von süss bis ungeniessbar

ALLES EINE LÜGE!

Mit grossem Interesse habe ich einen Bericht verfolgt, der veranschaulicht hat, dass in unseren Körpern weisse und braune Fettzellen vorhanden sind. Verstanden habe ich vor allem, dass die weissen Fettzellen die Energie speichern und uns demzufolge dick werden lassen, während die braunen die Energie abgeben und uns abnehmen lassen. Aha …

Weil ich ja ein helles Köpfchen bin war klar, dass ich den Forschern unter die Arme greifen würde. Man ist ja schliesslich hilfsbereit und sozial. Und die Umwandlung von weiss Zellen in braune Zellen sollte nun wirklich kein Problem darstellen.

Ja, ihr ahnt es: Ich habe den Liegestuhl in den Garten gezerrt, meine weissen Fettzellen mit Sonnencreme eingeschmiert – was ich notabene hasse, weil sich dann alles irgendwie so klebrig anfühlt – und habe mich mit höchster Konzentration im XXL Bikini auf der Liege platziert. Ich muss dazu sagen, dass ich natürlich den Tag abgewartet habe, an welchem es 30 Grad war. Wenn schon, denn schon!

Nach den ersten 30 Minuten war ich schon mal klatschnass geschwitzt und musste mir dringend Flüssigkeit zuführen. Der Blick in den Spiegel hat mir gesagt: Etwas dunkler, aber immer noch XXL. Mist!

Also habe ich mich erneut auf die Liege gelegt und habe angefangen, im Geiste mit meinen Zellen zu sprechen. „Kommt schon, ihr weissen Dinger, wandelt euch und schmelzt gefälligst davon. Ich verspreche auch, dass ich künftig das ultragrosse Magnum-Eis nicht mehr vor dem Schlafengehen esse. Ich schwöre!“

Nach weiteren 30 Minuten schaute ich an mir runter und hoffte, dass die Schweisstropfen die Fettzellen gleich mitnehmen würden. Irgendeinen Sinn muss es ja schliesslich haben, wenn man sich bei 30 Grad mit klebrigem XXL-Körper in die Sonne legt und schwitzt wie ein Ferkel.

Okay, nach insgesamt zwei satten Stunden Sonnenbad (ohne Bad) habe ich kapituliert. Mein Haut ist wohl etliche Stufen dunkler geworden – den Fettzellen scheint das aber schnurzegal zu sein. Der Spiegel sagt, dass ich nach wie vor den XXL-Bikini brauche. Die Waage sagt dasselbe. Was also ist dran, am Märchen mit den braunen und weissen Fettzellen? Ich habe gegoogelt und folgendes gefunden:

Na wunderbar!!! Lieber Herr Alexander Pfeifer – hätten Sie das vielleicht überall so veröffentlichen können, dass auch ich gleich über diesen Artikel stolpere? Dann hätte ich mir die Schwitzerei sparen können.

Fazit: Der nächste Versuch findet in der Kältekammer der Schlachterei statt – vielleicht habe ich da mehr Glück, meine weissen Zellen zu überreden, sich in Braune zu verwandeln.

Muttertag. Muttertag?

Alle Jahre wieder – Muttertag und ich überlege immer dasselbe: Braucht es einen Muttertag um zu realisieren, was Mütter alles leisten?

Ich weiss seit meiner Geburt, dass es mich ohne meine Mutter nicht gäbe. Und ich weiss seit meiner Kindheit, dass meine Mutter die Insel ist, zu der ich schwimme, wenn das Ertrinken droht. Seit ich selber Mutter bin weiss ich auch, dass damit eine Verantwortung kommt, die ein Leben lang bleibt. Aber auch eine Liebe, die mit keiner anderen zu vergleichen ist. Ausser vielleicht mit der als Grossmutter (schliesslich ist in diesem Wortgebilde ebenfalls das Wort Mutter enthalten).

Seit unsere Tochter nun auch zweifache Mutter ist, sehe ich „von aussen“, was eine Mutter täglich leistet. Unentgeltlich und aus Liebe.

Seien wir mal ehrlich: Egal wie hochdekoriert ein Manager ist – er würde vermutlich keinen Monat als Vollzeitmutter überleben. Wenn doch, dann würden möglicherweise die Kinder aber nicht überleben. Oder die Haushaltung sähe aus wie Sau und der Pizzabote wäre Dauergast.

