von süss bis ungeniessbar

Heute ist Weltfrauentag …

… und ich frage mich, ob wir nicht gerade jede Menge anderer Sorgen haben?

Überall findet man Aufrufe zu Demonstrationen, Versammlungen und wie man all diese Treffen sonst noch so nennen mag. Es geht um Gleichstellung und gegen die Unterdrückung der Frauen. Also ganz abgesehen von der Tatsache, dass ich mich als Frau noch nie benachteiligt gefühlt habe, geht mir gerade JETZT all dies gehörig auf den Senkel!

Da draussen in der Welt herrscht Krieg – in unserer Welt. Menschen werden von Menschen niedergemetzelt und es ist in meinen Augen mehr als vermessen, jetzt in der Schweiz auf die Strasse zu gehen, um für die Gleichstellung zu demonstrieren. Echt jetzt?

Liebe Frauen: Aus der Ukraine werden Frauen und Kinder nach Möglichkeit aus den Kriegsgebieten raus- und hoffentlich in Sicherheit gebracht. Und ihre Männer? Nun ja: wenn diese im kampffähigen Alter sind, dann müssen sie leider zurückbleiben und kämpfen. Ehm – DIE MÄNNER BLEIBEN ZURÜCK UND KÄMPFEN!!!! Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ihr demonstrationswilligen Frauen da draussen das verstanden habt!? Es sind nicht die Frauen, die mit Blutzoll bezahlen – es sind die Männer, die dort stehen und bis zum bitteren Ende ihre Heimat verteidigen.

Ich käme mir sowas von bescheuert vor, jetzt mit einer Flagge durch die Schweizer Strassen zu marschieren und für die Frauenrechte zu schreien. Es war für mich noch nie der richtige Moment, mit solchen Mitteln etwas erreichen zu wollen: JETZT IST ER ES ABER GRAD NOCH VIEL WENIGER, ALS JE ZUVOR!!!

All diese super-genialomatisch-emanzipierten Superwomen dürfen sich sonst gerne eine Waffe greifen und ihren männlichen Freunden in der Ukraine zur Seite stehen – für die Rechte ihrer Heimat, für das Recht zu leben, für das einfache Menschenrecht – egal ob Mann oder Frau.

Um die Luxusprobleme kümmern wir uns dann ein anderes mal …

Deine eigene Statistik

Happy birthday Göttergatte – 60 Jahre, wer hätte das gedacht?

Ja, Du hast es immer gesagt. Wir hatten Mühe, es zu glauben. Schliesslich haben alle Prognosen starr dagegen gehalten. Sämtliche vorhandenen medizinischen Statistiken haben eine andere Sprache gesprochen, ganz zu schweigen von den ärztlichen Vorhersagen.

Du hast unbeirrt immer gesagt: „Ich glaube keiner fremden Statistik – ich schreibe meine eigene.“ Wir haben zwar mit Dir zusammen gegrinst, in der Magengrube hat uns aber immer dieses hässliche Gefühl beschlichen.

Und jetzt: Ja, Du hast tatsächlich Deine eigene, besondere, unfassbare und unerklärliche Statistik geschrieben. Knapp 5 1/2 Jahre nach der brutalen Hammerdiagnose feierst Du Deinen 60igsten Geburtstag. Ich bin stolz! Sehr stolz! Auf Dich, auf uns – auf alle, die uns seit Jahren begleiten.

Was ich Dir wünsche?

Zeit
Liebe
Freude
Kraft
Erlebnisse
Spass

Wir gehen den gemeinsam Weg weiter – zusammen mit der Familie, unseren Freunden und ganz viel positiven Gedanken.

Ich liebe Dich 🙂

Informationschaos …

… und Chaos im Kopf!

Meine Timeline auf Facebook entspricht in etwa den Zeitungen, welche wir noch in Papierform abonniert haben. Bunte Fasnachtsbilder und fetzige Guggenmusik wechseln sich gerade ab mit Kriegsbildern und hässlichem Bombenlärm aus dem Osten.

Es fühlt sich alles so surreal an. All dies geschieht gleichzeitig, auf demselben Planeten – faktisch gerade mal zwei Flugstunden liegen zwischen diesen gefühlt unterschiedlichen Galaxien.

Mir ist klar, dass es den Menschen in der Ukraine nichts bringt, wenn wir auf die Fasnacht verzichten. Mein Kopf hat einfach gerade sehr Mühe, das bunte Treiben und das dunkle Leiden unter einen Hut zu bringen.

Zwischen den besagten Bildern befinden sich noch die Fotos aus den wunderbaren Skigebieten und man könnte fast meinen, die Welt sei in Ordnung; obwohl sie gerade übel aus den Fugen geraten ist. Ich habe mich darauf gefreut, nicht mehr jeden Tag als erstes und als letztes die Coronameldungen zu hören. Leider war ich nicht darauf vorbereitet, dass diese bündig durch Kriegsmeldungen ersetzt werden.

Wie gut, dass wir zwei Enkelkinder haben, die uns immer wieder aus der bitteren Realität ins Leben holen – mit Patschehänden, mit Sabber, nassen Knutschern und unendlich viel Liebe. Und dann schaue ich die beiden kleinen Lieblingsmenschen an und denke: In was für eine Welt wachst ihr da nur herein?

Ja, es gab sie immer: Die Nachkriegskinder; die Kinder einer Pandemie; die Kinder der Rezession. Die kleinen Knirpse gehören hoffentlich nicht schon bald einer nachkriegspandemischen Rezessionsgeneration an. Und all das auf einem ziemlich havarierten Planeten, dessen Klima sich rasant verändert.

