von süss bis ungeniessbar

Happy Schlüpftag Göttergatte

Noch niemals habe ich Dir lieber zum Geburtstag gratuliert, als in diesem Jahr. Die letzten 4 Monate waren die wohl bislang härtesten in unserem Leben – aber Du bist so, wie ich Dich kennen- und liebengelernt habe: Stark und positiv von Kopf bis Fuss! Mein Held 🙂

Ich wünsche Dir von ganzem Herzen, dass es so bleiben möge und wir noch viel Zeit miteinander verbringen können – schliesslich hat es in 30 Jahren nichts geschafft, uns auseinander zu bringen … drum soll es auch jetzt so bleiben!!!

Du bist mein

–> Schatz
–> Göttergatte
–> Papa unserer beiden Superkids
–> bester Koch
–> Chefeinkäufer
–> Rasenmäher
–> Autowäscher
–> Birnenwechsler
–> Zopfbäcker
–> Zuhörer
–> Obermotzer
–> Kartonzusammenleger
–> Papierbündelbinder
–> Computerreparierer
–> und Fels in der Brandung!

Ich wünsche Dir also einfach alles, was Du Dir wünschst. Ich bleib an Deiner Seite, ganz egal, was kommen mag. Zusammen haben wir schon so viele Hürden genommen … wir nehmen auch die nächsten gemeinsam. Du machst mein Leben komplett und dafür liebe ich Dich! Happy birthday, Göttergatte 🙂

Unser Held

Heute war Grosseinsatz an der Krebskampffront. Der Göttergatte hatte eine weitere grosse Operation vor sich, auf welche wir seit ein paar Wochen gebibbert haben. Und in den letzten Tagen wurde die Nervosität schier unerträglich – zumindest für mich. Er nahm es relativ gelassen – wie immer – und war bis heute morgen gut gelaunt. Die Kids und ich fuhren ihn heute früh in die Klinik und man hätte bei ihm meinen können, wir würden einen Ausflug machen. Äusserlich total gelassen – innendrin hats ganz bestimmt gearbeitet wie verrückt … aber mein starker Indianer würde das NIEMALS zugeben 🙂 !

Die vier Stunden vom Moment, als wir ihn am Eingang des Operationssaales verabschiedeten, bis zum Anruf des Chirurgen, kamen mir vor wie Lichtjahre. Auch wenn das Tochterkind und der Sohnemann sich alle Mühe gaben, mich abzulenken. Schwierig … mit jeder weiteren halben Stunde standen meine Magennerven mehr auf Sturm und meine Hände glichen zwei Tropfsteinen (Angstschweiss). Meine Güte, was war ich froh, als der erlösende Anruf kam: „Alles gut gelaufen – er liegt nun auf der Intensiv und sie können in einer Stunde kurz zu ihm gehen.“

Intensivstation nach grosser Operation – da stellt man sich beim ersten Besuch immer auf einen richtigen kranken Menschen ein. Der Göga war aber schon eine Stunde nach OP wieder auf Spasskurs – meine Güte! Der Mann ist mein Held … seit 30 Jahren mein Held!!! Da kommen wir in die Intensivstation und er fragt uns: „Hey, wisst ihr, wie man einen Typen nennt, der so tut, als ob er etwas werfen würde?“ Hä??? „SCHEINWERFER!“ Und dabei konnte er sich köstlich amüsieren. Nach einer vierstündigen OP mit unzähligen Schläuchen im Körper.

Ich wünsche unserem Held so sehr, dass auch die nächsten Tage ohne Komplikationen verlaufen und wir damit einen weiteren Meilenstein an der Krebskampffront hinter uns lassen können. Da wo ich jammern und mich bedauern würde, ist er positiv und schaut nach vorne – immer mit dem Satz: „Der Krebs ist nur Nebensache – die Hauptsache ist das Leben.“ Ich liebe diesen Mann! 🙂

Der kleine Nachtisch

Der Göttergatte und ich waren mit zwei lieben Menschen zum Nachtessen im Restaurant verabredet. Auf dem Plan stand ein Fondue Chinoise in gemütlichem Ambiente – und bekanntlich überisst man sich dabei immer. Die Gefahr, dass man beim Reden, Lachen, gemütlichen Sitzen und Beisammensein einfach unbedarf reinschaufelt, ist relativ gross. Wir haben also mehr als genug gegessen – aber meine Devise: Ein Nachtisch geht immer … so ein ganz Kleiner halt …

Auf der Karte war die Auswahl gross und schmackhaft und ein Nachtisch hiess „Vo auem e chli“ – auf Hochdeutsch „Von allem ein wenig“. Dies sollte gemäss Beschreibung eine Entdeckungsreise durch die gesamte Dessertauswahl sein. Klang verlockend und der Göttergatte meinte: „Ja, nimm doch das – das hattest Du schon beim letzten mal … da ist von allem so ein kleines Müsterchen auf dem Teller.“ Ich so: „Hä? Ich hatte das schon mal? Echt jetzt? Ich kann mich nicht erinnern.“ Er so: „Doch, ich erinnere mich, das war einfach so ein Auswahlteller mit kleinen und feinen Dingen.“

Ja gut, wenn der Göttergatte das sagt, dann würde das wohl stimmen. Ich kann mich bis heute nicht erinnern, dass ich das schon mal gegessen haben soll – noch viel weniger, als das kleine und feine Etwas serviert wurde:

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Mich traf beinahe der Schlag. Hallo??? Dieser Nachtisch hätte für eine ganze Familie gereicht und von kleinen Müsterchen konnte keine Rede sein. Die Nachtischplatte (Teller?) hat locker den halben Tisch abgedeckt. Es war einfach nur riesengross und ich wusste gar nicht, wo ich anfangen sollte – zumal mein Magen vom Fondue Chinoise bereits mehr als voll war. Klar, dass der Göttergatte mit seinem Handy meine Überforderung mit dem Nachtisch bildlich festhalten musste. Zur „Strafe“ musste er übrigens auch zünftig mithelfen, den kleinen Nachtisch zu vertilgen. Der Kellner hatte wohlweislich auch schon von Anfang an zwei Löffel gebracht! Habe ich schon erwähnt, dass mir immer noch schlecht ist? Es hat wohl wunderbar geschmeckt … aber was zuviel ist, ist nunmal einfach zuviel. Und die beiden lieben Menschen, die mit uns am Tisch sassen, haben sich köstlich amüsieren können über die „kleine Auswahl“ und mein „Entsetzen“ …. 🙂

Spiel des Lebens

Wer von euch kennt das „Spiel des Lebens“? Ich meine das Brettspiel – nicht den alltäglichen Wahnsinn. Wir haben uns letzte Woche die neue Ausgabe des Brettspiels gekauft, um wieder einmal mit dem Tochterkind einen Spieleabend zu machen. Habe ich schon erwähnt, dass sie auch mit ihren 22 Jahren immer noch liebend gerne mit den Eltern Brettspiele macht? Einfach himmlisch!

Da haben wir uns also an den Esstisch gesetzt, um uns in die Regeln des Spiel des Lebens einzulesen und dann am Lebensrad in der Mitte des Spiels loszudrehen. Und dabei merkt man schnell, warum es Spiel des Lebens heisst: Man kann studieren oder eine Berufslehre machen; man kann vom Wohnwagen bis zur Villa alles an Eigenheim kaufen; man kann/muss manchmal Schulden machen; man verdient je nach Beruf mehr oder weniger; man bekommt Kinder etc. etc. – eben einfach so, wie auch das Leben funktioniert.

Jeder Spielzug entspricht einer neuen Lebenssituation oder stellt einen vor Entscheidungen. Und dabei ist während des Spiel der vermutlich coolste Spielzug geschehen, den ich jemals miterleben durfte. Der Göttergatte ist nämlich auf einem Feld gelandet, auf welchem geschrieben stand: „Eine Operation rettet Dein Leben.“ Hä? Mir stellten sich für einen kurzen Moment die Nackenhaare zu Berge. Woher weiss das Spiel, dass der Göttergatte mit dieser hinterlistigen Krebskrankheit kämpft und vor einer grossen Operation steht? Egal, woher das Spiel das weiss … und ich will jetzt auch nicht hören, dass es sich um einen Zufall handelte. Ich will für einmal einem simplen Brettspiel glauben und gehe davon aus, dass es GENAU so kommen wird! Eben einfach genau so, wie das Spiel des Lebens es gesagt hat – schliesslich machen wir nichts anderes, als tagtäglich unser Spiel des Lebens auf dem Onkoplaneten zu bestreiten. Und der Göttergatte hat heute gesagt: „Der Krebs ist ohnehin nur Nebensache – Hauptsache ist das Leben!“ Wie recht er doch hat … mein Held! 🙂

Kniffelaufgabe

Seit wir auf dem Onkoplaneten leben, hat sich unser Frühstückstisch etwas verändert. Der Göttergatte bräuchte theoretisch gar kein Frühstück mehr, wenn man die Menge der Tabletten betrachtet, die er jeden Morgen einnehmen muss. Ein ziemlich farbiges und geschmacklich ödes Erlebnis, auf das er eigentlich gerne verzichten würde.

Heute kam aber noch eine andere Challenge dazu, über welche ich mich schon unzählige male geärgert und den Kopf geschüttelt habe. Ich habe nämlich bei einer der „Frühstückspillen“ den Beipackzettel aus der Schachtel genommen, um diesen zu studieren. Und danach wollte ich denselben wieder zusammenfalten, um ihn zurück in die Schachtel zu legen. Nervenkrise! Tobsuchtsanfall! Fluchen!

Habt ihr schon einmal einen Beipackzettel ganz entfaltet? Ich nehme an, dass das jeder schon gemacht hat. Und jetzt die Gretchenfrage: Habt ihr es geschafft, das Teil wieder so zusammenzufalten, wie es ursprünglich mal war? Ich habe das noch NIE fertig gebracht. Schlussendlich zerknautsche ich das Teil immer total und drücke es einfach flach, um es zurück in die Schachtel zu quetschen. Warum müssen diese Dinger derart dämlich gefaltet sein? Hat das einen Sinn, oder will man damit vielleicht die Feinmotorik der Verbraucher testen?

Da ich mir schimpfend an diesem Papierdurcheinander die Zähne ausgebissen habe, hat der Göttergatte grinsend gemeint: „Das wäre doch eine Geschichte für Deinen Blog – warum es unmöglich ist, einen Beipackzettel wieder vernünftig zusammenzufalten!?“

Ja, ich weiss: Nicht gerade das wichtigste, all unserer Probleme. Aber manchmal tut es richtig gut, sich über einen total unwichtigen Mist zu ärgern und anschliessend darüber zu lachen – das Leben ist nämlich auch so schon hart genug. Und falls ihr die Faltlösung habt, dann bin ich auf eure Anleitungen gespannt…

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