Ich kenne keinen andere Job auf dieser Welt, der soviele Kompetenzen beinhaltet, wie der einer Mutter.

Stelleninserat:

Wir suchen eine Frau. Arbeitspensum 24/7 – lebenslang. Ferien: Keine. Gehalt: Null. Erwartet wird Verständnis, gute Nerven, Geduld ohne Ende, Kampfbereitschaft in allen Lebenslagen, psychologische Kenntnisse für alle Fälle, medizinische Kenntnisse in diversen Fachgebieten, Kreativität, Flexibilität, gute Bildung (Hausaufgaben), immer ein offenes Ohr, überdurchschnittliche Belastbarkeit und die Gabe, ohne Schlaf überleben zu können, Kochkenntnisse, Fahrausweis für Transporte aller Art, Affinität für Wasch- und Putzarbeiten, die Gabe zu verzichten.
Bei Interesse können alle weiteren Aufgaben in einem persönlichen Gespräch geklärt werden. Am besten erleben sie es aber selber – man kann es sich nämlich nur vorstellen, wenn man live mittendrin ist. Der Job ist unkündbar!

Würde sich ein Mensch, der alle Sinne beisammen hat, ernsthaft auf ein solches Stelleninserat bewerben? Ich denke nicht. Die Natur hat es also so eingerichtet, dass wir nur die Schokoladenseite werten, wenn wir entscheiden, eine Familie zu gründen. Wäre das nicht so, wäre die Menschheit schon lange ausgestorben. Und die Schokoladenseite ist es auch, die uns in Krisenzeiten als Mutter am Leben hält: DIE LIEBE, die mit keiner anderen zu vergleichen ist.

Ich bin froh, Mutter zu sein – weiss aber, dass es nicht immer einfach ist. Deshalb verstehe ich auch alle, die sich bewusst gegen diesen harten Job entscheiden.

Allen, die sich als Mütter im Leben behaupten und diesen Job ernst nehmen, möchte ich ein Kränzchen winden. Ich weiss, was ihr alle leistet. Danke dafür! 🙂

Alles hat ein Ende …

… auch das Leben. Wie gerne schieben wir diese Tatsache beiseite. Keiner möchte endlich sein – und doch sind wir es. ALLE. Manche früher, andere etwas später. Geblieben ist noch keiner. Daran können wir nichts ändern. Das einzige, was wir möglicherweise bestimmen können ist, wie wir den letzten Weg gehen möchten.

Vermutlich denken sich jetzt viele, dass sie einfach zu Hause tot umfallen wollen. Nun ja, wer möchte das nicht? Schmerzfrei, kurz und frei von Krankheiten oder Gebrechen sich von dieser Erde zu verabschieden, das wäre der Wunschgedanke der meisten Menschen. Im Zeitalter der Hightechmedizin ist das leider den wenigsten vergönnt.

Das Thema Tod war bei mir schon als Kind in meinen Gedanken präsent. Ich habe keine Ahnung, warum das so ist – aber es hat mich immer interessiert und ich habe mich immer schon damit beschäftigt. Schliesslich habe ich mich auch mit der Geburt beschäftigt. Und alles, was zwischen Geburt und Tod ist, beschäftigt mich täglich – MEIN LEBEN.

Was aber, wenn sich meine Leben dem Ende neigt? Was, wenn ich zu Hause nicht mehr sein kann, es aber tunlichst vermeiden möchte, in einem Krankenhauszimmer klinisch rein oder in einem Heim meinen letzten Weg zu gehen? Was, wenn ich trotzdem gerne gut aufgehoben, gepflegt und mit allen nötigen Medikamenten versorgt sein möchte? Dann gibt es in meinem Heimatkanton seit neustem ein Hospiz. Einen Ort, an welchem mit viel Liebe ein Zuhause auf Zeit erschaffen wurde. Mit Empathie, baulichem Geschick und ganz viel Menschenliebe wurde ein Haus erschaffen, wo gleichzeitig sechs Patient:innen den letzten Weg gehen können. Alleine? Natürlich nicht. Familie und geliebte Menschen dürfen diesen Weg nach Gutdünken begleiten und haben den nötigen Freiraum für Körper und Seele, um Abschied nehmen zu können.

