von süss bis ungeniessbar

Kravatten machen unglücklich

Ich fahre in letzter Zeit wieder ganz oft mit dem Zug. Dabei sitze ich vor allem am Feierabend im Hauptpendlerzug von Zürich HB nach Hause. Und dieser Zug ist immer brechend voll, weil alle nach Feierabend diese Verbindung  nutzen.

Das Bild ist eigentlich immer dasselbe. In jedem Abteil sitzen mehrheitlich Herren im Anzug und mit Kravatte, auf dem Schoss ihren Laptop. Es sieht manchmal so ein bisschen aus, als ob man ein fahrendes Sitzungszimmer betreten würde. Und auf die Frage „ist hier noch frei?“ kommt in der Regel auch keine Antwort (Ohrstöpsel). Auch auf den Gruss kommt nur selten eine Reaktion. Diese Menschen scheinen mit ihren Jobs und Laptops symbiotisch derart verbunden zu sein, dass sie die Aussenwelt gar nicht mehr wahrnehmen.

Ich gebe zu: Anzug und Kravatte macht schon einen wichtigen Eindruck. Aber wenn ich dann in die Gesichter schaue, dann frage ich mich, wie sehr der Schein trügen kann. Klar, möglicherweise sind diese Herren gar keine wichtigen Räder in der Hierarchie ihres Getriebes. Aber Anzugträger werden ja nicht selten als die Mitarbeiter der Teppichetagen (Chefetagen) bezeichnet. Und wenn dem so sein sollte, dann scheinen diese Jobs nicht wirklich glücklich zu  machen. Bei manchen Gesichtern habe ich eher das Gefühl, dass sie auf ihrem Laptop den nächsten Mord planen – oder die Notizen für den Exodus studieren. Mundwinkel nach unten – Stirn in Falten gelegt – und der Blick starr und kühl.

Ich bin nach einem erfolgreichen Tag im Job zwar müde, aber zufrieden. Diese Menschen scheinen mir eher frustriert, gestresst und fertig mit der Welt. Sagt man nicht, dass eine erfüllende Aufgabe glücklich macht? Und ist die Ausstrahlung eines glücklichen Gesichtes nicht eine andere, selbst wenn man müde ist?

Also für mich gibt es nur eine logische Erklärung für diese vielen mieslaunigen Anzugträger: Entweder sitzen sie im falschen Job oder aber sie haben die Kravatte zu eng angezogen. Vielleicht kommt daher auch der Gesichtsausdruck eines Luftballons, dem die Luft so langsam ausgeht. Ja – das wird es sein! Kravatten weniger eng schnüren und ein entspanntes Gesicht ist wieder möglich. Die Lösung kann so einfach sein …

Digitale Welt

Der Fortschritt in den letzten 10 Jahren war so schnell, dass es sich anfühlt, als ob es hundert Jahre gewesen sein müssten. Wir leben im Zeitalter der Digitalisierung. Ohne die drei Buchstaben WWW geht nichts mehr. Fast über Nacht wurde das Smartphone zur Pflicht, um nicht unterzugehen. Und damit meine ich nicht nur zur Accessoirepflicht, sondern zum erforderlichen Gegenstand für das tägliche angenehme (Über)Leben.

Reisen werden im Netz gebucht. Schnell und einfach. Kleider, Schuhe, Möbel, Kosmetik, Esswaren und Getränke – alles gibts im Netz. Schnell und einfach. Das gute alte Papierticket für die Bahn, das Parkhaus oder den Flug hat heute jeder auf seinem Smartphone. Und im Handel verschwinden immer mehr Artikel, die es inzwischen nur noch online gibt.

Es ist eine Tatsache, dass wir uns vor dem digitalen Fortschritt nicht verschliessen können und mitziehen müssen. Was aber ist mit jenen Dingen, bei welchen man die Wahl zwischen der alten konventionellen Art und der digitalen Variante nicht mehr hat? Jene Dinge eben, die es nur noch in der fortschrittlichen Version gibt?

