von süss bis ungeniessbar

Schmetterling

Ich kann es fast nicht glauben: Ich habe vorhin grad den ersten Schmetterling gesichtet. Orange mit schwarz … mir fällt der Name nicht ein. Er ist an der Mauer unseres Hauses gelandet und hat die Flügel getrocknet … sah so ein bisschen aus, wie frisch geschlüpft. Ob wohl jemand den im Marmeladenglas gezüchtet hat? Oder habt ihr auch schon welche gesehen? In der freien Wildbahn meine ich …

Es gibt sie noch, die schönen Augenblicke! Ich gebe zu: Ich habe mir einen kurzen Moment vorgestellt, wie schön es wäre, jetzt auch ein Schmetterling zu sein. In der Sonne durch die Lüfte segeln und sich um nichts kümmern als um den nächsten Landeplatz auf einer Blume, einem Topf oder einer Mauer. Eine schöne Vorstellung. Wie weit diese prächtigen Tiere wohl fliegen können? Ich habe mich damit noch nie befasst … aber ich der Gedanke, einfach mal loszufliegen und dabei noch wunderschön auszusehen, ist wirklich wunderbar.

Ich weiss, dass ich als Kind immer geträumt habe (nachts im Bett), dass ich fliegen könne. Ich habe rennend Anlauf genommen und bin dann mit einem Hüpfer ab in die Luft gedüst. Und dann habe ich mich mit Schwimmbewegungen da oben halten können und auf alles runtergeschaut. Kinder träumen eben noch das Unmögliche … deshalb nennt man es wohl auch Traum.

Ich hab mich so über den Schmetterling vorhin gefreut … und meine Enkelin auf meinem Arm hat gegrinst, als ich ihn ihr gezeigt habe. Ich glaube, dass das ihr erster Schmetterling war, den sie gesehen hat. Es gibt sie noch – die schönen Augenblicke 🙂

 

Ganz viel …SICHT!

Wir leben in schwierigen Zeiten – Zeiten, die bislang keiner von uns kannte. Und nun gibt es ganz viele Dinge, die jede/r von uns praktizieren kann – dazu gehören:

Einsicht

Vorsicht

Rücksicht

Weitsicht

Nachsicht

Übersicht

Umsicht

Zuversicht

Wenn jeder von uns diese wichtigen Eigenschaften beachtet und auch lebt, dann dürften wir diese schlimme Krise überstehen – bestimmt nicht schadlos … aber zumindest vernünftig!

Also bitte, bemüht euch alle … füreinander, miteinander und mit ganz viel SICHT!!! Dann wird die Aussicht vielleicht nicht ganz so düster ausfallen 🙂 In diesem Sinne: Bleibt gesund!!

 

Corona und der Mensch

Jap – ich greife das Thema auch auf. Warum? Weil es mich echt beschäftigt und weil man nicht mehr ausweichen kann. Bekanntlich sind nämlich Corona und der Mensch keine Freunde, ganz im Gegenteil. Nachdem uns all die Stürme und Unwetter der vergangenen Monate nicht vom Planeten fegen konnten, versucht es nun Corona. Ganz offensichtlich hat die runde Kugel, auf der wir leben, die Schnauze gestrichen voll von uns!

Es gibt etwas zwischen Hysterie und Risiko … das heisst RÜCKSICHT!

Ich bin nicht dafür, dass wir uns nun hysterisch zu Hause einigeln sollten; noch viel weniger lustig finde ich aber jene, die über Corona nur lachen und absichtlich alles tun, um sich zu gefährden. Das ist nämlich nicht nur dumm, das ist absolut rücksichtslos. Ja! Wer sich gerne anstecken möchte und deshalb weder auf Partys, noch auf Konzerte oder Theaterbesuche, Ferienflüge oder weiss der Geier was verzichten möchte, der stellt nicht nur sein Immunsystem auf eine harte Probe; nein! Er könnte Träger eines Coronas werden, das ihm vielleicht nicht viel anhaben kann, danach aber möglicherweise unendlich viele Menschen gefährdet, die mit Vorsicht durch den Alltag gehen. Manche haben nämlich einfach keine Wahl, weil sie entweder alt, krank oder sonst besonders gefährdet sind. Schon mal an jene gedacht?

Alle, die sich nun sicher fühlen, weil sie jung sind oder weil ihre Kinder noch klein sind und damit nicht zu den Hochgefährdeten gehören: Dann haltet euch bitte aber auch daran, mit KEINEN älteren oder kranken Menschen Kontakt zu haben. Auch nicht, um möglicherweise den Knirps mit Schnupfen zur Oma zu bringen, um selber arbeiten zu gehen. Der Schnupfen des Kleinen könnte nämlich Corona sein – und die Oma könnte danach ein ziemlich grosses und tödliches Problem haben. Oder all die Onkopatienten, deren Lebensradius oft ohnehin schon eingeschränkt ist – die finden es auch nicht witzig, wenn ihr hustend durch die Einkaufscenter latscht und denkt: Alles nicht so schlimm! DAS IST NÄMLICH EINFACH NUR RÜCKSICHTSLOS!!!

Also bitte: Man wird wohl mal für ein paar Monate auf all die Gefährdungspunkte verzichten können und das Händeschütteln und Verteilen von Küsschen ist ohnehin schon lange nicht mehr zeitgemäss … wir leben im Zeitalter der Multikulturen und unsere Immunsysteme haben ohnehin ziemliche Hochleistungen zu vollbringen. Drum wäre ich dafür, dass man das Gedrücke und Geknutsche überall grad ganz abschafft – und anstelle des Pfotenschüttelns tut es auch ein Nicken und Lächeln!

