von süss bis ungeniessbar

Nervtötende Weihnachtsstimmung

Ich bin heute durch die Stadt geschlendert und habe die Schaufenster bestaunt. Gemütlich, ohne Stress, einfach so. Wäre da nicht die neue Art der Weihnachtsmusik gewesen.

Aus den Geschäften hat „Jingle Bells“ und „I wish you a merry Christmas“ in Hiphop- und Rap-Varianten getönt, dass ich dachte, ich wäre in der Outdoordisco gelandet. Und der Strassenmusiker hat „Last Christmas“ zum nervtötenden Technobeat umgestaltet. Hä? Weiterlesen

1. November – Allerheiligen

Wir haben eine seit Jahren feste Familientradition. Jeweils am 1. November (Allerheiligen) trifft sich die ganze Familie mit Kind und Kegel auf dem Friedhof, um die Gräber der Grosseltern zu besuchen und anschliessend gemeinsam zu Abend zu essen. Das heisst, dass wir an diesem Tag jeweils alle Generationen vereint sind und somit die Ältesten unter uns die Gräber der Eltern, die Jüngsten die Gräber der Urgrosseltern besuchen. Ich gehörte zur Mitte – also zu jenen, welche die Grosseltern besuchen. Weiterlesen

Meine Güte…

…wie verwöhnt wir doch sind. Oder soll ich sagen ICH? Nein, ich glaube, wir Schweizer/innen sind extrem verwöhnt und wissen es manchmal so gar nicht zu schätzen. Ich bin kürzlich in Hamburg mit einem lieben Pärchen der schreibenden Gilde essen gegangen. Also mal ganz abgesehen davon, dass die beiden einen unverwüstlichen Humor und wir dadurch einen saulustigen Abend hatten, wurde mir mal wieder bewusst, wie verdammt gut es uns doch geht. Weiterlesen

Eine Frage:

Angenommen, ihr seid Eltern – oder ihr wärt Eltern – oder ihr werdet Eltern: Eure Kinder werden erwachsen, gehen ihre eigenen Wege und treffen ihre eigenen Entscheidungen. Angenommen, ihr liebt eure Kinder bedingungslos und würdet alles für sie tun, findet aber trotzdem nicht immer alles gut, was sie tun. Was dann? Weiterlesen

Kreativ

Auf meinem Arbeitsweg, in einer kleinen Stadt, wohnt eine äusserst kreative Familie. Ich kenne sie zwar nicht, aber ich gehe davon aus, dass die Lieben kreativ sein müssen. Sie überraschen mich nämlich beinahe jede Woche mit neuen und lustigen Dingen die sie vor ihr Haus auf den Vorplatz stellen.

Mal steht da ein Motorrad, auf welchem ein Zettel klebt: „Zu verkaufen.“

Mal steht da eine Polstergruppe, auf welcher ein Pappschild steht: „Gratis, zum Mitnehmen.“

Mal steht da ein Auto: „Occasion. Zu verkaufen.“

Mal steht da ein Stuhl, auf welchem abgefüllte Säcke mit Baumnüssen liegen. An der Stuhllehne klebt ein Zettel: „Baumnüsse, pro Sack CHF 2.–.“

Mal hängt an der Strassenlaterne einfach nur ein grosses Schild, auf welchem steht: „3-Zimmer-Wohnung zu vermieten.“

Wie erfolgreich diese Aktionen jeweils sind, weiss ich nicht. Denn wie gesagt: Ich kenne die Familie nicht wirklich. Ich finde nur ihre Bemühungen lustig und kreativ, wie sie mit minimalem Aufwand ihre Ziele zu erreichen versuchen. Und wer weiss – vielleicht sogar mit Erfolg. Da wir in einer Sackgasse wohnen, würde das bei uns absolut gar nichts bringen. Kein Mensch würde sehen, wenn ich etwas verkaufen oder verschenken möchte. Einzig unsere Nachbarn – und die würden sich vermutlich an den Kopf greifen. Und weil ich eine lebhafte Phantasie habe, stelle ich mir immer vor, wie diese Familie wohl aussehen und leben mag. Und dabei kommen bei mir die abstrusesten Bilder mit alten Vorurteilen vor mein geistiges Auge. Dämlich, aber wahr. Und weil ich in meiner Phantasie eine Familie kreiert habe, mit welcher ich nicht unbedingt leben möchte, habe ich mir letzthin überlegt, wie lange es wohl geht, bis eines Tages die nervtötende Schwiegermama an einen Stuhl gefesselt auf dem Vorplatz steht, mit dem Vermerk auf der Stirn: „Gratis abzugeben.“

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