von süss bis ungeniessbar

Verliebt in Pumba

Der vierte Tag in Südafrika und ich bin verliebt!

Mein Seelentier ist ja der Elefant. Nichts kommt für mich auch nur annähernd an dieses majestätische und familienverbundene Tier. Ausser Pumba, das afrikanische Warzenschwein, das hier auch gerne als Rasenmäher genutzt wird.

Sein Name „Pumbaa“ bedeutet im ostafrikanischen Suaheli soviel wie „verrückt“, „sorglos“ oder einfach schlicht dumm. Die lustigen Kerle rennen dem Löwen davon, um nach 2 Minuten vergessen zu haben, warum sie losgerannt sind und drehen um, dem Löwen wieder entgegen.

Ich habe im Gorah Elephant Camp Freundschaft geschlossen mit „Mister Forgetful“, der an unserem Wasserloch immer trinkt und mich alle drei Minuten anschaut, als ob er mich noch nie gesehen hätte. Quasi 50 erste Dates oder so …
Und wenn er losrennt, dann stellt er sein lustiges Schwänzchen schnurgerade in die Höhe wie eine Antenne, um nach ein paar Sekunden aprubt stehenzubleiben, sich verwirrt umzuschauen und wieder zurück zu rennen.

Ich bin ja überzeugt, dass mindestens eine unserer Hauskatzen daheim in der Schweiz verwandt ist mit Pumba. Gleich vergesslich, gleich schusselig aber genauso liebenswert. Sorry Brain.

Die lustigen Freunde haben hier in der südafrikanischen Savanne gerade jede Menge Jungtiere. Es sieht zum Kreischen lustig aus, wenn die Herde zum Sprint ansetzt und alle kleinen Schwänzchen wie ferngesteuerte Autos mit Antennen in eine Richtung düsen, um gleich wieder zu vergessen, warum sie das getan haben.

In Sachen Vergesslichkeit habe ich definitiv mindestens ein Pumba-Gen. Und für mich sind sie die absolut lustigsten Tiere, die ich bislang gesehen habe.

In love with Pumba.

Hello Africa

Wow, was für ein Odyssee von Körper und Seele bis klar war, dass wir tatsächlich nach Südafrika abreisen würden. Zuerst hat mir mein Fuss einen Strich durch die Rechnung machen wollen – danach hat Alex sich das Knie geschlagen. Ich habe auf einmal panische Angst bekommen, dass uns diese „Vorzeichen“ etwas sagen wollen. Auf dem Flug nach Johannesburg hatten wir einen medizinischen Notfall an Bord, sodass bis Tunesien nicht klar war, ob wir umdrehen müssen. Aber: Letztlich sind wir in Südafrika gelandet.

Der Punkt auf meiner Bucketlist „Elefanten in der freien Wildbahn“ hat sich bereits auf der Hinfahrt zum Camp erledigt:


WOW! Die sanften Dickhäuter streichen hier gemächlich durch die Savanne – an unserem Zelt vorbei. Ich hätte mir nie träumen lassen, dass ich mir einmal mitten in der Savanne in einem Zelt die Haare trockne und dabei einem Elefanten beim Matschbaden zusehen kann.

Eine Löwin ist hier auch immer um die Lodge herum zu sehen – sie scheint ihre Jungtiere hier zu haben. Gestern Abend hat sie für uns ein Brüllkonzert veranstaltet und die Nacht hindurch haben wir sie immer wieder brüllen hören.


Auch die Warzenschweine mit ihren lustigen Antennenschwänzchen düsen durch die Weiten der Savanne und die Geräuschkulisse ist so ganz anders als jene, die wir von Zuhause gewohnt sind.

Wir sind seit 24 Stunden auf dem afrikanischen Kontinent, machen heute unsere erste Safari und haben schon soviel erlebt, dass ich kaum verarbeiten kann, was meine Sinnesorgane hier alles verstoffwechseln dürfen.

Ach ja – und heute ist es sogar warm. Das Wetter wechselt hier von Tag zu Tag und von Stunde zu Stunde extrem. Gestern hatten wir 4 Schichten Kleider übereinander am Körper – eine Bettflasche lag im Bett und die Gasöfen im Zelt sind zum Einsatz gekommen.

Aber: Trotz all dem neuen waren wir so todmüde, dass auch die Geräuschkulisse uns nicht am Schlaf hindern konnte.

Südafrika hat uns mit offenen Armen empfangen und unser Reiseveranstalter https://www.africangreenland.com hat alles genauso organisiert, wie wir uns das gewünscht haben. Good Job!

Übers Ziel hinaus geschossen!

Ich habe vor kurzem auf Facebook einen Post veröffentlicht, der offenbar nicht von allen richtig verstanden wurde. Es ging dabei darum, dass alt werden nichts für Feiglinge ist, weil der Körper an den einen und anderen Orten so langsam beginnt zu rebellieren. Zipperlein hier, Schmerzen da, Arztbesuche und Therapietermine in der Agenda anstelle von Partys und Konzerten. Mit diesem Post habe ich kundgetan, dass ich gerne bedauert werden möchte. Untermalt habe ich den Post mit einem KI generierten Bild einer heulenden Frau, die mir ähnlich sieht.