Ich engagiere mich sehr für dieses Projekt und erfahre oft, dass Menschen innerlich einen Schritt zurück machen, wenn ich sie auf das Thema Sterben und Tod anspreche. Warum? Es betrifft uns alle! Und Angst machen vor allem jene Themen, die wir unter dem Tisch lassen. Nehmen wir sie aus der Verbannung hervor und legen wir sie auf den Tisch, dann merken wir ganz schnell, dass sie an Schrecken verlieren. Warum sprechen wir hochzivilisierten Menschen über alles – ausser über den Tod? Weil er zu wenig sexy ist? Fakt ist: Der Tod wird immer unwiderrufbar und deshalb auch traurig sein. Er wird immer ein Abschied für die Ewigkeit sein. Das ändert sich aber nicht, wenn wir ihn einfach wortwörtlich totschweigen. Wir können es uns allerdings leichter machen, indem wir ihm den nötigen Raum geben – denn er gehört nunmal dazu – bei jedem von uns. Genauso wie das Lachen, das Weinen, das Freuen und das Trauern.

Ich bin deshalb unglaublich stolz auf die Erschaffer des wunderschönen Hospiz‘, welches gestern seine Türen öffnen konnte. Und wenn euch immer noch ein kalter Schauer den Rücken runterläuft, dann schaut euch die Bilder an, die ich vor Ort gemacht habe. Es ist tatsächlich ein Ort, der ganz viel Wärme, Liebe und Geborgenheit ausstrahlt und der eine Lücke schliesst, die es leider in unserer Gesellschaft immer noch gibt.

Wohlig warme Farbtöne …
… mit Nischen für Besucher …
… mir viel Liebe zum Detail …
… mit dem Auge für das Wärmende …
… der Möglichkeit, zum Füsse hochlegen …
… dem Platz für die kleinen Besucher …
… dem Platz, um der Seele und dem Körper eine Pause zu geben …
… und der Möglichkeit, immer einen Blick nach draussen werfen zu können.

Das Team rund um dieses letzte Zuhause hat einen grossartigen Job gemacht. Man kommt rein und hat das Gefühl, zu Hause zu sein.

Ich hoffe, dass ich euch zum Nachdenken anregen durfte – vor allem jene, die das Thema gerne unter dem Tisch lassen würden. Nehmt es einmal für einen kurzen Moment hoch ans Tageslicht, betrachtet es und überlegt euch, wie ihr euch euren letzten Weg wünschen würdet.

C19, C20, C21, C22

Keine Angst, es sind keine physikalischen Formeln. Ich habe von Physik nämlich soviel Ahnung wie ein Huhn vom Stricken. Es sind meine Bezeichnungen für die kleinen Covid-Viren in meinem Kopf. Angefangen hat es ja im Jahre 2019, erwischt hat es mich im 2022 – dazwischen waren noch zwei Jahre, in denen sie auch aktiv waren, diese bescheidenen Viecher.

5 Wochen ist es her, seit es mich erwischt hat – und ich dachte echt, es wäre mit diesem grippeartigen Gefühl während 8 Tagen erledigt. Nope! Weit gefehlt. Diese Covidianer haben ganz offenbar beschlossen, sich in meinem Kopf heimisch einzurichten und alles durcheinander zu bringen. Echt jetzt?

Kennt ihr das Geräusch, wenn man dem Staubsauger bei Vollgas den Stecker zieht? Dieses gerade noch laute Heulen und dann nur noch Sumsen und – ZACK, RUHE! So fühlt sich mein Energiedepot an, wenn ich schlechte Tage habe. Und die sind leider aktuell in der Überzahl. Gerade hab ich noch das Gefühl, ich möchte heute etwas unternehmen. Frisch geduscht ziehen die Covidianer meinen Stecker und – ich bin leer. Erschöpft!

Als ob das nicht schon mühsam genug wäre, haben sie sich ganz offenbar auch hinter meinen Memoryautomaten gemacht. Ich mache täglich gefühlt 86 Leerläufe, weil mir einfach nicht mehr einfallen will, was ich gerade eben noch wusste. Ich rede mit jemanden und während des Gesprächs verliere ich den Faden – Filmriss! Ganz zu schweigen von Meetings, in welchen ich plötzlich anfange zu gähnen und beim besten Willen den Gesprächen nicht mehr folgen kann. Bleiernde Müdigkeit und gähnende Leere im Kopf dominieren mich auf einmal und ich habe das Gefühl, unter einer hermetisch abgeriegelten Käseglocke zu sitzen. Im Fachjargon nennen sie diesen Zustand Brainfog. Wie schön – dieses absolut bescheidene Gefühl hat einen Namen, der mir aber absolut nichts nützt!