Klar, ihr denkt jetzt bestimmt: Kein Thema, dann halt digital. Nun ja, ich denke das auch – aber denken das die 30-er und 40-er Jahrgänge auch? Jene Generation, die ohne Computer und ohne den digitalen Markt gross geworden ist. Was machen diese Menschen? Viele von ihnen haben gar kein Smartphone – bei ihnen ist das Handy mit den Knöpfen das höchste der Gefühle. Sie möchten gerne im Laden noch bedient und beraten werden. Sie brauchen Hilfe bei der Artikelauswahl und sie möchten die Parkuhr mit Münzen füttern – nicht mit der App auf dem Smartphone.

Schon mehr als einmal habe ich am Bahnhof älteren Menschen beim Lösen eines Tickets am Automaten helfen dürfen. Was, wenn gerade keine Hilfe zur Verfügung steht und sie ohne Ticket in den Zug einsteigen. Werden sie dann einfach gebüsst, weil sie vom digitalen Zeitalter überrollt werden? Oder wenn sie ihren Wagen an einer Strasse parken, wo nur noch per App die Parkgebühr bezahlt werden kann – müssen sie dann einfach die (gute alte) Papierbusse unterm Scheibenwischer in Kauf nehmen?

Alles was sich aus dem realen Leben ins Netz verlagert, wird für viele ältere Menschen einfach ganz verschwinden, weil sie nicht wissen, wie sie sich in dieser Welt bewegen müssen. Stehen da auch Hilfen bereit, oder vergessen wir diese Jahrgänge ganz einfach? Ich stelle mir gerade vor, wie ich mich fühlen würde, wenn ich morgen in einer Welt aufwache, in der ich mich einfach nicht mehr zurechtfinde. Ein unschönes Gefühl. Ich finde, für jeden digitalen (Fort)Schritt müsste eine menschliche Hilfe zur Verfügung gestellt werden. Sonst vereinsamen unsere Senioren bald in der digitalen Welt, weil sie sich nicht mehr aus dem Haus trauen. Das darf nicht sein!

Zerstörerische Weiber

Seit Beginn des neuen Jahres ist naturtechnisch so einiges passiert. Schuld daran sind stürmische Weiber, die nicht wissen, wann es genug ist:

Zuerst macht uns Burglind das Leben schwer und wütet so schlimm, dass es einem Weltuntergang gleicht.
Kaum zieht sie ab, kommt auch schon ihre Freundin Evi und versucht es ihr gleichzutun. Sie schafft es nicht ganz so arg, zieht sich zurück und holt Verstärkung…
Und nun kämpfen wir also gegen Friederike, die das Ausmass von Evi locker toppt.

Unglaublich, mit was für einer Wucht diese Weibsbilder auf alles losgehen, was ihnen in die Quere kommt. Sie kippen Lastwagen um, als ob es Spielzeugautos wären. Sie heben Zugkompositionen aus den Schienen und sie entwurzeln jahrhundertealte Bäume. Wenn sie mal über die Dächter weggefegt sind, dann fehlen da diverse Dachziegel und sie machen auch vor Strommasten oder Kandalabern nicht Halt.

Man könnte behaupten, dass das 2018 extrem stürmisch begonnen hat. Wenn das so weitergeht, dann werden dem meteorologischen Institut wohl in der Jahresmitte bereits die Namen für diese Stürme ausgehen. Ich kann mich noch daran erinnern, als Lothar über uns gefegt ist und wir noch Monate und Jahre später darüber gesprochen haben. Jetzt fegen diese Weiber gleich reihenweise über unsere Köpfe und zerstören, was nicht niet- und nagelfest ist. Was uns die Welt wohl sagen möchte?

Meine Theorie ist zwar extrem quer und völlig abseits von fundiertem Wissen, aber ich glaube, dass sie uns mit diesen Stürmen folgendes sagt: Ihr lieben Erdenbewohner. Seit Jahrzehnten seid ihr dabei, diesen Erdball kaputtzumachen. Ihr verschmutzt, vergiftet, holzt ab und macht euch zu Eigen, was euch eigentlich gar nicht gehört. Ich schick euch jetzt solange die fiesesten Wetterkapriolen, bis ihr endlich begreift, dass es so nicht mehr weitergehen kann.

