von süss bis ungeniessbar

Schnäppchenjäger

Es gibt Männer, es gibt Frauen, es gibt Kinder und – es gibt Schnäppchenjäger. Dabei handelt es sich um eine komplett eigene Spezies. Früher trat diese nur vereinzelt auf und war deshalb nicht sofort zu erkennen. Heute gibt es ganze Verbände von Schnäppchenjägern, die ohne Zweifel nicht zu meinen Lieblingen gehören.

Diese Spezies zeichnet sich besonders dadurch aus, dass sie bei Prozentzeichen glasige Augen bekommt, bei Sale-Plakaten unter Schnappatmung leidet und quer durchs Land reist, um das günstigste Angebot zu ergattern. Zur Not werden beim Kampf um die Schnäppchen auch die Ellbogen und Krallen ausgefahren und beim Zusehen wünscht man sich, der Boden möge sich öffnen, damit man darin verschwinden kann. Fremdschämen vom Feinsten! Kann mir jemand erklären, wie gross der Schnäppchenwahn sein muss, wenn man zuerst 200 Kilometer fährt, um ein Superangebot zu ergattern? Rechnet sich das wirklich, wenn man die Fahrt und die Zeit mit berücksichtigt? Ich kann mir das schlecht vorstellen. Oder muss ich mir Schnäppchenjagd einfach wie eine neue Sportart vorstellen? So ähnlich wie Schlammcatchen, einfach ohne Schlamm! Weiterlesen

Bitte nicht bewegen

Wer von euch war schon einmal in einer MRI-Untersuchung? Für diejenigen, die es nicht kennen: MRI stammt von der englischen Bezeichnung Magnetic Resonance Imaging. Dies ist ein Verfahren, welches die Gewebestrukturen im inneren des Körpers bildlich darstellt, und zwar Millimeter für Millimeter. Dazu wird man auf eine ziemlich schmale Bahre (sowas wie ein zu kleines Bett) gelegt, möglicherweise fixiert (je nach Körperstelle, die durchleuchtet werden muss)  und wenn man zu den absoluten Glückspilzen gehört, bekommt man noch Kontrastmittel in die Blutbahn gespritzt.

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Dann wird man in eine Röhre geschoben, in welcher es ganz schön kracht und rumort (von den Magnetplatten). Für diejenigen, die bislang verschont blieben: Stellt euch eine ziemlich laute und hektische Technoparty vor, bei welcher man den Rhytmus nie findet. So ähnlich klingt das Hämmern im Inneren der Röhre. Platzangst ist bei dieser Untersuchung defintiv kein guter Begleiter, denn Platz hat man da drin absolut keinen. Mein Rezept zum schadlosen Überstehen – Augen vor der Einfahrt schliessen und erst wieder öffnen, wenn ich wieder draussen bin. Ich leide nämlich unter Platzangst. Mit absoluter Konzentration und ruhiger Atmung habe ich es bislang aber immer geschafft. Es gibt bei diesen Untersuchungen einfach eine Krux, die ich mir bis heute nicht erklären kann: Man wird mehr als einmal eindringlich gebeten, sich absolut NICHT zu bewegen, da die Bilder sonst nicht brauchbar sind. Nur ruhiges Atmen ist erwünscht. Kein Husten, kein Kratzen, kein Niesen – absolut nichts, was Bewegung in die Gliedmassen bringt. Nicht einmal mit dem Zeh wackeln. Weiterlesen

Jemanden zur Schnecke machen

Woher kommt nur die komische Redewendung: „Jemanden zur Schnecke machen“? Vor allem ist diese Redewendung ja ausschliesslich negativ behaftet. Für mich ein Rätsel. Ich habe nämlich kürzlich, an einem Regentag, vor unserem Haus einer Weinbergschnecke beim Kriechgang von A nach B zugesehen. Langsam, gemütlich und irgendwie einfach friedlich. Und dabei kam mir folgender Gedanke:

Wie toll wäre es doch, wenn man sein Haus einfach immer dabei haben könnte. Ich finde diesen Gedanken weltklasse!

