von süss bis ungeniessbar

3-jähriges Bürschchen

Meine beiden Enkelracker haben mir heute den Nachmittag versüsst. Sie haben mich auf Trab gehalten und mich einmal mehr mit ihren Logiken zum Grinsen gebracht.

Der Kleine, der von mir liebevoll Krawallino genannt wird, hat seine Aufgabe des nervigen Bruders richtig ernst genommen. Und wenn seine Schwester ihn ignorieren wollte, um ihn abzuschütteln, hat er ihr laut ins Ohr geschrien. Da musste ich schimpfen:

„Hey, das tut man nicht, das ist gefährlich!“

Er so: „Gefährlich? Wieso?“

Ich: „Erstens tut es weh und es ist gefährlich, Deine Schwester kann taub werden. Dann hört sie nichts mehr.“

Er so: „Wieso, sie hat doch auf der anderen Seite noch ein Ohr“, …..

Sowas von logisch!

Wenn ich Kurz- oder Langurlaub mache, dann werde ich gerne von der Enkelin per Facetime über alles informiert, was sie mir so erzählen möchte. Hin und wieder gucken wir auch zusammen ein Buch an, das sie so hinstellt, dass ich die Seiten sehen und erzählen kann. Sie ist sehr kreativ, wenn es darum geht, auch auf Entfernung ihre Dosis Grosi zu bekommen.

Gerade kürzlich war ich in der Sonnenstube Tessin (es hat zwar fast nur geregnet) und sie wollte wissen, ob ich denn nach meiner Ankunft zu Hause noch zu Besuch komme.

Sie: „Okay, Grosi, wenn Du ankommst, kannst Du gleich zu uns zum Spielen kommen.“

Ich: „Das geht nicht, weil ich muss ganz lange Zug fahren und es wird abend, bis ich zu Hause bin.“

Sie: „Ach Grosi, das musst Du nicht. Du musst nur einen Schnellzug nehmen!“

Sowas von sonnenklar, oder? Dass ich selber nicht darauf gekommen bin …

Danke, liebe Enkeltochter

Heute ist mein Tochterkind mit der ganzen Familie im Familienwagen unterwegs gewesen. Vor ihnen auf der Strasse war ein – vermutlich betrunkener – Fahrer in seinem Wagen im Schlangenlinienmodus unterwegs. Mal links, mal rechts, aber nie dort, wo er eigentlich hätte fahren sollen.

Mein Tochterkind hat zu ihrem Partner gesagt:

„Was für ein Depp ist das denn? Der fährt ja gefährlich.“

Daraufhin hat es vom Rücksitz aus dem Kindersitz geflötet:

„Vielleicht ist das ja Grosi, das ein neues Auto hat.“

Herzlichen Dank auch, liebe Enkeltochter!

Minimann und seine Logik

Gestern war der kleine Mann bei uns zu Besuch. Mit seinen 3 Jahren hat er es doch faustdick hinter den Ohren. Man kann ihn keine Minute aus den Augen lassen und wenn es einmal mehr als 20 Sekunden ruhig ist, dann ist Alarmstufe rot. Dann bastelt er schon mal mit den neuen Vorhängen von Mama oder schmiert das Mobiliar mit Hautcrème ein. Stühle haben schliesslich auch trockene Beine.

Am Grosi-Tag weiss er, dass er wünschen darf, was gespielt wird, welche Geschichte er hören möchte und wie sein Zvieri aussehen soll. Bis auf einige Ausnahmen, die er auch genau kennt. Er weiss auch, dass er eine halbe Stunde Fernsehen darf, wenn das Wetter nicht mitmacht und wir drinnen bleiben müssen. Auch dort sind aber die Regeln von den Eltern klar definiert und müssen eingehalten werden. Er weiss das, und doch:

„Grosi, ich möchte eine Serie der Power Rangers gucken.“
„Nein, Du weisst genau, dass Du dafür viel zu klein bist.“
„Aber guck, ich bin mega gewachsen“, dabei streckt er seine kleinen Arme in den Himmel und stellt sich auf die Zehenspitzen.
„Ja, das bist Du, aber Mami hat klar gesagt, dass es keine Power Rangers für Dich gibt.“
Und dann kommt seine absolut legitime Logik:
„Ja, ich weiss, aber hier sieht sie mich ja nicht!“

Kaboom!!

