von süss bis ungeniessbar

Alles gut soweit …

… im Leben der Modepraline. Und doch ist es ruhig geworden auf meiner Plattform. Warum? Ganz einfach:

  • wenig Licht (Sonne)
  • viel Nebel
  • ungeliebte Weihnachtszeit
  • Kälte
  • neue berufliche Herausforderungen
  • Omikron
  • aggressive Menschen

All dies zusammen ergibt so eine Art kreative Blockade. Ich mache ganz viel, weiss es aber überhaupt nicht in Geschichten zu verpacken. Im Gegenteil – ich bin grad sehr froh, wenn ich meine grauen Zellen für pragmatische und faktenbezogene Dinge brauchen darf. Die Emotionsschiene läuft aktuell sehr im Leeren. Das ist zwar eher ein männliches Verhalten, ich weiss – aber es ist auch ein Verhalten, welches mir in solchen Lebensphasen hilft, mich jeden Tag aufs Neue zu motivieren.

Ich habe meine Blickrichtung etwas geändert. Das war dringend nötig, weil mein Hirn mich täglich durchschnittlich dreimal angeschrien hat, weil ich ihm immer dieselben Themen serviert habe. Auch wenn ich tonnenweise lese und in gewissen medizinischen Gebieten inzwischen wohl den Facharzt ablegen könnte, so hat sich mein Kopf doch ziemlich aufgelehnt. Und auch wenn ich politisch und wirtschaftlich interessiert bin, so hatte ich das Gefühl, zu neuen Ufern aufbrechen zu müssen.

All dies hat meine kreative Blockade wohl noch unterstützt – und deshalb ist es aktuell hier sehr ruhig. Ich weiss, dass sich das wieder ändern wird. Aktuell bin ich aber grad sehr ausgeschrieben – beruflich bin ich nämlich schreibtechnisch auch sehr aktiv unterwegs … und die Welt besteht ja nicht nur aus Buchstaben.

Ich wünsche euch allen schöne Festtage und vor allem gute Gesundheit – wir lesen uns im 2022 wieder. Bis dahin trage ich noch einige Termine in meine Agenda … auf dem Weg zu neuen Ufern.

Häbet Sorg!

Delta lebt gut in der Schweiz

Mir ist gestern Abend ein kleines fieses Virus begegnet. Auf dem Spaziergang mit meiner Hündin hat es in einer Hecke gelauert. Es hat sich mir als Delta vorgestellt. Wisst ihr, was Frau tut, wenn der Name Delta fällt? Sie hüpft gefühlt 500 Meter rückwärts mit einem einzigen Schritt!!! Das Vieh hat mich laut ausgelacht und gesagt, dass sein Lieblingsland die Schweiz sei. Auch seine Familie und seine Kollegen finden unser Land übrigens perfekt, um sich breit zu machen. Die wandern hier alle ein. Warum? Ganz einfach, weil die anderen Länder ihm das Leben nicht ganz so einfach machen, wie wir das tun – aber wir warten zu … schliesslich steht eine wichtige Abstimmung an.

Wenn wir schon warten, bis besagte Abstimmung am Wochenende über die Bühne ist, dann hoffentlich nicht vergeblich. Unter anderem geht es dabei nämlich darum, Menschen besser vor dem Vieh und seinen Folgen schützen zu können. Das kann sowohl gesundheitlicher, als auch finanzieller Schutz sein, der dringend nötig ist. Und es hilft uns, dieses Vieh besser im Auge zu haben. Überwacht werden wir deshalb trotzdem nicht – und wir werden auch kein Überwachungsstaat. Wer das denkt, der nimmt sich ganz einfach viel zu wichtig, denn warum sollte der Durchschnittsmensch so spannend sein, dass man ihn überwachen wollte?

Ich habe also sofort meine Unterlagen ausgefüllt und in den Briefkasten geschmissen. Ich möchte irgendwann doch wieder ein halbwegs normales Leben führen können. Das fände ich echt genial! Und ich wünsche das allen da draussen, die unter den Einschränkungen auch beruflich sehr leiden. Allen voran den Künstlern, Clubs und Kulturschaffenden, die ganz schön im Delta-Lauch stehen.

