von süss bis ungeniessbar

Wo sind nur die Märchen hin?

Rapunzel, Dornröschen, Schneeweisschen und Rosenrot, Frau Holle, Schneewittchen und die sieben Zwerge, der Froschkönig – wo sind sie alle hin verschwunden, die schönen alten Märchen? Ich kenne diese Märchen noch, denn mir hat sie entweder die Mutter oder die Oma erzählt. Märchen fand ich mystisch und spannend und ich las auch alle Märchen der Gebrüder Grimm als Pflichtlektüre während meiner Schulzeit.

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Kennen die Kinder von heute diese schönen Geschichten auch noch? Diese verwunschene Stimmung, die nur ein Märchen erzeugen kann. Diese unendliche Phantasie, die nur in einem Märchen steckt. Und die gruselige Hexe, die nur im Märchen einen so richtig das Fürchten lehrt.

Mir fällt auf, dass der einzige Tag im Jahr, an welchem ich mich mit einem Märchen konfrontiert sehe, der Weihnachtstag ist. Da läuft nämlich im TV immer 3 Nüsse für Aschenbrödel. Und ich liebe den Film noch heute. Aber was läuft denn sonst so zu Kinder TV-Zeiten? Weiterlesen

Die eingebildete Kranke…

…oder warum ich keine Beipackzettel bei Medikamenten lesen darf!

Es ist ein Übel, welches mich seit Jahrzehnten begleitet. Eigentlich nicht lustig, aber irgendwie halt doch zum Lachen. Dass manche mich Hypochonder nennen, finde ich aber nicht in Ordnung, denn Hypochondrie ist eine ernsthafte psychische Erkrankung. Ich leide eher an einem Tick, welcher darauf zurückzuführen ist, dass ich ganz einfach immer alles bis ins Detail wissen will. Mich interessiert jeder medizinische Begriff, ich kenne Medikamente, die Ärzte in ihren gescheiten Büchern nachlesen müssen und ich stelle Diagnosen, bevor der Arzt sie stellt. Ein befreundeter Arzt meinte mal, ich hätte besser Medizin studiert. Wenn ich nämlich mit ihm fachsimple – und das tue ich oft und gerne – könnte man tatsächlich meinen, ich hätte eine Ahnung. Warum ich diesbezüglich so wissbegierig bin und weshalb ich immer alles sofort nachlese, weiss ich selber nicht. Ich bin aber tatsächlich so etwas wie eine wandelnde Apotheke und auch mein Umfeld weiss, dass bei jeglicher Art von Krankheit die Wahrscheinlichkeit gross ist, dass ich das richtige Pülverchen dagegen habe. Weiterlesen

Ist die Ehe noch zeitgemäss?

Heiraten – braucht es das heute noch? Vor über 20 Jahren, als wir geheirtatet haben, hat sich diese Frage noch nicht gestellt. Es gehörte einfach dazu. Und zwar mit allem Drum und Dran. Zivilhochzeit, kirchliche Trauung, Riesenfest mit allen Verwandten und Freunden, selbst mit denjenigen, die man seit -zig Jahren nicht mehr gesehen hatte. Ein Jahr Vorbereitungszeit war nötig, um einen solchen Anlass zu stemmen. Und der effektive Tag der Hochzeit war dann in erster Linie stressig, anstrengend und so schnell vorbei, dass ich mich heute noch frage, warum viele Frauen ihren Hochzeitstag als „den schönsten Tag im Leben“ angeben. Also in meinem Leben gab es andere Tage, die dieses Attribut weit mehr verdient hätten, als der Hochzeitstag. Aber eben: Ob man heiraten soll oder nicht, haben wir uns damals gar nicht ernsthaft gefragt. Wir wollten zusammen bleiben, eine Familie gründen und da lag es einfach auf der Hand, dass wir diesen Schritt machen würden. Ziemlich unkritisch, wenn ich das rückblickend bewerte. Wir haben uns einer gesellschaftlichen Doktrin unterworfen, ohne diese zu hinterfragen. Meine einzige Überlegung damals beschränkte sich darauf, ob ich meinen Mädchennamen behalten sollte, oder nicht. Aber schon beim lauten Äussern des Gedankens merkte ich, dass die Hürden mir den Weg ganz schön schwer machen würden.  Auch dies war damals nämlich noch nicht üblich. Leider, denn ich hätte mich durchsetzen sollen. Man wird mit einem Namen geboren, der nicht zuletzt auch ein wichtiger Bestandteil der eigenen Identität ist. Da ist es doch schon sehr komisch, wenn man am Tag X einfach einen Teil seiner Identität abgibt. Ich würde das niemals wieder tun und hatte auch Mühe, mich daran zu gewöhnen. Inzwischen gehört aber mein angeheirateter Name so zu mir, dass ich einen Wechsel zurück zum Mädchennamen ausschliesse. Ich weiss, dass viele in meinem Alter nun von diesem neuen Gesetz Gebrauch machen und sich den Mädchennamen zurückholen. Das fände ich nach so langer Zeit nicht mehr passend. Weiterlesen

Aus meiner Kindheit

Man sagt, dass ich meine ersten Texte verfasste, als ich gerade mal einen Stift in der Hand halten konnte. Offensichtlich wurde ich schon bei der Geburt mit dem Schreibvirus infiziert. So kam es, dass ich in Grundschulzeit (11-jährig) mein erstes Gedichtbüchlein drucken durfte und dieses von Tür zu Tür im Wohnort verkaufen konnte.

