von süss bis ungeniessbar

Alles richtig gemacht

Wenn ich mit meinen Freundinnen in Hamburgs Aussenquartieren shoppen gehe, dann unterscheidet sich das Lichtjahre von einem Shoppingtrip in der Schweiz. Warum? Ganz einfach:

Die kleinen und lustigen Geschäfte in den Nebenstrassen Hamburgs sind alle gemütlich und manchmal auf den ersten Blick etwas unaufgeräumt eingerichtet. Aber es animiert einen zum Suchen, Graben, Finden und genauer Hinschauen. Und man wird in allen Geschäften laut und freundlich begrüsst. Kommt man mit Hund, wird als erstes gefragt, ob der Hund einen Trinknapf möchte. In der Schweiz? Noch nie erlebt! Weiterlesen

Viele (Um-)Wege führen nach Rom (oder Hamburg)

Weiberferien in Hamburg – was für ein Spass. Und weil Weiber alles mindestens so gut beherrschen wie Männer (eigentlich zwar besser, aber das nur so am Rande), marschieren Weiber genauso mutig durch Hamburgs Hintergassen. Wir wissen jetzt auch, dass es davon jede Menge gibt.

Aber von vorne: Start bei Hamburger Schietwetter. Alle ausgestattet mit Regenjacken, Regenschuhen und die kleine Ellie mit einem Regenmäntelchen. Der knapp einstündige Fussmarsch ins Hamburger Stadtherz am Jungfernstieg hat sich zwar nass, aber nicht lang angefühlt. Einzig der nette Reisebus an der Ampel, der mit Vollgas durch eine Riesenpfütze gerast und uns von Kopf bis Fuss geduscht hat, der hätte nicht sein müssen. Aber auch darüber haben wir uns scheckig gelacht. Weiterlesen

Weltuntergang…

…oder so! In etwa so hat es sich nämlich angefühlt, als es in unserem Hamburger Zuhause zum Supergau kam. Wir waren volle 28 Stunden ohne Internet- und TV-Empfang. Könnt ihr euch sowas vorstellen? Ich dachte ja erst, dass das kein Problem wäre. Weit gefehlt. Als bekennender Blogjunkie und Chillout-Fernsehentspannerin kam ich mir total amputiert vor. Irgendwie fühlte ich mich wie ein Tiger im Käfig. Wie krank ist das denn? Hilfe, ich bin süchtig! Abhänig von der modernen Technik. Das darf doch nicht wahr sein. Weiterlesen

Tattoo Convention

Meine Güte, der Göttergatte und ich sind ja jetzt sowas von hipp – mehr geht gar nicht. Unser Tochterkind hat uns mit auf die Hamburger Tattoo Convention genommen. Bestimmt lachen jetzt viele von euch, weil sie das schon unzählige Male gesehen haben. Für uns war das total neu. In der Markthalle Hamburgs sind über die Ostertage Tätowierer aus der ganzen Welt mit ihren Tischchen und Stühlen und dem ganzen Material angerückt und geben dort ihre Kunst zum Besten. Am lebenden Objekt! Also, an Menschen.

Als Nichttätowierte kam ich mir beim Eingang schon vor, wie auf einem anderen Planeten. Es surrte aus allen Richtungen – ähnlich wie beim Zahnarzt. Und wenn man in die Gesichter der Kundinnen und Kunden schaute, muss es wohl auch ähnlich weh tun. Okay, es gab welche, die zuckten nicht einmal mit der Wimper. Andere hatten Schweissperlen auf der Stirn und verzerrten das Gesicht dermassen, dass wir mehr als einmal vorbeigehen mussten, um sicher zu sein, dass sie noch am Leben sind. Also, mir ist ganz besonders aufgefallen, dass die Männer die Gesichter bedeutend mehr verziehen, als die Frauen. Sag ich es doch immer schon: Frauen sind härter im Nehmen! Pha!!!

Also ich kam mir vor, wie Heidi von der Alp. Ich meine: Nicht tätowiert, total normal gekleidet und irgendwie nur im Kopf schräg. Die Mehrheit der Besucher dort waren wandelnde Leinwände und manche hatten ihre Kunst soweit getrieben, dass sogar die Gesichter und die Kopfhaut zutätowiert waren. Igittigitt! Jeder Tätowierer zeigte in einem Foto- und Skizzenbuch, worauf er besonders spezialisiert ist. Manche tätowieren sehr genau und mit klaren Linien, andere eher skizziert und mit vielen kleinen Strichen. Es gibt welche, die mit viel Farbe tätowieren – wieder andere nur in schwarz. Dann gibt es die berühmten Spezialisten für Totenköpfe, oder jene, die sich auf Tiere spezialisiert haben. Und die ganz besonders mutigen Kunden lassen sich von Künstlern tätowieren, die ihre Sujets nicht mit einer Blaupause vor dem eigentlichen „Akt“ auf den Körper zaubern, sondern alles in Freihand machen. Da weiss man nie so genau, wie das Resultat letztlich aussehen wird. Das braucht Vertrauen und Mut. Ich könnte das nie und nimmer. Man stelle sich nur mal vor, man bestellt einen Frosch auf den Rücken und bekommt Bambi. Horror!

