von süss bis ungeniessbar

Das kann ich nicht mehr ernst nehmen!

Obligates Morgenritual: Kaffeemaschine anwerfen, Zeitung schnappen und das Geschehen der Welt lesen. Heute hat mich aber schon die Schlagzeile auf der Frontseite der hiesigen Zeitung geärgert – und ich war noch nicht mal beim Kaffee angekommen! Steht da doch in fetten Lettern: „Muslimische Schüler dürfen Lehrerin Händedruck verweigern.

Erst war es das Thema Schwimmunterricht, welches für rote Köpfe sorgte. Dann das Kopftuchtragen. Dann die Kreuze, welche in manchen Schulzimmern hängen. Und nun also der Händedruck zum Gruss. Im Islam gilt offenbar gemäss einigen Rechtsschulen, dass ein Mann eine Frau nicht berühren darf, wenn es nicht seine Ehefrau ist. Im vorliegenden Fall haben es zwei Schülerinnen aber soweit getrieben, dass sie sich auch bei der Lehrerin gewehrt haben, dies zuzulassen, indem sie einfach den Händedruck verweigerten – dies in einer Oberstufenklasse, welche das Ritual des Grüssens per Händedruck schon lange praktiziert. Weiterlesen

Verkehrsregeln

Ich habe in der Fahrschule – vor gefühlt 100 Jahren – mal gelernt, dass Verkehrsregeln dazu da sind, auf der Strasse für Ordnung zu sorgen. Aha! Logisch, oder? In Hamburg scheint das irgendwie anders zu sein. Hier gelten die Verkehrsregeln nämlich offenbar NICHT für Taxifahrer. Also mal ganz abgesehen davon, dass ich in dieser Stadt und dem Verkehr vermutlich keine 100 Meter weit käme, ohne nicht eine Beule ins Auto zu fahren, so ist das Mitfahren im Taxi regelmässig ein ziemliches Abenteuer. Weiterlesen

Sinnfreie Regeln

Also: Dass man zum Turnunterricht nicht mit Bergschuhen gehen sollte, erscheint mir logisch. Ebenso, dass man zum Schwimmen im Badeanzug geht. Oder zum Klettern in der Bergmontur. Genauso verstehe ich, warum das Joggen in Flip-Flops keinen Sinn macht. Aber eines habe ich bis heute nicht kapiert und – als Nichtkennerin werde ich das wohl auch nie kapieren: Was sollen die komischen Regeln beim Golfspielen? Und ich meine damit nicht jene Regeln, welche besagen, dass man seinen Nachbarn nicht mit dem Schläger totschlagen sollte – nein. Ich meine die Kleiderregeln! Weiterlesen

Ladylike

Ich schaue in Schaufenster. Ich blättere Modezeitschriften durch. Ich sitze in Strassencafés und beobachte Menschen. Ich schaue fern. Und dabei frage ich mich: Was ist eigentlich Ladylike? Gemäss Duden heisst es „damenhaft“. Ja, und nun stellt sich die Frage, was eine echte Dame ausmacht.
– Eleganz
– Fraulichkeit
– Apartes Wesen
– Vornehme Art
– Kultiviertes Benehmen
– Manierliche Sitten
– Gepflegte Erscheinung
– Gewählte Sprache
So sagt es Wikipedia und so steht es im Knigge. Aber ist das wirklich so. Sind die edlen Damen, die sich als Ladies bezeichnen, auch wirklich ladylike. Kritisch betrachtet würde ich mal sagen, dass die Mehrheit der Damen, welche sich auch als Damen sehen, sich nicht wirklich so benehmen. Die Realität vieler Damen sieht nämlich in Wahrheit so aus:
– Behangen wie ein Weihnachtsbaum (vornehmlich Goldschmuck und Perlen)
– Steife Halten (Abteilung Stock im A…..)
– Blondiertes Haar (egal wie alt…)
– zusammengekniffene Lippen
– strenger Blick
– affektiertes Gesicht
– arroganter Ausdruck
– besserwisserische Art
– Zugepflastertes Gesicht
Die richtig edlen Damen, wie ich sie als Kind noch bestaunte, sind doch sehr selten geworden. Jene, die tatsächlich eine Aura haben, dass man sich nicht zu sprechen traut, wenn sie etwas sagen – weil sie nämlich gebildet und äusserst interessiert sind. Diese Art Frauen, die immer wissen, wo sie sich wie zu benehmen haben, wie man richtig sitzen muss, welcher Satz wann gerade angebracht ist und welche Regeln für welchen Anlass gelten. Ich weiss aber eines mit Sicherheit: Ich bin nicht ladylike – ich bin sogar Meilen davon entfernt, es jemals noch zu werden. Denn ich
– liebe meine alten Jeans
– mag Sneakers viel lieber als hübsche Damenschuhe
– setze mich meistens wie ein Junge hin
– habe eine grobe Sprache (an manchen Tagen ein bisschen wie ein Bauer)
– finde erzwungene Benimmregeln zum Brechen
– kann mich zwar gewählt ausdrücken, ziehe aber frei Schnauze vor
– bewege mich eher wie ein Trampeltier als wie eine Gazelle
– klopfe Sprüche, die nicht immer angebracht sind.
So – und deshalb bin ich nun also zum Schluss gekommen, dass ich bis ins Grab keine Dame werde und meine Art niemals ladylike sein wird. Aber die echten Ladies der alten Garde bewundere ich immer noch sehr. Und diejenigen, die meinen, Damen zu sein, über die amüsiere ich mich nach wie vor köstlich.

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