von süss bis ungeniessbar

Das grosse schwarze Loch

So, ich oute mich, dass ich für 2023 einen Wunsch habe. Ich mache niemals Pläne weit im voraus, ich halte nichts von Vorsätzen und ich wünsche mir in der Regel nichts, ausser Gesundheit. Aber für 2023 hätte ich nun doch einen grossen Wunsch:

Ich möchte das grosse schwarze Loch,

welches uns in den vergangenen 2 Jahren alle Fachkräfte in sämtlichen Berufszweigen weggeschluckt hat, gerne für etwas anderes aktivieren. Ich mache das doch am besten, indem ich mich direkt an das grosse schwarze Loch wende:

Liebes grosses schwarzes Loch
Könntest Du bitte am 1. Januar 2023 alle verschluckten Fachkräfte wieder ausspucken. Wir brauchen die hier dringend. Und dann hast Du wieder Platz, für andere Dinge. Dinge, die ich Dir liebend gerne in den Rachen werfen werde. Diese wären:

Gefühlt 500 Viren, die keine Mensch braucht und die sich augenscheinlich zu einer Armee zusammengetan haben.
Ein Krieg, der genauso wenig gebraucht wird, und der bitte im neuen Jahr ersatzlos gefressen werden darf.
Ein kranker Kriegstreiber – den darfst Du aber nicht ganz verschlucken, den musst Du vorher in 1000 kleine Stücke beissen, sonst findet der womöglich wieder raus.
Eine Inflation, die viele Menschen an den Rand der Existenz treibt. Die kannst Du am Stück schlucken.
Sämtliche Lieferengpässe, vor allem im Medikamentenbereich – runter damit!
Eine Klimakrise – bitte einmal runterspülen und stattdessen saubere 4 Jahreszeiten über den Tisch rülpsen!

Also, ich finde jetzt nicht, dass das abartig viel an Wünschen ist. Bitte, liebes schwarzes Loch – schön brav fasten bis zum 31.12. – dann Fachkräfte wieder ausspucken und runter mit dem ganzen Mist vom 2022!

Lieben Dank – ich werde mich erkenntlich zeigen!

Wintermärchen

Die Welt ist weiss, die Sonne scheint,
nirgendwo ein Kind mehr weint,
die Waffen still, die Seelen rein,
Frieden zieht in Häuser ein,
Gebäude strahlen hell und klar,
die Energie fliesst – wunderbar!

Die Menschen leben sehr besonnen,
sie haben viel an Glück gewonnen,
die Jahre haben sie gelehrt,
wie man das Leben schätzt und ehrt.
Sie teilen gern, mit offnen Herzen,
im Dunkeln reichen sie die Kerzen,
miteinander, Hand in Hand,
festigt sich das Freundschaftsband.

Vorbei die Zeit von Gier und Macht,
vorbei die Kälte in der Nacht,
vorbei die Zeit der kalten Seelen,
in denen die Gefühle fehlen.

Wir öffnen wieder Tür und Tor,
und stellen uns ein Leben vor,
in dem es nur gemeinsam geht,
wo keiner ganz alleine steht,
wo Mensch und Umwelt wieder passen,
wo wir einander nicht mehr hassen.

Liebe, Sorgfalt, grosse Herzen,
Dankbarkeit und keine Schmerzen,
Lehren aus vergangnen Jahren,
werden jeden Mensch bewahren,
vor Fehlern, die wir alle machten,
und die uns nach dem Leben trachten.

Mensch ist Mensch, egal woher,
ob weiss, ob schwarz, egal wie schwer,
ob reich, ob arm, egal wofür,
ob Haus, ob Schloss, es gibt die Tür,
die uns den Weg der Zukunft weist,
wenn der Gedanke um uns kreist,
der alles kurz in Frage stellt,
auf dieser ganz besondren Welt.

Normal wird ganz neu definiert,
und leben lassen zelebriert,
sich freuen auf den nächsten Tag,
weil er auch Gutes bringen mag,
gemeinsam durch die Täler gehn,
um Hand in Hand oben zu stehn,
mit Blick nach vorn und nicht zurück,
das Bild von einer Welt im Glück.

D.J.



Oh Du Fröhliche …

Weihnachtsshopping, Sonntagsverkäufe, Weihnachtsrabatte, Paketschlacht, 3 für 2 … was für ein Traum? Albtraum …
Als bekennender Grinch bin ich immer froh, wenn diese besinnliche Zeit vorbei ist. Als Kind habe ich sie gemocht, wie sie wohl die meisten Kinder mögen. Heute könnte ich gut ohne leben – ich sehe nämlich meine Familie regelmässig, auch ohne Weihnachtsfest. Und der alljährliche Päcklimarathon lässt mich immer mehr über unsere Gedankenlosigkeit in Sachen Kaufverhalten sinnieren.