Ich war überrascht, wie gefragt das Ganze ist – schliesslich sind diese Körperbilder nicht ganz billig. Jeder, der unzähligen Tätowierer aus der ganzen Welt war am Arbeiten … und bei manchen standen schon die nächsten Anwärter für ein Bild an. Auf den Tischen lagen überall kleine oder grosse Bildskizzen, welche mit „Wanna do’s“ gekennzeichnet waren. Das Tochterkind klärte uns darüber auf, dass dies Bilder seien, welche die Tätowierer gerne auf der Convention an mutigen Kunden tätowieren möchten. Also Bilder, die sie bisher noch nicht tätowiert hatten. Auch habe ich mich belehren lassen, dass in den Fotobüchern nicht einfach ein Bild ausgelesen und tätowiert werden kann. Ein Tattookünstler mit einem Namen tätowiert jedes seiner Bilder nur einmal. Was in seinem Fotobuch gezeigt wird, zeigt lediglich die Richtung, wie er arbeitet. Ich bekomme aber niemals das gleiche Tattoo, welches er schonmal gestochen hat. Deswegen liegen auch die „Wanna do’s“ bereit. Auf einer Convention hat ein Tätowierer schliesslich nicht noch die Zeit, eine Zeichnung auf Wunsch zu machen.

Also, ich war ziemlich überfordert mit all den bunten und ziemlich schrägen Menschen … ein bisschen wie Fasching mit Gesurre! Und ich kann euch alle beruhigen … ich habe meinen Körper ohne Farbe wieder mit nach Hause genommen. Obwohl ich sagen muss, dass es dort ältere Semester mit massig Körperfülle gab, die sich Bilder auf dem Körper haben verweigen lassen. Ich dachte ja irgendwie immer, dass sei nur was für junge und knackige Körper. Unser Tochterkind hat uns aber mit folgendem Satz belehrt: „Wenn Du einen Lamborghini und einen alten VW hast, auf welchen klebst Du ein Abziehbild? Wohl kaum auf den Lambo, oder? Das ist das Prinzip des Tätowierens!“ Aha, dann bin ich jetzt also der Lambo und das Tochterkind der alte VW – sie hat nämlich von der Tattoo Convention ihr viertes Tattoo nach Hause getragen. In Form eines Hirschkäfers (den ich versehentlich für einen Mistkäfer hielt)! Mama hat einfach keine Ahnung, aber … ich fühle mich jetzt so Lambo-mässig!

Einmal Kopf lüften bitte!

Wenn der Kopf surrt vor lauter Gedankenkarussell – wenn man müde ist, aber nicht mehr schlafen kann – wenn das Nervensystem auf Alarm stellt … dann ist definitv Zeit zum Entschleunigen. Und warum soll man dafür in die Ferne fliegen, wenn das Schöne doch so nah liegt? In meinem schönen Hamburg. Die Hansestadt ist eben nicht nur Stadt, sondern bietet noch so viel mehr. So habe ich heute beschlossen, meinen Kopf bei einem ausgiebigen Marsch mit Ellie am Elbstrand zu lüften! Eine Freude für Mensch und Tier. Man fühlt sich wie am Meer, nur eben nicht so heiss. Und es hat unendlich viele Spielgefährten für Ellie, mit denen sie rumtoben kann. Besonders toll: Es gibt gemütliche Cafes mit Strandkörben und kuscheligen Decken, in welchen man es sich nach dem ausgiebigen Spazieren so richtig gemütlich machen kann. Und die Sonne streichelt nicht nur das Gesicht, sondern auch die Seele. Unglaublich, was so ein paar Stunden an der frischen Luft, alleine mit sich und seinen Gedanken bewirken. Fernab von Trubel, Stress und Hektik. Und wie immer bei den Nordlichtern … man kommt ganz schnell mit jedermann und jederfrau ins Gespräch, wenn man das denn möchte. Die Hanseaten sind sehr offen und immer für einen Spass zu haben. Und die Hundehalter haben ja ohnehin immer ein gemeinsames Thema – ihre Vierbeiner. Und davon hat es hier jede Menge!

Wer also mal eine Kopflüftung nötig hat und deswegen nicht um die halbe Welt fliegen will – Hamburg ist immer eine Reise wert: Für Strand, gutes Essen, coole Schwätzchen, spannendes Shopping und jede Menge Spass!

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