von süss bis ungeniessbar

Workation …

… oder „wie man mit dem Blick zum Meer in ein Burnout rennt“!? ????

New Work – eine Arbeitsform, die in aller Munde ist und an der kaum ein Unternehmen in Zukunft vorbeikommen wird. Grundsätzlich auch eine gute Sache, wenn man es nicht zu weit treibt. Geworben wird mit:

???? mehr Flexibilität
???? mehr Freiheit
???? mehr Lebensqualität
???? mehr Verantwortung
???? mehr Mitsprache

In Wirklichkeit kann es aber ganz schnell ausarten in:

❌ mehr Unruhe
❌ mehr Kopfarbeit
❌ mehr Zerstreutheit
❌ mehr Druck
❌ 24/7 Erreichbarkeit

Ich bin der Meinung, dass der Grundgedanke von New Work ein Guter war. Dass es nun aber Firmen gibt, welche dieses Konzept soweit spinnen, dass grenzenlos alles möglich sein soll und man noch die berühmten „Workations“ zum absoluten Mass der Dinge erklärt, finde ich nicht nur gefährlich, sondern schon zerstörerisch. Alleine der Begriff WORKATION ???? ! Ja was denn nun?

Work ❓ oder Vacation ❓

Nein, beides kann nicht gesund sein. Egal, ob man jung, alt, alleinstehend oder mit Familie ist. Jeder Mensch braucht seine Zeit, um sich zu sammeln, um dem Körper und Geist Erholung zu gönnen und um sich nicht kümmern zu müssen ????‍♂️ .

Ich habe mit meinen Mitarbeitenden in regelmässigen Abständen Teambildungs-Events gemacht. Diese galten als Arbeitszeit, waren obligatorisch und haben dem Zusammenhalt und dem guten Spirit des Teams gedient ???? . Dabei ging es immer nur um die Menschen und ihre Bedürfnisse – nicht darum, noch das Tagesgeschäft dabei zu erledigen.

Bei der täglichen Arbeit war das Team dann wieder mit mehr Motivation und Spass dabei ???? .

Bei Ferienabwesenheiten hatte ich immer EIN Credo: Keiner wird in den Ferien angerufen oder angeschrieben. Selbst wenn es brennt, löschen die Mitarbeitenden das Feuer selber. Wer OFF ist, kann beim Löschen kaum helfen – er wird nur belastet mit Inputs, die er ohnehin nicht beeinflussen kann. Und Kopfarbeit ist schliesslich die wichtigste Arbeit – und wird kaum abgerechnet, wenn die Mitarbeitenden in den verdienten Ferien sind! ????

Bei den berühmten Workations fliessen nun Arbeit und Freizeit ineinander, wie es ungünstiger kaum sein könnte. Es kommt mir so vor, als ob man darauf hinarbeitet:

„Ein Burnout am Strand ist bedeutend besser zu ertragen, als eines im Office!“

Was für ein kompletter Blödsinn.
Es gibt viel Neues, was unsere GenerationZ brilliant macht. Diese Entwicklung gehört für mich definitiv nicht dazu. Das Abschaffen sämtlicher Leitplanken war noch nie eine gute Idee. Es kommt dabei immer zu Landschäden … ????‍♀️

Soweit mein Input zu Workations und New Work. Und ihr so?

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3 Kommentare

  1. mrunbekannt

    Naja, Workation heißt nicht zwingend im Urlaub zu arbeiten, sondern dass man von eine Urlaubsort bzw. vom Ausland aus arbeitet. Bspw. ich nehme mir 2 Wochen Urlaub, bleibe aber 4 Wochen auf Mallorca, d.h. ich arbeite 2 Wochen vom Strand aus.

    Ich stehe zwar voll hinter New Work, aber… wenn der Kollege dann im Meeting erzählt dass er gerade am Lagerfeuer mit seinen Freunden sitzt, oder mit der Familie am Strand liegt… Ich sag mal, sonderlich produktiv stelle ich mir das nicht vor. Vor allem als Softwarentwickler – kleiner Bildschirm, keine ordentliche Tastatur, etc. ich weiß nicht, aber ich denke darunter leidet die Performance und dass wird langfristig dazu führen, dass die Arbeitgeber die Leute zurück ins Büro holen.

    Die „im Urlaub nicht stören“-Regel setzt sich zum Glück auch verstärkt durch, zumindest seit dem ich bei größeren Konzernen bin nimmt man das sehr ernst und wird es auch so vorgelebt.

    Deine „TeamBuilding-Events“ finde ich gut geregelt. Häufig verkauft man das dem AN als „Freizeit“ und plant das Wochenende mit ein, weil wenn der Arbeitgeber schon einen Freitag opfert, dann darfst du einen Samstag opfern. Wobei ich die ganztägige „AG-Freizeit“ mit Infoverstanstaltung eig. nie als Freizeit empfunden habe.

    • modepraline

      Danke für Dein sehr interessantes und kritisches Feedback 🙂

  2. ...der Berliner

    Voll und ganz meiner Meinung !!!

    G. l. G. Jochen

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