Da baue ich dann doch lieber noch ein paar bunte Knetfelsen und klettere mit den Dinosauriern der Enkel durch den Knetdschungel. Diese Welt gefällt mir besser – viel besser!

Freedom Day???

Gestern war der Tag, an welchem unsere Regierung beschlossen hat, mal kurz auf einen Schlag praktisch alle Massnahmen zum Schutz der Bevölkerung vor Corona in den Wind zu schiessen. Und die Medien haben diesen Tag FREEDOM DAY genannt. Echt jetzt? Habe ich etwas verpasst?

Haben wir die letzten zwei Jahre im Knast verbracht und ich habe es nicht gemerkt?

Waren wir in der Schweiz so arg eingeschränkt, dass wir uns nicht mehr bewegen konnten?

Wurden wir in Ketten gelegt?

Nun ja – eines haben wir Schweizer:innen meisterhaft gelernt: JAMMERN AUF HOHEM NIVEAU. Wenn ich manchen Menschen zugehört habe, hätte man meinen können, dass wir in einer Diktatur leben mussten. Kompletter Blödsinn. Wir waren zu keiner Zeit so massiv eingeschränkt, dass es uns an die Freiheit gegangen wäre. Wir durften uns in unterschiedlichen Rahmen immer frei bewegen … wir waren nie IN HOUSE eingesperrt. Da hatten unsere Nachbarländer weit krassere Massnahmen. Vermutlich ist deshalb gestern auch niemand hupend durch die Gegend gefahren … weil wir niemals wirklich arg eingeschränkt waren.

Warum man also diesen Tag Freedom Day nennen muss, ist mir ein Rätsel. Würden Kriegsgefangene einen Tag so nennen, wäre mir das absolut klar und ich könnte es nachvollziehen. Nennt man aber in der Schweiz einen Tag so, an welchem durchaus moderate Massnahmen weggespült werden, dann ist das für mich die Lachnummer schlechthin.

Jetzt könnten alle Jammeris und Heulsusen ihre Masken wegschmeissen (ich würde vielleicht nicht zu weit!!) und ihre Zertifikate verbannen – und jene, die noch nie ein Zertifikat hatten könnten jetzt wieder jubelnd überall ein- und ausgehen und den Freedom Day zelebrieren.

Ach ja – nur zur Info: Die verletzlichen Personen und die kleinen Kinder werden sich wegen des Freedom Days nicht in Luft auflösen. Es wäre also noch schön, wenn ihr die ob all der Freude nicht komplett vergessen würdet. Die sind nämlich jetzt überhaupt nicht mehr geschützt. Für die ist es ein Schritt zurück – nicht ein Schritt in die Freiheit. Dies nur so am Rande!

Herr Dachs

Wir haben seit geraumer Zeit einen Mitbewohner in unserem Garten. Ein stattliches Tier mit einer wunderbaren Fellzeichnung. Herr Dachs!

Herr Dachs wohnt offenbar schon eine Weile hier – die tiefen Löcher (eher Gruben), welche Herr Dachs unter dem Maschendrahtzaun zum Nachbargrundstück buddelt, lassen darauf schliessen, dass er immer seine Nachtaktivitäten bei uns auslebt.

Unser Grundstück ist komplett eingezäunt, weil wir unsere Hündin nicht dem ganzen Quartier zumuten wollen. So kann sie sich frei bewegen und ist gesichert. Herr Dachs hat offenbar irgendwo ein Schlupfloch unterm Zaun gefunden, durch welches er seine nächtlichen Wanderungen durch unseren Garten unternimmt. Also REIN ist für ihn kein Problem. Das mit dem RAUS hat der Kollege aber ganz offensichtlich noch nicht kapiert. Anders können wir uns nicht erklären, warum er immer wieder wie ein Wilder versucht, einen Tunnel unterm Zaun durch zu den Nachbarn zu buddeln. Ein Tunnelsystem hat er vollständig geschafft. Das haben wir gemerkt, als auf einmal der Hund unserer Nachbarn durch diesen Tunnel in unseren Garten auf Besuch kam. Wir haben den Tunnel mit grossen Steinen verschlossen. Für uns war es damit erledigt. Für Herrn Dachs aber nicht. Zwei Meter neben seinem alten Tunnel hat er letzthin angefangen, einen neuen Durchgang zu graben. Aufgefallen ist uns der grosse Haufen Erde, der frühmorgens in unserem Garten aufgetürmt war. Offenbar ist der pelzige Kollege gestört worden – der Durchgang war nicht fertig. Wir füllten also die Erde wieder in seine Buddelgrube.

Herr Dachs ist mir nachts im Garten auch schon begegnet. Ich stand mit unserer kleinen Hündin auf dem Rasen, als mir der hübsche Kollege in die Augen schaute. Boah – er ist riesig! Und ich weiss nicht, wer von uns sich mehr erschrocken hat. Klein Ellie hat geknurrt, als ob sie nur ansatzweise eine Chance gegen dieses Tier haben könnte. Ich bin ziemlich schnell ins Haus verschwunden mit meiner Fellnase – der tierische Geselle kann nämlich ganz schön unangenehm werden, wenn er gestört wird.

Nun ja, jetzt wohnt Herr Dachs halt einfach irgendwo auf unserem Grundstück. Ob es wirklich ein Herr ist, weiss ich nicht mit Sicherheit – aber ich vermute es. Wäre es eine Frau Dachs, hätte sie schon lange kapiert, dass sie dort auch wieder rauskommt, wo sie reingekommen ist. Die würde sich nicht ständig neue Wege buddeln. Soweit meine tierische Theorie …

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