Jetzt habe ich aber das ultimativ beste Geschenk für alle Kinder gefunden, welches als Vorbereitung für eine selbstbestimmte Zukunft die Persönlichkeit fördert und sogar einen erzieherischen Aspekt verkörpert. Achtung … tädääää:

Ja, liebe Kinder – so löst die Menschheit heute die Probleme. Und ihr dürft das schon im Kindesalter lernen: Klebt euch mit Kleber auf der Strasse fest – damit erreicht ihr immer, was ihr wollt!

Wunschliste schreiben? Nicht mehr nötig!
Ihr klebt euch einfach am besten vor dem Globus am Kontenpunkt der Strasse fest und schreit eure Wünsche laut in die Welt hinaus. Bestimmt wird jemand ein Einsehen und ganz viel Verständnis haben und euch nett bitten, doch wieder aufzustehen und die Strasse zu räumen. Und dafür bekommt ihr dann euer gewünschtes
– Handy
– Tablet
– iPad
– Kopfhörer
– iWatch
– etc. etc.

Ja, schliesslich denkt ihr alle nachhaltig und wünscht euch demzufolge auch nur nachhaltige Dinge. Und wie gesagt: Übung macht den Meister – man kann also nie früh genug lernen, wie man für Aufsehen sorgt um seine Ziele zu erreichen.

Liebe Kinder und Eltern, Grosseltern, Patinnen und was auch immer es noch so gibt: Diese Playmobil-Packung gibt es (hoffentlich) nicht wirklich zu kaufen – ist nur ein Fakebild. Und ja, mein Text strotzt vor lauter Ironie, also bitte nicht ernst nehmen. Geschenke sind eine tolle Sache. Vor allem dann, wenn der oder die Beschenkte auch etwas damit anfangen kann. Blindes Kaufen und Verschenken ist heute noch genauso sinnlos wie es das früher war. Wenn ihr also nicht wisst, was ihr schenken sollt – Zeit! Ja, einfach nur Zeit. Für einen Ausflug, einen gemeinsamen Kaffee, einen Kinobesuch oder einen gemeinsamen Bastelnachmittag.

Vergesst die Sache mit dem Playmobil Klebesatz! 🙂

Silvesteranlass, und dann …

ist sie da, die ultimative Frage: Wo bekommen Mann und Frau das passende Outfit her. Wer schon einmal in einem Hotel Ferien über die Feiertage gemacht hat, der weiss, dass dies textiltechnisch eine ziemlich Herausforderung sein kann. Bei den wunderschön arrangierten Silvesterdinnern oder den musikalisch umrahmten Glitzeranlässen herrscht fast immer ein Dresscode.

Nun ja, Frauen machen aus dieser Herausforderung in der Regel einen Shoppingtrip mit vollem Körpereinsatz. Schliesslich mögen die meisten Frauen den Marathon von Geschäft zu Geschäft und von Umkleidekabine zu Umkleidekabine. Ich sage bewusst „die meisten“, denn auch da gibt es Ausnahmen. Das übliche Klischee von der shoppenden Frau mit dem Mann, der vor dem Geschäft frierend und geduldig wartet, gilt nämlich auch heute noch. Also bei uns gilt es nicht. Mein Mann kommt nämlich schon gar nicht erst mit – wer will sich schon vor gefühlt 50 Boutiquen die Beine in den Bauch stehen und das Gejammere von überflüssigen Pfunden in Dauerschleife über sich ergehen lassen. Mein Mann nicht.

Dann hätten wir da noch die pragmatische Männerwelt. Die möchten einfach nur einen passenden Smoking. Oder einen tollen Anzug. Am besten mit dem passenden Rundherum gleich dazu. Und all das möchten sie vor allem, ohne sich ins Shoppinggetümmel stürzen zu müssen.

Ich habe bis heute keinen einzigen Mann kennengelernt, der es cool findet, sich für einen besonderen Anlass einen Anzug kaufen zu müssen. Und der Smoking ist bei den meisten Männern der Feind Nummer eins. Er sieht immer gleich und ähnlich aus, passt aber meist erst nach 38 Fehlversuchen und muss dann trotzdem noch abgesteckt, geändert und nochmal probiert werden. Männer sehen den Sinn darin nicht, sich all dies anzutun, um das glanzvolle Outfit genau einmal tragen zu können. Sie sind dafür zu pragmatisch und strukturiert im Kopf. Die meisten erachten es als herausgeworfenen Geld, das man besser hätte gebrauchen können. Und sie tun es in der Regel auch nur, weil die weibliche Begleitung mit grossen Kulleraugen den „ich-bin-sonst-so-traurig-Blick“ aufsetzt. Kaboooooom – der Mann steht schneller in einer viel zu engen Umkleidekabine, als er nein sagen kann. So funktionieren Beziehungen! 🙂

