von süss bis ungeniessbar

Gelandet im finnischen Märchen

Wow – das Jahr 2026 hat für mich mit einer weiteren Challenge gestartet: Ich bin mit meinen Buddies nach Lappland geflogen. Eine Reise, die einmal mit meiner Familie und dem Göttergatten gedacht war und die der Krebs verhindert hat, habe ich nun endlich gemacht.

„Mick, ich hoffe, Du bist dabei!“

Wir sind mitten im Märchenland gelandet – bei Minustemperaturen von -35 klirrendenden Graden. Wir haben uns gefragt, ob wir wirklich irgendwo im Nirgendwo wohnen würden, so wie die Bilder das prophezeit hatten. Und ja, wir sind durch die klirrende Kälte und die Wälder gefahren und aus dem Nichts ist es aufgetaucht, das Zuhause auf Zeit:

Eigentlich hätte mich nicht überrascht, wenn Santa noch mit dem Schlitten vorbeigesaust wäre. Es war alles sehr surreal und ich hatte das Gefühl, versehentlich in einem amerikanischen Blockbuster gelandet zu sein.

Unter den Schuhen knirscht der trockene Schnee und beim Atmen frieren die Nasenhärchen ein. Die Linsen meiner Handykamera haben phasenweise das Zeitliche gesegnet.

Und wir waren so gesegnet – wir haben bereits am ersten Abend Auroras (Nordlichter) gesehen. Was für ein Glück. Danke Mick!!!!

Jetzt geniessen wir die kurze helle Zeit, bevor es in 4 Stunden schon wieder dunkel wird. Ein komisches Gefühl – mitten im Tag bereits dunkle Nacht zu haben. Der Körper sendet „müde“ und der Geist möchte noch so einiges sehen.

Ich habe eine für mich grosse Grenze gesprengt: Ich habe DIE REISE gemacht, vor der ich eigentlich am meisten Angst hatte.

Hallo neues Jahr

Mir hat es gegraut vor dem Jahreswechsel. Aber ich habe ihn geschafft: Im schönsten Hotel der Welt, mit der besten Seelenschwester der Welt und mit Blick auf ein wunderschönes Feuerwerk über den Dächern von Hamburg.

Ich weiss nicht so recht, ob ich das alte Jahr traurig habe ziehen lassen und ob ich das neue Jahr freudig begrüsst habe. Es war irgendwie alles verworren – meine Gefühlswelt war ziemlich chaotisch.

Wie war es denn nun, dieses Jahr ohne meinen Mann und Papa meiner Kinder?

Ich habe auf dem Altjahresspaziergang entlang der Alster dieses Foto geknipst. Es zeigt in etwa mein 2025!

Es hatte viel Dunkles dabei.
Es hatte viel Trauer dabei.
Es hatte Schatten dabei.
Es hatte einige echt schwere Hänger dabei.
Es hatte aber auch viel blauen Himmel dabei.
Es gab immer wieder Licht am Horizont.
Es gab etliche Spiegelungen.
Es hatte mal Wellen, mal glatte See.
Es hatte zum Glück feste Wurzeln.
Es hatte auch viel Schönes.

Was erwartet mich wohl im 2026???

Wie gut, dass ich das nicht weiss. Hätte mir jemand im voraus gesagt, was mich im 2025 erwartet, wäre ich womöglich von einer Brücke gesprungen. Es ist gut, dass man nicht in die Zukunft sehen kann. Die Gefahr bestünde sonst, dass man die Gegenwart nicht mehr leben könnte. Ich bin aber zuversichtlich, dass mir das Jahr nur bringen wird, was ich auch tragen kann.

Gerade befinde ich mich im Monat, der vor einem Jahr alles ins Wanken und letztlich zum Kippen gebracht hat. Eigentlich bin ich nicht so an Daten gebunden – im Normalfall interessieren sie mich sogar sehr wenig. In diesem Jahr allerdings muss ich mich echt bewusst darauf konzentrieren, nicht ständig zu denken, was vor einem Jahr an besagtem Tag alles passiert ist. Ich bin aber froh, dass ich Tagebuch geführt habe. Anders könnte ich mich nicht einmal mehr ansatzweise daran erinnern, wie ich durch diese Zeit gekommen bin.

Auf dem Rückflug aus meiner geliebten Hansestadt hat unten der Schneesturm getobt und oben über den Wolken war der schönste Sonnenuntergang überhaupt. Ich nehme das mal als gutes Omen – schliesslich war der Göttergatte am liebsten in der Luft! Bestimmt hat er mir dieses Wolken- und Lichtspiel beschert.

Auf ein gutes 2026 euch allen da draussen.

