von süss bis ungeniessbar

Gratis? Also her damit!!!

Das ist vermutlich die dümmste Überschrift, die mir je eingefallen ist. Ich gehöre nämlich zur Gilde der NICHT-Sammler von Gratismaterial. Im Moment fühlt es sich aber grad anders an. Warum?

Vor einer Woche habe ich die Grippeimpfung eingezogen – heute habe ich den aktuellsten Booster geholt. Da ich bis dato das Privileg hatte, beim Arzt des Vertrauens impfen zu können, war ich heute das erste mal in einem Impfzentrum. Und als ich da so in der Warteschlange stand und den Gesprächen der Menschen um mich herum lauschen konnte, wurde mir bewusst, wieviele Leute sich impfen lassen, weil es nichts kostet.

„Ist ja gratis, sonst würde ich es nicht machen“, wurde von mir zum Satz des Tages erkoren.

Echt jetzt?

Wieviel wert ist Gesundheit? Hätte ich das dort laut ausgesprochen, hätte ich vermutlich eine philosophisch-politisch-ethisch-moralisch kritische Diskussion losgetreten. Also habe ich das Gesicht lediglich hinter meiner Maske verzogen.

Zugegeben, es war mein erster Covid-Pieks, bei welchem ich bis kurz vorher auch nicht wusste, ob ich ihn wirklich machen soll. Die drei davor waren für mich nicht eine Sekunde ein Thema. Diesmal habe ich mich aber auch schwer getan. Ich hatte das Gefühl, dass mein System nun so langsam bereits sein sollte für das Vieh. Aber erstens habe ich es nicht unbedingt meinetwegen getan und zweitens habe ich ein klitzekleines bisschen Schiss vor Long-Covid. Ich kenne inzwischen zwei richtig dramatische Fälle, die weit entfernt sind von einem normalen Leben. Also her mit der Spritze!

Dass man sich aber impfen lässt, weil es gratis ist, das habe ich heute tatsächlich zum ersten mal gehört. Ich hab mir überlegt, ob jene, die sich deswegen impfen lassen, auch bei anderen Therapien nur zusagen würden, wenn sie gratis wären …

Anyway – ich bin quasi durch und durch abgesichert. Sollte ich also demnächst ausfallen, dann war es ein Erdbeben, ein Tsunami oder was auch immer mich noch umhauen könnte. Oder ich habe meine zwei absolut süssen, witzigen, lustigen aber total wilden Enkel versucht in Schach zu halten … die schaffen es auch, dass ich abends wie eine tote Fliege auf dem Sofa liege! 🙂

Garage leer – Auto geklaut?

Meine Güte – es wird echt nur noch schlimmer mit mir und meinem Gedächtnis.

Ich musste heute in die Apotheke. Ein Klacks, sind nur 5 Minuten zu fahren. Also Jacke und Schuhe angezogen, Tasche und Autoschlüssel geschnappt, Türe auf, Garagentor geöffnet und … NICHTS – gähnende Leere!
Mein erster Gedanke: Shit, jemand hat mein Auto geklaut.
Mein zweiter Gedanke: Kann nicht sein – den Schlüssel habe ja ich.
Mein dritter Gedanke: Seit wann nimmt mein Göttergatte mein Auto? (Unlogisch, denn ich hatte ja den Schlüssel.

Mein Gesicht hätte ich gerne selber sehen wollen, als ich in die leere Garage gestarrt habe. Die Entgleisung meiner Gesichtsmuskulatur hätte bestimmt ein Jahrtausendbild ergeben.

Ich stand also ziemlich irritiert vor meiner Garage und fing an zu denken. Das gleicht manchmal einem wahren Hirnzellenmarathon, wenn ich meine Denkmaschine anwerfe. Und dabei ist mir doch glatt eingefallen, dass ich gestern mit dem Auto zum Bahnhof gefahren bin, um in den Zug zu steigen. Und weil bei der Rückkehr ein minimalen Alkoholgehalt in meinem Blut war (ich trinke tatsächlich selten und nie viel – fahre dann aber aus Prinzip nicht mehr), habe ich mich vom Taxi nach Hause fahren lassen.

Ehm – ja, da fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Oder waren es Tomaten? Egal. Mein Auto stand definitiv noch in der benachbarten Stadt auf dem Bahnhof.

Wie gut, wenn die liebe Nachbarin gleichzeitig die liebste Freundin ist und zum Glück im Homeoffice arbeitet. So konnte ich sie kurz 5 Minuten ausleihen, um mich zu meinem Auto zu fahren. Lieben Dank dafür! 🙂

Aber so ein klein wenig Gedanken mache ich mir ja schon über meinen Denkapparat. Nicht nur, dass ich viel vergesse oder verlege, verwechsle oder schlicht einfach nicht mehr weiss – es dauert inzwischen auch einen Moment, bis ich wieder zurück in die Spur finde.

