Gerade noch habe ich dieses Bild in Hamburg am Alsterbecken geschossen – mit viel Liebe im Herzen und dem Wissen, dass der Göttergatte mich auf Schritt und Tritt dort begleitet.
Wenn ich mich dann im August (4 Tage nach besagtem Bild) morgens zu Hause in der Schweiz aus dem Bett in Richtung Fenster bewege, dann erwarte ich alles, aber KEINE Nebeldecke. Echt jetzt? Könnte mal bitte jemand dem Wetterfrosch sagen, dass es dafür noch zu früh ist.
Der Herbst hat nun also definitiv Einzug gehalten. Es war für mich ein durchzogener Sommer. Es hat gefühlt nichts so geklappt, wie ich mir das gewünscht habe. Es war gelinde gesagt sehr holprig. Und zu allem Überfluss hatte mein Minipool, den ich mir im Mai geleistet habe soviel Verspätung, dass er seit letzter Woche nun endlich bei mir im Garten steht, aber noch nicht fertig verbaut ist. Ich werde dann im Dezember ein Eisbärenbad nehmen. Soviel zum Thema „Ein Sommer zum Vergessen“!
Was nützt da? Eigentlich nur die Flucht nach vorne – in meinem Fall nach Hamburg. Die Hansestadt ist mein Seelenbalsam. Und es spielt dort nicht einmal eine Rolle, ob Sonne, Regen oder Sturm. Hamburg ist etwas, was ich nicht wirklich in Worte fassen kann. Es hat einen Spirit, der bei mir mitten ins Herz geht. Und: Mein Göttergatte ist dort überall. Er begleitet mich auf Schritt und Tritt und in Hamburg entdecke ich Zeichen, die ich hier nicht sehe.
Diese zweite Heimat hat soviel Liebe, dass sie für ein ganzes Leben reicht. Deshalb zieht es mich immer wieder dorthin. Ich habe mich schon mehrfach gefragt, wie man drauf sein muss, dass man auswandern kann. Immer wenn ich in Hamburg bin, weiss ich es. Und trotzdem könnte ich nicht auswandern. Dafür habe ich hier zu feste Wurzeln und zu viele Menschen, die mir die Welt bedeuten.
Mein Zuhause ist hier in meinem Haus, das ich mit viel Liebe so eingerichtet habe, dass ich mich wohl fühle. Und das alle Erinnerungen der vergangenen Jahre beherbergt. Diese Erinnerungen sind verbunden mit Gefühlen, die ich für immer im Herzen tragen werde.
Eine verletzte Seele weiss oft nicht so recht, wo sie gerade hingehört. Meine hinkt phasenweise hinter mir her – mit Krücken, Gipsverband und ächzend. Vermutlich schreit sie mir manchmal noch nach, dass ich gefälligst auf sie warten soll. Aber sie ist noch da. Einfach ganz schön beschädigt und müde. Müde, von einem harten Jahr 2025, welches ich gerne am 31.12. in die Tonne treten werde. Es war und ist einfach nicht mein Jahr.
Aber die wunderbaren Highlights dieses Jahres darf ich nicht einfach vergessen – denn davon hatte ich doch auch ein paar. Und meine Hansestadt gehört dazu. Immer und immer wieder.
Die Zeit der düsteren Tage kommt nun das erste mal ohne meinen Göttergatten auf mich zu. Ich mochte diese Zeit noch nie, aber mir ist klar, dass es in diesem Jahr besonders werden wird. Einsam kann sich nämlich in der Seele an solchen Tagen noch einsamer anfühlen. Könnte ich all meine Liebsten hier einfach einpacken, dann wäre ich eigentlich den Herbst/Winter hindurch irgendwo, wo es einfacher ist, als hier am Jurasüdfuss. Aber eben: Könnte!
Und so hat jeder seine Träume – auch ich. Und sie heissen Träume, weil sie eben in der Regel nicht Realität werden. Aber ohne diese Träume wäre das Leben furchtbar leer. Also träume ich noch ein bisschen – am Küchentisch, mit meiner Tasse Kaffee und dem Blick ins nasse Grau …
Keep the Faith…
Ich bin gerade gestern bei einem Männer-Psychologie-Buch darüber gestolpert, dass es männertypisch ist, Erfolg den eigenen Eigenschaften und Fähigkeiten zuzuschreiben, wenn es aber nicht so läuft, die Ursachen des Misslingens und der schlechten Stimmung von äusseren Einflussfaktoren abhängig zu machen.
Also ist der Nebel so richtig männlich…
Nein, natürlich hast du recht, dass uns Sonnenlicht nicht nur weckt, sondern so ziemlich alle Prozesse in unserem Körper antreibt. Und das Fehlen von Licht würgt unsere Energie und Emotionen ab.
Wir haben den „Stimmungs-Blues“ besonders dann, wenn uns etwas Phänomenales gelungen ist, wir Grenzen gesprengt, etwas gewagt und mit perfekter Organisation über alle Erwartungen erfolgreich gewesen sind, dabei unvergessliche Momente schaffen und erleben konnten.
Aber alles hat ein Ende… Mist, das hatten wir vergessen!
Von einem maximalen Stresslevel (Eustress) katapultiert es uns in den Alltag. Tja, da warten Frau Miele und Herr Philips darauf, dass wir sie zu den Haushaltsarbeiten bitten und halt hierfür selber Hand anlegen müssen. Alltag.
Und dann noch Nebel!! Immernoch!!!
Zurück nach Hamburg! Auswandern!!
Aber, dann würdest du deinen Kraftort zu einem Alltagsort wandeln. All die Magie verschwindet, wie wenn wir alle Gerüche mit Öffnen aus einer Tasche entweichen lassen.
Was dann??
Keep the Faith!
Auf dem Nebel die Bilder der jüngsten Erinnerungen projizieren, aber auch jene der Träume, wie die bereits geplanten weiteren Reisen nach Hamburg gestaltet sein könnten. Vorfreude ist auch eine Freude. Und besser als jeder Stimmungs-Blues.
Und, wenn uns etwas besonders gut gefällt, eine Wiederholung planen – aber nie Copy Paste das Gleiche, sondern in einer abgeänderten Form, um Enttäuschungen zu vermeiden.
Tja. Und plötzlich bemerken wir zu Hause ganz viele Kraftspender, die aus einem gewöhnlichen Tag etwas Besonderes machen können. Zum Beispiel die jüngste Generation, welche eine Aussage raushauet, die uns noch Monate später lachen lässt. Und du stolperst über ein Zeichen von ihm, das du vor lauter Frust über den Nebel übersehen hättest.
Und schwups ist das vermeintliche „doofe“ 2025 vorbei. Und es bleiben neben vielen Tränen und bitteren Momente „zum Vergessen“ auch die zarten Pflänzchen der Zuversicht aufgrund unvergesslicher Momente, wie aktuell in Hamburg.
Keep the Faith!
W O W !!!! Danke.