von süss bis ungeniessbar

Persönliches Highlight 2025

Alle, die hier regelmässig mitlesen wissen, was mir die Musik von Unheilig um den Sänger „Der Graf“ bedeutet. Als mein Mann starb, liess er für mich das Lied „So wie Du warst“ laufen. Ich habe zu ihm und unseren Kindern gesagt: „Was gäbe ich drum, den Grafen noch einmal live sehen zu können.

Und 10 Tage später hat der Graf anfangs Jahr – nach 9 Jahren Rückzug – sein Comeback bekanntgegeben. Ich bin gehüpft, gesprungen, habe gelacht, geweint und bin mir sicher, dass mein Göttergatte da seine Hände mit im Spiel hatte.

Ich habe mir für seine gesamte Tour Tickets gesichert, die allerersten jetzt aber bei der Comeback-Tour in meiner geliebten Stadt Hamburg.

Meine Besties, die alle einen besonderen Bezug zu Unheilig haben, waren mit an Bord.

Im weltbesten Hotel Vier Jahreszeiten in Hamburg https://hvj.de/de/ haben wir eingecheckt. Dieses Haus ist seit Jahren mein zweites Zuhause. Und was dann kam, war der OBERHAMMER!!!

Die beiden Butler des Hotels, Arndt Rademacher und Astrid Barthen haben es doch tatsächlich möglich gemacht, dass sie für mich und eine Begleitung vor dem Konzert ein Meet & Greet mit „meinem Grafen“ ergattern konnten. Während Monaten hat der liebe Arndt das Management vom Grafen halb wahnsinnig telefoniert, um mir dies zu ermöglichen. Warum? Nun, im ganzen Haus am Alsterbecken wissen alle, was dieses Comeback mir bedeutet. Und was soll ich sagen: Er hat es geschafft – und liess es sich natürlich nicht nehmen, Manu und mich persönlich dorthin zu fahren. Danke Arndt!!!!

Meine Seelenschwester Manu und ich durften also zwei Stunden vor allen anderen persönlich zum Grafen und seiner Band.

Es bedeutet mir die Welt, dass ich den Sänger, der für mich seit Jahren die schönsten Lieder schreibt, nach so vielen Jahren umarmen und mich für die Musik bedanken durfte. Vor allem für dieses eine Lied. Ich habe ihm meinen Bezug zum Lied „So wie Du warst“ erzählt und er meinte: „Ich spiele es heute Abend – für Dich!“

Und er hat es getan und hat uns sogar ein Herz von der Bühne geschickt. Manu und ich haben nämlich ganz vorne an der Absperrung 2 1/2 Stunden ausgeharrt, bis er die Bühne betreten hat (Groupie-Alarm). Und wir haben geheult wie Schlosshunde, weil dieses Lied eine so tiefe Bedeutung hat.

Zuvor hatten wir aber die Ehre, den Master und seine Band eben persönlich zu treffen, mit ihnen zu sprechen und ihm meine Geschichte zu erzählen.

Die anderen vier Girls sind zwei Stunden nach uns ebenfalls zur Halle gefahren und haben sich in eine kilometerlange Schlange im Regen stellen müssen, um ins Stadion zu gelangen. Frauen, ihr seid der Hammer! Alles für unseren Grafen.

Dieses Event hat für mich soviel bedeutet, wie sonst nichts in diesem Jahr. Seit dem Tod meines Göttergatten habe ich auf diesen Tag hin gefiebert. Und es war besser, als alles, was ich mir erträumt hatte. Er hat über zwei Stunden für uns seine Musik gespielt, die alle Fans so lieben. Und die Halle hat gekocht, weil der Mann mit der wunderbaren Stimme nun wieder auf der Bühne steht.

Ernsthaft?

Ich war heute zum Abendessen in einem neu eröffneten Restaurant in „good old Solotown“ eingeladen.

Nun, ich muss das einfach mit euch teilen, weil selbst ich, die 58-jährige langweilige Trude beinahe nicht essen konnte, was ich zum Nachtisch serviert bekommen habe.

Bestellt habe ich eine Pavlova. Bekommen habe ich ….

… was ist das????

Man kann gar nicht so fest wegschauen, dass man nicht auf dumme Gedanken beim Anblick dieses Nachtisches kommt. Meine Begleitung hat sich fast nicht mehr erholen können und meinte entsetzt: „Also bitte, sowas kann man doch keinem Gast vorsetzen!“

Wir sind auf vieles gekommen:

. Beate Uhse Nachtisch
. Eskimo-Penis
. Eis-Pimmel

… aber die Pavlova sieht weiss Gott anders aus. Und weil ich all diese abstrusen Bilder nicht mehr aus dem Kopf bekommen habe, konnte ich den Nachtisch fast nicht essen. Es hat sich total falsch angefühlt!

Wer kommt auf die Idee einer solchen Kreation und WARUM???