Ich habe als Kind gelernt, dass man in schwierigen Situationen zusammenhält und sich gegenseitig stützt! Danke liebe Eltern – ich bin froh, dass ich noch weiss, wie das geht. Leider scheint dieses Denken da draussen ganz vielen Menschen abhanden gekommen zu sein. Und das in einem Land, wo nie wirklich verzichtet werden musste. Da wird mir übel, echt! Es gibt Länder, die wünschten sich unsere Luxusprobleme – die haben nämlich weniger als nichts. Die haben nicht einmal das Allernötigste. Und hier wird gejammert auf einem Niveau, dass mir sämtliche Haare zu Berge stehen.

Wer dem Delta noch nicht begegnet ist, oder wer das Abstimmungscouvert noch zu Hause hat, ohne es ausgefüllt zu haben – bitte legt ein JA in die Urne! Für uns, unsere Kinder, unsere Zukunft und die Vernunft! Dankeschön 🙂

P.S.: Ich habe Bill Gates über meinen implantieren Mikrochip im Oberarm angefunkt – er hat nicht mal Antwort gegeben. Scheint sich also einen Deut für mich zu interessieren. Drum, keine Panik – impfen könnt ihr auch getrost – Bill ist es egal!

5 Jahre seit …

… ich an diesem grauen Novembermorgen aus dem Fenster schaute und wusste, dass sich unser Leben nie wieder so anfühlen würde, wie es sich zuvor angefühlt hat.

Es war der Morgen, nachdem man mir auf dem Korridor eines Krankenhauses die Diagnose „Krebs“ bei meinem Göttergatten ins Gesicht klatschte. Es war der Morgen, an jenem ich mit meiner Hündin in den Garten ging und nicht verstehen konnte, warum sich die Welt noch genauso dreht, wie sie dies zuvor getan hat. Es war jener Morgen, an dem ich mich fragte, wie ich mir ein Leben ohne meinen Göttergatten vorstellen sollte.

An diesem Tag habe ich funktioniert wie eine Maschine. Ich habe organisiert, durchgedacht, aufgegleist und auf Raten der Ärzte alles Administrative in die Wege geleitet, um einen prognostizierten nahen Tod zu regeln, soweit man dies halt eben regeln kann. Es war, als ob mein ganzen System auf Autopilot geschaltet hätte und ich stand neben mir und schaute mir bei all dem zu.

Der Göttergatte hatte auch zu diesem Zeitpunkt die Tragweite dieser Diagnose noch nicht verstanden – zum Glück. Er war guter Dinge und lag wohl im Krankenhaus, allerdings mit einem völligen Unverständnis für all die Geschehnisse um ihn herum, und mit dem einen Satz, den ich nie vergessen werde: „Was interessieren mich die Statistiken dieser Ärzte, ich schreibe meine eigene Statistik?!“

Ich hatte damals nicht einen Hauch von Verständnis dafür. Meine Welt war aus den Fugen geraten und er war selbst da noch stoisch.

Nun – ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass uns ein Spaziergang bevorstand. Wir gehen gemeinsam einen nicht immer einfachen Weg. Und er hat schon so einiges über sich ergehen lassen müssen. Unser Leben hat sich nachhaltig verändert und ich frage mich oft, was gewesen wäre, wenn er sich nach der vernichtenden Diagnose aufgegeben hätte. Aber Fakt ist, dass er dies niemals getan hat und so hat er aus prognostizierten wenigen Monaten inzwischen inzwischen 5 JAHRE gemacht!!!

