von süss bis ungeniessbar

Von Mensch auf Depp in 2 Sekunden …

… das schafft nur Gwendolin.

Für alle, die neu mitlesen: Gwendolin ist seit knapp 2 Monaten unsere Enkelin. Ein Menschlein, das wir so sehr lieben, dass man es nicht beschreiben kann. Und ein Menschlein, welches es schafft, dass ich all meine Vorsätze über Bord werfe.

Ich habe immer über alle Erwachsenen gelacht, die sich mit Tüdelüüü und Babysprache zu Volldeppen machen. Verständnislos habe ich immer den Kopf geschüttelt und gesagt: „Wie kann man nur?“

Jap – ihr ahnt es: Ich mache mich täglich gefühlt 100 mal zum Volldeppen! Ich lese die Zeitung, spreche mit dem Göttergatten in normaler und vernünftiger Tonlage und zivilisierter Sprache … bis unser Tochterkind mit Gwendolin im Wohnzimmer erscheint und … ich mutiere zu einer total bescheuerten Oma. Meine Stimmlage düst steil in die Höhe … ich quieke wie ein Meerschweinchen und ich spreche mit Gwendolin, als ob ich total am Verblöden wäre. ICH – die alle verurteilt hat, die sich in so bescheurter Weise mit einem Baby unterhalten. Keine Ahnung, was mit mir passiert ist … aber ich schaue Gwendolin an, mein Herz geht auf und meine Hirnsynapsen ganz offensichtlich zu!!!!

Ich habe kürzlich ein Handyfilmchen gedreht, wie ich mit Gwendolin spiele und spreche und wie sie mitfiebert und „antwortet“ …. und das Tochterkind meinte: „Mama, spiel jetzt das Filmchen mal für Dich ab und hör Dir zu … dann weisst Du, was wir hier alle mitmachen müssen!“

OMG!!! Von Mensch auf Depp in 2 Sekunden. Was muss das Kind von mir denken?

Ich bin verliebt in ihre wachen Äuglein, ihr süsses Mündchen, ihre knuffigen Speckröllchen, ihre Füsschen, ihre Fingerchen …. -chen …. -chen …. -chen … und werde dabei eben zum Volldeppchen! An alle Omas da draussen: Ich denke, ihr wisst, wovon ich spreche. Und an alle, die es noch nicht wissen: Vergesst eure Vorsätze … ist das Bündel Mensch mal da, ist alles anders!

 

Wenn der Mund schneller ist als das Hirn ….

Mir gehen ja Menschen, die unwissend Falschaussagen machen, grundsätzlich auf die Nerven. Wenn es aber öffentliche Personen mit einer grossen Plattform sind, dann finde ich es noch viel schlimmer. Und wenn es noch eine Thematik wie Krebs betrifft, dann gerate ich in Rage. Wer nicht weiss, was er zu wissen glaubt, der sollte im Zweifelsfalle einfach mal die Klappe halten.

Unser androgynes Schweizermodel Tamy Glauser hat doch allen ernstes behauptet, veganes Blut töte Krebszellen. Aha!!! Wenn man ihre Aussage liest, dann denkt man: Ich sauf mal einen Veganer und dann bin ich wieder gesund! Da sie aber eine Veganerin durch und durch zu sein scheint, meint sie wohl, dass man keinen Krebs bekommt oder diesen selber killen kann, wenn man vegan lebt. BULLSHIT!!!

Aufgrund der Reaktionen musste die Nationlratskandidatin (eine Neo-Grüne) ihre Aussage selber wieder korrigieren und sich von ihrem Quatsch distanzieren. Wie peinlich ist das denn? Ich hoffe doch sehr, dass sie sich damit selber das politische Genick gebrochen hat – nicht auszudenken, was solche Aussagen bei Schwerkranken anrichten können. Ich hoffe für Tamy Glauser, dass sie niemals mit der Diagnose Krebs konfrontiert wird, denn dann würde ihre vegane Welt ganz schön ins Wanken geraten. 🙁

Lest selber, wie sie sich wieder aus dem Mist herausmanövrieren wollte …

Blick-Beitrag Tamy Glauser

 

Ich hab jetzt für alles eine Ausrede!!!

Kennt ihr sie auch, die nervigen Menschen, die für alles und immer eine Ausrede bereit haben. Ich gehöre jetzt auch dazu: ICH BIN OMA!!!

