von süss bis ungeniessbar

Weihnachten pustet alles weg …

… weil es schliesslich so wunderbar und friedvoll ist.

Blödsinn!

Angst, Krankheiten oder Trauer interessieren sich nicht für Weihnachten. Der einzige Unterschied zu anderen Tagen ist, dass man sich in dieser Zeit noch viel mehr zusammenreissen muss. Oder man meint, man müsse es. Patienten schleppen sich oft auf dem Zahnfleisch zum Weihnachtsbaum, weil sie die Familie nicht enttäuschen wollen. Familienangehörige gehen wie auf Nadeln, weil sie Angst haben, den Patienten zu überfordern. Es werden Fotos geknipst mit dem Gedanken, es könnten die letzten sein.

Und bei Trauernden ist Weihnachten ohnehin immer jene Zeit, in der sie Tränen schlucken und so tun, als wäre alles wunderbar. Schliesslich ist „fröhliche Weihnachten“ angesagt und kein Mensch will eine Trauermiene sehen.

Liebe Menschen da draussen – lasst euch sagen: Weihnachten darf okay sein, sie muss es aber nicht. Und wenn euch nicht danach ist, dann tut genau das, was euch gut tut. Sich selber zu malträtieren für eine Tradition, die auch gesund nicht immer stressfrei vonstatten geht, sollte nicht Sinn und Zweck sein.

Wem das Beisammensein im Kreise der Familie oder mit Freunden gut tut, dem sollte das ermöglicht werden. Unbedingt!
Wer gerne seine Ruhe hätte, dem sollte auch das ermöglicht werden. Unbedingt!

„Wir können doch nicht …..“,
„Wir sollten aber schon ….“,
„Was sagen wir den anderen ….“,
„Was werden die sonst über uns denken ….“,

All diese Sätze dürfen getrost aus dem Kopf verbannt werden. Die Tanne nimmt es keinem übel, die Weihnachtsgans auch nicht. Und wenn Tante Helga und Opa Werner deswegen nun stänkern – Schwamm drüber. In zwei Wochen werden sie es wieder vergessen haben.

In diesem Sinne: Lasst euch nicht ärgern und kommt gut über die Festtage!

Persönliches Highlight 2025

Alle, die hier regelmässig mitlesen wissen, was mir die Musik von Unheilig um den Sänger „Der Graf“ bedeutet. Als mein Mann starb, liess er für mich das Lied „So wie Du warst“ laufen. Ich habe zu ihm und unseren Kindern gesagt: „Was gäbe ich drum, den Grafen noch einmal live sehen zu können.

Und 10 Tage später hat der Graf anfangs Jahr – nach 9 Jahren Rückzug – sein Comeback bekanntgegeben. Ich bin gehüpft, gesprungen, habe gelacht, geweint und bin mir sicher, dass mein Göttergatte da seine Hände mit im Spiel hatte.

Ich habe mir für seine gesamte Tour Tickets gesichert, die allerersten jetzt aber bei der Comeback-Tour in meiner geliebten Stadt Hamburg.

Meine Besties, die alle einen besonderen Bezug zu Unheilig haben, waren mit an Bord.

Im weltbesten Hotel Vier Jahreszeiten in Hamburg https://hvj.de/de/ haben wir eingecheckt. Dieses Haus ist seit Jahren mein zweites Zuhause. Und was dann kam, war der OBERHAMMER!!!

Die beiden Butler des Hotels, Arndt Rademacher und Astrid Barthen haben es doch tatsächlich möglich gemacht, dass sie für mich und eine Begleitung vor dem Konzert ein Meet & Greet mit „meinem Grafen“ ergattern konnten. Während Monaten hat der liebe Arndt das Management vom Grafen halb wahnsinnig telefoniert, um mir dies zu ermöglichen. Warum? Nun, im ganzen Haus am Alsterbecken wissen alle, was dieses Comeback mir bedeutet. Und was soll ich sagen: Er hat es geschafft – und liess es sich natürlich nicht nehmen, Manu und mich persönlich dorthin zu fahren. Danke Arndt!!!!

Meine Seelenschwester Manu und ich durften also zwei Stunden vor allen anderen persönlich zum Grafen und seiner Band.

Es bedeutet mir die Welt, dass ich den Sänger, der für mich seit Jahren die schönsten Lieder schreibt, nach so vielen Jahren umarmen und mich für die Musik bedanken durfte. Vor allem für dieses eine Lied. Ich habe ihm meinen Bezug zum Lied „So wie Du warst“ erzählt und er meinte: „Ich spiele es heute Abend – für Dich!“

Und er hat es getan und hat uns sogar ein Herz von der Bühne geschickt. Manu und ich haben nämlich ganz vorne an der Absperrung 2 1/2 Stunden ausgeharrt, bis er die Bühne betreten hat (Groupie-Alarm). Und wir haben geheult wie Schlosshunde, weil dieses Lied eine so tiefe Bedeutung hat.

