von süss bis ungeniessbar

Bucket List

Hand aufs Herz: Wer von euch hat eine Bucket List? Eine Liste mit Dingen, die er/sie im Leben gerne noch machen möchte, bisher aber vielleicht weder die Zeit, den Mut oder das Geld dazu gehabt hat. Ich hatte bis vor einem Jahr auch eine Bucket List. Dann kam die Krebsdiagnose des Göttergatten und … auf meiner Liste steht seither nur noch GESUNDHEIT! Das passt eigentlich gar nicht auf eine Bucket List, aber es ist so. Alle Dinge, die da drauf waren, erschienen auf einmal komplett unwichtig. Es ergibt nämlich so gar keinen Sinn, auf der Bucket List Dinge wie eine Safari zu haben, wenn der Herzmensch um sein Leben und seine Gesundheit kämpfen muss. Deshalb ist meine Liste eigentlich zu einem Wunschzettel geworden. Und auf dem steht eben nur dieses eine Wort: GESUNDHEIT. Selbst wenn ihr 100 Dinge auf eurer Bucket List habt – nicht ein einziges davon wird funktionieren, wenn die Gesundheit nicht mitmacht. Die ist echt das einzige, woran ALLES im Leben hängt. Angefangen von Glück, Zufriedenheit und Freude bis hin zu Reisen, Geschenken oder tollen Autos. Funktioniert alles nur, wenn man gesund ist. Meine Güte, klingt das abgedroschen. Aber es ist sowas von wahr! Und meine Bucket List (die nun zur Wunschliste geworden ist) scheint bislang zu funktionieren. Der Göttergatte ist stabil auf Kurs. Und das ist das einzige, was zählt!

Im Moment hat leider noch die Grippe an unserer Türe angeklopft (zum Glück bislang nicht beim Göttergatten) und so kämpfen wir uns schon seit Tagen durch Viren, die unser Haus in Beschlag genommen haben. Herzlichen Dank auch – darauf hätten wir echt gerne verzichtet! Und dies, nachdem ich zuvor um die kleine Ellie bangen musste, die uns beinahe weggestorben wäre, weil sie was erwischt hatte, was ihren kleinen Körper ganz schön gefordert hat.

Kurz und gut: Ich bin müde. Einfach müde. Und so ist mir vorhin meine Bucket List wieder eingefallen und ich dachte kurz, dass ich da eigentlich gerne mal wieder einen Wunsch für mich draufschreiben möchte. Eine total verrückte Idee – ich meine: Ich bin 50ig Jahre alt, bodenständig und keine Draufgängerin. Aber ich hatte grad so einen Hüpfer in der Seele, als ich folgendes dachte:

Ich schnapp mir meinen leeren Koffer, die Brieftasche mit der Kreditkarte, meine Freundin und … fahre zum Flughafen – ohne Plan und ohne Ziel. Ich gehe zum Schalter, lasse mir alle Destinationen aufzeigen, die noch beste Plätze zur Verfügung haben und fliege nach „Irgendwo“ … einfach so … weil … einfach mal weg und so …! 🙂

Okay: Wie gesagt, ich bin bodenständig und keine Draufgängerin … aber man kann ja mal träumen. Leider hat es in meinem Traum zu viele „würde“, „hätte“ und „könnte“ … und drum bleibt ein Traum ein Traum. Aber solange die Seele hüpft, ist alles gut! 🙂

In diesem Jahr …

… bekommt von mir niemand ein Geschenk zu Weihnachten. Der Satz des Monats, den ich alle Jahre wieder verkünde. Und auch in diesem Jahr sieht das Resultat dieses Satzes so aus:

Ich habe den ganzen Sonntagnachmittag damit verbracht, all die Geschenke einzupacken, die ich eigentlich in diesem Jahr einmal mehr nicht machen wollte. Warum zum Geier will mir das einfach nie gelingen?

