Das mit der Trauer, das ist so eine Sache. An manchen Tagen könnte ich Bäume ausreissen und lache viel, an anderen fühle ich mich überfahren und könnte nur heulen. Glücklicherweise sind die guten Tage klar in der Überzahl. Aber ich komme manchmal bei meinem Gefühlschaos selber nicht hinterher. Wie soll es da meine Aussenwelt verstehen?
„Ich sehe, Du lachst sehr viel. Dann geht es Dir also wieder gut?“
Ja, es geht mir gut. Das bedeutet aber nicht, dass die Trauer vorbei ist – sie hat nämlich kein Ablaufdatum und ist nach einer fast 40-jährigen Beziehung auch nie vorbei. Nur weil man wieder lacht, heisst das nicht, dass man aufgehört hat, zu trauern.
„Oh, warum weinst Du – es ging Dir doch in letzter Zeit wieder gut?“
Weil ich traurig bin, dass mein Göttergatte nicht mehr da ist. Und weil ich vermutlich auch für den Rest meines Lebens trauern werde. Das heisst aber nicht, dass ich deswegen nur noch weinen werde. Das will ich nicht und das hätte er nicht gewollt. Aber es gibt Tage, da ist das Tränenfass so voll, dass es einfach überläuft. Deswegen ist man aber nicht wieder am Anfang der Trauer. Man ist auf dem Weg! Notabene ein Weg, der hoch und runter geht und bei dem niemand weiss, wohin er einen führt.
Jeder Trauerweg sieht anders aus und es ist deshalb auch weder zu früh, zu spät, oder zu falsch, wenn man lacht oder weint oder manchmal auch beides im Wechsel am selben Tag. Es ist ein ziemliches Chaos in der Seele und im Kopf.
Ich stelle mir das in etwa so vor, als ob man ein grosses Loch im Herzen zu füllen versucht, indem man verzweifelt Backpulver, Zucker, Mehl, Milch und Eier reinmixt. Es gibt Tage, da fühlt sich das Loch mit dem Kuchen drin ganz okay an. An anderen Tagen war es zuviel Backpulver und die ganze Herzgeschichte explodiert. Oder man erwischt schlechte Eier und es stinkt zum Himmel. Oder bei zuviel Milch läuft es einfach durch das Loch durch und es ändert rein gar nichts am Zustand!
Und wer jetzt denkt: Hat sie nun endgültig einen an der Waffel?
Jap, manchmal habe ich das wirklich. Das Chaos im Herzen und im Kopf ist tatsächlich nicht immer einfach zu durchschauen und muss für Aussenstehende oft einfach unverständlich sein. Aber ich komme klar! Und ich hoffe, dass ihr das auch tut.
Wenn nicht, einfach fragen. An guten Tagen kann ich den aktuellen Gemütszustand sogar definieren.
Jemanden zu verlieren ist das schlimmste was einem erfahren kann, fühl dich gedrückt.
Ja, das sind die bitteren Erfahrungen, die leider zum Leben dazugehören und um die wir alle nicht kommen. Den Drücker nehm ich gerne! 🙂
Liebe Daniela genau so fühlt es sich an .. Diese Sätze bekomme ich auch schon ,es ging dir gestern doch gut …
Mein Körper rebelliert ,habe ein Tag Magen ,dann Rücken,aber mein Unfeld ist schon genervt . Aber ja es gibt halt solche Tage und man muss uns auch nicht immer verstehen . Wir brauchen nur Zeit egal wie lange diese Zeit auch geht .? LG
Es braucht viel Zeit – und das Umfeld dünnt sich sauber aus – die Echten bleiben … auf die anderen kannst Du pfeifen. Es fühlt sich an wie eine Generalreinigung im Fischnetz! 🙂
Toi toi toi!