Der Rücken schmerzt: Das muss so sein, ich bin Oma.
Ich ess zuviel: Das passiert als Oma, das ist das Alter.
Ich passe nicht mehr in die Hosen: Omas müssen weich sein … die dürfen das!
Ich vergesse ständig, was ich gerade machen wollte: Logisch, bin ja schliesslich Oma.
Ich wiederhole mich: Normal, Omas machen das!
Ich atme schwer, wenn es bergauf geht: Das ist, weil ich Oma bin (nein, liegt nicht an der mangelnden Kondition … auf gar keinen Fall!)
Ich trinke abends koffeinfreien Kaffee: Logisch, Omas können sonst nicht mehr schlafen.
Ich trage nur noch bequeme Latschen: Absätze sind nichts für Omas!
Ich färbe mir aus lauter Jux meine grauen Haare platinblond: Omas müssen spinnen!
Ich spreche auf einmal Babysprache: Der Omaknopf ist gedrückt!

Alles, was ich bei meinen Kindern nie gemacht habe, weil ich es peinlich fand, mache ich jetzt bei der Enkelin. Ich spreche von Füsschen, Händchen, Fingerchen und Näschen … und das süsse Wesen macht sogar Fürzchen und Görpschen …! Echt jetzt? Wer bin ich und wo ist die Modepraline, die alle ausgelacht hat, die jemals so gesprochen haben? Ich mutiere zur totalen Idiotin. Und meine Stimmlage klingt, als ob ich ein Heliumschlumpf wäre. Wie gut, dass ich nicht weiss, was die Kleine denkt, wenn ich meine Quiektiraden loslasse und sie fast fresse vor Verzückung!!!

Aber eben: Auch dafür gibts nur eine Erklärung „Ich bin Oma“ – alleine das muss reichen, um all meine täglichen Aussetzer zu erklären! Das kleine Bündel Mensch hat unser ganzes Leben auf den Kopf gestellt und ich bin so endlos verliebt in die vier Kilogramm Menschenkind, dass ich aufpassen muss, dass ich es nicht versehentlich totknutsche.

Falls das Modepralinchen also nur noch Sätzchen mit hübschen Wörtchen schreibt, dann gibts dafür nur eine Erklärung:  …. ihr wisst schon! 🙂

Was macht Beda Stadler?

Ich habe 2015 mit Beda Stadler ein Interview machen dürfen. Seit die Debatten um die Impfplicht wieder entbrannt sind, ist Beda Stadler in aller Munde. Und unser Interview aktueller denn je. Als grosser Fan von Beda schalte ich deshalb unser Interview 4 Jahre später noch einmal auf:

 

Beda Martin Stadler (65) ist emeritierter Professor und ehemaliger Direktor des Instituts für Immunologie der Universität Bern. Sein Gebiet ist die Grundlagenforschung im Gebiet der Allergologie und Autoimmunität und die angewandte Forschung zur Herstellung von rekominanten humanen oder künstlichen Antikörpern und Impfstoffen für die Therapie. Er gilt als grosser Kritiker der Alternativmedizin und ist gleichzeitig sehr religionskritisch.

 

Beda Stadler, als Professor „im Ruhestand“ und ehemaliger Direktor des Instituts für Immunologie der Uni Bern sind Sie ein überdurchschnittlich gescheites „Haus“. Verstehen Herr und Frau Schweizer, wenn Sie in der Alltagsssprache à la Stadler sprechen?

Der Fachjargon ist tatsächlich ein Problem. Es ist verlockend, sein Unwissen dahinter zu verstecken. Anfänglich war es ziemlich anstrengend, nur Worte zu gebrauchen, die von allen verstanden werden. Da es keine dummen Fragen gibt, sondern nur dumme Antworten, lag es somit an mir, die Situation zu verändern. Letztlich hat mir das aber sogar bei den Vorlesungen geholfen. Versteht ein Student etwas nicht, liegt das Problem beim Dozenten, nicht beim Studenten. Dies gilt allerdings nur für rationale Fragen, nicht für Glaubensfragen.

Aufgefallen sind Sie immer wieder durch Ihre Kolumnen mit bissigen Seitenhieben gegen die Alternativmedizin. Provozieren Sie gerne?

