von süss bis ungeniessbar

Kindermund

Ich hatte kürzlich ein äusserst lustiges Gespräch mit einem 5-Jährigen, der unsere kleine Ellie streicheln wollte. Mit einem spannenden Mundartdialekt hat er sich erkundigt, ob klein Ellie ihn beissen würde. Ich habe verneint und er hat sich auf den Boden gesetzt und unsere Fellnase genüsslich gestreichelt.

Ich: „Du hast aber einen lustigen Dialekt, wo kommst Du denn her?“

Er: „Von Zuhause.“

Ich: „Und wo ist das?“

Er: „Bei Mama und Papa.“

Ich (inzwischen breit grinsend): „Und wo wohnen Mama und Papa?“

Er: „Da wo ich.“

Um eine Ortschaft herausfinden zu können, wurde ich besonders kreativ – zumindest dachte ich das:

Ich: „Wo gehst Du mit Mama und Papa einkaufen?“

Er: „Im Denner … manchmal auch im Migros.“

Inzwischen standen seine Eltern in der Nähe und amüsierten sich über ihren Sohnemann und seine wahren Auskünfte. Ihr Grinsen war fast noch breiter als meins. Und wer nun denkt, ich hätte mir am Jüngling nicht die Zähne ausgebissen, der liegt falsch.

Ich: „Wo steht denn euer Denner?“

Er: „Fast dort, wo der Julian wohnt.“

Ich: „Und wo wohnt der Julian?“

Er: „Eben, grad hinter dem Denner, hab ich doch gesagt.“

Das anschliessende Lachflash war in beiden Dialekten dasselbe. Die Eltern haben ihren Spross an der Hand genommen und beim Verabschieden gesagt: „Wir kommen übrigens aus Lausen.“

Na also, geht doch!

Happy landing …

… der kleine Erdenbürger hat den Weg aus dem Bauch unserer Tochter in die Familie gefunden. Wir sind so dankbar, dass es den Beiden gut geht und alles dran ist – was bekanntlich nicht selbstverständlich ist.

Unsere kleine süsse Enkelin ist nun die „Grosse“ – und neben ihrem neugeborenen Bruder sieht sie tatsächlich auch aus wie die Grosse. Ein kleines Bündel Mensch in einem winzigen Pyjama mit einem Mützchen – und es riecht nach Baby. Klar, dumpfbackig wie ich bin, hab ich als erstes dran gerochen! Ich liebe den Geruch von Babys. Sie riechen so lieblich, unschuldig, süss, einfach so, dass man sie gleich ins Herz schliessen muss. Ich komme mir immer so ein bisschen vor wie ein Hund, wenn ich ein Neugeborenes im Arm halte und dran schnuppere, wie ein Vierbeiner an einem Baum. Wenn es dann noch das eigene Enkelkind ist, dann bin ich ohnehin ein kleines bisschen gaga.

Krass, wir sind nun zweifache Grosseltern … klingt uralt. Sind wir aber nicht! Und das ist cool!

Wenn die Zeit weiterhin so rast wie bisher, dann dauert es nicht lange, und ich werde mit zwei Minimenschen mit den Scootern um die Wette düsen. Die grosse Schwester weiss aktuell noch nicht so recht, was dieses zappelnde Ding da soll – aber das kommt noch. Und der kleine Erdenbürger kann sich schon an die vielen Nebengeräusche seiner Schwester gewöhnen.

Ich bin heilfroh, dass ich nicht noch einmal vorne anfangen muss mit den unzähligen schlaflosen Nächten und den gefühlt Millionen Windeln und den berstenden Nerven – aber ich geniesse es UNFASSBAR, als Grosi fast alles zu dürfen, aber nichts zu müssen!

Die Familie wächst und wir sind glücklich, dass wir das erleben dürfen.

Unser Sonnenschein

Seit etwas mehr als 8 Monaten sind wir nun stolze Grosseltern. Und wir werden uns NIEMALS an den Anblick dieses süsses Menschleins gewöhnen. Wir sehen sie zwar täglich – aber eine Gewöhnung scheint nicht einzutreten. Im Gegenteil: Jedes mal, wenn die kleine Zuckerschnute uns angrinst, geht unsere ganz persönliche Sonne auf. Krass, oder? Wie oft habe ich schon zum Göttergatten gesagt: Hatten wir als Eltern auch so einen Knall, als unsere Kids noch klein waren?