Nun habe ich etwas entdeckt, was das Leben der Männer soviel einfacher macht. Und die Partnerin mit den Kulleraugen darf sich auch freuen.
Da hat sich ein Startup etwas einfallen lassen, was den Beziehungsstress minimiert! Es gibt eine Plattform, auf welcher Mann sich sein Outfit per Mausklick zusammenstellen und nach Hause liefern kann. Mann braucht dafür nicht einmal die Kenntnisse über seine Kleidergrösse – der nette Herr auf der Plattform erklärt per Videobotschaft, wo Mann seine drei Masse nehmen muss, um den perfekt sitzenden Anzug oder Smoking geliefert zu bekommen. Und dazu kann Mann sich sogar die passenden Schuhe, den Gürtel, das Einstecktuch und die Uhr liefern lassen, wenn dies gewünscht wird. Klingt einfach? Ist es auch! Wir haben es ausprobiert. Und mein Mann trägt keine 08/15 Grösse – also dies alleine ist schon eine Challenge. Aber es hat funktioniert – und zwar perfekt passend und in kürzester Zeit.

Das Zückerchen zum Schluss kommt jetzt für die Frau an der Seite des adrett gekleideten Mannes: Die ganze Ware kommt nach dem Event ungewaschen zurück in den Karton und wird vom Briefträger per Pick up wieder abgeholt. Waschen? Reinigen? Bügeln? Nichts von all dem. Auch das wird für Mann (und Frau) erledigt.

Der Typ mit der Idee hat seiner Firma den passenden Namen verpasst: www.adretto.ch

Falls also vor euch eine Einladung liegt, die euch den Schweiss auf die Stirn treibt: Die Lösung gibts ganz einfach auf besagter Homepage. Und was ich daran zusätzlich schätze: Es ist nachhaltig!!! Im Schrank hängen nicht mehr tonnenweise Anzüge, die vor 20, 10 oder 5 Kilo noch gepasst haben. Es kommt immer nur jener, der gerade passt und gebraucht wird. Und dann ist er wieder weg.

Die Umwelt, die Brieftasche und die Männerwelt sagen unisono DANKE für diese fantastische Idee! Und die Frauen können den Männern künftig nochmehr Platz im Kleiderschrank klauen. Also bitte – mehr geht doch nun wirklich nicht.

Virenkoller lässt grüssen

Seit der Maskenparade in der Covidzeit scheint mein Immunsystem den Dienst zu verweigern. Jedes kleine Virüsschen, das sich irgendwo blicken lässt, wird von mir herzlich eingeladen, um sich bei mir breit zu machen. Und das Vierenvieh darf auch noch sein gesamte Verwandtschaft einladen, um bei mir Party zu feiern! Und weil ich bekanntlich Grosi der zwei lustigsten Enkelkinder bin, werde ich täglich mit Viren beschossen. Jup, Kleinkinder sind Virenschleudern! Aber ich kann ja unmöglich keine Enkelbesuche mehr machen, bis sie virenfrei sind – sonst sehe ich sie vermutlich nicht mehr vor nächstem Sommer!

Ich dachte ja immer, ein Schnupfen oder ein Halskratzen sei kein Thema für mich. Seit Corona sieht das etwas anders aus.

Ich befinde mich seit gefühlt Monaten im Dauerkampf gegen diese kleinen Mistviecher in meinem Körper, die mich jedesmal husten und rotzen lassen, dass ich kaum noch bis zur Nasenspitze sehe. Der Brustkasten ist hochtrainiert von den Hustenattacken und der Rüssel entwickelt sich zu einem roten Knollen. Schlafen? Fehlanzeige! Wie auch, wenn man kein Luft bekommt???

Auf meiner Küchenablage stehen anstelle von Leckereien Dinge wie Nasenspray, Hustensirup, Lutschtabletten und ein Inhalator. Und wenn ich jemandem in die Nähe komme, trage ich aus Rücksicht wieder Maske.

Ich dachte ja, dass ich die einzige sei, die damit zu kämpfen hat. Wenn ich aber rund um mich herum höre und sehe, was abgeht, dann haben vermutlich Firmen wie Tempo (Taschentücher) gerade Highlife. Gibt es eigentlich eine Familie, die nicht vom Virentheater betroffen ist?

Ich habe die letzten Monate soviele Coronatests gemacht, dass es für die nächsten 5 Jahre reichen dürfte. Und kein einziger war positiv. Also haben die anderen Virentierchen ganz offensichtlich vom grossen Coronakollegen profitiert und sind zu kleinen Monstern mutiert.

Der Supergau für die gute Laune ist, wenn ich morgens müde und mit Atemnot aus dem Bett krieche, draussen dicker Nebel liegt, es den ganzen Tag nie richtig aufhellt und – wegen Stromsparmassnahmen – unser gemütliches Zuhause einer Dunkelkammer gleicht. Ganz abgesehen davon rieche ich seit Tagen nicht mal den Kaffee, weil mein Rotzknollen komplett dicht ist. Warum nochmal soll ich also aufstehen???

Genauso habe ich mir den Winter vorgestellt. 🙁

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