Kaboom – viele haben den Galgenhumor dahinter verstanden. Aber lange nicht alle. Ich wurde bombardiert mit Fragen zu meinem Gesundheitszustand und meine Eltern wurde antelefoniert, was mit mir los sei …

Nun, das habe ich nicht kommen sehen.

Drum hier ein Update für alle: Ich leide unter mal mehr und mal weniger starken Schmerzen im linken Fuss, die phasenweise ein Gehen verhindern. Totale Blockade und Schmerzskala am Limit! Mutmassung war, dass mein Rücken das Problem sein könnte (Morbus Bechterew) und etwas mir auf die Nerven drückt.
MRI-Untersuchung gab Entwarnung. Fussröntgen gab einen unklaren Befund. Deshalb geht es weiter im Text mit Untersuchungen.

Fazit bisher: Ich komme mir vor wie ein Volldepp, der unter Schmerzen leidet aber nichts hat … 🙁
Medikamente fallen ins Leere und ich weiss nach wie vor nicht, woher und wohin? Und weil ich mich damit durch die Tage mühe, habe ich leicht säuerlich darüber einen oberhässigen Post gemacht. Viele haben ihn verstanden. Andere sind in Panik ausgebrochen. SORRY, das war nicht meine Absicht.

Es tut einfach dammi nomol weh – und ich wüsste nur zu gern, warum das so ist. Aber hey – ich schaffe das – ich bin schliesslich nicht nur so alt, dick und grau wie ein Elefant, ich fühle mich auch in etwa so!



Der stolz Teppich, die zarti Blueme und der farbig Stuehl.

Es isch emou e prächtige Teppich gsi, wo Alvaro gheisse het. Er isch us feinstem Garn knüpft gsi, het i de Farbe vom Oberot glänzt und isch im gläserne Thronsaal vomene einsame Schloss gläge. Der Alvaro het die bsungeri Gab vor Beständigkeit gha. Er het d Zit chönne überduure, ohni z verbleiche.

Direkt über ihm, inere kunstvolle Schale us Kristall, isch e zarti Blueme gwachse, wo Flora gheisse het. D Flora het d Gab vom Wandu gha. Jede Morge het si ihri Blettli neu entfaltet, ihri Gstalt veränderet und isch immer in angere, lüchtende Farbe erblüht.

Zwüsche ihne isch der Sedis gstange, e grosse, weich polsterte Sessel. Si Bezug isch es Mosaik us unzählige bunte Muschter und Farbe gsi. Der Sedis het d Gab vo der Erinnerig gha. Er het sich zwar nid bewegt, aber in sine bunte Muschter het er d Erinnerig a aues bewahrt, was jemals i de Schlossmuure passiert isch.

Langi Zit hei sich die drü nid verstande. Si si eifach z underschiedlich gsi.

Der Stolz vom Alvaro isch gränzelos gsi: „Ig bi s Fundamänt. Ich blibe für immer glich, verlässliche Perfektion.“

D Flora het doderzue gseit: „Ich bi d Bewegig. Ich wachse, tanze im Wind und bringe  Läbe i dä Saal.“

Der Sedis het gmüetlich brummlet: „ Dir vergässet, was gsi isch. Wahri Grössi gseht me nur i de bunte Gschichte us der Vergangeheit, won ig i mine Polschter trage.“

Der Alvaro het sich gärgeret, wenn der Schatte vo der Flora sini Symmetrie gstört het oder wenn s bunte Muschter vom Sedis sich mit sine eigene Farbe bisse het. D Flora isch säuber glängwiilet gsi vo der ewige Sturheit vom Alvaro und de länge Gschichte vom Sedis. Jede het dänkt, sini eigeti Gab sig die wärtvoueri.

Eines Namittags het sich der Himmu überem Schloss schlagartig verdunklet. Es gwaltigs Unwätter isch übers Land zoge. Sturmböe si gäge s Schloss peitscht und fuschtgrossi Hagelchörner hei s schützende Glasdach vom Thronsaal i 1000 Stückli gschlage. Iis-chalte Räge und splitternds Glas si über die 3 Bewohner abe cho.

D Flora het im heftige Wind unkontrolliert zitteret. Ihri zarte Blättli si verhuddlet worde und s Wasser het droht, ihri Wurzle z ertränke. Ohni Schutz isch si der Natur hilflos usglieferet gsi.

Der Alvaro und der Sedis hei ihri Not gseh. Si hei gmerkt, dass mit em Stärbe vo der Flora au aui Lebändigkeit und aui neue Gschichte us em Schloss würde verschwinde.

Do isch s Unglaubliche passiert: Der Alvaro het sich mit magischer Chraft vom Bode glöst und isch obsi gschwäbt.

