von süss bis ungeniessbar

Geschrieben vor 2 Jahren … Reblog-Serie Teil 3

Wo sind die Machos hin?

Ich bin aufgewachsen im Zeitalter der „starken Männer“. Also, nicht nur, dass die TV-Serie Wickie und die starken Männer das Bild des Mannes in dieser Zeit untermalte – wir wuchsen noch mit dem Bild des muskulösen, bärtigen, rauhen und beschützenden Mannes mit der tiefen Stimme auf. Dazu gehörte auch der Satz: „Richtige Männer weinen nicht!“ In meiner Kindheit war vollkommen normal, dass Mädchen weinen. Jungen aber taten gut daran, dies nicht zu tun. Es sei denn, sie wollten als Schwächlinge, Weicheier oder als schwul abgestempelt werden. Dieses Denkmuster war für mich damals total normal. Heute bin ich entsetzt darüber! Und heute kann ich nur schmunzeln, wie sich mit dem Wandel der Zeit das Bild des Mannes um 180 Grad gedreht hat. Also eigentlich von einem Extrem ins andere.

Heute sind Männer besonders toll, wenn sie ihre Gefühle öffentlich zeigen, im TV in Tränen ausbrechen, die Pflegeprodukte der Frauen benutzen und alles, was irgendwie allzu männlich wirkt, entfernen lassen. Dazu gehören vor allem die Brusthaare. Dann natürlich die Achselhaare. Manche machen sogar mit den Haaren an den Beinen kurzen Prozess und die Augenbrauen werden auch gezupft. Auch die typischen Frauenfarben pink und lila haben sich in der Männermode schon lange ihren festen Platz ergattert. Der mutige Mann trägt auch gerne mal Bling-Bling. Natürlich haben auch die grossen Modemarken schon lange kapiert, dass sie mit dem neuen Mann Geld verdienen können. Dinge, die früher uns Frauen vorbehalten waren, sind heute mindestens genauso die Domäne der Männer. Während früher ein Mann höchstens zum Kauf eines Gutscheines in ein Geschäft von Louis Vuitton ging, hält heutzutage die männliche Kundschaft dort locker mit den Frauen mit. Taschen, Koffer, Schals, Gürtel, Sonnenbrillen und Schuhe mit dem berühmten LV-Monogramm sorgen bei den Männern genauso für glänzende Augen, wie bei den Frauen. Und während die knallenge Jeans früher dem Frauenpo vorbehalten war, tragen heute auch die jungen Männer diese knackigen Dinger.

Dieser Wandel der Zeit ist lustig, denn auch für die Frauen hat er ja ganz viel Veränderung mit sich gebracht. Hätten wir früher einen jungen Mann im Fernseher weinen sehen, hätten wir vermutlich ein hämisches Grinsen übrig gehabt, und ihn nie und nimmer zum Mann haben wollen. Heute löst eine männliche TV-Heulsuse bei der Frauenwelt Kreischalarm aus. Ein solcher Mann ist süss, einfach zum Gernhaben, zum Beschützen und am liebsten gleich zum Einpacken und Mitnehmen. Ja, die heutigen Frauen wollen mindestens genauso beschützen, wie dies früher die Männer wollten. Wie lustig ist das denn? Eine Anzeige in der Zeitung unter „sie sucht ihn“ hätte früher wie folgt gelautet:

„Ich suche einen starken Mann, der anpacken kann, gerne für mich und meine Kinder da ist und es schätzt, von mir bekocht zu werden. Wenn Du zudem einer geregelten Arbeit nachgehst, Dich zu Hause um nichts kümmern möchtest und dafür das Handwerkliche regelst, dann freue ich mich auf Deine Zuschrift unter Chiffre …..!“

Heute ist die Variante eher:

„Liebevoller, gefühlsbetonter Mann mit viel Herz und Diskussionsbereitschaft gesucht. Du kochst gerne, magst ausgiebige Shoppingtouren und bist genauso ein Fan von Wellnessferien wie ich, dann melde Dich unter Chiffre….!“

Mit Spannung beobachte ich, wie diese Entwicklung weiter geht. Ich habe nämlich immer öfter das Gefühl, dass die Männer sich gerne wieder emanzipieren möchten. Mal schauen, ob sie ihre männlichen Podeste zurückerobern.