5 Jahre, in welchen wir viele Steine aus dem Weg räumen mussten; allerdings eben auch 5 Jahre, in welchen wir soviel Schönes erleben konnten. Ich hätte damals nicht im Traum daran gedacht, dass wir noch gemeinsam Grosseltern werden könnten. Im Gegenteil: In meinem Kopf war der Gedanke, dass ich all das nicht mehr mit ihm erleben würde. Inzwischen sind wir zweifache Grosseltern, haben einige wunderbare Reisen gemeinsam gemacht und durchleben gar gemeinsam eine Pandemie. Okay, zugegeben: SELBIGE stand nicht auf unserer Bucketlist; aber da wurden wir leider nicht gefragt.

Das Krebsvieh ist leider zäh, sehr zäh … und leider unbesiegbar – aber wie er wenige Monate in 5 Jahre verwandelt hat, macht doch Mut, dass unser Weg noch etwas dauern wird. Und es macht Hoffnung auf weitere Erlebnisse, mit welchen ich damals nicht gerechnet habe.

Wie heisst es so schön: Das Spiel ist erst zu Ende, wenn der Schiedsrichter abgepfiffen hat. Wir gehen in eine weitere Verlängerung und starten heute das 6. Jahr. Unfassbar!

Was lernen wir daraus? Mit dem Kopf im Sand haben wir zu wenig Luft, um auch harte Wege in Angriff zu nehmen. Also immer schön den Kopf oben halten …

Ein Jahr Long Covid Patient

Ein lieber Bekannter, dessen Stimme die halbe Schweiz aus dem Radio kennt, feiert heute sein Einjähriges – oder nein, er feiert es eben nicht, weil ihm die Kraft zum Feiern auch nach einem Jahr noch fehlt.

Ein Jahr ist es her, seit er die Diagnose Long Covid bekam. Und man müsste meinen, dass es doch in dieser Zeit möglich sein sollte, sich wieder zu erholen. Nun ja, es gibt bestimmt welche, bei denen das möglich ist. Bei ihm leider nicht. Und er gehört weder zum alten Eisen, noch zur vulnerablen Gruppe, noch ist er ein Impfgegner. Ihn hat es erwischt, als die Impfung schlicht noch kein Thema war. Und als er dachte, es sei überstanden – da ging die Odyssee erst richtig los.

Covid überstanden, frischt geputzt und bereit für den Alltag – dachte er. Da hat aus dem Hinterhalt nämlich der Long Covid Hammer zugeschlagen. Und auf einmal war nichts mehr, wie es einmal war.

Mit Erschöpfung, Konzentrations- und Atemproblemen kam der totale Breakdown vor einem Jahr. Nichts ging mehr. Der Job, die Freizeitaktivitäten, die Freunde, die Familie – alles Fehlanzeige. Da war nur noch Müdigkeit, Kraftlosigkeit und eine unfassbare Leere.

Damals bestand noch die Hoffnung, dass es zeitnah besser werden würde. Da war mal die Rede von ein paar Monaten. Nun ja, ein Jahr sind auch ein paar Monate – ziemlich genau zwölf an der Zahl. Und in diesen zwölf Monaten waren sogar einige dabei, die er in einer Kur verbrachte. Dort wurde seiner Krankheit speziell Rechnung getragen und er wurde umsorgt, um wieder ins Leben starten zu können.

Und heute? Heute hat er auf Facebook folgenden Post gemacht:

„Ihr Lieben. Ich begehe heute den ersten Jahrestag meiner Long Covid Erkrankung. Feiern kann ich ihn ja nicht. Ich wünsche mir, dass ich wieder Treppen steigen kann, ohne nach 5 Stufen ausruhen zu müssen. Ich wünsche mir Tage, an denen ich nicht überlegen muss, ob die Kraft nach dem Einkauf noch reicht, meinen besten Freund Mario zu besuchen. Ich wünsche mir Tage, an denen mein geliebter Job als Moderator nach der dritten Sendestunde nicht zur Strapaze wird, weil ich mich kaum noch konzentrieren kann. Ich wünsche mir Energie zurück.
Energie, die Leben heisst.
Long Covid ist, wie es der Name sagt, eine lange Krankheit. Und die wünsche ich mir nicht. Die wünsche ich keinem.“