Ich muss jeweils kurz durchatmen, um eine schlüssige Erklärung aufzutischen, die ihn überzeugt. Der Kleine ist nicht nur zum Fressen charming, er lässt mich manchmal auch fast verzweifeln. Soviel freches Kerlchen in so einem kleinen Menschen …

Der kleine Widder schreibt

Als Grossmutter zweier Enkelkinder bin ich stolz. Stolz auf die zwei kleinen Menschen, die jeden Tag für Überraschungen gut sind und die Welt mit so anderen Augen sehen, als wir das tun. Ihre Entwicklung gleicht einer Wundertüte: Was heute noch unmöglich schien, funktioniert morgen schon tadellos!

Das ältere der beiden Enkelkinder, die 5-jährige „Grosse“, interessiert sich intensiv für Sternzeichen. Man könnte jetzt sagen, dass sie das irgendwo abgeschaut hat. Das Interesse kam aber ohne unser Zutun. Niemand in unserer Familie zeigt grosses Interesse an dieser Thematik. Und so kam es, dass die Grosse an einem Nachmittag bei mir unzählige Löcher in meinen Bauch fragte. Sie wollte alles darüber wissen, was man darüber wissen kann. Ich war ganz schön gefordert. Mein Laptop auch! 🙂

Sie wollte wissen, wer welches Sternzeichen hat, welche Eigenschaften dieses Sternzeichen besonders machen, in welchem Element welches Sternzeichen zu Hause ist und wie sie denn überhaupt alle aussehen. Also haben wir gemeinsam eine Collage dazu gemacht:

Fein säuberlich hat sie Sternzeichen ausgeschnitten, die ich ihr ausgedruckt habe. Mit Glitzersteinen hat sie die jeweiligen Elemente Wasser, Luft, Erde und Feuer dazugeklebt und alle Familienmitglieder wurden im Kopf in die passenden Bilder gepackt. Seither stellt sie sich zwar noch mit ihrem Namen vor, schiebt aber gleich noch das Sternzeichen nach und will von ihrem Gegenüber wissen, welches Sternzeichen sie oder er denn hat.

Vor kurzem habe ich der Grossen ein leeres Notizbuch mit einem geprägten Widder auf dem Deckel geschenkt. Ja, sie ist ein kleiner Widder und ich habe ihr gesagt, dass sie dieses Buch brauchen kann, um Dinge reinzukleben, Erinnerungen aufzumalen oder Geschichten zu schreiben. Sie interessiert sich nämlich brennend für die Geschichten, die ich immer schreibe. Im Traum habe ich aber nicht daran gedacht, dass sie das mit ihren 5 Jährchen sofort umsetzen würde. Am ersten Tag schon hat sie begonnen, diverse Widder in ihr Buch zu zeichnen und Wörter dazu zu schreiben. Seither zieht sie sich regelmässig zurück und setzt sich mit ihrem Buch an ihr Pult. Ihre Fantasie ist ohnehin schon grenzenlos – jetzt fängt sie an, diese in ihrem Widder-Buch aufs Papier zu kritzeln. Es gibt sogar schon einen Widder in einem Raumschiff. Schliesslich sind die Sternbilder im Weltraum zu Hause.

Okay, eine ganz normale Entwicklung, sagen die einen. Ich sage: Grosi platzt vor stolz. Ich war und bin nämlich die einzig Schreibende in der Familie. Vielleicht ist da ein kreatives Schreib-Gen durchgerutscht …

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