von süss bis ungeniessbar

Fünf Millionen Häärchen!

Wisst ihr, wieviele Häärchen ihr am Körper habt? Also bei mir sind es mindestens fünf Millionen. Und alle liegen in die falsche Richtung und tun weh. Knochen habe ich in etwa 350 Stück und jeder fühlt sich an wie gebrochen. Und mein Kopf wurde ganz bestimmt letzte Nacht von jemandem mit Bergschuhen getreten – mehrfach!!! Und ich beherrsche das Ganzkörpergezittere wie eine Tänzerin im Rausch. Bestimmt gibt es einen Namen dafür! Das allercoolste ist meine Stimme – sie ist tiefer als die meines Göttergatten und ich könnte damit problemlos eine Sexhotline betreiben.

Warum all das passiert? Nun ja – ganz einfach: Der Kollege Omikron fand es an der Zeit, sich bei mir einzunisten! Ungefragt!! Einfach so!! Was für ein absolut überflüssiger Gast … echt jetzt!

Da kommt das Vieh, schleicht sich an und schafft es, innerhalb von 24 Stunden den ganzen Körper in Besitz zu nehmen. Einfach jedes Fäserchen … sogar die Haarwurzeln und die Zehennägel. Ich stell mir vor, wie die kleinen grünen Omikröners mit ihren hässlichen Fratzen sich da jetzt häuslich einrichten und dafür sorgen, dass ich am liebsten aus meinem Körper ausziehen möchte. Idioten das!!!

Mein Bett sieht aus wie eine Apotheke – Schneuzbox neben Nasenspray neben Hustenpastillen neben Halsspray. Man müsste eigentlich annehmen, dass nach all diesen Sachen wieder gut ist. Nix da – das Vieh wehrt sich gegen einen Auszug. Aktuell hat es tendentiell eher noch rund 200 Freunde eingeladen. Und jeder dieser Blödiane meint, den anderen mit noch mehr Party in meinem Körper übertrumpfen zu müssen.

De facto ist es so, dass ich mir gar nicht vorstellen mag, wie es jenen geht, deren Körper NICHT mit der Impfung auf eine Invasion vorbereitet wurden. Ich schätze mal, dass ich einen sogenannt milden Verlauf habe … aber der ist mehr als genug, herzlichen Dank auch!

Allen Leidensgenossen da draussen wünsche ich gute Besserung und: Ich drehe den Spiess jetzt um und mache dem Vieh mit allem möglichen das Leben jetzt so richtig schwer bei mir!

Zerstörtes Ego

Was gibt es schöneres, als einen Enkeltag – Grosi und Gropi dürfen den ganzen Tag mit den Knirpsen machen, was immer sie möchten. Ein Spasstag bei schönstem Wetter. Also ab in den Zoo. Das wollten wir schon lange mal machen.

Schon auf der Hinfahrt brabbelt uns die Dreijährige voll mit sämtlichen Tieren, die sie kennt – ohne Punkt und Komma wird erzählt und bei jeder Abzweigung, die sie sieht, trötet sie laut: „Hier rechts abbiegen Gropiiiii!!!“ Der kleine Mann (einjährig) versucht währenddessen, sich in seinem Sitz seiner Kleidung zu entledigen. Die Socken sind schon nach einer Minute irgendwo im Auto …

Soweit so gut – wir freuen uns auf den Prachtstag und sind die ersten, die sich pünktlich bei Parköffnung an die Kasse stellen. Ich zücke die Brieftasche, um die Eintritte zu bezahlen, da stellt die Frau an der Kasse DIE FRAGE, die mir schlagartig die Farbe aus dem Gesicht zieht:

„Haben Sie einen AHV-Ausweis, wegen der Vergünstigung?“

Rentnerin? Ich? Ich reagiere mit: „Wollen Sie mich veräppeln? Ich werde 55!“

Die gute Frau an der Kasse versucht sich zu erklären, indem sie meint, es täte ihr ja leid, aber heute sähen die Alten eben auch nicht mehr alt aus, deshalb müsse sie sicherheitshalber immer fragen.

Ich höre nur noch blablablabla und versuche, den Schlag in die Magengrube wegzustecken. Okay, ich habe weisse Haare. Die fand ich bislang sogar schön. BISLANG! Seit gestern bin ich nicht mehr sicher, ob ich in die nächste Drogerie marschiere und mir schwarze Haarfarbe hole.

Mit Leib und Seele bin ich gerne Grossmutter. Ich will auch unbedingt Grosi genannt werden – das Ansprechen mit dem Vornamen (neuer Trend der jungen Grossmütter) will mir so gar nicht gefallen. Die Liebe zu meinen Enkeln ist unermesslich. Alles keine Frage. Aber mal kurz zehn Jahre älter geschätzt zu werden – das will mir so gar nicht gefallen. Ich kann es drehen und wenden wie ich will – mein Ego ist nicht nur angekratzt – es ist quasi zerstört!

Wie gut, dass es sich dabei um First World Problems handelt und wir einen lustigen Zootag hatten. Aber ich hatte die ganze Zeit das komische Gefühl im Nacken, dass gleich jemand kommen und mir einen Stuhl anbieten wird, weil ich doch so alt aussehe …

Heute ist Weltfrauentag …

… und ich frage mich, ob wir nicht gerade jede Menge anderer Sorgen haben?

