Das waren also die Weihnachtstage 2025! Ich muss gestehen, dass ich diesen Tagen nicht nachtrauern werde. Sie waren für mich doch eher bescheiden.
Die Trauer hat mich am Tag vor Heiligabend auf dem linken Fuss erwischt. Sie kam um die Ecke geschlichen, hat erst nur vorsichtig kurz reingeschaut, um mich dann mit voller Wucht daran zu erinnern, dass da ein wichtiger Mensch fehlt. Trauer ist ein unberechenbares Gefühl. Sie kommt, wenn Du sie so gar nicht auf dem Schirm hast und fragt auch nicht, ob sie nun bleiben darf, oder nicht. Die Gefühlswelt kann innerhalb weniger Minuten komplett ändern und Du hast wenig Einfluss darauf.
Im Radio haben alle Sender die Weihnachtslieder rauf und runter gespielt und ich habe zwar gebacken und Geschenke verpackt, aber es hat sich falsch angefühlt. In der Küche zu stehen und jene Arbeiten zu machen, die sonst immer der Göttergatte gemacht hat, das hat mehr weh getan, als ich mir eingestehen wollte.
So kam es auch, dass ich am Weihnachtstag nach dem Brunch mit den Kindern und Enkelkindern den Weihnachtsbaum abgeräumt habe. Mein Tochterkind hat mir dabei geholfen und wir haben alles in eine Schachtel gepackt. Das Ganze hatte eine Art Symbolik und ähnelte einem Ritual: Wir packen 2025 nun weg – wir haben die Schnauze voll! In etwa so hat sich das angefühlt.
Seit der Baum nicht mehr steht, fühlt sich meine Seele wieder leichter an. „Klappe zu, Affe tot.“
2025 war ohnehin nicht unser Weihnachtsjahr. Die Grippeviren haben einen Teil der Familie gebeutelt und entsprechend harzig war das Ganze. Es gab notabene in meinem Freundeskreis kaum eine Familie, die nicht mindestens einen oder zwei Grippefälle entweder im Bett oder unterm Baum hatte. An jedem anderen Tag würde man virenbefallen nicht zusammensitzen. An Weihnachten eben schon.
Ich muss gestehen: Gestern, nach den beiden Weihnachtstagen, habe ich mir eine volle Dosis Couch und TV gegönnt und mich einfach eingeigelt.
Ich weiss, die nächste Weihnacht kommt bestimmt. Bis dahin ist aber jetzt erst einmal ein Jahr ohne „Jingle Bells“ und „Merry Christmas“ angesagt. Und es liegt vor allem mindestens ein Sommer dazwischen – ohne Nebel, mit Sonne, Vogelgezwischter, Kinderlachen im Garten und Farbe in der Natur. Darauf freue ich mich besonders.
Ich hoffe, euer Weihnachtsfest war so, wie ihr euch das gewünscht habt.