Geschrieben vor 2 Jahren … Reblog-Serie Teil 2

Per TV-Show zur grossen Liebe

Ich glaube, dass ich an einer Überdosierung von Dating-Shows leide. Diese Sendungen verfolgen mich buchstäblich. Ausweichen ist kaum noch möglich. Da hätten wir den Bachelor, der mit seinem erschlagenden Charme irgendwo auf der Welt in einem Luxusbunker nach seiner grossen Liebe sucht. Zur Auswahl stehen in der Regel bindungswillige Damen mit mehr oder weniger Niveau und der Bereitschaft, sich einem erbamungslosen Zickenkrieg zu stellen. Einem Zickenkrieg um einen Mann, den sie alle gar nicht kennen. Das Format gibt es auch in der umgekehrten Version mit der Bachelorette. Dort hat sie die Qual der Wahl und wird von den Herren der Schöpfung mit billigen Anmachsprüchen umgarnt. Da ändern auch die Palmen und die Sonnenuntergänge in der Kameraführung nichts an der unendlichen Leere dieser TV-Formate. Weiterlesen

Geschrieben vor 2 Jahren … Reblog-Serie Teil 1

Die eingebildete Kranke…

…oder warum ich keine Beipackzettel bei Medikamenten lesen darf!

Es ist ein Übel, welches mich seit Jahrzehnten begleitet. Eigentlich nicht lustig, aber irgendwie halt doch zum Lachen. Dass manche mich Hypochonder nennen, finde ich aber nicht in Ordnung, denn Hypochondrie ist eine ernsthafte psychische Erkrankung. Ich leide eher an einem Tick, welcher darauf zurückzuführen ist, dass ich ganz einfach immer alles bis ins Detail wissen will. Mich interessiert jeder medizinische Begriff, ich kenne Medikamente, die Ärzte in ihren gescheiten Büchern nachlesen müssen und ich stelle Diagnosen, bevor der Arzt sie stellt. Ein befreundeter Arzt meinte mal, ich hätte besser Medizin studiert. Wenn ich nämlich mit ihm fachsimple – und das tue ich oft und gerne – könnte man tatsächlich meinen, ich hätte eine Ahnung. Warum ich diesbezüglich so wissbegierig bin und weshalb ich immer alles sofort nachlese, weiss ich selber nicht. Ich bin aber tatsächlich so etwas wie eine wandelnde Apotheke und auch mein Umfeld weiss, dass bei jeglicher Art von Krankheit die Wahrscheinlichkeit gross ist, dass ich das richtige Pülverchen dagegen habe. Weiterlesen

Das Ende einer Beziehung…

…die es niemals gab. Das ist nicht der Beginn eines Märchens, das ist eine wahre Begebenheit. Und sie ist erst noch einem Lieblingsmenschen von mir passiert.

Da lernt die Lieblingsmenschin via Internet einen Mann kennen. Nicht ungewöhnlich in der heutigen Zeit; und weil sie single ist, geht sie einmal mit dem Mann aus. Sie findet ihn aber ziemlich langweilig und er ist absolut nicht ihr Typ. Ende der Geschichte, müsste man meinen. Aber nein: Der Gute entwickelt sich so nach und nach zum Online-Stalker und nervt sie gewaltig. Also verabredet sie sich mit ihm, um die Fronten zu klären und ihre Ruhe wiederzubekommen. Weiterlesen

Atmungsaktiv – so ein Quatsch!

Wer fit sein will, muss bekanntlich etwas dafür tun. Nun ja, das versuche ich – hoch den Berg und wieder runter. Mindestens 10’000 Schritte am Tag, mit oder ohne Hund. Bei Wind und Wetter. Und weil es bekanntlich kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung gibt, bin ich inzwischen auch diesbezüglich bestens ausgerüstet. Weiterlesen

« Ältere Beiträge Neuere Beiträge »

© 2026

Theme von Anders NorénHoch ↑