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Beim Aufräumen ist mir besagtes Büchlein in die Hände gekommen und ich habe es wieder einmal gelesen. Es gibt Müsterchen daraus, die ich euch nicht vorenthalten möchte:

Egoismus ist ungesund

Eine Raupe dick und fett,
die benahm sich gar nicht nett.
Sie war auf Wanderschaft mit Würmchen klein,
bei Beiden stellte Durst sich ein,
als sie kamen zu einer Flasche hin,
die da lag, mit Milch noch drin.
Die böse Raupe, stolz und dick,
schob den kleinen Wurm zurück
und sprach mit falscher Stimme fein:
„Du wartest hier, ich krieche rein,
und schmeckt sie gut, so ruf‘ ich Dich,
dann kommst Du nach und trinkst wie ich.“
Der Wurm bemerkt die Falschheit nicht,
in der Raupe bösem Gesicht.
Ahnungslos sah er doch,
wie diese durch die Öffnung kroch.
Widerspruchslos sah er auch zu,
wie allein sie trank die Milch im Nu.
Das Ganze war doch sonderbar,
nun sah der Wurm so langsam klar.
Sein Freund übte an ihm Verrat,
nie zugetraut ihm diese Tat.
Sein Durst ward mehr und mehr zur Qual,
doch der Raupe war das jetzt egal.
Sie war stolz auf ihre Masche
und wollte kriechen aus der Flasche.,
doch ging’s nicht mehr, sie war zu dick,
sie konnte nun nicht mehr zurück.
Ihr Egoismus war ihr Verderben,
sie musste in der Flasche sterben.
Der Wurm, zwar durstig, jedoch lebend,
kriecht heute noch durch unsere Gegend.

Und weil ich selber so Freude an meinen alten Texten habe, hier gleich noch einer:

Falsches Fernweh

Es lockt Dich in die Ferne,
wo die Exoten blüh’n,
wo leuchten gold’ne Sterne,
wo Menschen reich und kühn.

Erfüllt wird bald Dein Traum
vom Land der vielen Früchte,
Deine Träume sind nicht mehr Schaum,
doch Du glaubtest an Gerüchte.

Nun bist Du angekommen,
kein Mensch ist Dir vertraut,
Dein Glück ist weggeschwommen,
bös‘ wirst Du angeschaut.

Zuerst hältst Du Dich gut
und redest selbst Dir zu,
doch langsam geht Dein Mut
und schwindet dann im Nu.

Du hast Dir vorgenommen,
zu ziehen in die Welt
und erst nach Haus‘ zu kommen,
wenn Du schwimmst in Geld.

Das Geld macht Menschen gross,
das Geld verschafft Dir Macht,
ohne Geld ist gar nichts los,
so hast Du stets gedacht!

Und jetzt, jetzt steckst Du mittendrin,
beginnst nun zu erkennen:
Das Ganze hat doch keinen Sinn,
dem Geld so nachzurennen.

Geborgenheit und Liebe fehlen Dir
und viele Dinge mehr,
schuld daran ist Deine Gier,
die Einsicht fällt Dir schwer.

Du sehnst Dich so nach Wärme,
nicht mehr nach vielem Geld.
S’ist, als bekämst Du Hiebe,
dort in der fremden Welt.

Ich muss gestehen, dass ich selber überrascht war, mit welchen Themen ich mich in meinen Kinderjahren auseinandersetzte. Und ich bin jetzt, Jahrezehnte später, ziemlich stolz darauf!

 

 

 

Die Krux mit der Lesebrille

Stellt euch folgende Situation vor: Da ist ein grosser Anlass mit fast 400 Gästen. Davon sind nahezu alles Frauen, da es sich um eine Ladiesnight handelt. Das spielt aber eigentlich für meine Geschichte keine Rolle. Fakt ist, dass ich mich darauf vorbereitet habe, diesen Gästen etwas inhaltlich Wertvolles zur Begrüssung zu erzählen. Wohlverstanden: Mit Mikrofon, was darauf schliessen lässt, dass jeder Versprecher gnadenlos gehört wird.

Um allfällige Unsicherheiten auszuschliessen, schreibe ich mir die wichtigsten Stichworte also auf eine Karte; vor allem Jahreszahlen und wichtige Punkte, die ich nicht vergessen darf. Eigentlich ein Leichtes für mich, bekanntlich habe ich eine ziemlich grosse Klappe. Mit Leuchtstift streiche ich noch die besonders wichtigen Dinge an, 10 Minuten vorher – damit ich sie ja nicht wieder vergesse. Gut! Let the show begin. Weiterlesen

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