Der Satz, den meine Mutter immer zu sagen pflegt, begleitet mich seit Jahr und Tag. Damals, als ich noch bei meinen Eltern wohnte, hörte ich den Satz vor allem dann, wenn mein Vater mit meiner Mutter schimpfte, weil wir Kinder krank waren. Mein Papa: „Du hast sie bestimmt zu wenig warm angezogen.“ Meine Mama: „Ja, sicher, Mama ist ja an allem schuld.“ So war das auch, wenn wir schlechte Noten schrieben oder wenn der Lehrer zum Gespräch lud. Dann waren wir Mama’s Kinder. Bei guten Noten waren wir Papa’s Kinder. 🙂 Und wenn mein Bruder und ich schlechte Laune hatten, war bestimmt auch Mama daran schuld. Sie musste ja, schliesslich war sie der Blitzableiter für alles! Jederzeit und überall! Damals habe ich das noch nicht verstanden. Heute verstehe ich es! Warum? Ganz einfach, weil ich Mama bin. Und weil ich einfach an allem schuld bin. Weiterlesen
Kennt ihr das Gefühl, zu Hause vor einem Schrank zu stehen und nicht mehr zu wissen, was ihr da wolltet? Oder die Situation, dass euch ein lieber Mensch erzählt, was er sich so gerne kaufen würde und ihr denkt dabei „Gut zu wissen, das merke ich mir fürs nächste Weihnachtsfest“, nur dass es euch beim nächsten Weihnachtsfest einfach nicht mehr einfallen will. Auch das Erinnern an Witze, die am Vorabend erzählt wurden und die man gerne weitererzählen möchte, ist so eine Sache. Mir passiert das in letzter Zeit immer öfter und es ärgert mich; manchmal macht es mir sogar ein bisschen Angst. Ganz schlimm ist es mit dem Merken von Namen. Ich weiss schon nach zwei Minuten nicht mehr, wie eine Person heisst, wenn sie mir zum ersten Mal vorgestellt wird. Peinlich, wenn man an der textilen Verkaufsfront arbeitet und alle Leute immer mit „hallo“ begrüssen muss, weil man sich die Namen einfach nicht merken kann. Man hat mir zwar mal gesagt, das käme mit der Zeit schon, das sei Übungssache. Nach und nach merke ich: No way! Bei mir nützt alles nichts. Ich kann mir die Namen einfach nicht merken. Ich hasse dieses Gefühl! Weiterlesen
Am 7. August hatte ich diesen Beitrag aufgeschaltet und damit laut Statistik von WordPress einen der Top 5 geschrieben. Darum hier noch einmal zum Nachlesen:
Kinderparking
Ich dachte ja bislang, dass man nur Fahrzeuge parkiert. Seit kurzem weiss ich aber, dass man auch Kinder parkieren kann. Offenbar! Ich bin einer Frau begegnet, welche zwei kleine Kinder hat. Meine erste Frage war natürlich: „Wo hast Du Deinen Nachwuchs?“ Die erleichterte Antwort: „Die habe ich bei den Grosseltern parkiert – ich brauche grad etwas Luft.“
Seither überlege ich mir, was ich von dieser Aussage halten soll. Und ich bin immer sicherer, dass ich sie überhaupt nicht gut finde. Also erstens stört mich die Aussage in sich, den Kinder kann man nicht einfach parkieren – oder zumindest kenne ich keine, mit welchen man das machen könnte. Und zweitens kann es doch nicht die Aufgabe von Grosseltern sein, als Parkplätze herhalten zu müssen. Oder verstehe ich da etwas falsch? Also ich weiss, dass ich es immer ziemlich besonders fand, wenn ich mit der Grossmutter spielen durfte. Vielleicht gerade deshalb, weil man mich dort nicht einfach ständig parkiert hat. Und ich bin der Meinung, dass Grosseltern auch etwas ganz Besonderes sein sollten. Sie sollten weder erziehen, noch schimpfen, noch gestresst sein müssen. Denn all diese Aufgaben erachte ich als solche, welche zu den Eltern gehören. Grosseltern sollten nie müssen, sondern nur dürfen. Klar, haben sie die Verantwortung, wenn sie die Grosskinder beaufsichtigen. Und diese müssen sie bestimmt ernst nehmen. Aber dann war es das auch schon mit dem „müssen“.
