von süss bis ungeniessbar

Tierisches Zeug

Hund und Katz mögen sich nicht. Es gibt Ausnahmen, aber leider finden die aktuell bei uns noch gar nicht statt. Drei stattliche Kater beherrschen seit geraumer Zeit unser Zuhause und verteidigen ihr Revier gegen den bellenden Neuzugang. Das bedeutet, dass die Hündin zwar mit den Katzen spielen möchte, diese die Idee aber alles andere als gut finden. Es braucht Geduld, ich weiss! Ich habe schon so ziemlich alles an Lektüren durch, die es darüber gibt. Und ich schaue jede Martin Rütter – Sendung. Und ich versuche alles richtig zu machen. Nur die Kater scheinen das nicht begreifen zu wollen. Kaum sehen sie die kleine Ellie, sehen sie aus wie explodierte Wollknäuel und ergreifen fauchend die Flucht. Oder sie rennen vor lauter Schreck in die Fensterscheiben. Und nun habe ich sogar schon Dinge versucht, von denen ich sonst nicht allzuviel halte. Dazu gehören

  • Duftstecker, welche den Tieren ein Gefühl von „alles ist gut“ vermitteln sollen
  • Bachblütentropfen, die auf beiden Seiten die Angst lösen sollen
  • Homöopathische Kügelchen, welche Ruhe in den tierischen Alltag bringen sollen
  • Unterschiedliche Bettchen, damit sich die Miau’s und das Wuff aus dem Weg gehen können
  • Absperrgitter, um nur die Witterung, nicht aber die Begegnung sicherzustellen
  • Sämtliche Teppiche gegen Parkett auswechseln lassen
  • Sprays
  • Spielzeug

…und nichts von alldem hat bis dato Erfolg gebracht. Die beiden Lager finden sich nach wie vor ziemlich uncool. Oder besser formuliert: Hund möchte spielen, Kater möchten das blöde Vieh wieder loswerden. Und ich übe mich täglich erneut in Geduld. Vermutlich sind meine Nerven schon leicht angeschlagen … und zwar so, dass ich demnächst die Bachblüten selber leertrinke, die Kügelchen gleich mit runterspüle, die Gitter um mein Bett aufbaue und den Duftstecker in mein Zimmer stecke. Vielleicht nützt es ja zumindest bei mir soweit, dass ich mich nicht die Ruhe verliere…

Reif für die Insel

Vermutlich kennt jeder das Gefühl, so richtig reif für die Insel zu sein. Für mich bedeutet das, sich müde, überarbeitet, umgeben von zu viel Lärm, überlastet mit Problemen und einfach überfordert zu fühlen. Irgendwann hat irgendwer für den Notausgang aus diesem Teufelskreis ein Bild kreiert, welches sich „Reif für die Insel“ nennt. Vermutlich liebt diese Person die Ruhe und Kraft, die eine Insel haben kann. Und das dazugehörende Wasser! Ich sage zwar in Sresssituationen manchmal auch, dass ich mich reif für die Insel fühle. Aber wirklich meinen tue ich ganz bestimmt keine Insel, denn ich bin eine bekennende Insel- und Meerhasserin!

Meine Insel ist mein Zuhause. Wenn mir draussen alles zuviel wird, wenn mir die Leute auf die Nerven gehen, wenn der Lärm in meinem Kopf widerhallt, wenn die Hektik mich überrollt und die Arbeit mich zu erdrücken droht, dann rette ich mich – nach Hause. Dort ist meine Insel! Mein Strand ist 3.50 lang und 2.50 breit und hat einen kuschligen Bezug mit Animalprint. Im meiner Sprache nennt sich dieser Strand auch Polstergruppe oder Couch. Dort lege ich mein Badetuch aus (Kuscheldecke) und umgebe mich mit Kissen in allen Variationen (das ist mein Sand).

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Anstelle des Rauschens des Meeres lausche ich dem Schnurren meiner Katzen. Anstatt des Geruchs von Salzwasser und Sonnencrème duftet es im Haus nach Vanille von meiner Lieblingsduftkerze und anstelle der Musik aus der Beachbar schalte ich den Fernseher ein.

Meine Insel ist also eingerichtet und ich bin reif. Kuschelalarm im höchsten Grad. Und wehe, das Telefon klingelt. Das wird stur ignoriert. Ich liege jetzt auf meiner ganz privaten Insel zu Hause im Wohnzimmer. Was gibt es Schöneres. Wenn dann noch die Familie um mich herum schwirrt, fühle ich mich so richtig wohl. Der Mann schiebt im Idealfall den Zopfteig fürs Frühstück in den Ofen (welch ein Duft), die Tochter legt sich mit auf die Insel und der Sohn platziert sich daneben und baut sich sein eigenes Kissennest. So sieht für mich das perfekte Timeout im eigenen Zuhause aus! Wozu also Koffer packen, wegfliegen, Reisestress riskieren, wenn man zu Hause die eigene Familieninsel hat? Ok, jedem seine Insel – meine ist für mich perfekt!

Samtpfoten an die Macht!

„Hunde haben ein Herrchen, Katzen haben Personal!“ Diese wahre Aussage habe ich vom Comedian Ralf Schmitz geklaut – ich finde, dass sie perfekt passt. Ich weiss, wovon ich rede, denn durch unser Haus schleichen insgesamt 16 samtige Pfoten (= vier Katzen!). Also eigentlich schleichen sie nicht immer. Manchmal rennen, tapsen, hüpfen, sprinten oder stürzen sie auch. Aber egal welche Situation und welche Stimmung, eines ist auf jeden Fall Gesetz: Sie haben UNS im Griff, definitv nicht umgekehrt! Weiterlesen

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