Die Provokation ist die schnellste Art und Weise, etwas auf den Punkt zu bringen. Zudem bin ich ungeduldig und betrachte mich als Selbstverteidiger. Ich habe nicht die Nerven, mir stundenlang den Stuss anderer Leute anzuhören. Wollte ich mir das antun, würde ich dafür in eine Kirche gehen. Jeder hat das Recht, noch so absurdes Zeug zu glauben, aber niemand hat das Recht, mir seinen Glauben aufschwatzen zu wollen. Ganz nach dem Motto: Bete nicht in meiner Schule, dafür denke ich nicht in deiner Kirche! Ich muss allerdings zugeben, dass es mir Spass macht, mich über alle Formen von Aberglauben – sei es Bio, Alternativmedizin, Esoterik oder Religion – lustig zu machen.

Denken Sie, dass Aufkärung im Bereich der Medizin eine gewisse Provokation braucht, damit der Mensch von heute zuhört?

Ich glaube nicht, dass es die Provokation braucht. Man sollte aber unterhaltend und wahrhaftig sein. Leider wirkt diese Haltung für die meisten Menschen bereits wie eine Provokation. Viele Wissenschaftler verwechseln seriöse Information mit Langeweile. Es gibt meiner Meinung nach kein Recht, einen anderen Menschen zu langweilen und ihm damit Zeit zu stehlen. Viele Dinge, die ich vor Jahren sagte, waren einst eine Provokation. Heute regt sich niemand mehr auf, sie sind ein Teil des Zeitgeistes und keine Provokation mehr. Die Aufklärung wird letztlich siegen, schliesslich haben die Hexenverbrennungen bei uns abgenommen.

Was sagen Sie, wenn Ihnen ein missionierender Homöopath erklärt, dass er auch Krebs mit seinen Kügelchen heilen kann?

Würde ein Homöopath in meiner Gegenwart so was behaupten, würde ich ihn bitten, mir dies schriftlich zu geben. Danach würde ich ihn für seine menschenverachtende Haltung vor Gericht ziehen – in der Hoffnung, dass er viel Geld verliert oder eine Zeit lang ins Gefängnis wandert. Übrigens habe ich in den letzten Jahren viele Homöopathen kennen gelernt. Darunter war kein einziger, von dem ich den Eindruck hatte, er würde irgend etwas davon glauben, was seine Anhänger herumerzählen. Ich habe auch noch nie eine Frau kennengelernt, die mit Kügelchen eine Schwangerschaft verhindern will. Wenn’s drauf ankommt, scheint die Homöopathie intuitiv nicht zu wirken…
Als ich einmal sagte, Homöopathen hätten nicht alle Tassen im Schrank, hat mir ein Homöopath zwei Tassen gesandt. Das war übrigens bislang der einzige Homöopath, der ein wenig Humor gezeigt hat. Leider waren die beiden Tassen so potthässlich, dass ich sie gleich wegschmeissen musste – und somit am Humor selbst dieses Homöopathen zweifelte.

Weibeln Sie für die Präimplantationsdiagnostik oder lehnen Sie sich zurück und überlassen das der New Generation?

Es ist eine Katastrophe, dass sich derzeit fast niemand für die Präimplantationsdiagnostik einsetzt. Ich hoffe, ich erhalte noch irgendwo eine Gelegenheit, etwas dafür zu tun. Leider gibt es für solche wichtigen, humanistischen Anliegen einfach keine Lobby. Es ist schade, dass viele rationale Menschen sich von der Politik fernhalten, aber es ist verständlich.

Sind Sie mit den Jahren ruhiger geworden, oder können Sie sich immer noch so wunderbar aufregen, wenn die Alternativmediziner die Studien der Schulmedizin einfach so im Vorbeigehen über den Haufen werfen wollen?

Ich rege mich etwas weniger auf. Das hat aber nichts mit meinem Alter zu tun, sondern mit der Tatsache, dass Alternativmediziner in meiner Gegenwart etwas vorsichtiger geworden sind. Schliesslich ist es ihnen gelungen, ihre Placebos in unserer Verfassung zu verankern. Wir sind das einzige Land auf diesem Planeten, das einen solchen Unfug in der Verfassung hat. Dies ist aber dermassen lukrativ für die Alternativmediziner, das sie etwas kleinlauter wurden, um ihre Pfründe zu schützen. Zudem beobachte ich eine Kehrtwende bei den Studenten. Medizinstudenten glauben diesen alternativen Mist je länger je weniger. Das ist doch erfreulich!