Es gibt 90-jährige, die sind vitaler in der Birne als ich. Meine Güte – vermutlich wird man mir mal den Rollator anbinden müssen, damit ich ihn nicht überall vergesse.

Unsere Zukunft liegt in der Tube

UHU-Alleskleber wird vermutlich künftig über unsere Zukunft bestimmen. Ich weiss noch nicht genau, ob ich das gut finden soll … tendenziell eher nicht!

Aktivisten verschiedener Organisationen haben ja bekanntlich einen neuen Lösungsansatz für Zukunftsprobleme gefunden. Man klebt sich mit Alleskleber einfach irgendwo fest, wo es gerade sehr unpassend ist. So erreicht man Aufmerksamkeit und kann laut auf seine Anliegen hinweisen. Der Lösungsansatz ist nicht selten tatsächlich im Wort bereits enthalten – die Sanität braucht nämlich des Öfteren mal ein bisschen Lösungsmittel, um die angeklebten Platzhirsche von den beklebten Böden und Gemälden zu befreien. Schlau? Darüber lässt sich streiten – aber ganz bestimmt keine Vorbildfunktion für unsere Nachkommen, soviel ist sicher.

Man stelle sich nur mal vor:

Gerda, Tilda, Nils und Kevin werden künftig kein Gemüse mehr essen. Sie kleben sich sonst nämlich einfach an ihren Kinderstühlen fest. Schliesslich lernen Kinder schnell.

Laura, Enea und Lydia drohen mit der UHU-Alleskleber-Tube, wenn der Lehrer sich durchsetzen will. Das ersetzt wunderbar bündig den Anwalt, mit dem die letzten Jahre wegen jedem Kaugummi gedroht wurde.

Gabi, Sven, Emma und Jürg werden auf die Hausaufgaben verzichten – es sei denn, die Eltern wollen eine Parkettklebeaktion ihrer Knirpse bewältigen.

Und wenn wir schon dabei sind: Man sagt, der Schulweg müsse zu Fuss absolviert werden, weil die Elterntaxis nerven und diese auch die dringend nötigen sozialen Kontakte unterbinden. NEIN, liebe Erwachsene. Künftig kleben sich die Heranwachsenden sonst einfach auf dem Schulareal fest. Ich befürchte, dass dann der Personalbestand massiv aufgestockt werden muss, um die Pubertiere wieder vom Areal zu bringen.

Also, ihr lieben UHU-Klebe-Fanatiker. Was ihr da unserer Zukunft in Form unserer Kinder vorlebt, ist einfach nur billiger Leim. Mehr nicht! Man löst keine Probleme, indem man sich festklebt. Und dabei spielt es absolut keine Rolle, ob es sitzend, liegend, an den Händen, den Haaren oder wie auch immer ist.

Ein Kind würde man schimpfend vom Boden lösen und zur Strafe ins Zimmer stellen. Alleine. Zum Nachdenken! Ich bin ja sehr dafür, dass man euch auch irgendwo eine Weile in eine Zelle leimt. Alleine. Zum Nachdenken!
Drum liebe Kinder: Nicht alles, was die Erwachsenen tun, ist zwingend richtig. Manchmal ist es auch einfach nur eine total bescheidene und verzweifelte Aktion, um auf sich aufmerksam zu machen. Man könnte es auch ADS nennen = Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom. Also lasst die Finger vom Leim, sonst bekommt ihr womöglich zur Strafe irgendwelche Pillen, die ihr eigentlich gar nicht nehmen möchtet.

Mehr Argumente, weniger Leim – so geht das!

Groupies on tour again …

… was für ein fulminanter Abend im Zürcher Hallenstadion. Meine Girls und ich haben uns einmal mehr in die guten alten Zeiten zurück katapultiert und sind zu den Backstreet Boys gefahren. Unsere Jungen in der Gruppe kennen die Lieder aber genauso gut – schliesslich wurden sie damals bei uns im Bauch zum Takt der Backstreet Boys im Fruchtwasser rumgewirbelt (sorry dafür!).

Let’s fetz …

Wenn man davon absieht, dass wir rekordverdächtige 3 Stunden Fahrt (oder eben STAU) in den Knochen hatten, als wir endlich im Hallenstadion ankamen, so war die Vorfreude auf ein weiteres Erlebnis der Weibertruppe gross!! Klar, der Auftakt fand als erstes bei den Toiletten statt … man stelle sich mal 12 Frauen (mehrheitlich Middle-Ager) nach 3 Stunden ohne Pipi-Pause vor … ! 🙂

Aber dann ….

Prosit ….

… und e Guete!!! 🙂

Und während die Halle sich füllte – haben wir unsere Bäuche gefüllt.

