von süss bis ungeniessbar

Die Macht der Medien …

… und der selbsternannten Stammtisch-Allesversteher!

Als ehemalige Redaktorin der Print- und Radiomedien weiss ich, wie gross der Run auf einen Primeur ist. Allerdings war die Ethik zu meiner aktiven Redaktionszeit irgendwie noch etwas höher im Kurs, als sie das heute ist.

Ich bin entsetzt, wie die Medien die Gesellschaft manipuliert, wenn es um den aktuellen Fall der Credit Suisse geht. Da werden Meldungen ein klitzekleines Bisschen abgeändert, sodass sie reisserisch klingen und spannender sind, als die Wahrheit eigentlich wäre. Man lässt ein Fakt einfach weg, und die Meldung wird zur Headline, welche die ganze Börse ins Strudeln bringt.

Gestern gingen massig solcher frisierter Meldungen über alle Ticker. Juristisch noch gerade okay, faktisch aber eigentlich falsch. Und was passiert – die ganze Bankenwelt gerät aus den Fugen und die Leute reagieren panisch.

Ich äussere mich höchst selten zu aktuellen finanztechnischen oder politischen Themen. In diesem Fall mache ich eine Ausnahme:

Wer nicht wirklich in diesem Zirkus drin ist, sollte tunlichst vermeiden, jede Zeile wortwörtlich zu glauben, die da gedruckt wird. Es wird nämlich nie so heiss gegessen, wie gekocht. Und auch bei den Interviews, die im TV und in den Radiostationen laufen, sind die Zusammenschnitte oft so gemacht, dass es fatal klingt – de facto aber eigentlich eine völlig normal Aussage ist.

SRF lässt über ihren Ticker verlauten: „Angestossen hatte der Kursabsturz eine Äusserung der Grossaktionärin Saudi National Bank, kein weiteres Geld in die Bank zu investieren.“
Klingt ja schlimm!!! ????

Diese Äusserung ist aber eigentlich der Tatsache geschuldet, dass die Saudi National Bank nicht über 9,9% der Grossbank besitzen darf, weil sie sich sonst neuen regulatorischen Hürden stellen müsste, welche dies aktuell verbieten.

Davon steht nirgends auch nur ein Wort!

Ich oute mich hier als treue CS-Kundin und werde mein Geld nicht abziehen, nur weil die Medien eine Sachlage schlechter schreiben, als sie de facto ist. Gerade weil alle Paniker nun ihre Gelder abziehen, gerät ein Haus wie die CS letztlich in einen Engpass, der schon lange nichts mehr mit den harten Tatsachen zu tun hat.

Etwas mehr Fakten und etwas weniger reisserische Headlines täten unseren Medien echt gut!

#medien #bankendebakel #fakten #headlines #creditsuisse

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Welfrauentag


Ladies – ein Cheers auf uns alle!! ????

Heute wird gefeiert, dass sozialistische Organisationen in der Zeit vor dem ersten Weltkrieg den Kampf um die Gleichberechtigung, das Wahlrecht und die Empanzipation von Mitarbeiterinnen aufgenommen haben. In der Tat: So lange ist das schon her.

Wir könnten jetzt aufzählen, welche Dinge immer noch nicht in die richtige Richtung laufen. Aber HEUTE NICHT!

Heute ist der Tag, an welchem ich dankbar bin, dass sich starke Frauen in all den Jahren vor uns mit Leib und Seele dafür eingesetzt haben, dass Menschen einfach als Menschen behandelt werden, ohne dass das Geschlecht dabei eine Rolle spielen darf.

Dank all diesen starken Frauen

???????? wurden veraltete Rollenbilder das erste mal aufgebrochen
???????? wurden Frauenrechte das erste mal aufs Tapet gebracht
???????? dürfen Frauen kurze Haare tragen
???????? können Frauen eigene Bankkonten eröffnen
???????? dürfen Frauen ihren Nachnamen behalten
???????? können Frauen Miniröcke tragen
???????? haben Frauen Zugang zu den Chefetagen der Unternehmen
etc. etc.

Ich feiere diese Frauen, die den Mut hatten, sich gegen die starren Strukturen aufzulehnen und in all den Jahren sind immer mehr Frauen dazugekommen, die sich für die Rechte der Frau stark machen.

Klar, es ist noch nicht so, wie es sein könnte. Aber wir bleiben dran. Und nur wenn es weiterhin Frauen gibt, die auch mal unangenehm und kritisch auffallen, ohne sich deswegen ein Gewissen zu machen, werden wir diesen eingeschlagenen Weg weitergehen können.