Ja, ich weiss. Alle ausgebildeten und fachlich kompetenten Meteorologen werden sich jetzt an den Kopf greifen und denken: Die Modepraline hat einen an der Klatsche – so ein Quatsch! Macht nichts, ich habe für mich einfach so die Erklärung gefunden, warum wir uns beim Spaziergang mit dem Hund beinahe anschnallen müssen. Der Erdball möchte uns loswerden und es wird gepustet, was das Zeug hält. Ich geh dann mal wieder alles sichern, was wegfliegen könnte …

Helfen, um verarscht zu werden …

Stellt euch mal vor, ihr helft jemandem, dem das Schicksal übel mitspielt. Und dann merkt ihr, dass ihr verarscht werdet und versucht verzweifelt, den Glauben an das Gute im Menschen nicht zu verlieren. Was tut man da?

Kurzer Abriss der Geschichte: Ein aufgestellter und durchwegs positiver junger Mann aus Deutschland hat vor etwas mehr als einem Jahr erfahren, dass er einen unheilbaren und äusserst fiesen Hirntumor hat. Da das Deutsche Krankenkassensystem in einem absolut desolaten Zustand ist, hat die Mutter des Jünglings einen Spendenaufruf gemacht, um die teuren Therapien bezahlen zu können. Ich bin diesem Aufruf gefolgt – nachdem ich mich mit dem jungen Mann persönlich in Verbindung gesetzt habe. Er hat nämlich sofort nach der ersten Operation im Krankenhaus angefangen, einen Blog über seine Krankheit zu führen. So konnte er die Leute immer alle gleichzeitig updaten und konnte sich und seine Familie vor 1001 täglichen Frage schützen.

Hier gehts übrigens zu seinem Blog: http://rummelschubser.de/blog/

Ich habe versucht, mich in die Mutter hineinzuversetzen und dachte sofort: Was muss in einem vorgehen, wenn man weiss, dass das eigene Kind mit einer tödlichen Diagnose konfrontiert wurde? Und was würde ich alles in Bewegung setzen, um meinem Kind zu helfen?

Und so war für mich in Sekundenschnelle klar, dass ich helfen will. Ich habe eine Spende auf das Konto überwiesen, welches die Mutter für den Sohn als Spendenkonto eingerichtet hat. Auf meiner Überweisung habe ich geschrieben: „Spende für Erik“ und ich habe dem Jüngling gesagt, dass er damit die erforderlichen Therapien machen kann. Ich habe ihn aber auch wissen lassen, dass er grundsätzlich mit der Spende tun und lassen kann, was er möchte. Wenns etwas sein sollte, was ihm einfach so wichtig sei, dann sei auch das okay. Und glücklicherweise hat auf dem Therapieweg die Krankenkasse endlich eine Kostengutsprache gemacht, sodass auf dem Spendenkonto von mir und diversen anderen Spendern Geld liegt, welches er nun zu seiner absolut freien Verfügung hat … oder NEIN: Haben sollte! Warum? Nun ja, die Frau Mama hat im Verlauf der Krankheit des Sohnes offenbar entschieden, dass sie schliesslich die Initiantin des Spendenaufrufs gewesen sei und – dass die Kohle ohne ihr Engagement gar nie zusammengekommen wäre. Kurz und gut: Die leidende Mutter hat beschlossen, ihrem Sohn den Zugriff auf das Konto (welches sie natürlich auf ihren Namen eröffnet hatte – der Jüngling lag ja damals im Krankenhaus) zu verweigern und ihm auch das Geld nicht zur Verfügung zu stellen.

Warum ich mich nicht wehre? Nun ja, ich wehre mich – mit allen Mitteln. Der ursprünglich Begünstigte tut dies übrigens auch – sogar mit Unterstützung von juristischer Seite. Resultat: Die ach so besorgte Mutter blockiert sämtliche Anrufe, Mitteilungen, Briefe und selbst auf das Klingeln an der Tür reagiert sie nicht mehr. Inzwischen müssen wir leider davon ausgehen, dass der Zustand des Sohnes sie weit weniger interessiert, als der Kontostand des Spendenkontos, welches sie sich unter den Nagel gerissen hat.