Beim nächsten Besuch will ich zuerst ein Bild des Nachtisches sehen, bevor ich ihn bestelle ….

Wo sind die Texte?

Ich veröffentliche in letzter Zeit vergleichsweise wenig Beiträge – noch bis vor kurzem war das irgendwie anders.

Grund? Meine Agenda ist randvoll!

Gut? Ja!!!

Ich habe in diesem verflixten Jahr 2025 eine ziemliche Transformation durchlaufen. Begonnen hat alles mit:

Verwitwet. Scheisse!

Traurig? Ja!

Aufgeben? NO WAY!!!

Ich habe mich fürs Leben entschieden, nicht zuletzt auch wegen meines geliebten verstorbenen Göttergattens. Er wollte nicht, dass ich mit einer Trauermiene zu Hause sitze und Trübsal blase. Und deshalb hat er mir vermutlich auch seine Kraft hier gelassen. Anders kann ich mir nicht erklären, wie ich so gut durch diese Jahr kommen konnte.

Was läuft? Vieles!!!

Ich schliesse noch diese Woche die Ausbildung zur zertifizierten Trauerbegleiterin ab und habe parallel dazu gleich die nächste Ausbildung zur Achtsamkeitstrainerin in Angriff genommen. Ich schreibe für diese Ausbildungen seitenweise modulare Arbeiten. Deshalb vielleicht auch eher weniger auf den sozialen Kanälen!

Ich packe gefühlt dauernd meinen Koffer ein und aus. Und ich habe es bis Ende Jahr tatsächlich geschafft, mindestens einmal im Monat eine Reise zu machen. Darauf bin ich ganz schön stolz – es braucht nämlich einiges an mentaler Kraft, sich alleine immer wieder neue Dinge einfallen zu lassen und diese dann auch durchzuziehen.

Ich bin gerade dabei, mit einem Profi an der Seite meine neue Homepage aufzubauen, über welche man sich dann für Begleitungen bei mir anmelden kann. Heisst: Ich habe mich also auch beruflich neu aufgestellt!

Ich habe alle Grenzen gesprengt, vor denen ich ganz schön Schiss hatte. Letzte Woche war ich sogar im besagten Pub, in welchem ich vor 39 Jahren mit dem Göttergatten mein erstes Date hatte. Und es hat funktioniert. Mehr als das; dank passender Begleitung war es sogar saulustig und die Geschichten über dieses erste Date haben mich wieder lachen lassen.

Dass es nun überall weihnachtet, macht mir bislang weniger Mühe, als befürchtet. Ich müsste aber lügen, wenn ich behaupten würde, dass ich keine Angst vor der Weihnachtszeit und dem ersten Todestag meines Göttergatten habe. Ich weiss nicht, was meine Seele da mit mir so vorhaben wird.

Es gab einige Tiefs, bei welchen ich am liebsten den Kopf in den Sand gesteckt hätte. Tatsache ist aber, dass mir das den Göttergatten nicht zurückbringen wird. Und der Sand im Getriebe würde nur beim Gehen stören. Und auch wenn die Trauer nach wie vor da ist, so wende ich mich jeden Tag aufs Neue dem Leben zu – weil ich nur dieses eine Leben habe. Und das findet JETZT statt. Nicht morgen, nicht übermorgen – GENAU JETZT!!! Alles andere steht in den Sternen.

Meine beiden Enkelkinder helfen mir, immer wieder ganz schnell Boden unter den Füssen zu bekommen, wenn die Spirale nach unten ziehen will. Und sie tun dies, ohne dass sie es wissen. Einfach weil sie da sind, weil sie leben und weil Kinder von Natur aus nach vorne schauen – sie sind positiv und voller Leben!!! Meine beiden kleinen aber grossen Vorbilder.

Die Enkelin hat passenderweise beim weihnächtlichen Dekochaos das Foto von mir gemacht. Und ich liebe es – weil es zeigt, dass das Leben weitergeht. Genauso, wie ich es auch zuvor gelebt habe: Schräg, anders, mit Humor und Spass und mit ganz viel Energie, selbst wenn mir manchmal im Sitzen die Augen zufallen.

Ganz viel Dankbarkeit geht raus an alle, die mich durch dieses Jahr getragen haben!

Älter werden …

… ist nichts für Feiglinge.

Wir drei Damen vom Grill sind wieder einmal on tour. Und wie fast immer, tun wir dies grösstenteils zu Fuss. Diesmal machen wir wieder einmal Palma City unsicher. Was wir aber an Unterscheid merken:

Die eine hat Schmerzen in den Füssen und Knien, die andere fühlt sich schlapp und kraftlos weil sie die Klimaanlage nicht verträgt und die Dritte hat Hüftschmerzen und der Rücken tut weh.