Also unsere Kinder waren immer ganz aufgeregt, wenn sie zu den Grosseltern gehen durften. Das war immer etwas wunderbares, weil sie dort fast alles durften und grenzenlos verwöhnt wurden. Und die Grosseltern waren in dieser Zeit immer NUR für sie da. Keine anderen Beschäftigungen noch nebenher. Da wurde gebacken, gebastelt, gespielt, gebaut, im Sandkasten gebuddelt oder junge Ziegen im Park gefüttert. Und beim Zubettgehen durfte man ruhig die Geschichte zweimal einfordern und danach noch dreimal wegen Durst und Hunger nach der Grossmutter rufen. So soll das sein.
Die Erziehungsaufgaben und alles, was man eben auch sonst so machen muss, gehört in den Bereich der Eltern. Mir wäre nicht im Traum eingefallen, meine Kinder irgendwo bei irgendwem (auch nicht bei den Grosseltern) parkieren zu wollen. Dafür habe ich doch keine Kinder bekommen. Und ich gestehe, dass ich – sollte ich einmal Grossmutter werden – eine Total-Rundum-Spiel-Verwöhn-Grossmutter werde. Denn ich liesse es niemals zu, dass man die Kinder einfach nur bei mir parkiert, um selber mehr Freizeit zu haben. Dafür braucht man keine Kinder. Ich hoffe, dass ich irgendwann die Möglichkeit haben werde, eine Grossmutter sein zu können, die alles darf, aber nichts muss. So muss das nämlich in meinen Augen sein!
Wieviele Mütter und Väter von kleinen Kindern gehen davon aus, dass der Nachwuchs automatisch lustig findet, was die Eltern lustig finden. Eigentlich doch alle, oder?
„Schau mal Emma, ein Clown – lustig oder?“ Emma schreit wie am Spiess!
„Guck nur Nils, der Mann macht lustige Tiere aus Luftballons.“ Nils rennt weg und versteckt sich.
„Huch Jonas, guck, der Zauberer zaubert die Mäuse weg!“ Jonas heult und sucht die Mäuse.
Kleine Kinder haben offenbar eine ganz andere Wahrnehmung als wir Erwachsenen. Und genau eine solche Situation hat sich letzthin in der Fussgängerzone der Stadt zugetragen. Vor dem grossen Einkaufszentrum stand einer dieser mit Goldspray eingesprayten Menschen, die regungslos auf einem Podest stehen und sich nur bewegen, wenn man eine Münze in den Hut wirft. Dieser Goldjunge da vor dem Einkaufszentrum machte sogar noch ein Tänzchen und Faxen, wenn das Geld klimpernd im Hut landete. Das nahm eine junge Mutter als Anlass, ihrem Spross im Kinderwagen doch die Freude des Tages zu machen. Sie stellte den Kinderwagen genau vor den goldenen Mann, warf ein paar kleine Geldstücke in den Hut und schaute begeistert ihren Spross im Kinderwagen an. Dessen Begeisterung hielt sich in Grenzen, um nicht zu sagen, er brach in totale Panik aus. Er zappelte wie wild, ruderte mit den Armen, schrie wie am Spiess und drehte sein Gesicht so weg, dass er den goldenen Mann bloss aus seinem Blickwinkel verbannen konnte. Die Mama schien das absolut nicht zu begreifen, so lustig wie sie es doch fand. Weiterlesen
…sollte mich auch nicht aufregen. Klingt logisch und total einfach. Ist es aber nicht. Im Gegenteil!
Da fahr ich heute mit meinem Auto zum Bahnhof, parkiere und sehe eine junge Frau auf dem Parkplatz mit einer Zigarette im Mund. Genüsslich zieht sie daran und bläst den Rauch in den Wind. Nicht besonders spektakulär, wäre die Gute nicht mindestens im achten Monat schwanger. Ein kugelrunder Bauch schaut unter dem Mantel hervor und mein Puls schnellt schlagartig in die Höhe. Ich weiss – geht mich nichts an. Aber bitte, geht das nicht unter Körperverletzung? Ich stelle mir den kleinen Menschen da im Bauch vor, wie er vor sich hin hustet und verzweifelt versucht, einen gesunden Schluck Sauerstoff zu bekommen. Keine Chance. Solange Mama raucht, kann sich der Zwerg nicht wehren. Ich finde das eine Sauerei! Weiterlesen