Überall findet man Aufrufe zu Demonstrationen, Versammlungen und wie man all diese Treffen sonst noch so nennen mag. Es geht um Gleichstellung und gegen die Unterdrückung der Frauen. Also ganz abgesehen von der Tatsache, dass ich mich als Frau noch nie benachteiligt gefühlt habe, geht mir gerade JETZT all dies gehörig auf den Senkel!

Da draussen in der Welt herrscht Krieg – in unserer Welt. Menschen werden von Menschen niedergemetzelt und es ist in meinen Augen mehr als vermessen, jetzt in der Schweiz auf die Strasse zu gehen, um für die Gleichstellung zu demonstrieren. Echt jetzt?

Liebe Frauen: Aus der Ukraine werden Frauen und Kinder nach Möglichkeit aus den Kriegsgebieten raus- und hoffentlich in Sicherheit gebracht. Und ihre Männer? Nun ja: wenn diese im kampffähigen Alter sind, dann müssen sie leider zurückbleiben und kämpfen. Ehm – DIE MÄNNER BLEIBEN ZURÜCK UND KÄMPFEN!!!! Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ihr demonstrationswilligen Frauen da draussen das verstanden habt!? Es sind nicht die Frauen, die mit Blutzoll bezahlen – es sind die Männer, die dort stehen und bis zum bitteren Ende ihre Heimat verteidigen.

Ich käme mir sowas von bescheuert vor, jetzt mit einer Flagge durch die Schweizer Strassen zu marschieren und für die Frauenrechte zu schreien. Es war für mich noch nie der richtige Moment, mit solchen Mitteln etwas erreichen zu wollen: JETZT IST ER ES ABER GRAD NOCH VIEL WENIGER, ALS JE ZUVOR!!!

All diese super-genialomatisch-emanzipierten Superwomen dürfen sich sonst gerne eine Waffe greifen und ihren männlichen Freunden in der Ukraine zur Seite stehen – für die Rechte ihrer Heimat, für das Recht zu leben, für das einfache Menschenrecht – egal ob Mann oder Frau.

Um die Luxusprobleme kümmern wir uns dann ein anderes mal …

Deine eigene Statistik

Happy birthday Göttergatte – 60 Jahre, wer hätte das gedacht?

Ja, Du hast es immer gesagt. Wir hatten Mühe, es zu glauben. Schliesslich haben alle Prognosen starr dagegen gehalten. Sämtliche vorhandenen medizinischen Statistiken haben eine andere Sprache gesprochen, ganz zu schweigen von den ärztlichen Vorhersagen.

Du hast unbeirrt immer gesagt: „Ich glaube keiner fremden Statistik – ich schreibe meine eigene.“ Wir haben zwar mit Dir zusammen gegrinst, in der Magengrube hat uns aber immer dieses hässliche Gefühl beschlichen.

Und jetzt: Ja, Du hast tatsächlich Deine eigene, besondere, unfassbare und unerklärliche Statistik geschrieben. Knapp 5 1/2 Jahre nach der brutalen Hammerdiagnose feierst Du Deinen 60igsten Geburtstag. Ich bin stolz! Sehr stolz! Auf Dich, auf uns – auf alle, die uns seit Jahren begleiten.

Was ich Dir wünsche?

Zeit
Liebe
Freude
Kraft
Erlebnisse
Spass

Wir gehen den gemeinsam Weg weiter – zusammen mit der Familie, unseren Freunden und ganz viel positiven Gedanken.

Ich liebe Dich 🙂

Informationschaos …

… und Chaos im Kopf!

Meine Timeline auf Facebook entspricht in etwa den Zeitungen, welche wir noch in Papierform abonniert haben. Bunte Fasnachtsbilder und fetzige Guggenmusik wechseln sich gerade ab mit Kriegsbildern und hässlichem Bombenlärm aus dem Osten.

Es fühlt sich alles so surreal an. All dies geschieht gleichzeitig, auf demselben Planeten – faktisch gerade mal zwei Flugstunden liegen zwischen diesen gefühlt unterschiedlichen Galaxien.

Mir ist klar, dass es den Menschen in der Ukraine nichts bringt, wenn wir auf die Fasnacht verzichten. Mein Kopf hat einfach gerade sehr Mühe, das bunte Treiben und das dunkle Leiden unter einen Hut zu bringen.

Zwischen den besagten Bildern befinden sich noch die Fotos aus den wunderbaren Skigebieten und man könnte fast meinen, die Welt sei in Ordnung; obwohl sie gerade übel aus den Fugen geraten ist. Ich habe mich darauf gefreut, nicht mehr jeden Tag als erstes und als letztes die Coronameldungen zu hören. Leider war ich nicht darauf vorbereitet, dass diese bündig durch Kriegsmeldungen ersetzt werden.

Wie gut, dass wir zwei Enkelkinder haben, die uns immer wieder aus der bitteren Realität ins Leben holen – mit Patschehänden, mit Sabber, nassen Knutschern und unendlich viel Liebe. Und dann schaue ich die beiden kleinen Lieblingsmenschen an und denke: In was für eine Welt wachst ihr da nur herein?

Ja, es gab sie immer: Die Nachkriegskinder; die Kinder einer Pandemie; die Kinder der Rezession. Die kleinen Knirpse gehören hoffentlich nicht schon bald einer nachkriegspandemischen Rezessionsgeneration an. Und all das auf einem ziemlich havarierten Planeten, dessen Klima sich rasant verändert.

Da baue ich dann doch lieber noch ein paar bunte Knetfelsen und klettere mit den Dinosauriern der Enkel durch den Knetdschungel. Diese Welt gefällt mir besser – viel besser!

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