Lieber Christian – all das wünsche ich Dir auch – von ganzem Herzen! Und weil ich weiss, wie sehr Du an Deinem Leben, Deinem Job und allem, was dazu gehört hängst, hast Du es sowas von verdient, Deine alte Form zurückzubekommen. Du hast recht – man wünscht diese Krankheit niemandem. Wenn ich aber den Impfgegnern bei Ihren Demonstrationen zusehe und den Superschlauen bei ihren Rundumschlägen gegen die Medizin- und Pharmagiganten zuhöre, dann muss ich unweigerlich jedesmal an Dich denken. Es kann jeden treffen – egal wie alt, wie fit, wie hübsch, wie schlau, wie interessiert oder gebildet.

Danke Christian, dass Du aus Deiner Erkrankung nie ein Geheimnis gemacht hast – wer weiss, vielleicht konntest und kannst Du damit doch noch den einen oder anderen dazu bewegen, sich impfen zu lassen.

Ich schicke Dir eine Wagenladung Energie – für jeden Tag ein bisschen mehr! 🙂

Mein Fussabdruck

Kennt ihr sie auch, die tiefgründigen Gespräche mit lieben Freunden? Ich schätze solche Momente sehr und in der Regel klingen die Inputs aus diesen Gesprächen noch lange in meinem Kopf nach. Genauso wie bei einem Gespräch über die Frage:

„Was hinterlasse ich für einen Fussabdruck, wenn ich nicht mehr da bin?“

Ich habe mir diesbezüglich bislang nicht wirklich Gedanken gemacht. Und ihr so? Seit diesem Gespräch habe ich mir diese Frage aber schon ein paarmal gestellt. Wenn ich morgen nicht mehr da bin, was bleibt dann von mir? Klar, pragmatisch gesehen die Asche, welche irgendwo verstreut wird. Sonst nichts. Oder doch?

Ich habe versucht, mir vorzustellen, woran man sich erinnern wird, wenn ich nicht mehr als irdisches Wesen präsent sein werde.

An mein Geschreibsel?
An meinen Schuhtick?
An meine grosse Klappe?
An meine direkte Art?
An meine Ecken und Kanten?
An meine Grosszügigkeit?
An meine beruflichen Tätigkeiten?
An mein Grinsen?
An meine blitzenden Augen, wenn ich wütend bin?
An meine Geduld?
An meine Ungeduld?
An meine unerschöpflichen Ideen?
An meine Kreativität?
An meinen Lätsch, wenn mal etwas nicht so läuft, wie ich mir das vorstelle?
An ….
An ….
An ….

All das sind Dinge, die extrem schnell verblassen.

Es gibt ja Menschen, die verabschieden sich von uns und bleiben trotzdem für immer. Menschen wie Beethoven, Michael Jackson, Albert Anker, Steve Jobs oder Goethe. Die hinterlassen ihr Wirken mit einem derart grossen Fussabdruck, dass dieser nie verschwindet. Über Generationen bleibt deren Vermächtnis bestehen.

Was aber, wenn man nicht zur Gilde dieser Übermenschen gehört? Bleibt dann der Fussabdruck nur für ein paar Monate – und dann ist er weg? Für immer weg? Oder: Wie könnte man es anstellen, dass man nicht einfach von dieser Welt verschwindet uns sich ein paar Monate später kein Mensch mehr erinnert, wer da mal war?

Mein Fussabdruck wird nicht besonders gross sein, dafür sind meine Füsse zu klein. Deshalb habe ich es mir zum Ziel gemacht, eine Menge kleiner Fussabdrücke auf meinem Weg zu hinterlassen. Überall trete ich zielgerichtet fest ab, in der Hoffnung, dass weder Wind noch Regen meine Abdrücke verschwinden lassen. Es wäre doch ein schöner Gedanke, wenn man im Wissen gehen kann, dass Menschen auf ihrem Weg immer mal wieder ein Grinsen im Gesicht haben, weil sie einen Fussabdruck von mir entdecken.

Wünscht ihr euch auch, dass man euch nicht vergisst, oder ist euch das nicht wichtig?

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