Also in meinem Fall ist es manchmal so, dass ich froh bin, nicht gefilmt oder sonstwie aufgenommen zu werden. Man würde mir vermutlich den Verlust des Verstandes attestieren. Ich quieke wie ein Meerschweinchen; beim Erzählen des Buches mime ich Tierstimmen, die es so in der Natur ganz bestimmt nicht gibt (egal, die Kleine liebt es!) und ich mache mich zum totalen Deppen, um sie lachen zu sehen! Und die kleine Menschin dankt mir all das mit unfassbar viel Liebe.

Es ist nicht zu erklären, wie sich das Gefühl „Grosseltern“ für uns im Herzen anfühlt. Aber wenn man sogar jeden „Pups“ beklatscht und jeden Rülpser bewundert und auch die vollen Windeln einen verzücken, dann ist man wirklich vernarrt bis zum Mond und zurück. Es gibt nichts Vergleichbares!

Die Kleine hat mit ihrem blossen SEIN unser Leben so derart wunderbar auf den Kopf gestellt, dass wir uns gar nicht mehr so recht erinnern können, wie es vorher war. Und wenn wir sie einmal 24 Stunden nicht sehen (was zum Glück selten vorkommt), dann fühlt es sich schon leer an.

Wie oft haben unsere Kinder beim Heranwachsen weinen müssen, weil sie sich den Kopf gestossen, den Arm gebrochen oder den Fuss verknackst haben? Ich habe das immer sehr gut handhaben können. Und jetzt? Wenn die Kleine sich den Kopf stösst und herzzerreissend weint, dann zieht sich mein Magen zusammen und ich könnte gleich mitweinen … was in meinem Fall eine wirkliche Seltenheit ist.

Wir sind so unendlich dankbar, dass wir die Kleine in unserem Leben haben – ich weiss, alle Grosseltern sagen, sie seien stolz. Wir sind aber derart stolz, dass wir total gaga werden! Und das ist wunderbar 🙂

Gwen und Ellie

Kennt ihr sie auch, die Geschichten mit den Menschen oder Tieren, welche Sprechblasen mit Aussagen gefüllt über den Köpfen haben? Meist sind es Comics … oder Kindergeschichten. Bei uns sind es seit neustem Zwiegespräche, welche unsere Enkelin und unsere Hündin führen. Wohlverstanden: Imaginäre, in Omas Kopf entstandene Zwiegespräche:

In aller Regel bin ich die Verursacherin dieser Zwiegespräche, weil ich das kleine Bündel Herzmensch nicht einfach angucken kann, ohne es zu knuddeln, zu herzen und rumzutragen. Und damit setze ich den Trigger für das Ganze. Ellie kommt nämlich wedelnd angedüst und steht an meinem Bein hoch:

Ellie: „Zeig mal her das Ding da?“
Ich bücke mich mit Gwen im Arm und zeige ihr die Kleine.
Ellie schnüffelt kurz und dann: „Oh Mann, schon wieder sie?“
Gwen blinzelt und denkt: „Cool, kann man Dich an den Haaren ziehen?“
Ellie kratzt intensiv an meinem Bein: „Könntest Du das Ding wieder weglegen? Es stört!“
Gwen so: „Grins, grummel … es ist soo schön am Omas Busen.“
Ellie: „Dir ist schon klar, dass ich schon Jahre vor Dir hier den Thron erobert habe?“
Gwen quietscht vergnügt und schlägt versehentlich beim Muskeltraining ungefähr sieben mal auf Ellie’s Nase.
Ellie: „Ich geh hier nicht weg, das kannst Du vergessen. MEIN PLATZ!“

Ich setze mich mit der kleinen Lieblingsmenschin aufs Sofa und … ZACK … ist Ellie auch da!

Auf meinem Busen liegt Gwen, 20 Zentimeter tiefer liegt Ellie … bündig! Es ist nicht so, dass das Sofa zu wenig Platz hätte … es muss BÜNDIG zu Gwen sein … geht nicht anders!