Der Sedis het kei Sekunde zögeret. Er isch mit schwerer, magischer Chraft direkt unger d Kristallschale vo der Flora grückt. Während der Alvaro sich wie es schützends Dach über d Flora gleit het, het sich de Sedis aus weiche Schutz drunger gstöut. Mit sine dicke, gmütliche farbig Polschter, het er s  iischalte Wasser uffgsugt, sodass d Wurzle vo der Flora nid ertrinke. Zäme hei sie  e unbezwingbari Feschtig bildet.

Wo s Unwätter verbizoge isch, isch d Flora zwar chli ramponiert gsi, aber sie het no gläbt.

Zum Dank het si ihri beide Retter mit ihrne Blüetestaubfäde berührt. So het sie am Alvaro und am Sedis ihre süss Duft gschänkt, wo vo do a für immer is feine Garn und die weiche Polschter izoge isch.

Ab däm Tag hei si dä Saal gmeinsam als Einheit regiert. Si hei glehrt, dass s Einte ohni das Angere unvollständig isch.
D Beständigkeit bruucht s Läbe, zum nid eitönig und längwilig wärde.
D Vergänglichkeit bruucht e sichere Haut, zum chönne  erblühe.
S Läbe brucht die bunte Erinnerige, zum nie vergässe, wohär me chunnt und wär me isch.

Wo d Zit vo der Flora im Herbscht z Änd gange isch, het si ihri Sömli töif im Alvaro sim warme Gwäb hinderloo, schön ibettet im Schutz vom Sedis sim weiche, bunte Polschter.

Im nöchste Früehlig isch sie zmitts usem Härz vom Alvaro und under em Sedis sim wachsame Blick neu erwachet. Sie si jetzt für immer mitenand verwobe gsi – der ewig Teppich, der farbig Stuehl und die zarti Blueme.

Dieses Märchen ist für die Eröffnung einer Ausstellung im Schlösschen Vorderbleichenberg in Biberist geschrieben worden.


„Werum grinsisch immer so apisst?“

Unfassbar, wieviele Rückmeldungen ich in letzter Zeit auf Fotos von mir erhalte. Wohlverstanden: Nicht positive Rückmeldungen …

„Geht’s Dir nicht gut, Du siehst auf dem Foto schlecht aus?“
„Hast Du Migräne, oder warum guckst Du auf dem Bild so gequält?“
„Waren die Ferien nicht gut? Du hast auf jedem Bild unglücklich geschaut!“

So oder so ähnlich klingt es, wenn ich irgendwo ein Bild von mir hochlade. Und zu Beginn war ich irritiert und bin nicht sofort darauf gekommen, woran es liegen könnte. Aber dann …

Vor rund zwei Monaten bin ich wegen nächtlichen Spannungskopfschmerzen und grässlichem nächtlichem Zähneknirschen zum Arzt gegangen. Mein Ziel war es, endlich wieder einmal schmerzfrei schlafen zu können. Da die gängigen Schmerzmittel nicht helfen wollten und weil die Muskulatur im Schlaf macht, was sie meint machen zu müssen, suchten wir gemeinsam einen anderen Weg.

Zauberlösung: Botox in die Nacken- und Kiefermuskulatur spritzen. So könnte der Spannung der Garaus gemacht werden. Der Muskeltonus lässt nach, und damit der lästige nächtliche Schmerz. Ich muss gestehen: Bereits die erste Nacht war wie eine Erlösung. Und es wurde zunehmend besser.

Dass der fehlende Muskeltonus im Kiefer auch auf meine Mimik einen Einfluss haben würde, das hatte ich nicht auf dem Radar. Und dass dieser Einfluss einseitig sein würde, noch viel weniger! Also eigentlich bin ich jetzt einseitig im Gesicht faltenfrei gebüglet, auf der anderen Seite eher weniger. Und ich bekomme eine Mundecke beim Grinsen noch hoch, die andere nicht.

Das liegt nicht an der falschen Behandlung des Arztes, sondern ganz einfach daran, dass nicht jeder Muskel gleich stark auf die Behandlung reagiert. Allerdings frage ich mich schon, warum es Frauen gibt, die sich ihre ganzen Gesichter spritzen lassen. H Ö L L E !!!! Da geht anschliessend gar nichts mehr. Jetzt ist mir auch klar, warum diese Superbeauties immer leicht angesäuert aussehen. Die können gar nicht mehr anders. Selbst wenn sie lachen, behält das Gesicht das für sich.

Nach rund vier Monaten sollte meine Mimik wieder zurück zur alten Form kommen. Allerdings werden sich mit dem Verwirken des Mittels die Schmerzen leider auch wieder einstellen – es sei denn, ich spritze nach.

Und seither stelle ich mir die Frage: Wieder lachen wie ICH oder schmerzfrei sein?

P.S.: Seit ich weiss, dass ich schief lache, finde ich jedes Bild von mir einfach nur zum Erbrechen. Und ich versuche verzweifelt, nicht mehr zu grinsen, weil es schlicht bescheiden aussieht.

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