Da sehe ich hier was Kleines, dort was Hübsches oder entnehme in einem Gespräch einen Wunsch, den ich derjenigen Person geschwind besorgen will. Und so läuft es jedes Jahr darauf hinaus, dass die Nichtgeschenke sich im Büro türmen …! Und genau wie jedes Jahr schimpfe ich darüber, dass ich ES doch wieder getan habe und ärgere mich, dass ich wieder stundenlang mit Geschenkpapier, Klebstreifen und Geschenkband zugange war. Ich verpacke nämlich gar nicht gerne Geschenke.

Ich bin mit meinem Vorhaben jedes Jahr in etwa gleich erfolgreich, wie mit der Tatsache, dass wir zum nächsten Weihnachtsfest nicht wieder so ein Fressgelage veranstalten wollen. Und was tun wir? Wir planen gleich ZWEI Fressgelage. Ist das nicht wunderbar? Das scheint dasselbe Prinzip zu sein, wie die oberdoofen Vorsätze in der Silvesternacht. Die hält man nämlich auch nie ein. Oder da hätten wir noch: „In diesem Jahr mache ich mal keinen Weihnachtsbaum“, und erwische mich kurzum beim Schmücken der Tanne. Nachschlag gefällig? „In diesem Jahr mal nur ein kleines Bäumchen“, welches dann letztlich doch wieder so hoch ist, dass ich die Baumspitze nicht selber dekorieren kann. Ich werde einfach NICHTS MEHR zum Thema Weihnachten sagen … es funktioniert nämlich doch nicht. Und ich werde jetzt Schere und Klebeband weglegen … ich habe genug eingepackt. Fertig!

 

Auf ein sorgenfreies 2018

Ein ereignisreiches und sorgenvolles 2017 geht so langsam zu Ende. Vor einem Jahr planten wir auf die schnelle (nach der Krebsdiagnose des Göttergatten und der ersten grossen Operation) ein spontanes Weihnachtsfest und die Herzen waren schwer, weil man uns nicht die Hoffnung gemacht hatte, dass wir das nächste Weihnachtsfest auch noch gemeinsam werden feiern können.

Jetzt, ein Jahr später, steht das nächste Weihnachtsfest vor der Tür und … dem Göttergatten geht es unfassbar gut. Er hat in diesem Jahr so ziemlich jede Studie, Statistik und medizinische Logik widerlegt. Mit eisernem Willen und durchwegs positivem Denken (was mir leider immer wieder schwer fällt) hat er sich durch dieses Jahr mit einer weiteren schweren Operation, mit Bestrahlungen und mit Dauerchemiekäulen gekämpft. Und er hat – zu meinem grossen Ärger – nicht ein einziges mal gejammert. Auf die Frage: „Wie geht es Dir?“ kommt immer postwendend ein: „Prima, und Dir?“ Selbst wenn ich ihm von weitem ansehe, dass er erschöpft und ausgelaugt ist, so sagt er immer noch „prima“. Deshalb glaube ich ihm nur, was ich auch sehe. Alle, die mit ihm telefonieren, sind sich immer sicher, dass er morgen einen Marathon laufen wird, so wie er immer sein „priiiiiiimaaaaa“ betont. In Wahrheit sieht es aber manchmal aber nur mässig prima aus – das würde mein Held aber niemals zugeben.

Die Kraft der positiven Gedanken, der Hoffnung und des Glaubens versetzt bekanntlich Berge. Bisher hat er das einwandfrei geschafft. Ich bin überrascht, dass die Alpen noch da sind und wir noch nicht den freien Blick ins Nachbarland haben.

Auch wenn ich Weihnachten eigentlich gar nicht mag, so freue ich mich bis zum Mond und zurück, dass ich meinen Herzmenschen auch in diesem Jahr an meiner Seite haben werde. Das ist das einzige, was ich mir gewünscht habe. Danke, lieber Weihnachtsmann oder liebes Christkind … egal, wer auch immer – einfach DANKE.