Zuvor hatten wir aber die Ehre, den Master und seine Band eben persönlich zu treffen, mit ihnen zu sprechen und ihm meine Geschichte zu erzählen.

Die anderen vier Girls sind zwei Stunden nach uns ebenfalls zur Halle gefahren und haben sich in eine kilometerlange Schlange im Regen stellen müssen, um ins Stadion zu gelangen. Frauen, ihr seid der Hammer! Alles für unseren Grafen.

Dieses Event hat für mich soviel bedeutet, wie sonst nichts in diesem Jahr. Seit dem Tod meines Göttergatten habe ich auf diesen Tag hin gefiebert. Und es war besser, als alles, was ich mir erträumt hatte. Er hat über zwei Stunden für uns seine Musik gespielt, die alle Fans so lieben. Und die Halle hat gekocht, weil der Mann mit der wunderbaren Stimme nun wieder auf der Bühne steht.

Ernsthaft?

Ich war heute zum Abendessen in einem neu eröffneten Restaurant in „good old Solotown“ eingeladen.

Nun, ich muss das einfach mit euch teilen, weil selbst ich, die 58-jährige langweilige Trude beinahe nicht essen konnte, was ich zum Nachtisch serviert bekommen habe.

Bestellt habe ich eine Pavlova. Bekommen habe ich ….

… was ist das????

Man kann gar nicht so fest wegschauen, dass man nicht auf dumme Gedanken beim Anblick dieses Nachtisches kommt. Meine Begleitung hat sich fast nicht mehr erholen können und meinte entsetzt: „Also bitte, sowas kann man doch keinem Gast vorsetzen!“

Wir sind auf vieles gekommen:

. Beate Uhse Nachtisch
. Eskimo-Penis
. Eis-Pimmel

… aber die Pavlova sieht weiss Gott anders aus. Und weil ich all diese abstrusen Bilder nicht mehr aus dem Kopf bekommen habe, konnte ich den Nachtisch fast nicht essen. Es hat sich total falsch angefühlt!

Wer kommt auf die Idee einer solchen Kreation und WARUM???

Beim nächsten Besuch will ich zuerst ein Bild des Nachtisches sehen, bevor ich ihn bestelle ….

Wo sind die Texte?

Ich veröffentliche in letzter Zeit vergleichsweise wenig Beiträge – noch bis vor kurzem war das irgendwie anders.

Grund? Meine Agenda ist randvoll!

Gut? Ja!!!

Ich habe in diesem verflixten Jahr 2025 eine ziemliche Transformation durchlaufen. Begonnen hat alles mit:

Verwitwet. Scheisse!

Traurig? Ja!

Aufgeben? NO WAY!!!

Ich habe mich fürs Leben entschieden, nicht zuletzt auch wegen meines geliebten verstorbenen Göttergattens. Er wollte nicht, dass ich mit einer Trauermiene zu Hause sitze und Trübsal blase. Und deshalb hat er mir vermutlich auch seine Kraft hier gelassen. Anders kann ich mir nicht erklären, wie ich so gut durch diese Jahr kommen konnte.

Was läuft? Vieles!!!

Ich schliesse noch diese Woche die Ausbildung zur zertifizierten Trauerbegleiterin ab und habe parallel dazu gleich die nächste Ausbildung zur Achtsamkeitstrainerin in Angriff genommen. Ich schreibe für diese Ausbildungen seitenweise modulare Arbeiten. Deshalb vielleicht auch eher weniger auf den sozialen Kanälen!

Ich packe gefühlt dauernd meinen Koffer ein und aus. Und ich habe es bis Ende Jahr tatsächlich geschafft, mindestens einmal im Monat eine Reise zu machen. Darauf bin ich ganz schön stolz – es braucht nämlich einiges an mentaler Kraft, sich alleine immer wieder neue Dinge einfallen zu lassen und diese dann auch durchzuziehen.

Ich bin gerade dabei, mit einem Profi an der Seite meine neue Homepage aufzubauen, über welche man sich dann für Begleitungen bei mir anmelden kann. Heisst: Ich habe mich also auch beruflich neu aufgestellt!

Ich habe alle Grenzen gesprengt, vor denen ich ganz schön Schiss hatte. Letzte Woche war ich sogar im besagten Pub, in welchem ich vor 39 Jahren mit dem Göttergatten mein erstes Date hatte. Und es hat funktioniert. Mehr als das; dank passender Begleitung war es sogar saulustig und die Geschichten über dieses erste Date haben mich wieder lachen lassen.