Go for it, Ladies! And celebrate this special day ???? ????Größere Bilddarstellung aktivieren,

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Das Zauberwort

NEIN!!!

Nein, ein Wort, welches per se negativ behaftet ist. Schliesslich dient es der Ablehnung. Allerdings gibt es drei gute Gründe, warum dieses Wort uns hilft, uns positiv entwickeln zu können:

???????? Schutz der eigenen Grenzen
Wenn man in der Lage ist, im richtigen Moment nein zu sagen, kann man sich vor Überforderung schützen. Gerade Frauen haben nicht selten das Gefühl, nicht nein sagen zu dürfen. Tun sie es doch, klopft das schlechte Gewissen an. Ob dies anerzogene Muster sind, oder ob es sich dabei tatsächlich um ein geschlechtsspezifisches Verhalten handelt, kann ich nicht beurteilen. Ich beobachte aber, dass es Männern offenbar leichter fällt, nein zu sagen.
Ein klares nein kann verhindern, dass eigene Lebenszeit und Energie verloren gehen. Nur Mut!

???????? Stärkung der Selbstachtung
Wer das Gefühl hat, immer ja sagen zu müssen, um anderen zu gefallen oder um Konflikte zu vermeiden, verliert über kurz oder lang seine Selbstachtung. Eine Ampel steht auch nicht ständig auf grün. Und bei rot wir gestoppt. Ohne Diskussion. Genauso verhält es sich mit einem nein. Es gibt uns die Kraft, über unser Befinden selber entscheiden zu können und man wird logischerweise vom Umfeld besser akzeptiert. Ja-Sager-/innen sind nicht selten Mitläufer-/innen.

???????? Verbesserung der zwischenmenschlichen Beziehungen
Das mag auf den ersten Blick paradox erscheinen, ist es aber nicht. Eine gesunde und gute zwischenmenschliche Beziehung basiert auf gegenseitigem Respekt. Wer immer ja sagt, wir nicht mehr ernst genommen. Es entsteht eine einseitige Dynamik, aus welcher ein Gewinner und ein Verlierer hervorgeht. Nur wer nein sagen kann, darf davon ausgehen, dass eine Beziehung auf offener und ehrlicher Kommunikation basiert. Wertschätzung und eine gemeinsame Basis müssen ein Nein genauso aushalten, wie ein Ja.

Nein sagen zu können, ist eine gesunde Art, sich selber vor Energieräubern zu schützen.

Was denkt ihr: Können Frauen sich genauso gut abgrenzen wie Männer?

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Zu alt und unsichtbar!?



Seit ich jenseits der 50ig bin (aktuell 56), erlebe ich immer wieder, wie Frauen in meinem Alter rund um mich herum „verblassen“. Sie werden für die Gesellschaft unsichtbar und kapitulieren, weil sie mit ihrem Alter nicht mehr in den Rängen für spannende Aufgaben stehen.

Frechheit, sage ich!!!

Stereotypen wie „jung = attraktiv = clever = gewinnbringend“ machen nicht selten den Frauen jenseits der 50ig das Leben schwer. Dann, wenn Männer aufgrund ihrer grauen Schläfen und ihrer Falten als graue Eminenzen mit viel Erfahrung in wichtigen Gremien gesehen werden, fallen Frauen schlicht und einfach aus dem Raster. Sie verschwinden vom Radar, obwohl ihre Erfahrungsrucksäcke nicht weniger voll sind.

Ist euch auch schon aufgefallen, dass zu einem älteren Herrn wertschätzend aufgeschaut wird, während eine ältere Frau tendenziell eher einen mitleidigen Blick bekommt? Mir ist dies allein schon bewusst geworden, als ich vor einem halben Jahr mein Haar von naturgrau wieder auf schwarz gewechselt habe. Ich bin deswegen keinen Tag jünger – aber offenbar in der Gesellschaft wieder sichtbarer.
Es ist leider auch eine Tatsache, dass in vielen Branchen und Bereichen Frauen ab 50ig kaum mehr Chancen auf Beförderungen oder wichtige Projekte bekommen. Das kratzt am Ego – aber ganz gewaltig.

Ich setze mich sehr dafür ein, dass das Alter kein Hindernis für Erfolg oder Erfüllung in der Karriere sein darf. Talente und Fähigkeiten verschwinden schliesslich nicht einfach, nur weil man ein gewisses Alter überschritten hat. Und es gibt immer mehr Menschen, die lebenslanges Lernen zum erklärten Ziel gemacht haben (ich zähle mich dazu).

