen noch den Stinkefinger zu zeigen. Was für ein schönes Arbeitsklima! Weiterlesen

Wenn der Anstand flöten geht…

Immer, wenn uns früher jemand begegnet ist, der sich daneben benommen hat, meinte meine Mutter mit einem Kopfschütteln: „Der/die ist wohl auch mit dem Schnellzug durch die Kinderstube gerast.“ Eigentlich heisst das nichts anderes als unerzogen, frech, unanständig und ziemlich daneben zu sein. Dieser Satz hat sich sehr in meinem Kopf eingebrannt. Nicht nur, dass ich das Bild dazu lustig und total passend finde – nein, der Satz kommt mir heute eigentlich täglich in den Sinn oder über die Lippen. Leider spricht das nicht unbedingt für das gute Benehmen vieler Mitmenschen. Im Gegenteil! Weiterlesen

« Ältere Beiträge Neuere Beiträge »

© 2026

Theme von Anders NorénHoch ↑