Haben Sie das Gefühl, dass die Menschen in den letzten Jahren wieder mehr Vertrauen in die Schulmedizin gewonnen haben, oder wird die Chügelibrigade stärker?

Das Vertrauen in die Schulmedizin wächst eigentlich ständig. Alle wollen Schulmedizin, falls sie wirklich krank sind. Was sich geändert hat, ist das Verlangen von Gesunden nach Alternativmedizin, wofür sie sogar noch staatliche Beihilfe bekommen, um sich ihren esoterischen Glauben von anderen Leuten bezahlen zu lassen. Viele Schweizer haben sich über die Gier der Bänker aufgeregt, aber die Gier der Gesunden auf gratis Wellnesspräparate scheint ungebrochen. Viele wollen Präparate und Streicheleinheiten in der Höhe ihrer Krankenkassenprämien beziehen, damit sie per Ende Jahr finanziell quitt und gesund sind. Unser Gesundheitssystem basiert aber auf Solidarität. Wer das Geld der Gemeinschaft mit Alternativmedizin verprasst, verhält sich ziemlich asozial.

Angenommen, Sie erwachen mit 40 Grad Fieber, irgendwo im Nirgendwo – und neben Ihnen steht ein Fläschchen mit Similisan-Kügelchen. Sont nichts! Nehmen, oder grinsen, umdrehen und weiterfiebern?

Ich würde alle Kügelchen auf einmal in meinen Tee kippen, weil ich ihn süss mag. Zudem würde ich mich daran erinnern, wie die Juristen dieser Firma mich verklagen wollten, weil ich in einer Kolumne spasseshalber gesagt habe, Similisan komme vom lateinischen „simulare“, weil nur Simulanten solche Kügelchen zu sich nehmen. So was will ich natürlich nicht mehr behaupten, sonst habe ich wieder Juristen auf dem Buckel, und da ist mir ein wenig Fieber doch noch lieber.

Herzlichen Dank, für dieses erfrischend offene Interview und alles Gute für die Zukunft!

mehr über die Arbeit von Beda Stadler unter www.immunology.unibe.ch

„Notre problème?“

Wie gut, dass unsere Welt keine anderen Probleme zu haben scheint, als ein geschichtsträchtiges Bauwerk in Paris: Notre Dame.

Ja, jede Pressestelle, jeder Journi, jeder Blogger, jeder Schreiberling hat nun auch noch seinen Senf dazu zu geben – also mache ich doch da auch mit. Allerdings nur, weil ich mich ärgere!

Ich drehe mich einmal um mich selbst und lasse vor meinem inneren Auge die Probleme dieser Welt laufen. Und was fällt mir auf? Notre Dame ist verdammt noch mal das unwichtigste aller Probleme! Ups … jetzt ist es raus!

Es gibt so unendlich vieles, was schrecklich ist – ungerecht, grauenvoll, unmenschlich und einfach niemals zu verstehen. Aber eines gehört da ganz sicher nicht dazu: Ein Bauwerk, welches im Optimalfall sogar wieder rekonstruiert werden kann. Es ist nämlich niemand dabei zu Schaden gekommen. Alle sprechen vom grossen Unglück in Paris! Wie wäre es, wenn man mal vom grossen Glück reden würde, dass dabei niemand ums Leben gekommen ist? Oder anders gefragt: Wieviel Wert haben  Menschenleben? Auch unzählige Millionen Euro? Mit soviel wird nämlich akutell die Hilfsaktion zum Wiederaufbau von Notre Dame beziffert!

Ich überlege grade, was man mit soviel Geld alles tun könnte. Und dabei fallen mir unzählige Dinge ein … der Wiederaufbau eines historischen Gebäudes gehört aber definitiv nicht dazu.

Mein lieben Kunstkenner, Fans von historischen Gebäuden, tief Erschütterten und Entsetzten: Ihr dürft mich jetzt entabonnieren, meinen Blog nicht mehr lesen oder mich einfach nur bescheuert finden. Das macht nichts! Aber das Entsetzen um ein Gebäude und die Mengen an Geld, die dafür überall aufploppen, gehen mir doch gehörig auf die Nerven!

Ich habe fertig! 🙁

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