Mir ist übrigens in der letzten Zeit ein paar mal aufgefallen, dass es Business-Vereinigungen gibt, bei welchen charmant darauf hingewiesen wird, dass ein Beitritt bis zum 50. Lebensjahr erwünscht ist. Was soll das? Wie wäre es, wenn man einfach KEINE Alterslimite machen würde, sodass die Jungen von den Alten und umgekehrt im Austausch profitieren können? Lernen kann man im Leben alles, aber Erfahrung kommt nunmal erst mit jedem Lebensjahr, das vergangen ist.

Ich habe bis dato nicht zu jenen gehört, die sich aufgrund von Stereotypen haben abschrecken lassen, und ich werde auch künftig nicht dazu gehören. Ich finde es aber ganz schön erschreckend, mit diesen konfrontiert zu werden, weil die eigentlich für mich nie ein Thema waren.

An alle da draussen: Der Jahrgang darf keinen Einfluss darauf haben, ob eine Frau wertgeschätzt oder ernst genommen wird. Das ist nicht nur diskriminierend, sondern ganz einfach eine ziemliche Frechheit. Kein Wunder, dass es viele Altherrenvereinigungen gibt, die sich dauernd um sich selber drehen – dort wollen nämlich die jungen Frauen um keinen Preis dabei sein.

Ich werde auch künftig dafür sorgen, dass ich nicht unsichtbar werde. Hoffentlich, ohne dabei auf bunte Massnahmen wie auf dem Bild zurückgreifen zu müssen. ????

Das Geld und der Tod



Was diese beiden Themen gemeinsam haben? Ganz einfach:
Sie werden nicht angesprochen in unserer Kultur. Sie sind tabu!

Warum eigentlich?
In der „neuen Welt“, in der sich alles verändert, bleiben trotz Fortschritt gewisse Themen einfach in der Schublade versteckt. Dies, obwohl es sich dabei um dringliche Themen handelt, die uns alle betreffen. Ob im Business oder privat – unser Leben hängt unweigerlich mit dem Geld zusammen und auch der Tod hat noch niemanden ausgelassen. Es ist relativ einfach gesagt:

1. Ohne Moos nix los!
2. Keiner kommt hier lebend raus!

In der Schweiz ist das Geld ein wahres Politikum. Man schweigt es tot, wortwörtlich! Manche nehmen tatsächlich ihre Finanzen oder Schulden mit ins Grab – zum Ärger der Hinterbliebenen.
Hat man viel Geld, darf man nichts dazu sagen – es ruft die Neider auf den Plan. Hat man kein Geld, spricht man es auch nicht an – die falsche Scham steht im Weg. Kommt man mehr schlecht als recht über die Runden, verhält man sich still und versucht, bloss nicht aufzufallen.

Ähnlich verhält es sich beim Thema Tod. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass das Leben viel einfacher zu leben ist, wenn man sich rechtzeitig mit dem Sterben auseinandersetzt. Es ist ein Muss, alles gut zu regeln und sowohl im privaten als auch im geschäftlichen Umfeld zu kommunizieren, was wann wie und wo sein soll. Hat man dies einmal gemacht, lebt es sich um einiges leichter.

Ich teste den Umgang mit diesen Themen immer mal wieder sehr provokant, indem ich in unterschiedlichem Rahmen die Fragen in den Raum werfe:

„Verdienst Du eigentlich gut in Deinem Job?“
oder …
„Wie habt ihr eigentlich euer Ende geregelt?“

Ihr könnt euch sicher vorstellen, dass ich mit den unterschiedlichsten Reaktionen konfrontiert werde. Von geschockt bis überrascht ist alles dabei. Aber höchst selten öffnet sich jemand sofort und spricht über eines dieser Themen.

Mal ganz im ernst: Ihr könntet morgen über die Strasse gehen und überfahren werden. Tot! Wenn ihr euch zuvor NIE mit der Thematik auseinandergesetzt habt, dann wird das für euer Umfeld eine Mammutaufgabe. Und wenn ihr dabei noch einen heimlichen Schuldenberg oder ein riesiges Vermögen angehäuft habt, ohne dies zu kommunizieren, dann wird es richtig heftig.

Gerade Firmengründer sollten sich – trotz der ganzen Euphorie des neuen Unternehmerlebens – genau mit diesen Themen auch beschäftigen. Schliesslich soll ja eine Idee nicht mit dem Founder sterben, weil er sich nicht gekümmert hat.

Und ihr so – sind diese Themen bei euch am Tisch auch präsent, oder liegen sie in der Schublade und warten auf Tageslicht?

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