von süss bis ungeniessbar

Social overload

Ich weile immer noch mit meinen Freunden in Palma. Das einstige Zugpferd und die Rampensau in mir scheinen durch den Tod meines Göttergatten einen argen Dämpfer bekommen zu haben. An Tag drei macht sich bei mir ein „social overload“, oder zu Deutsch eine Überdosis an Menschen, Eindrücken und Lärm bemerkbar. Jup, das gehört nun also auch zu mir.

Ich merke, wie tägliche Aktivitäten von 12 Stunden mit Menschen und unter Menschen mir die Energie abziehen, wie einem Duracell-Häschen, wenn es mit M-Budget Batterien gefüttert wird. Dann passiert es, dass abends um 22 Uhr meine Lampen im Kopf von selber löschen und ich mich nicht mehr konzentrieren kann. Ich habe dann auch keine Lust mehr auf Gespräche oder anderweitige Aktivitäten. Ich möchte einfach nur noch meine Ruhe …

Es gab mal eine Zeit, in der ich der Ruhe nichts abgewinnen konnte. Es musste immer etwas laufen. Tja, die Zeiten haben sich nun also geändert.

Ich bin gerade dabei, die Alarmzeichen meines Körpers zu erkennen, bevor die Überlastung schon da ist. Das fällt mir noch etwas schwer, zumal ich die meisten Jahre meines Lebens nicht so war.

Eines habe ich aber schon gelernt, und das ziemlich schnell: Wenn ich die Nase voll habe von Menschen (auch netten Menschen), von Gesprächen, von Eindrücken, Gerüchen und Geräuschen, dann sage ich das und ziehe mich zurück. Meine Familie und meine Freunde verstehen das – alle anderen können mir getrost gestohlen bleiben.

Morgen wird also meine schöne Terrasse mitten im Zentrum von Palma von mir in Beschlag genommen. Mit Buch, Sonnencrème und Liegestuhl werde ich mich durch den Sonntag chillen. Der Markt wird ohne mich stattfinden – meine lieben Freunde verstehen das zum Glück und wissen, dass ich ganz gerne auch mal einfach SEIN möchte.

Krass, wie sich manche Dinge im Leben auf einmal ändern …

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2 Kommentare

  1. Coach

    „Ich weine nicht, weil ich traurig bin, sondern weil ich zu lange stark war.“

    Ohne Schlaf sterben wir.
    Wir brauchen Ruhe und Erholung. Körperlich, wie Seelisch.
    Nach 8 Jahren Ausnahmezustand braucht es manchmal eine Phase der Stille. Das Innehalten, sich eine Ruhe zu gönnen erachte ich als Fortschritt und nicht als Unzulänglichkeit.

    Es wäre zudem schade, wenn die schöne Terrasse ungenutzt bliebe. Die Seele baumeln lassen, genau dies entspricht dem architektonischen Zweck dieses Kraftortes. Und das hat jede Seele nach dem Verlust seines Herzensmenschen dringend nötig!

    • modepraline

      Wahre Worte meines Coaches, der genau weiss, wovon er spricht. Danke dafür 🙂

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