Rücksicht, Weitsicht – sonst sehe ich eine extrem düstere Aussicht 🙁

Der vierte Geburtstag …

… seit der Diagnose! Ich gratuliere Dir, mein Held – krass, wie Du das so weit geschafft hast 🙂

Ja, der Göttergatte feiert Geburtstag. Logisch, dass er nicht vier Jahre alt wird. Aber im November 2016, als die Hammerdiagnose „Krebs unheilbar“ kam, da hätte nicht im Traum jemand daran gedacht, dass wir noch so oft zusammen Geburtstag feiern würden. Eigentlich sind wir sogar davon ausgegangen, dass nicht einmal mehr der Geburtstag nach Diagnose (knapp 4 Monate) noch gemeinsam möglich sein würde.

Da hat das fiese Krabbentier seine Rechnung aber ohne den Wirt gemacht!

Du hast damals beschlossen, Deine eigene Statistik zu schreiben und den Weg anders zu gehen, als die Docs das prognostiziert hatten. Zugegeben ein verdammt harter und steiniger Weg … unzählige Operationen, Bestrahlungen, Therapien und Medikamentencocktails … aber: Deine Einstellung hat sich gelohnt. Was wir in dieser Zeit noch alles geniessen konnten, das kann uns nämlich keiner mehr nehmen. Und Du bist sogar Gropi (Grosspapi) geworden – Gropi der süssesten Enkelin der Welt. Und die ist nun auch schon beinahe ein Jahr alt. Unfassbar, was Du alles geschafft hast – immer mit dem Krabbentier im Köper … und das Mistvieh hat sogar diverse Nachkommen abgelegt … an verschiedenen Orten. Und immer dachten wir: DAS war nun wohl der letzte gemeinsame Geburtstag. Ich bin beeindruckt von Deiner Energie, Deinem Lebenswillen, Deinem positiven Denken und Deiner Kraft.

Egal, welcher Geburtstag der letzte sein wird … die Zeit, die wir hatten und noch haben, die kann uns keiner nehmen. Und die füllen wir mit Leben.

„Side by Side“ – so gehen wir den Weg … manchmal auf Knien und mit der Zunge auf dem Asphalt … aber wir gehen ihn gemeinsam. Denn: Hätten wir damals auf alle anderen gehört, dann wärst Du schon lange nicht mehr hier.

Happy birthday, mein Krieger! 🙂

Lebensgeschichte ändern?

Der Göttergatte und ich haben neulich einen Tag in der City von Zürich verbracht. Spaziert – geguckt – gestaunt – gegruselt!!!

Ich kann euch nicht erzählen, was die Bahnhofstrasse bis hoch zum See in den Schaufenstern präsentiert – zu beschäftigt war ich, in all die verschnippelten Fratzen zu gucken. Wie praktisch, dass ich mich am Göttergatten festhalten konnte, ich hätte sonst vermutlich die eine oder andere Stange erwischt. Kennt ihr dieses Unfall-Gefühl? Man möchte nicht hinschauen, kann aber nicht anders. Man MUSS einfach glotzen!

Warum zum Geier will gefühlt die halbe Frauenwelt aussehen wie Kylie Jenner? Und dabei ist es egal, ob 18-jährig oder 60-jährig … im schlimmsten Fall kommen sogar Mutter und Tochter im Fratzen-Partnerlook. Ich habe mir überlegt, ob die zusammen zum Beautydoc rennen und sagen: „Bitte zweimal wie Kylie!“ Ob es dann Rabatt gibt?

Ein NoGo für mich. Ein Gesicht erzählt ein Leben. Jede Falte, jedes Grübchen, jede Unebenheit, jeder Fleck – all das sind Geschichten, die im Lauf der Jahre im Gesicht geschrieben stehen. Wie kann man einfach seine Lebensgeschichte um- oder gar wegoperieren lassen? Das ist, als ob ich ein Buch nehme und regelmässig ein paar Seiten rausreisse – neue Geschichte, die sich falsch und inkomplett anfühlt. WARUM?

Ich bin mit Schlupflidern geboren worden. Stell sich mal einer vor, ich hätte auf einmal Mandelaugen. Und ich habe Falten … ich meine: Ich bin ja auch bald 53 und Grosi. Stell sich einer vor, ich käme mit einem glattgebügelten Gesicht daher. Gruselige Vorstellung.

Ah, da war ja noch mehr, was mich glotzen liess: Die Tonnen von Farbe in den Gesichtern dieser Frauen. Da sind keine Konturen mehr … alles aufgefüllt mit Farbe. Und die Augenlider sind vermutlich je 2 Kilogramm schwer, in Anbetracht der falschen Wimpernpracht, die da klebt. Das Wangenrouge geht von den Ohren bis zu den Mundwinkeln und lässt die Gesichter sehr clownesk aussehen. Ich schätze mal, dass die Abends nicht sagen können: Ich putze mir die Zähne und geh ins Bett. Bei denen dürfte das etwas länger dauern und ohne Spachtel und Reinbenzin kaum zu bewältigen sein.

Was mir diese Gesichter erzählt haben? Vermutlich alle dasselbe:

  • mir ist langweilig
  • ich habe keine anderen Sorgen
  • ich will jemand anderes sein
  • viel Geld aber trotzdem unglücklich
  • alle tun es, also tue ich es auch
  • ich kann Hyaluronsäure zwar nicht buchstabieren – aber es wirkt trotzdem

Leider hat sich das Klischee der Zürcher (einheimisch oder ausländisch) mal wieder mehr als bestätigt. Und ich vergesse dort regelmässig, dass ich den Mund beim Glotzen schliessen sollte, damit ich nicht ganz so dämlich aussehe …

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