Ellie seufzt so laut, dass man ein schlechtes Gewissen bekommt. Ich streichle also gleichzeitig das Kind UND den Hund. Man will ja keine Eifersucht provozieren.

Ellie verdreht die Augen: „Früher war das intensiver – so unter uns! Könntest Du das Ding mal weglegen?“
Gwen lächelt sie an und findet das wedelnde Schwänzchen witzig.
Ellie: „Ja klar, lach Du nur … Du hast ja auch wieder die Poleposition. Gleich kommen die bestimmt auch wieder mit Deinem Futter, und ich bekomme nichts davon!“
Ich stehe mit dem Minimenschen vom Sofa auf, um die Wickelunterlage bereitzulegen und … ZACK – liegt Ellie drauf. Ich versuche sie beseite zu schieben. Kennt ihr das, wenn ein 7-Kilo-Hund sich so schwer machen kann, dass er sich wie 70 Kilo anfühlt. Und dabei guckt Ellie, als ob ich sie mit der Peitsche schlagen würde.

Ellie: „Tja, nun liege ich hier. Euer Problem!“
Ich lege Gwen daneben und die strampelt und hampelt vor Begeisterung, sodass Ellie wieder diverse Minihiebe kassiert. Aber sie bewegt sich keinen Millimeter weg.
Ellie: „Ha, schlagen ist auch kein Argument – ich bleibe hier! Mir egal!“

Und wer nun denkt, dass Ellie aus lauter Eifersucht böse zu Gwen sein könnte … vergesst es! Sie bestraft MICH mit traurigen Blicken, depressiven Anfällen, lauten Seufzern und Futterverweigerung! Bei Gwen ist sie die grosse Aufpasserin. Wer es wagt, dem kleinen Bündel Mensch ungefragt zu nahe zu kommen, der wird angeknurrt und totgebellt. So!

 

Von Mensch auf Depp in 2 Sekunden …

… das schafft nur Gwendolin.

Für alle, die neu mitlesen: Gwendolin ist seit knapp 2 Monaten unsere Enkelin. Ein Menschlein, das wir so sehr lieben, dass man es nicht beschreiben kann. Und ein Menschlein, welches es schafft, dass ich all meine Vorsätze über Bord werfe.

Ich habe immer über alle Erwachsenen gelacht, die sich mit Tüdelüüü und Babysprache zu Volldeppen machen. Verständnislos habe ich immer den Kopf geschüttelt und gesagt: „Wie kann man nur?“

Jap – ihr ahnt es: Ich mache mich täglich gefühlt 100 mal zum Volldeppen! Ich lese die Zeitung, spreche mit dem Göttergatten in normaler und vernünftiger Tonlage und zivilisierter Sprache … bis unser Tochterkind mit Gwendolin im Wohnzimmer erscheint und … ich mutiere zu einer total bescheuerten Oma. Meine Stimmlage düst steil in die Höhe … ich quieke wie ein Meerschweinchen und ich spreche mit Gwendolin, als ob ich total am Verblöden wäre. ICH – die alle verurteilt hat, die sich in so bescheurter Weise mit einem Baby unterhalten. Keine Ahnung, was mit mir passiert ist … aber ich schaue Gwendolin an, mein Herz geht auf und meine Hirnsynapsen ganz offensichtlich zu!!!!

Ich habe kürzlich ein Handyfilmchen gedreht, wie ich mit Gwendolin spiele und spreche und wie sie mitfiebert und „antwortet“ …. und das Tochterkind meinte: „Mama, spiel jetzt das Filmchen mal für Dich ab und hör Dir zu … dann weisst Du, was wir hier alle mitmachen müssen!“

OMG!!! Von Mensch auf Depp in 2 Sekunden. Was muss das Kind von mir denken?

Ich bin verliebt in ihre wachen Äuglein, ihr süsses Mündchen, ihre knuffigen Speckröllchen, ihre Füsschen, ihre Fingerchen …. -chen …. -chen …. -chen … und werde dabei eben zum Volldeppchen! An alle Omas da draussen: Ich denke, ihr wisst, wovon ich spreche. Und an alle, die es noch nicht wissen: Vergesst eure Vorsätze … ist das Bündel Mensch mal da, ist alles anders!

 

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