Schlaflos in Hamburg

Einmal mehr in diesem Jahr wohne ich im weltbesten Hotel in der schönsten Stadt der Welt, und trotzdem habe ich eine schlaflose Nacht hinter mir. Eigentlich dachte ich, es sei Zufall. Oder die Wechseljahre. Oder das geheizte Zimmer. Oder … oder … oder …!

Als mich heute früh aber wieder einmal die Trauer auf dem falschen Fuss erwischt hat, da wurde mir klar: Auf den Tag genau vor einem Jahr bin ich mit meinem Göttergatten zum letzten Mal aus der geliebten Hansestadt nach Hause geflogen. Wir wären am liebsten geblieben, mussten aber aufgrund der starken Medikationen und der Therapien zurück in die Schweiz. Und mir war klar, dass es unser letzter Flug sein würde.

Ich weiss, dass er das auch gespürt hat. Wir sind beinahe wortlos nach Hause geflogen und er hat jedes Wolkenbild studiert, das er gesehen hat. Er hat alles geliebt, was mit der Fliegerei zusammenhing. Also auch den letzten Flug! Obwohl der wirklich allerletzte Flug ja jener gewesen ist, als wir seine Asche über unserer Heimat freigelassen haben.

Ja, diesmal erinnert mich sehr viel an unseren letzten Aufenthalt, weil vieles genauso aussieht, wie damals. Die Dekorationen, die Düfte, die Lichter – und manchmal geht es wunderbar; manchmal ist aber Triggeralarm in meinem Kopf und meiner Seele.

Meine Seelenschwester und Reisebuddy Manu ist einmal mehr unerschütterlich an meiner Seite. So, wie sie es das ganze Jahr über war. Sie hat getröstet, zugeredet, war da, hat mit mir gelacht, wir sind in Erinnerungen geschwelgt und sie hat einfach verstanden. Dafür bin ich unendlich dankbar. Auch ihrem Amore Marco, der in dieser Zeit immer auf sie verzichtet und zu Hause die Stellung hält. Beste Freunde nennt man das!

Morgen werden wir Silvester im Pyjama, mit leckerem Essen vor der Glotze verbringen. Schliesslich können wir uns zu Hause nicht so verwöhnen lassen, wie wir das hier in unserer zweiten Heimat tun können. Also nutzen wir doch die Gunst der Stunde und lassen es uns einfach gut gehen. Draussen darf geknallt werden – wir machen SPA, Chilling und Mampfing – und verschlafen vermutlich den Rutsch ins 2026. Macht ja nichts! Hauptsache gemütlich.

Happy new year everybody!

Überstanden!

Das waren also die Weihnachtstage 2025! Ich muss gestehen, dass ich diesen Tagen nicht nachtrauern werde. Sie waren für mich doch eher bescheiden.

Die Trauer hat mich am Tag vor Heiligabend auf dem linken Fuss erwischt. Sie kam um die Ecke geschlichen, hat erst nur vorsichtig kurz reingeschaut, um mich dann mit voller Wucht daran zu erinnern, dass da ein wichtiger Mensch fehlt. Trauer ist ein unberechenbares Gefühl. Sie kommt, wenn Du sie so gar nicht auf dem Schirm hast und fragt auch nicht, ob sie nun bleiben darf, oder nicht. Die Gefühlswelt kann innerhalb weniger Minuten komplett ändern und Du hast wenig Einfluss darauf.

Im Radio haben alle Sender die Weihnachtslieder rauf und runter gespielt und ich habe zwar gebacken und Geschenke verpackt, aber es hat sich falsch angefühlt. In der Küche zu stehen und jene Arbeiten zu machen, die sonst immer der Göttergatte gemacht hat, das hat mehr weh getan, als ich mir eingestehen wollte.

So kam es auch, dass ich am Weihnachtstag nach dem Brunch mit den Kindern und Enkelkindern den Weihnachtsbaum abgeräumt habe. Mein Tochterkind hat mir dabei geholfen und wir haben alles in eine Schachtel gepackt. Das Ganze hatte eine Art Symbolik und ähnelte einem Ritual: Wir packen 2025 nun weg – wir haben die Schnauze voll! In etwa so hat sich das angefühlt.

Seit der Baum nicht mehr steht, fühlt sich meine Seele wieder leichter an. „Klappe zu, Affe tot.“

2025 war ohnehin nicht unser Weihnachtsjahr. Die Grippeviren haben einen Teil der Familie gebeutelt und entsprechend harzig war das Ganze. Es gab notabene in meinem Freundeskreis kaum eine Familie, die nicht mindestens einen oder zwei Grippefälle entweder im Bett oder unterm Baum hatte. An jedem anderen Tag würde man virenbefallen nicht zusammensitzen. An Weihnachten eben schon.

