von süss bis ungeniessbar

Wer trägt sowas?

Ja, ich sollte mich schämen: Besitzerin eines Modehauses und mache mich über Mode lustig. Ich mag schöne Stoffe, Kuschelpullis, coole Jeans, bequeme Jacken und hübsche Mäntel – das ist alles keine Frage. Besonders gerne mag ich Blusen aus fliessenden Stoffen, die der Figur so schön schmeicheln. Aber was derzeit bei den ganz grossen Designernamen so über die Laufstege tingelt, schlägt echt dem Fass den Boden aus.

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Wer zum Geier trägt sowas? Wenn ich meine Leintücher vom Bett nehme, mir diese um den Körper wickle, das Handtuch als Gürtel verwende und den Vorhang über die Schulter schmeisse, dann sehe ich in etwa gleich bescheuert aus. Ich kann mir aber beim besten Willen nicht vorstellen, dass man damit gehen kann, ohne sich alle paar Meter auf den Schnabel zu legen. Da ist doch stolpern Pflicht, oder nicht? Also wenn ich mit dem Streifenhörnchenlook bei uns durchs Städtchen gehen würde … ich bin mir nicht sicher, ob mich noch irgend jemand ernst nehmen würde. Und der Knitter-Knatter-Vielzulang-Überwurflook in beige sieht auch eher aus, als ob man unter der Brücke hervorgekrabbelt wäre. Das ginge ja noch, wenn es Selbstgebasteltes aus Stoffresten wäre. Aber nein: Das sind Designerklamotten, welche locker den Wert eines Kleinwagens haben. Nur fahren diese Stoffdinger eben nicht.

Wie gesagt: Ich mag schöne Kleider – aber das!? Nein danke! Bitte, liebe Designer: Wir möchten gerne Kleider, die man auch tragen kann!

Wenn ein Seestern verschwindet

Als Bloggerin habe ich nicht nur Menschen, die meine Geschichten lesen – ich lese auch sehr gerne die Geschichten der anderen. Vom ersten Tag an im Netz hatte ich eine treue Leserin, die einen Blog hat, auf welchem sie in regelmässigen Abständen über sich, ihr Leben und ihre fiese Krankheit Krebs berichtete. Eine tapfere, junge Frau mit einer Familie (Mann und zwei Jungs). Da ihr Markenzeichen beim Blog ein Seestern war, habe ich immer ihre Likes auf meinem Blog gesehen – und sie hat regelmässig kommentiert. Leider hat sich im Verlauf der Monate und Jahre ihre Krankheit wortwörtlich durch ihren Körper gefressen und ihre Freundin hat die letzten Wochen in regelmässigen Abständen auf ihrem Blog berichtet, wie es um den Zustand der Lieben steht.

Ich weiss nicht so recht, ob abzusehen war, dass es nicht mehr lange dauern würde. Aber ich gehe mal davon aus, dass das Ende sehr nahe war. Ich habe diese Frau niemals persönlich kennengelernt (wie die meisten Blogger/innen), aber irgendwie wird man sich durch seine regelmässigen Geschichten halt trotzdem vertraut und fühlt mit – sehr sogar. Ich habe immer gestaunt, wie tapfer die Gute war und wie optimistisch sie immer wieder jede Diagnose weggesteckt hat.

Als ich nun durch ihre Freundin erfahren habe, dass sie vor 2 Tagen in den Armen ihres Mannes für immer eingeschlafen ist, war ich traurig. Ja, man kann auch traurig über den Verlust von jemandem sein, den man persönlich niemals kennengelernt hat. Ich glaube, dass wir Blogger/innen sogar oft sehr viel mehr Persönliches von uns preisgeben, als dies die Menschen sonst im Alltag tun. Deshalb kommt man sich durch die Texte oft sehr nah. Und es tut mir unendlich leid, weil ich den Seestern nun nie wieder bei meinen Kommentaren haben werde.

Liebe Babs, wo auch immer Du nun sein magst – ich bin mir sicher, dass Du bei uns Bloggern einen festen Platz behalten wirst. Und Deinen drei Männern wünsche ich unendlich viel Kraft!