Ernsthaft jetzt? Wir sind keine 80ig. Notabene kenne ich äusserst fitte 80ig-Jährige (namens Mama und Papa), die einiges weniger jammern. Meine Güte, was ist bloss mit uns los? Entweder brauchen wir alle eine Physiotherapie oder wir haben das Powershopping in letzter Zeit zu wenig geübt. Ab 10’000 Schritten wird es in meinem Fall fast ein bisschen brenzlig, zumal dann womöglich noch Einkaufstaschen zusätzlich Gewicht auf meine ohnehin schon lädiertes Skelett geben.

L U X U S P R O B L E M E !!!!!

Ganz genau, aber wir merken tatsächlich, dass wir mit U60 und knappen Ü60 nicht mehr in der Liga der joggenden Sightseeing Touristen mit dabei sind. Gegen Abend sehen wir eher der schleichenden Altersheim-Community ähnlich. Da kann es durchaus schon mal passieren, dass wir auch im wunderschönen Palma um 20 Uhr im Bett liegen und die Glotze einschalten. Meine Güte: Wo sind denn wir gelandet?

Zugegeben: Gemeinsam mit den Girls gehen sich tausende von Schritten um einiges einfacher, zumal wir uns dabei regelmässig schlapp lachen – über alles und jede-/n. Und wir besichtigen Gemäuer, Häuser, Gassen, Schiffe und das Meer, ohne dass es langweilig wird. Mal mit mehr, mal mit weniger Geächze. Aber ein bisschen „Autsch“ und „Kneiff“ ist immer dabei.

Jup, älter werden ist tatsächlich nichts für Feiglinge. Die Apotheke ist gleich um die Ecke beim Hotel und im Moment lachen wir noch über unsere „Brästeli“, obwohl wir eigentlich doch lieber ein paar Jährchen fitter wären.

Aber hey: Die drei vom Grill lassen sich nicht so einfach unterkriegen. Solange wir noch gehen können, wird weitergereist – es gibt noch viele schöne Orte, die vor uns nicht sicher sind!

P.S.: Wer wissen möchte, wo man in Palma überall pinkeln kann – auch darüber können wir bestens Auskunft geben …

Der Anfang vom Ende

Ein Jahr genau ist es her, als wir erfahren haben, was wir in über acht Jahren Leben auf dem Onkoplaneten befürchtet hatten: Der Krebs hatte beim Göttergatten in die Knochen gestreut.

Die vorgängig ständig stärker werdenden Schmerzen hatten uns bereits auf Alarmbereitschaft gestellt und die Bildgebung hat uns genau vor einem Jahr vor die bittere Tatsache gestellt, dass das Krabbenvieh nun offenbar auf Siegeskurs durch den Körper meines Göttergatten unterwegs war. Wir hatten in all den Jahren viele Befunde vor uns gehabt, bei denen wir wussten, dass es eng werden würde. Beim Befund vor einem Jahr war mir aber klar, dass es unsere letzte Kampfrunde im Ring gegen dieses Vieh werden würde.

Es war auch der erste Befund, bei welchem der Göttergatte spürte, dass sein Optimismus und sein unbändiger Lebenswille nicht mehr reichen würden. Die Schmerzen, die der Krebs in den Knochen verursachte, konnte er nicht mehr wegdrücken. Die Bestrahlung lief ins Leere und die Medikamente verursachten nur noch Nebenwirkungen. Von Wirkung konnte keine Rede mehr sein.

Trotz allem hat er mit aller Kraft noch einmal versucht, mit allen medizinischen Registern das Steuer rumzureissen. Und: Wir sind noch einmal zusammen nach Hamburg geflogen. Bewusst und im Wissen, dass das wohl unsere letzte Reise sein würde.

All dies und die Tatsache, dass es abends immer früh dunkel ist und dass man draussen nicht mehr einfach so auf Menschen trifft, machen die aktuelle und kommende Zeit bis zum ersten Todestag NICHT zu meiner Lieblingszeit.

Ich kann es wohl handeln … und ich knicke auch nicht ein, aber es ist einfacher, bei Sonnenschein und Vogelzwitschern den Kopf über Wasser zu halten, als gerade jetzt. Und der ständige Nebel ist auch kein helfender Begleiter. Gar nicht!

Aber: Ich klopfe mir trotzt allem stolz auf die Schulter und muss sagen, dass ich finde, dass meine Lebenseinstellung und meine innere Stärke mir wunderbar durch die letzten 10 Monaten geholfen haben. Und ich werde auch künftig nicht aufhören, das Leben jeden Tag zu geniessen.

Wer sich also bis heute nicht mit dem Tod befasst hat – vor allem mit der eigenen Endlichkeit, dem kann ich nur empfehlen, das einmal gründlich zu machen. Es lebt sich nämlich danach viel leichter.

Deshalb schliesse ich auch in zwei Wochen meine Ausbildung zur Trauerbegleiterin ab – es geht vieles einfacher, wenn man die Augen vor der Tatsache nicht verschliesst, dass wir ALLE einmal gehen.

Manchen früher, andere später – aber es bleibt keiner!

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