Ich wünsche mir, dass das neue Jahr uns etwas mehr Luft zum Atmen geben wird – auch wenn sich die Sorgen leider nicht einfach in Luft auflösen werden, so könnten sie uns mal eine Weile nicht gar so sehr erdrücken. Das wäre prima. Und wir gehen den Weg weiter – gemeinsam … egal, wohin er führt; zusammen mit unseren Kids, der Familie, unseren Freunden und allen, die uns tragen helfen. Fuck cancer – enjoy life! 🙂

Logik eines „Sonderlings“

Vorweg schon mal: Ihr müsst nicht in Panik ausbrechen, ich grenze niemanden aus. Der Sonderling nennt sich selber sogar Behindi. Soweit wollte ich nun nicht gehen … drum heisst er bei mir Sonderling. Ich finde, das passt besser.

Der Sonderling ist ein deutscher Jüngling, mit dem ich seit fast einem Jahr intensiven Kontakt habe. Wir schreiben, telefonieren oder simsen und lachen dabei viel – obwohl man eigentlich denken müsste, dass es für ihn nicht viel zu lachen gibt. Er hat nämlich vor einem Jahr die niederschmetternde Diagnose malignes Glioblastom Grad IV bekommen. Dies ist ein absolut bösartiger Hirntumor, der die mittlere Überlebenszeit mit wenigen  Monaten angibt. Keine schönen Aussichten. Er aber hat aus diesem Ereignis ein neues Leben kreiert. Ein Leben mit dem „Kumpel im Kopf“, wie er den Tumor nennt. Und er lässt sich den Spass am Leben trotz aller Widrigkeiten nicht nehmen. Sein Humor ist für viele Menschen gewöhnungsbedürftig, ich finde ihn einfach nur weltklasse.

So kam es, dass wir letzthin abends zusammen telefoniert haben, weil ihm das Schreiben zu kompliziert war … seine Fingerchen waren nämlich klamm von der Kälte. Da drängte sich bei mir die Frage auf:

„Warum hast Du kalte Finger?“
Er so: „Weil ich auf dem Balkon stehe.“
Ich so: „Was zum Teufel machst Du auf dem kalten Balkon?“
Er: „Rauchen – das ist draussen gesünder als drinnen!“

S T I L L E !!!!

Seit wann wird Rauchen in einem Satz in Verbindung mit „gesund“ benutzt? Hä??? Nun ja, auch da war seine absolut pragmatische Erklärung prompt:

„Auf dem Balkon kommt wenigstens noch frische Luft dazu?“

Oh, wieso bin ich auch selber nicht drauf gekommen? Dann sind doch alle Outdoorraucher ab sofort auch nicht mehr gefährdet, durch ihr Laster krank zu werden. Alles klar! Ich würde mal meinen, dann müssten die Statistiken ja sehr in Richtung Gesundheit zeigen, schliesslich ist heutzutags beinahe überall das Rauchen indoor verboten. Das scheint also einfach die Logik eines Sonderlings zu sein, der einen nicht erwünschten Kumpel im Kopf mit sich rumträgt. Und bevor ihr jetzt alle schimpft: Seine Art von Rauchen beschränkt sich auf medizinische Zwecke – und er hat ohnehin in seinen Augen nicht mehr sooooo wahnsinnig viel zu verlieren. Höchstens noch an Lebenszeit und Qualität zu gewinnen. Drum: Go for it, mein Lieber – Du kippst mit Deinem Humor die Überlebensstatistik locker.

Pelz ist wieder „in“ …

… und ich deshalb total sauer!!! Wie konnte es soweit kommen, dass der Pelz nach jahrelangem Kampf gegen die Pelzlobby auf einmal wieder zu den Wintertrends gehört? Was ist da falsch gelaufen? Haben die Eltern vergessen, ihren Nachwuchs zu Hause über das Leid der Tiere aufzuklären? Wo bleibt die Moral dieser Menschen? In die Schublade gepackt?

