Meine Enkelin (4 1/2) hat mich heute gefragt, ob ich ihr zeigen könnte, wie meine Oma ausgesehen hat. Ich habe also mein Babyalbum aus dem Schaft gekramt und ihr meine Oma gezeigt, die mich auf dem Arm hält. Das Bild wurde bei meiner Taufe aufgenommen – im kitschigen Taufkleid. Da meine Enkelkinder weder die Taufe, geschweige denn ein Taufkleid kennen (zum Glück …), haut die Kleine meinen Satz der Woche raus:
„Hö, Grosi … wurdest Du in einem Hochzeitskleid geboren?“
Nichts geht über die Sprüche meiner beiden kleinen Racker!
„Ich fürchte, wir können für Ihren Mann nicht mehr viel tun.“ „Das sieht ganz schlimm aus.“ „Holen Sie seine Sachen, er wird nicht mehr nach Hause kommen.“ „Haben Sie alles geregelt, was es zu regeln gibt? Sonst sollten Sie das jetzt ganz schnell tun.“
Diese und andere Sätze hat man mir genau heute vor 7 Jahren um die Ohren gehauen. Auf dem Flur des Krankenhauses. Und von einer auf die andere Minute war nichts mehr, wie es einmal war.
Wir mussten uns als Familie ganz schnell im Leben auf dem Onkoplaneten zurechtfinden, denn wir hatten keine Zeit, uns darauf einzustellen. Und der Stempel PALLIATIV (unheilbar) war wie ein Brandmal auf der Stirn meines Göttergatten.
Die Diagnosen (es waren verschiedene) waren vernichtend und die Prognosen bewegten sich zwischen 3 und 6 Monaten verbleibender Lebenszeit.
Ich würde lügen, wenn ich euch hier jetzt erzählen würde, dass es einfach war und ist, eine solche Prognose zu hören, mit ihr zu leben und sie im besten Fall zu ignorieren. Aber Tatsache ist, dass sich dieser Tag heute zum 8. mal jährt. Mein Göttergatte marschiert seit 7 Jahren mit seiner multiplen palliativen Krebserkrankung über sämtliche Grenzen, welche die Medizin für ihn vorgesehen hatte.
Wie er das macht, wissen wir bestens. Warum es funktioniert, weiss kein Mensch. Fakt ist, dass wir auch das verflixte 7. Onkojahr überlebt haben. Ja – ich sage bewusst WIR. Wir gehen diesen Weg nämlich gemeinsam. Bis auf viele kleine Auszeiten, die wir uns gegenseitig voneinander gönnen. Man geht sich nämlich auf diesem gemeinsamen Weg manchmal so richtig auf die Nerven! Das ist weder gut noch schlecht – das ist einfach normal. Aktuell geht er seinen Weg grad auf einer fernen Insel an der Wärme (siehe Foto) und ich geniesse meine ICH-Zeit zu Hause.
Tatsache ist, dass er seine Fussspuren bislang erfolgreich und mit viel Lebenswillen auf der ganzen Welt hinterlässt – wo auch immer es ihn gerade hinzieht. Und wisst ihr was: Er hat sowas von recht!
Ich wünsche uns noch viele Möglichkeiten, auch in Zukunft solche Erinnerungen zu kreieren. Wir gehen den Weg gemeinsam weiter.
Und ich wünsche euch da draussen, dass ihr gesund bleibt.
Die GenZ hält uns Alten vieles vor, was wir verbockt haben sollen. Oft zu recht. Manches ist aber ganz einfach unwahr. ????
Ich habe in meiner Schulzeit auch schon zu jenen gehört, die sich für den Umwelt- und Tierschutz stark gemacht haben. Dafür habe ich mich einfach nicht auf die Strasse geklebt, sondern im Kleinen versucht, Grosses zu bewegen. ????♀️
Was ich heute sehe, macht mich aber immer nachdenklicher. In den schönsten Städten an den besten Lagen sind keine wertigen Modemarken oder inhabergeführten Geschäfte mehr. Stattdessen verdrängt der Inditex-Konzern alles, war er irgendwie verdrängen kann. ????
Der Inditex-Konzern wird von der reichsten europäischen Familie Ortega gehalten und dazu gehören folgende Marken:
???? Zara und Zara Home ???? Pull & Bear ???? Massimo Dutti ???? Bershka ???? Stradivarius ???? Oysho ???? Lefties
Ihr Konzept der Fast Fashion spricht vor allem die junge Klientel an, weil sie immer schneller aktuelle Modetrends auf den Markt bringt. Und sie tut dies zu absoluten Spottpreisen. ????
Wenn ich in den schönen Geschäftsstrassen dieser Welt stehe und in ein solches Geschäft reinschaue, dann sehe ich vornehmlich sehr junge Kundinnen und Kunden, die ihre Einkaufstüten vollpacken. Dies, obwohl jeder gesund denkende Mensch weiss, dass die Inditex Gruppe zu den grössten Umweltsündern überhaupt gehört. ????
Sie produzieren Tonnen von Ware (die Menge macht massgeblich den günstigen Preis), die sie im Leben nicht verkaufen können, um dann die nicht verkauften Tonnen munter zu verbrennen! ???? Die Familie Ortega macht nun medienwirksam mit der monetären Unterstützung von Umweltprojekten so auf sich aufmerksam, dass viele Leute denken, ihr Einkauf in den Billiggeschäften sei nicht so schlimm. Blödsinn! ???? Das ist nichts anderes, als Greenwashing und die Kunden werden an der Nase rumgeführt.