Dass es nun überall weihnachtet, macht mir bislang weniger Mühe, als befürchtet. Ich müsste aber lügen, wenn ich behaupten würde, dass ich keine Angst vor der Weihnachtszeit und dem ersten Todestag meines Göttergatten habe. Ich weiss nicht, was meine Seele da mit mir so vorhaben wird.

Es gab einige Tiefs, bei welchen ich am liebsten den Kopf in den Sand gesteckt hätte. Tatsache ist aber, dass mir das den Göttergatten nicht zurückbringen wird. Und der Sand im Getriebe würde nur beim Gehen stören. Und auch wenn die Trauer nach wie vor da ist, so wende ich mich jeden Tag aufs Neue dem Leben zu – weil ich nur dieses eine Leben habe. Und das findet JETZT statt. Nicht morgen, nicht übermorgen – GENAU JETZT!!! Alles andere steht in den Sternen.

Meine beiden Enkelkinder helfen mir, immer wieder ganz schnell Boden unter den Füssen zu bekommen, wenn die Spirale nach unten ziehen will. Und sie tun dies, ohne dass sie es wissen. Einfach weil sie da sind, weil sie leben und weil Kinder von Natur aus nach vorne schauen – sie sind positiv und voller Leben!!! Meine beiden kleinen aber grossen Vorbilder.

Die Enkelin hat passenderweise beim weihnächtlichen Dekochaos das Foto von mir gemacht. Und ich liebe es – weil es zeigt, dass das Leben weitergeht. Genauso, wie ich es auch zuvor gelebt habe: Schräg, anders, mit Humor und Spass und mit ganz viel Energie, selbst wenn mir manchmal im Sitzen die Augen zufallen.

Ganz viel Dankbarkeit geht raus an alle, die mich durch dieses Jahr getragen haben!

Älter werden …

… ist nichts für Feiglinge.

Wir drei Damen vom Grill sind wieder einmal on tour. Und wie fast immer, tun wir dies grösstenteils zu Fuss. Diesmal machen wir wieder einmal Palma City unsicher. Was wir aber an Unterscheid merken:

Die eine hat Schmerzen in den Füssen und Knien, die andere fühlt sich schlapp und kraftlos weil sie die Klimaanlage nicht verträgt und die Dritte hat Hüftschmerzen und der Rücken tut weh.

Ernsthaft jetzt? Wir sind keine 80ig. Notabene kenne ich äusserst fitte 80ig-Jährige (namens Mama und Papa), die einiges weniger jammern. Meine Güte, was ist bloss mit uns los? Entweder brauchen wir alle eine Physiotherapie oder wir haben das Powershopping in letzter Zeit zu wenig geübt. Ab 10’000 Schritten wird es in meinem Fall fast ein bisschen brenzlig, zumal dann womöglich noch Einkaufstaschen zusätzlich Gewicht auf meine ohnehin schon lädiertes Skelett geben.

L U X U S P R O B L E M E !!!!!

Ganz genau, aber wir merken tatsächlich, dass wir mit U60 und knappen Ü60 nicht mehr in der Liga der joggenden Sightseeing Touristen mit dabei sind. Gegen Abend sehen wir eher der schleichenden Altersheim-Community ähnlich. Da kann es durchaus schon mal passieren, dass wir auch im wunderschönen Palma um 20 Uhr im Bett liegen und die Glotze einschalten. Meine Güte: Wo sind denn wir gelandet?

Zugegeben: Gemeinsam mit den Girls gehen sich tausende von Schritten um einiges einfacher, zumal wir uns dabei regelmässig schlapp lachen – über alles und jede-/n. Und wir besichtigen Gemäuer, Häuser, Gassen, Schiffe und das Meer, ohne dass es langweilig wird. Mal mit mehr, mal mit weniger Geächze. Aber ein bisschen „Autsch“ und „Kneiff“ ist immer dabei.

Jup, älter werden ist tatsächlich nichts für Feiglinge. Die Apotheke ist gleich um die Ecke beim Hotel und im Moment lachen wir noch über unsere „Brästeli“, obwohl wir eigentlich doch lieber ein paar Jährchen fitter wären.

Aber hey: Die drei vom Grill lassen sich nicht so einfach unterkriegen. Solange wir noch gehen können, wird weitergereist – es gibt noch viele schöne Orte, die vor uns nicht sicher sind!

P.S.: Wer wissen möchte, wo man in Palma überall pinkeln kann – auch darüber können wir bestens Auskunft geben …

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