Da wird einmal mehr in einem Schweizer TV-Beitrag (seriös recherchiert) darüber aufgeklärt, wie zum Beispiel die Fuchspelzkrägen an den Parkamänteln gewonnen werden. Und in jedem Geschäft, in welchem diese Dinger hängen, wurde für ein Interview angefragt. Bis auf ein einziges Geschäft wollte niemand Stellung nehmen. Nur der Chef der Bongenie Grieder-Gruppe hat sich bereiterklärt, sich vor der Kamera zu äussern. Dies tat er zwar kritisch, liess sich aber kein grundsätzliches Statement gegen Pelzverkäufe entlocken. Man wolle künftig nur kritischer hinschauen, woher man die Sachen beziehe! Aha!!!!

Ihr lieben Pelzeinkäufer, Verkäufer, Pelzträger und moralisch verwahrlosten Menschen: In der Schweiz gilt seit 2014 ein Gesetz, welches besagt, dass bei jedem Textilstück mit Pelz eine Deklarationsetikette Pflicht ist. Darauf muss die Tierart, das Herkunftsland und die Gewinnungsart deklariert werden. Ist dies nicht der Fall, ist ein solches Geschäft ohnehin umgehend zu melden. Ist dies der Fall, dann nehmt euch doch wenigstens kurz die Zeit, diese Etikette zu lesen. Wenn da nämlich draufsteht: „Blaufuchs aus Finnland / Käfighaltung mit Gitterböden„, dann wurde das Tierchen nicht in freier Wildbahn geschossen und hatte ein schönes Leben. Nein!!!! Diese Tiere werden ALLESAMT in Käfigen auf das 5-fache ihres normalen Körpergewichts gemästet, um mehr Fell zu haben. Sie vegetieren unter unfassbaren Bedingungen vor sich hin, bis man ihnen eine Eisenstange über den Schädel zieht, um sie bewusstlos zu schlagen – und dann wird ihnen das Fell über die Ohren gezogen … egal, ob tot oder lebendig. Und ihr Pelzträger tragt dann ganz stolz dieses Markenzeichen an euren Jacken, Schals oder Taschen.

Inzwischen weiss man auch, dass bei den Deklarationen geschummelt wird ohne Ende. Pelzige Zuchttiere leben NIE unter anständigen Bedingungen … denn dann wären sie nicht in einer Zucht, sondern in der Natur unterwegs. Auch wenn euch das plausibel erklärt wird (es gibt keine plausible Erklärung dafür), so sollte das euer Gewissen nicht ruhiger machen.

Ich für meinen Teil werde künftig Geschäfte meiden, welche Echtpelze im Sortiment haben. Die Nachfrage bestimmt nämlich das Angebot. Solange es Idioten gibt, welche absolut unkritisch solche Sachen kaufen, solange werden die Geschäfte diese Pelze in der Auslage haben. Diese unfassbar gemeine Kette bis hin zum Tier kann nur so sabotiert werden, indem wir alle die Geschäfte dazu zwingen, KEINE ECHTPELZE MEHR einzukaufen. Bricht der Umsatz ein, wird ein Umdenken passieren. Vorher nicht!

Liebe Menschen da draussen – lasst die Finger von Pelzen, es sei denn, ihr seid bereit, euch auch das Fell über die Ohren ziehen zu lassen! Und NEIN, es gibt keine Pelze aus artgerechter Haltung!!!

Liebe Textilanbieter da draussen – achtet auf den Einkäufen für den nächsten Winter darauf, dass ihr keine Echtpelze mehr im Sortiment habt. Alles andere ist moralisch eine absolute Sauerei und ihr könnt mich aus eurer Kundenkartei streichen – aber subito!!!

Und jene, welche diese Pelzfarmen betreiben und diese Tiere derart qualvoll vor sich hin vegetieren lassen – denen wünsche ich genau dasselbe, was sie diesen Lebewesen antun.

Falls mir jemand mit einem Echtpelz begegnet, so muss er damit rechnen, von mir darauf angesprochen zu werden, wie es sich so schläft mit dem Wissen, dass dafür Tiere qualvoll gezüchtet und dann getötet wurden. Und die Antworten werden hier wieder eine Geschichte geben! Ich rechne nicht mit einer einzigen, vernünftigen Antwort!

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