Wer Mode mag, egal ob jung oder alt, sollte vor dem Kauf den Teil des Kopfes einschalten, der für das kritische Denken zuständig ist. ????
Allen voran wäre es schön, wenn die umweltbewusste GenZ sich bewusst machen würde, was sie tun, wenn sie in diesen Geschäften einkaufen. T-Shirts für 5 Franken sind nämlich nicht coole Schnäppchen, sondern Förderer von:
Der Kanton Solothurn stimmt am kommenden Wochenende über einen Kredit von CHF 120 Mio. ab, der für ein neues Zentralgefängnis mit 130 Haftplätzen gebraucht wird. Aha …
In der Stadt Solothurn steht ein knapp CHF 300 Mio. teures Hightech-Spital, dessen Betten nicht voll belegt werden können, weil akuter Personalmangel dies verunmöglicht. Und dazu kommen unzählige Abgänge von qualifizierten Ärzten, die dem Bürgerspital und seinem schlechten Ruf den Rücken zuwenden.
Ich hätte da eine äusserst kreative Idee, wie man Geld sparen und Personal aufstocken könnte:
Bislang habe ich noch NIE von Fachkräftemangel im Strafvollzug gehört. Wie wäre es also, wenn man im gefühlt halb leeren Hightech-Wunderbau namens Bürgerspital einfach die obersten zwei Stockwerke mit Gitterstäben versehen und die Häftlinge samt Personal dorthin verlegen würde? Das wäre mal nachhaltige Nutzung von teurem Raum und gleichzeitig gegenseitige Hilfestellung bei Personalmangel.
Das wäre doch mal eine kreative Fusion innerhalb eines Kantons. Und es wäre eine neue Art von Inklusion. Schwierige Gegebenheiten erfordern das Denken über den Tellerrand.
Und ich habe jetzt mal buchstabentechnisch laut gedacht … .
… oder „wie man mit dem Blick zum Meer in ein Burnout rennt“!? ????
New Work – eine Arbeitsform, die in aller Munde ist und an der kaum ein Unternehmen in Zukunft vorbeikommen wird. Grundsätzlich auch eine gute Sache, wenn man es nicht zu weit treibt. Geworben wird mit:
???? mehr Flexibilität ???? mehr Freiheit ???? mehr Lebensqualität ???? mehr Verantwortung ???? mehr Mitsprache
In Wirklichkeit kann es aber ganz schnell ausarten in:
❌ mehr Unruhe ❌ mehr Kopfarbeit ❌ mehr Zerstreutheit ❌ mehr Druck ❌ 24/7 Erreichbarkeit
Ich bin der Meinung, dass der Grundgedanke von New Work ein Guter war. Dass es nun aber Firmen gibt, welche dieses Konzept soweit spinnen, dass grenzenlos alles möglich sein soll und man noch die berühmten „Workations“ zum absoluten Mass der Dinge erklärt, finde ich nicht nur gefährlich, sondern schon zerstörerisch. Alleine der Begriff WORKATION ???? ! Ja was denn nun?
Work ❓ oder Vacation ❓
Nein, beides kann nicht gesund sein. Egal, ob man jung, alt, alleinstehend oder mit Familie ist. Jeder Mensch braucht seine Zeit, um sich zu sammeln, um dem Körper und Geist Erholung zu gönnen und um sich nicht kümmern zu müssen ????♂️ .
Ich habe mit meinen Mitarbeitenden in regelmässigen Abständen Teambildungs-Events gemacht. Diese galten als Arbeitszeit, waren obligatorisch und haben dem Zusammenhalt und dem guten Spirit des Teams gedient ???? . Dabei ging es immer nur um die Menschen und ihre Bedürfnisse – nicht darum, noch das Tagesgeschäft dabei zu erledigen.
Bei der täglichen Arbeit war das Team dann wieder mit mehr Motivation und Spass dabei ???? .
Bei Ferienabwesenheiten hatte ich immer EIN Credo: Keiner wird in den Ferien angerufen oder angeschrieben. Selbst wenn es brennt, löschen die Mitarbeitenden das Feuer selber. Wer OFF ist, kann beim Löschen kaum helfen – er wird nur belastet mit Inputs, die er ohnehin nicht beeinflussen kann. Und Kopfarbeit ist schliesslich die wichtigste Arbeit – und wird kaum abgerechnet, wenn die Mitarbeitenden in den verdienten Ferien sind! ????
Bei den berühmten Workations fliessen nun Arbeit und Freizeit ineinander, wie es ungünstiger kaum sein könnte. Es kommt mir so vor, als ob man darauf hinarbeitet:
„Ein Burnout am Strand ist bedeutend besser zu ertragen, als eines im Office!“
Was für ein kompletter Blödsinn. Es gibt viel Neues, was unsere GenerationZ brilliant macht. Diese Entwicklung gehört für mich definitiv nicht dazu. Das Abschaffen sämtlicher Leitplanken war noch nie eine gute Idee. Es kommt dabei immer zu Landschäden … ????♀️
Soweit mein Input zu Workations und New Work. Und ihr so?