Alle Mütter da draussen, die nun denken, dass es sowas doch gar nicht geben kann: Doch, das gibt es tatsächlich. Ich konnte es zuerst auch nicht glauben, aber inzwischen habe ich genug Informationen und war im Austausch mit besagter Mutter. Der Sohnemann wird – wenn die düstere Prognose stimmt – sterben, bevor er die Möglichkeit hatte, mit dem Spendengeld noch etwas Sinnvolles machen zu können. Und die ach so liebende Mutter redet mit dem Sohn nicht einmal mehr (warum auch immer) und wartet nun offenbar darauf, dass er stirbt und sie mit dem Geld machen kann, was sie möchte. Falls ihr der lieben Frau Mama etwas mitteilen möchtet, so dürft ihr das gerne auf meinem Blog oder auf dem Blog des Betroffenen machen. Schimpfwörter lassen wir dabei lieber weg – es gibt keine, welche treffend beschreiben würden, was in so einem Menschen wohl vorgeht.

Ich verstehe die Welt nicht mehr!

Schockstarre

Ich bin seit einer Nachrichtenmeldung wie eine Eidechse in Schockstarre … verständnislos harre ich der Dinge, die da kommen werden … und haue dabei in die Tasten: Donald Trump kommt ans WEF in Davos. Ich dachte ja die ersten Stunden, es sei ein Witz. Aber über den US-Präsidenten mit dem blonden Frisürchen macht man keine Witze – es sei denn, man ist Bloggerin und darf das!

Wer zum Geier ist auf die absolut abstruse Idee gekommen, diesen Gefahrenherd auf zwei Beinen in die Schweiz einzuladen? Oder hat sich dieses selbstverliebte Irgendwas womöglich selber eingeladen? Ich hab mich bei dieser Meldung so erschrocken, dass ich es irgendwie nicht fassen kann.

Lernt der Mensch denn nichts? Ich meine: Beim G20-Gipfel in Hamburg lag die Stadt in Schutt und Asche, weil Donald Trump zu Besuch war. Und nun finden wir Schweizer wohl, wir müssten das auch mal erleben, oder wie? Einfach mit dem kleinen Unterschied, dass unser Land so klein ist, dass wir damit rechnen müssen, dass bei Protesten unzählige Städte kurz- und kleingeschlagen werden. Aber wir sind ja schliesslich gastfreundlich und lieb – angepasst und für jeden Menschen offen! Typisch Schweiz: Wir verschleudern Steuergelder, um uns selber in Gefahr zu bringen und einem unkalkulierbaren Risiko mit Schweinsäuglein Gastrecht in unserem Land zu gewähren. Wie doof kann ein Land sein?

Oder anders gefragt: Was erhofft man sich von einem Besuch von Donald Trump? Jeder vernünftig denkende Mensch weiss doch, dass wir ausser Spesen und Krawallen nichts von einem Besuch des US-Präsidenten zu erwarten haben. Es gibt derzeit keine grössere Witzfigur in der Politik, als dieser Mann. Und aus seinem Mund kommen ausschliesslich rhetorisch schlecht verpackte Lügen begleitet von warmer Luft. Die Schweiz punktet überall mit ihrer eleganten Zurückhaltung, mischt sich nirgends ein und bezieht nie Stellung. Und dann kommt die grösste Gefahr der Welt in unser kleines Land zu Besuch und wir mobilisieren so ziemlich alles was möglich ist, um diesem Menschen Sicherheit und einen angenehmen Aufenthalt zu garantieren.

Jene Millionen, welche der Bund bezahlt, um den blonden Grosskotz zu schützen – dürfen wir die von den Steuern abziehen? Wir wurden nämlich nicht gefragt, was wir davon halten. Und alle Geschäftsbesitzer und Gastronomen, die unter den Krawallen zu leiden haben – dürfen die ihre Schäden anschliessend beim Bund wieder geltend machen? Oder wie läuft das genau?

Ich verstehe grad die Welt nicht mehr. Was genau nochmal bringt der Besuch von Donald Trump am WEF? Ich habs schon wieder vergessen …

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