Gestärkt haben wir die alten Zeiten aufleben lassen – die Choreos mehr oder weniger fehlerfrei mitgetanzt – die Texte in verschiedenen Sprachvarianten mitgesungen und uns benommen wie Hühner, die das erste mal den Stall verlassen dürfen!!!! 🙂

Ohne unsere Selfiequeen Manu (am rechten Bildrand) würde es kein einziges Selfie geben, auf dem wir alle zu sehen sind … danke Manu. Da wird das Alter vielen von uns zum Verhängnis …

Aber wir schaffen es fehlerfrei, uns einen Abend lang zu benehmen, als hätten wir gerade mit der Pubertät zu kämpfen (man sagt, die Wechseljahre haben eine ähnliche Struktur …):

Zugegeben, bei uns sah vieles nicht ganz so sexy aus wie bei den Jungs auf der Bühne …

… aber wir sind mit soviel Herzblut mit dabei, da macht uns keiner was vor …

Groupies forever!!

Selbst auf dem Nachbarbalkon mussten sich die Youngsters anstrengen, um mit uns Omas mithalten zu können.

Das obligatorische Gruppenfoto nach dem schweisstreibenden Abend …

… wurde letztlich noch von meinem Sohnemann und seiner Freundin gebombt, die sich auf dem Nachbarbalkon über uns amüsiert haben …

… what a night!!!

Ich möchte mich tendenziell eher weniger darüber äussern, wie das Befinden heute so ist. Fakt ist: Ich lebe und atme ein und aus – das ist wohl genug Arbeit für die Tatsache, dass wir erst um 2 Uhr morgens in unsere Betten kamen. Was ich so gehört habe von meinen lieben Girls, so gehts den meisten ähnlich … und auch unsere jungen Weiber leben heute mehrheitlich von Kaffee und Red Bull – verleiht Flügel … es sei denn, der Wechseljahrspeck gewichtet zu schwer … dann halt nur offene Augendeckel. Das ist aber auch schon was!!

Wie schön, dass wir noch solche Erlebnisse teilen dürfen – ein Privileg! 🙂

Held oder Depp

Vor einigen Monaten habe ich mich entschieden, auch etwas zur Verbesserung unseres CO2 Haushaltes beizutragen. Ich habe mich deshalb von meinem Benzinauto verabschiedet und mir ein Strommobil gekauft. Eine gute Sache, wie ich fand. Ich wurde sogar von vielen auf das tolle Auto angesprochen.

Ja, das war vor ein paar Monaten.

Jetzt sieht die Welt offenbar ganz anders aus. Aktuell bin ich eine der dummen Tröten, die ein Auto fährt, welches an der Steckdose aufgeladen werden muss – und das, obwohl wir vor der Energiekrise des Jahrhunderts stehen. Aha …

Kein Mensch hat noch vor ein paar Monaten von der besagten Energiekrise gesprochen – im Gegenteil: Überall wurde propagiert, dass die Zukunft auf der Strasse elektrisch sein wird. Und gewisse Grossstädte in unseren Nachbarländern lassen schon gar keine Benziner mehr in ihre Innenstädte. Jetzt stimmt das also alles nicht mehr.

Es gibt doch für jeden Mückenschiss irgendeine Anlaufstelle, die professionelle Auskunft über fast alles geben kann. Gibt es auch eine Anlaufstelle für Verwirrte wie mich, die von Woche zu Woche nicht mehr wissen, was nun richtig oder falsch ist; die sich beinahe täglich fragen, welche Regeln nun wo gültig sind; die verzweifelt versuchen, am Montag das richtige zu tun, um am Dienstag festzustellen, dass das vermeintlich richtige schon keine Gültigkeit mehr hat.

Echt jetzt – so langsam wird es mir echt zu bunt – oder eben zu schwarz. Es gibt immer mehr Tage, an denen mich das ungute Gefühl beschleicht, dass ich – egal was ich mache – ganz bestimmt auf dem Holzweg bin.

Weihnachtsbeleuchtung JA oder NEIN?
E-Autos JA oder NEIN?
Elektrische Zahnbürste JA oder NEIN?
Grossveranstaltungen JA oder NEIN?
E-Bikes JA oder NEIN?

Fragen über Fragen – und ich weiss, dass jede Antwort, die jetzt vermeintlich richtig scheint, übermorgen schon wieder falsch ist.

Ich glaube, ich mache es jetzt einfach so: Mir können alle Ratschläge und guten Tipps am Allerwertesten vorbei gehen und ich mache einfach das, was ich will. Und der Trend interessiert mich dabei einen feuchten …. (jede/r darf einsetzen, was er oder sie möchte).

Die Wahrscheinlichkeit, richtig zu liegen, ist in etwa so gross, wie der Sechser auf dem Lottozettel. Ich spiele also einfach nicht mehr mit. So!

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