von süss bis ungeniessbar

Zoff mit dem Körper

Meine Güte: Kennt ihr das Gefühl, wenn der Körper und die Seele nicht dasselbe wollen? Bei mir ist das aktuell Dauerzustand!

Meine Seele und mein Geist wollen volle Fahrt voraus in mein anderes Leben, welches sich im Januar durch den Tod meines Göttergatten ergeben hat. Mein Körper steht trotzig in der Ecke, mit verschränkten Armen, guckt böse und sagt: „NEIN, ich hab jetzt mal einfach keine Lust mehr!“

Das ist richtig mühsam. Akute Hüftbeschwerden machen mir das Leben schwer. Notabene Hüftbeschwerden, die operabel behoben werden sollten (mit neuen Hüftgelenken) und die ich offenbar vor fünf Jahren schon habe dokumentieren lassen. Bedingt durch die Krankheit meines Mannes, hatte ich diese Tatsache aus meinem Kopf komplett gestrichen. Ich kann mich daran nicht mehr erinnern. Nun sind die Beschwerden mit voller Wucht wieder da!

Genau wegen selbiger Beschwerden versuche ich seit knapp 2 Monaten mit viel Proteinen und wenig Kohlehydraten meinen Körper davon zu überzeugen, dass er einige Kilos hergeben soll. Kaputte Hüfte freuen sich nämlich nicht über zuviel Gewicht. Was sagt mein Körper dazu? „Interessiert mich nicht die Bohne!“ Er gibt trotz Kaloriendefizit und täglich 10’000 Schritten kein Gramm Speck her. Es ist, als ob er mich blöd angrinsen und mich auslachen würde.

Dazu kommt, dass ich unfassbar viele neue Ideen in meinem Kopf habe, die ich gerne in die Tat umsetzen möchte. Mein Körper sagt: „NOPE, keine Lust, ich bin müde und möchte schlafen.“ Meine Güte – ich bin 58ig, nicht 98ig. Was soll das?

Habt ihr euch schon einmal mit einem wachen Geist und einem bockigen Körper rumschlagen müssen? Die beiden prügeln sich den ganzen Tag und zapfen mir die noch übriggebliebene Energie ab. Der Geist winkt auf der Überholspur dem Körper zu, um ihn zur Mitfahrt zu motivieren. Der Körper lümmelt auf dem Pannenstreifen rum und schmollt. So wird das nie was!

Nun habe ich die Therapeutin meines Vertrauens aufgesucht in der Hoffnung, die beiden dazu zu bewegen, dass sie sich auf der normalen Fahrspur treffen und wieder in dieselbe Richtung ziehen. Anders macht das echt mürbe und sauer. Ja, ich werde manchmal richtig wütend, wenn mein Körper mich zur Ruhe zwingt, obwohl mein Geist gerne tausend Dinge tun würde.

Ich habe mich sogar für eine Retreat-Woche mit Yoga, Medidation und Klangschalen-Therapie angemeldet, um meinem Körper etwas Gutes zu tun; in der Hoffnung, dass er endlich wieder mit mir zusammenarbeitet, anstatt bockig in der Ecke zu stehen und mich böse anzugucken. Ich bin gespannt …

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2 Kommentare

  1. Ingwer

    Ja, ich kenne das auch. Erstens hat man wegen Krankheit des Gatten eigene Gesundheitsfragen (nur allzu gerne) verdrängt oder verschoben… und zweitens ist man nach einigen Jahren nicht mehr so jung wie vorher.
    Ich habe meine Beschwerden, die vermutlich auch von der Hüfte kommen und bis zum Schulterblatt reichen mit einem Tens-Gerät und weniger körperlicher Arbeit in den Griff bekommen. Aber trotzdem will der Geist mehr, als der Körper hergibt. Das bedeutet auch bei mir genau überlegen, was ich noch manche und einiges weglassen..

    Liebe Grüße und gutes Angewöhnen, Ingwer

    • modepraline

      Ja, man fängt an, seine Ressourcen gut einzuteilen, Da hast Du absolut recht. Ich lerne noch! Danke für Dein Feedback 🙂

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