Wenn der Göttergatte mir einen Strich durch die Rechnung macht

Wer meinen Valentinsbeitrag gelesen hat weiss, wie ich zum Valentinstag stehe. Der Ursprung dieses Tages hat bekanntlich einen religiösen Ursprung, was mir schon einmal per se gegen den Strich geht. Und die Tatsache, dass unendlich viele Ehemänner (oder Frauen) diesen Tag „missbrauchen“, um mal schnell mit einem Blumenstrauss eine ganzes Jahr ohne ein Zeichen der Liebe wieder gutzumachen – ja, das macht mir diesen Tag auch nicht sympathischer. Alles in allem habe ich also kurzerhand diesen Tag zum „Tag der gestressen Ehemänner“ umgetauft, die kurz vor Ladenschluss noch schnell lieblos ein paar Blumen für die Frau kaufen (obwohl mein Mann nie zu jenen gehört hat).

Leute, ich habe meine Rechnung (oder besser meinen Text) ohne meinen Göttergatten gemacht. Der hat nämlich schon lange vor Valentinstag beim Floristen Rosen bestellt und ist am Morgen aus dem Haus geschlichen, um mir einen wahnsinnig schönen Blumenstrauss zu holen. Und dazu frische Frühstücksbrötchen.

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Ehm, ja … was soll ich sagen? Natürlich erst einmal HERZLICHEN DANK, lieber Göttergatte. Und dabei bin ich etwas sehr peinlich berührt…versteht sich. Er kapierte mein komisches Grinsen erst einmal nicht, weil er nämlich meinen Blogbeitrag noch nicht gelesen hatte. Nachdem er das nachgeholt hatte, meinte er: „Ich befürchte, dass das eine Nachfolgegeschichte gibt…!“ Ja, lieber Göttergatte, dem ist so. Da ist sie nun, die Nachfolgegeschichte. Und ich freue mich über die Blumen, weil ich weiss, dass Du nicht einfach schnell kurz vor Ladenschluss gedankenlos noch ein paar „Notfallblumen“ geholt hast. 🙂

P.S.: Der Göga hat mir übrigens angedroht, dass der nächste Blumenstrauss zur Strafe gestrichen wird! Heul….:-(

Valentinstag

Nun bin ich tatsächlich 48-jährig, und wusste nicht, woher der Valentinstag eigentlich kommt. Bis heute! Und jetzt finde ich ihn noch viel bescheuerter, als vorher. Wisst ihr, woher dieser Tag kommt?

Also: Die Tradition des Valentinstags wird heute zumeist auf die Überlieferung von Bischof Valentin von Rom bzw. Valentin von Terni zurückgeführt, die als christliche Märtyrer starben. Mehrer Orte in Deutschland haben eine Reliquie des heiligen Valentin.
Valentin von Rom soll als einfacher Priester Liebespaare trotz des Verbots durch Kaiser Claudius II. nach christlichem Ritus getraut haben. Dabei soll er den verheirateten Paaren auch Blumen aus seinem Garten geschenkt haben. Die Ehen, die von ihm geschlossen wruden, standen der Überlieferung nach unter einem guten Stern. Auf Befehl des Kaisers Claudius II. wurde er am 14. Februar 269 wegen seines christlichen Glaubens enthauptet.
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100 Dezibel und mehr

…wenn bei uns am Familientisch (inkl. Grosseltern) heftig und laut diskutiert wird, dann geht es in der Regel um sehr kontroverse Themen. Dass wir nun aber noch zur Politfamilie mutieren, hätte ich nicht gedacht. Wir gehen zwar regelmässig abstimmen und informieren uns über Dinge, die gerade aktuell sind. Die bevorstehenden Wahlen spalten aber die Familienmeinungen gewaltig. Das ist total spannend – und birgt einen Menge Zündstoff. Wenn dann noch Granitköpfe auf auf sture Esel treffen, na dann Prost! Der Lärmpegel kann da schon mal die 100-Dezibel-Marke knacken … während des Essens, versteht sich. Wir sind schliesslich multitasking fähig! Weiterlesen

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