von süss bis ungeniessbar

Shitstorm

Ständig hört man das Wort Shitstorm irgendwo. Ich habe letzthin überlegt, was dieses Wort eigentlich bedeutet. Scheissesturm! Igitt! Man stelle sich mal vor, der wunderschöne Winterschneesturm wäre anstatt mit Schnee mit Scheisse. Oh weia – das wäre eine ganz schön hässliche Geschichte. Diese Sauerei und der Gestank, nicht auszudenken! Aber vielleicht heisst das Phänomen deshalb Shitstorm!? Wegen der Auswirkungen?

Ein Shitstorm ist bekanntlich eine Lawine an negativen Kommentaren auf eine Person oder deren Haltung im Netz. Am meisten davon betroffen ist in der Regel Facebook, Twitter und Co. Wenn also jemand eine Äusserung kund tut, welche heikel ist und den Lesern nicht passt, dann kann er damit einen üblen Shitstorm auslösen. Und wenn es sich dabei noch um einen Promi handelt, dann ist ein Shitstorm noch viel schneller am Start. Da reicht schon ein falsches Wort in einem Satz und die Lawine rollt unaufhaltsam. Nicht selten müssen deswegen ganze Profile gleich gelöscht werden, weil die Schimpftiraden dann ein Ausmass annehmen, welches unerträglich sein kann.

Früher gab es dieses Phänomen auch schon, nur nannte man es nicht Shitstorm, sondern Hetzjagd. Und es fand nicht auf den sozialen Netzwerken mit Kommentaren statt (denn diese gab es noch nicht), sondern mit Intrigen, Schmäh, Verleumdungen und „Steine in Nachbars Garten“ schmeissen. Oder mit Sprayereien an die Hauswand der Betroffenen. Ja, irgendwie war der Shitstorm von heute die Spraydose von früher – oder so ähnlich.

Es ist beängstigend, wie sehr sich mit den sozialen Netzwerken die mutigen Klappenaufreisser vermehrt haben. Früher war das in diesem Ausmass nicht möglich, denn man musste noch selber hinstehen. Und da verliess die meisten dann doch der Mut. In die Tasten hauen ist eben halt doch viel einfacher. Ziemliche Warmduscher, diese Shitstormer … oder Shitstürmer … oder wie auch immer!

Reisen versus schwache Blase…

Ich bin kein grosser Reisefan – das ist allgemein bekannt. Was ich aber sehr gerne mache, sind Tagesausflüge oder Städtereisen. Dazu gehört natürlich auch die regelmässige Reise zum Tochterkind nach Hamburg. Dumm nur, dass meine Harnblase noch viel weniger gerne reist, als ich. Leiden müssen darunter in der Regel meine Begleitpersonen – was in den meisten Fällen mein Göttergatte betrifft. Weiterlesen

Gedanken eines Vogels an Weihnachten

Das folgende Gedicht ist 1977 von mir geschreiben worden – im zarten Alter von 10 Jahren … ich staune manchmal selber:

Sacht und leise schneits im Dunkeln,
nur vereinzelt Sterne funkeln.
Ein kleiner Vogel schwebt ganz fein
über die die Dächer, er ist allein.Was er wohl denkt, ob all den Lichtern
und den frohen Angesichtern?
Da! Er fliegt tiefer, schnell und rank,
setzt sich auf eine Fensterbank.

Es schneit nun stark, nicht mehr so leicht,
doch er sitzt vom Schnee unerreicht,
am hellen Fenster, schaut wie im Traum,
hinein zum bunten Tannenbaum.
Schief liegt sein Kopf, seine Äugelein,die bltzen keck im hellen Schein.
Ja, schaut man ganz genau mal hin,
kann man sich denken seinen Sinn.

Er denkt bestimm: Bin ich im Traum?
Was steht denn da, ein Tannenbaum?
Der steht doch immer sonst im Wald,
ein Tannenbaum hat niemals kalt.
Stattdessen, stolz und unverschneit
und noch dazu im Abendkleid,steht er hier in voller Pracht
und das mitten in der Nacht!
Ob ich wohl noch richtig denke?
Rundherum lauter Geschenke!
Hell beleuchtet von den Kerzen,
sowas kann doch wirklich schmerzen!

Ich bin ja nur ein Vogel, klein,
muss hier im Schnee und Kälte sein!
So selten jemand an mich denkt,
und mir zu Weihnacht Futter schenkt.

 

Als ich das Gedicht las, ist mir eingefallen, dass bei uns immer im Winter Meisenknödel am Baum vor der Küche hängen … offenbar hat mein Göttergatte meine Kindergedanken ernst genommen! 🙂

Ich wünsche…

…zum Weihnachtsfest jedem Menschen eine Kerze, die nur für ihn scheint. Ein Licht, das die Seele erwärmt und eine Flamme, die bis ins Herz vordringt und Mut macht.

Ich wünsche mir, dass jeder ein warmes Bett zum Schlafen hat, eine Tasse Tee, die den Bauch erwärmt und ein Lächeln von einem netten Gegenüber. All das wäre doch wirklich jedem auf der Welt zu gönnen. Und all das wäre soviel mehr wert, als all die Geschenke, die unter dem Christbaum liegen und womöglich kurz darauf wieder umgetauscht oder weggeschmissen werden, weil keiner sie brauchen kann.

Der Weg zu einem heilen und besinnlichen Weihnachtsfest wäre so einfach, wenn wir ihn nicht immer unnötig verkomplizieren würden.

In diesem Sinne wünsche ich euch allen frohe Weihnachten! 🙂

P.S.: Es gibt ein paar liebe Menschen, die gesundheitlich sehr angeschlagen sind – diesen wünsche ich ein ganzes Kerzenmeer und die Kraft, im 2016 wieder gesund zu werden. 🙂

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