Seit 12 Jahren betreibe ich diesen Blog hier. Über 1500 Geschichten sind seither geboren worden. Viele haben den Blog ab Tag eins begleitet, aber noch viel mehr Menschen sind im Laufe der Zeit dazugekommen. Und in letzter Zeit werde ich des öfteren mal gefragt: „Wo kommt eigentlich der Name MODEPRALINE her?“
Nun, der Name stammt aus einer Zeit, in welcher meine Prioritäten noch völlig anders lagen und mein Leben noch ein anderes war. Ich hatte mir nämlich damals den Traum vom eigenen Modegeschäft in Solothurn verwirklicht und war schon acht Jahre in der Fashionszene beruflich tagtäglich unterwegs. Und ich habe dafür soviel Energie gebraucht, dass ich mich mit Schokolade über Wasser gehalten habe. Nervenfutter, wie ich zu sagen pflegte. Aus diesem Grund hat damals mein Tochterkind mir den Namen Modepraline verpasst. Und so wurde auch der Blog getauft. Dass ich zwei Jahre nach der Geburt meines Blogs meine Geschäfte schliessen würde, hatte ich damals natürlich nicht auf dem Schirm. Aber 10 Jahre an der textilen Kampffront waren letztlich genug für mein Nervenkostüm. Soviel Schokolade hätte gar nicht produziert werden können, wie ich gebraucht hätte, um nicht zur Mörderin zu werden.
Wenn ich heute zurückschaue weiss ich, dass es einen guten Grund hatte, dass ich im Frühling 2016 die Türen meiner Geschäfter geschlossen habe. Fünf Monate später kam nämlich die vernichtende Krebsdiagnose bei meinem Göttergatten und meine Energie musste komplett in eine neue Dimension steuern. Ich war froh, keine geschäftliche Verantwortung mehr im Nacken zu haben. Es ist also alles zum richtigen Zeitpunkt geschehen.
Heute ist der Name MODEPRALINE eigentlich nicht mehr passend – obwohl ich nach wie vor eine Fashionista bin und gerne Schokolade esse. Aber mein Leben hat doch einiges mehr an Tiefgang bekommen und ich würde mich selber nicht mehr als Modepraline bezeichnen. Allerdings haben wir bei der Diskussion, ob wir einen Namenswechsel vollziehen sollten gemerkt, dass sich die Modepraline zu einem festen Begriff in der Blogszene entwickelt hat. Deshalb habe ich mich entschieden, den Namen so zu belassen.
Betrachte ich aber die Bilder der Fashionzeit in Solothurn heute, so fühlt es sich an, also ob ich als Zuschauerin in ein fremdes Leben blicken würde. Surreal, schräg und etwas befremdlich, diese Bilder von damals. Und ich habe nahezu alles vergessen, was ich in dieser Zeit offenbar erlebt habe. Das Leben danach hat gelöscht, wofür meine Festplatte keinen Platz mehr hatte.
Wenn ich den Schriftzug auf dem Bild aber betrachte, so würde ich etwas wieder genauso machen: Mein Tochterkind würde ich wieder Cristina taufen. Nach wie vor einer der schönsten Frauennamen, wie ich finde.
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