Was für eine Story!
Achtung kitschig!
Vor kurzem sass doch tatsächlich ein Frosch vor meiner Haustüre. Ich habe ihn fotografiert, auf meinem „whats app Status“ gepostet und es kamen unendlich viele Reaktionen, ich solle ihn küssen, damit ein Prinz daraus werde. Nun, was soll ich sagen: Ich habe es getan – und kaboom:

Da sass er!
Ich hab ihn reingebeten und er hat sich bei mir wohlgefühlt. Und ich fand schön, wieder einen Prinzen im Leben zu haben. Ich rätsle immer noch, ob mein verstorbener Göttergatte mir diesen Frosch geschickt hat …. passen würde es zu ihm. Er macht sich immer mal wieder bemerkbar und schubst mich in die richtige Richtung.
Okay, so würde das Märchen klingen, das mir mein verstorbener Mann gewünscht hat. De facto ist es dann doch nicht ganz so einfach.
Der Frosch (äh, sorry … Prinz natürlich) ist nicht ganz so einfach in mein Herz gehüpft. Es hat etwas länger gedauert, hat stundenlange Kennenlerngespräche, Nachtessen, Spaziergänge und Ausflüge gedauert. Und auf einmal wurde mir klar, dass neben dem grössten Platz in meinem Herzen, der immer meinem Göttergatten gehören wird, auch noch Platz für einen Prinzen ist. Und auf wundersame und verständnisvolle Weise erhebt dieser Prinz NULL Anspruch auf den Platz meines Göttergatten. Im Gegenteil: Er findet es wunderbar, dass ich diese eine grosse Liebe im Leben haben durfte und möchte auch nicht, dass die jemals verloren geht.
Doch dann kamen bei mir all die Zweifel und Fragen, die man sich in meiner Situation und in meinem Alter stellt:
Ist es nicht noch zu früh dafür?
Was könnten die Leute sagen?
Darf ich überhaupt wieder einen Mann mehr als nur gern haben?
Was würde mein Mann dazu sagen?
Was sagt meine Familie?
Die Antworten waren aber ganz schnell klar:
Es ist nie zu früh und nie zu spät – es passt, wenn es eben gerade passt.
Was die Leute sagen, geht mir am Allerwertesten vorbei – die stehen schliesslich nicht in meinen Schuhen.
Ja, ich darf einen Mann in mein Leben lassen, wenn ich das möchte.
Mein Mann würde sich tierisch freuen – er hat sich für mich gewünscht, dass ich nicht alleine durchs Leben gehen muss.
Meine Familie findet, dass wenn es mir gut geht, es ihnen auch gut geht – und ich das Recht habe, weiterzuleben und glücklich zu sein.
Und so hat sich nun dieser Prinz so ein kleines bisschen in mein Herz geschlichen.
Inzwischen weiss ich, dass Trauer und neue Glücksgefühle sich nicht im Weg stehen – beides hat Platz und der Prinz tröstet mich sogar in meiner Trauer.
Ja wie jetzt? Ist das jetzt die ultimativ endlose und grosse Liebe für den Rest des Lebens?
Leute – ich habe keine Ahnung. Wisst ihr, was morgen sein wird? Ich weiss es nicht – und ich habe es nie gewusst. Ich habe gelernt, im Hier und Jetzt zu leben und dankbar anzunehmen, wenn das Leben mir etwas Gutes schickt. Ob es für immer sein wird, wissen nur die Götter. Aber gerade fühlt es sich wunderbar an und ich geniesse es, dass da wieder jemand ist, der sich auf mich freut und auf den ich mich freue kann.
Selbst wenn es morgen anders sein sollte – seit einer Weile schaue ich immer mal wieder nach oben zur Venus und sage leise:
„Danke Mick, ich weiss, dass Du die Finger im Spiel hast und alles dafür tust, dass es mir hier unten gut geht.“