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Wie oft habe ich schon gedacht, dass ich umziehen würde, wenn ich unser ganzes Haus einfach nehmen und andernorts wieder hinstellen könnte. Es gibt so viele schöne Orte auf der Welt, aber diese Packerei und der Umzug lässt mich immer wieder diesen Gedanken verwerfen. Oder da stell man sich vor, man könnte so Ferien machen. Das Haus wäre immer mit dabei, mit dem eigenen Bett, der eigenen Toilette, einfach allem, was man gerne hat. So könnte man doch wunderbar durch die ganze Welt reisen. Weiterlesen

Tatort Notaufnahme

Musste schon jemand von euch einmal in die Notaufnahme eines hiesigen Spitals. Womöglich am späten Abend oder einem Wochenende. Ich hoffe nicht! Seit nämlich die Hausärzte verständlicherweise keine Lust mehr haben, allzeit für ihre Patienten bereit zu stehen, sehen die Notaufnahmen in den Spitälern zeitweise wie überfüllte Züge zur Hauptpendlerzeit aus. Das haben wir nicht zuletzt dem neuen Krankenkassenmodell zu verdanken. Spardruck sei dank, auch wenn es auf Kosten der Gesundheit geht.

Als ich noch ein Kind war, hat bei einem Notfall die Mutter den Hausarzt des Vertrauens angerufen und der ist mit seinem schwarzen Koffer auf Hausbesuch gekommen. Heute haben die Hausärzte des Vertrauens oft ihre private Telefonnummer gar nicht mehr regisitriert und auf der Praxisnummer antwortet ausserhalb der regulären Dienstzeiten nur der Anrufbeantworter. Dumm nur, dass sich gewisse Unpässlichkeiten nicht an Dienstzeiten halten. Und dann kommt heutzutage die Notaufnahme im hiesigen Spital zum Einsatz. In unserem Fall sah das folgendermassen aus:

Der Sohn kam aus dem Ausland (später Abendflug) nach Hause. Dort hatte er – aufgrund eines unglücklichen Sturzes kurz vor Abflug – eine schmerzhafte Verletzung an der Hand erlitten. Diese war dick angeschwollen, blau und schmerzte sehr. Aufgrund der Schmerzen erschien uns eine gute Nacht unmöglich. Also entschieden wir uns, kurz in die Notaufnahme zum Röntgen zu fahren. Schliesslich sind wir überdurchschnittlich gut versichert und haben diesen Dienst vorher noch nie in Anspruch genommen. Weiterlesen

Zoobesuch

Wann wart ihr das letzte Mal im Zoo? Als die Kinder noch klein waren? Oder vielleicht sogar schon mit den Grosskindern? Oder mit den Ferienkindern? Wahrscheinlich einfach auf jeden Fall mit Kindern?

Mein Mann und ich waren vor kurzem nach Jahren zusammen im Zoo; nur wir zwei. Und dabei ist uns eingefallen, dass wir das letzte Mal im Zoo waren, als unsere Kids noch zur Schule gingen. Beim Zoobesuch ist uns auch bewusst geworden, dass das offenbar allen so geht, denn wir waren so ziemlich die Einzigen, die keine Knirpse dabei hatten. Warum eigentlich? Es war richtig schön! Wir konnten uns Zeit nehmen, und wir mussten keine Dreikäsehochs von irgendwelchen Absperrgittern fischen. Uns fiel auf, dass wir früher vor allem das Augenmerk auf den Kindern hatten, weil die ja bekanntlich blitzschnell sind. Wir waren also eigenlich nur darauf programmiert, die Kleinen vor dem Übersteigen des Bärengitters zu bewahren und darauf zu achten, dass sie nicht mit den Pinguinen schwimmen gehen. Weiterlesen

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