Richtig peinlich wird es, wenn ich während eines Gesprächs die Wörter verwechsle und sich im Bauch Buchstabensalat zusammenbraut um sich dann in Form von Wortkotze über mein Gegenüber zu ergiessen. Wunderprächtig! Ich kann den Gesichtszügen meines Gegenübers erkennen, wenn ich mal wieder totalen Müll von mir gebe. Inzwischen bin ich schon soweit, dass ich dann frage: „Habe ich gerade wieder etwas erzählt, was keinen Sinn ergibt?“

Und weil mich all das so furchtbar nervt, muss ich es allen erzählen. Die Reaktionen sind meist dieselben: „Das braucht Zeit und Geduld!“

Prima – meine Kernkompetenzen sind ZEIT und GEDULD!!! Gerade ich habe davon relativ wenig Ahnung. Die Kampfsau, die immer auf der Überholspur mit Multitaskingfähigkeiten glänzte, braucht auf einmal Zeit und Geduld. Das kann ja heiter werden.

Falls ich euch nicht grüsse – sorry, vermutlich hab ich wegen der Covidianer in meinem Kopf vergessen, dass wir uns kennen. Falls ich mich atypisch benehme … ihr wisst ja, die Covidianer. Und falls ihr hier unfassbar viele Schreibfehler findet, so dürft ihr diese behalten – auch daran sind die Covidianer schuld.

Ich will meine Energie zurück! SOFORT!!!!

Young again?

Was sich seit längerer Zeit schon angebahnt hat, ist nun vollbracht. Ich habe tatsächlich mein Haupthaar von naturweiss wieder auf dunkelgrau gefärbt. Und weil es dafür nicht das optimal Haupthaarfärbemittel gibt, kam Barthaarfarbe zum Einsatz! Warum sollte auf dem Kopf nicht funktionieren, was bei der männlichen Spezies am Bart funktioniert:

From white to dark grey

Die Reaktionen bislang waren fast durchwegs positiv. Man sagt, es mache mich jünger – ergo: Ziel erreicht. Wenn da nicht ein klitzekleines Problem wäre. Es fühlt sich nämlich nicht jünger an. Oder besser gesagt: Ich fühle mich nicht jünger.

Ich leide unter den Folgen der Coronainfektion, die nun doch schon eine Weile zurückliegt. Erschöpfungszustände, Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen und Kraftlosigkeit machen mir aktuell das Leben ziemlich schwer. Daran ändert leider auch das dunklere Haupthaar nichts. Ich bin also todmüde rein zum Friseur und nicht weniger müde wieder rausgekommen.

Meine leise Hoffnung war es ja, dass ich rauskomme, mich um Jahre jünger fühle und wie ein Fohlen über die Wiesen hüpfe. Ehm – nope! Nichts davon ist eingetreten. Kein Fohlen, keine Wiese und schon gar kein Hüpfen. Ich schlurfe eher wie eine alter ausgedienter Gaul durch die Gassen, immer auf der Suche nach Liegemöglichkeiten und Nahrung.

Auch meine kreativen Eingaben sind noch nicht wieder zurück. Ich klappe zwar jetzt mit dunklerem Haupthaar und jüngerem Erscheinungsbild den Laptop auf – die Arbeit fühlt sich aber trotzdem wie Klebmasse an. Und der Buchstabensalat ist manchmal schlimmer, manchmal weniger schlimm – aber meine alte Form hätte ich schon sehr gerne zurück.

Fazit: Man mag jünger aussehen wenn man die Optik verändert. Die Kraft(losigkeit) bleibt aber leider dieselbe. Was einmal mehr gegen Schönheitseingriffe spricht. Oder wie bescheuert sieht es aus, wenn man mit 85 zwar faltenfrei und blondiert, aber trotzdem am Rollator durch die Gassen schlurft?

Ich werfe also weiterhin meine gefühlt 500 Vitamine täglich ein, von denen ich bislang nicht mal wusste, dass es sie gibt … die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

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