Ich muss gestehen: Gestern, nach den beiden Weihnachtstagen, habe ich mir eine volle Dosis Couch und TV gegönnt und mich einfach eingeigelt.

Ich weiss, die nächste Weihnacht kommt bestimmt. Bis dahin ist aber jetzt erst einmal ein Jahr ohne „Jingle Bells“ und „Merry Christmas“ angesagt. Und es liegt vor allem mindestens ein Sommer dazwischen – ohne Nebel, mit Sonne, Vogelgezwischter, Kinderlachen im Garten und Farbe in der Natur. Darauf freue ich mich besonders.

Ich hoffe, euer Weihnachtsfest war so, wie ihr euch das gewünscht habt.

Weihnachtspost zur Venus

Hey Mick

Ich habe keine Ahnung, ob und wie man auf der Venus Weihnachten feiert. Ich nehme an, dass es nicht so aussieht, wie auf dem kreierten KI Bild. Aber ich weiss, dass Du irgendwo da oben auf uns runterschaust und zufrieden mit uns bist – wir haben dieses Jahr gut gemeistert: Unsere Kinder, Enkelkinder, Schwiegerkinder, meine Eltern, unsere Freunde und ich. Du hast uns Deine ganze positive Energie dagelassen und uns die Sicherheit gegeben, nach vorne blicken und weiterleben zu dürfen. Danke Mick!

Vor einem Jahr haben wir das letzte mal gemeinsam Weihnachten gefeiert und ich habe das Gefühl, dass es im letzten Jahr fast schlimmer für mich gewesen ist, als jetzt. Tief im Inneren haben wir gewusst, dass es unser letztes gemeinsames Weihnachtsfest sein würde. Das Krabbenvieh hat Dir damals schon das Leben so schwer gemacht, dass wir mit schweren Herzen gefeiert haben. Wir haben Fotos geknipst wie die Irren, weil wir jeden Moment mit Dir noch festhalten wollten.

Du hast zwar gegrinst, wie Du es immer getan hast – weil Du froh warst, noch einmal dabei sein zu können. Die Schmerzen waren aber da schon heftig – und Du warst tapfer wie immer! Es war aber auch das erste Weihnachtsfest, an welchem Du Dich eher ausgeklinkt hast, weil Du Dich zu Hause hinlegen musstest. Das tat im Herzen fast mehr weh, als die Tatsache, dass Du nun nicht mehr dabei bist.
Auch unsere Fellnase Ellie war damals noch dabei.

Inzwischen seid ihr beide wieder vereint auf eurem neuen Heimatplaneten. Und weil ich weiss, dass ich in diesem Jahr den Gedanken an das Unvermeidliche, was danach auf uns zugekommen ist, nicht mehr haben muss, ist auch meine Angst verschwunden.

Du fehlst, jeden einzelnen Tag. Und es wird wohl bis ans Lebensende immer irgendwie weh tun. Diese ersten Feiertage ohne Dich werden nicht für alle gleich emotional sein. Aber sie zeigen einmal mehr auf, dass da eine Lücke bleibt, die man nicht mehr schliessen kann. Ich möchte diese Lücke auch nicht schliessen. Sie zeigt mir, dass wir etwas hatten, was besonders war. Und egal, was das Leben mir noch bringen wird – einen „Ersatz“ für den Göttergatten wird es nicht geben. Du warst und bist einmalig.

Für unsere Kinder wird es das erste Weihnachtsfest ohne Paps, für unsere Enkel das erste Weihnachtsfest ohne Gropi. Aber es wird auch das erste Weihnachtsfest seit langem, an dem ich nicht immer mit einem Auge schiele, wie Dein Zustand ist oder ob es Dir gut geht.

Ich habe es übrigens bis heute nicht geschafft, Deine Spitaltasche auszuräumen. Ich werde den Geruch dort wohl für immer konservieren. Ich als Nasenmensch (im Inneren wohl ein Trüffelschwein) möchte eigentlich diese Tasche gar nie öffnen. Und wer weiss, vielleicht bleibt sie einfach für immer im von mir kreierten Mick-Schrank, in den ich alle Erinnerungen packe, die mir wichtig sind und die ich behalten will.

Ich schicke Dir ganz viel Liebe auf die Venus und wünsche mir, dass Du schützend Deine Hand auf alle hältst, die uns lieb und wichtig sind.

Du wirst hier sehr vermisst,

I love you Dich (Familiensprichwort)

Dani

« Ältere Beiträge Neuere Beiträge »

© 2026

Theme von Anders NorénHoch ↑