von süss bis ungeniessbar

Der krönende Abschluss einer grandiosen Reise

Beinahe jeder hat eine Bucketlist. Und viele haben unendlich viele offene Punkte. Auf meiner Bucketlist standen bis vor kurzem zwei offene Punkte:

Einmal mit Huskys Schlittenfahren und
einmal Elefanten in der Freiheit sehen.

Nun habe ich nur noch einen offenen Punkt – die Elefanten. Hinter die Huskys konnte ich heute ein Häkchen setzen. Und was für eines!!!

Sara hat uns in die Welt des Schlittenfahrens mit den Huskys eingeführt. Sie hat ein Rudel von 120 Hunden und jedes der Tiere lebt von der Geburt bis zum Tod bei ihr und ihrer Crew.

Wir bekamen zwei Gespanne mit je fünf Hunden, je einem Sitzplatz und einem Stehplatz (für den Musher, der den Schlitten quasi steuert und bremst). Ich hatte die Ehre, die ganze Zeit als Musher auf dem Schlitten stehen zu dürfen – obwohl ich gestehen muss, dass ich zu Beginn doch etwas Respekt davor hatte, bei dem Tempo der Hunde auf diesen schmalen Kufen zu stehen und noch bremsen zu müssen.

Ich habe im Leben selten etwas gemacht, was mich mehr hat jubeln lassen. Was für ein Erlebnis. Man fährt durch das Winterwunderwald mit Hunden, die vor Freude heulen, wenn sie losrennen dürfen. Und die Tiere haben eine immense Kraft. Durch die verschneite Landschaft war dieses Abenteuer, als ob man durch einen kitschigen Weihnachtsfilm düsen würde. Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie unglaublich genial dieser Abschluss unserer Lapplandreise war. Alleine dafür hätte sich die Reise schon gelohnt¨

Mit der schüchternen Athene habe ich sogar Freundschaft schliessen können und habe von ihr die Pfote gedrückt bekommen. Was für ein Ritterschlag, wenn Dir ein eher zurückhaltender Hund die Pfote reicht.

Die Tatsache, dass ich nach der Snowmobile-Fahrt von gestern und dem Musherjob von heute Muskelkater von den Fingerspitzen bis in die Schultergelenke habe, versuche ich auszublenden. Noch nie hat sich Muskelkater mehr gelohnt!!!

Leute – wenn ihr jemals etwas Wunderbares erleben wollt: Rovaniemi wäre der Flughafen, den ihr anfliegen müsst.

Mick, ich hoffe sehr, dass Du die ganze Zeit dabei warst. Aber gemäss einer finnischen Sage musst Du das gewesen sein. Die Polarlichter waren so aktiv wie seit Jahrzehnten nicht mehr und ein nordischer Glaube besagt, dass auf diese Weise Verstorbene mit ihren Lieben in Kontakt treten würden. Du musst also hier gewesen sein:

Tag der starken Frauen …

… oder wie ich mich mit meiner Seelenbuddy Manu im Schneeschuhlaufen geübt habe!

Das gleichmässige Geräusch mit den Schneeschuhen im knirschenden Schnee der finnischen Wälder kommt einer Medidation gleich. Es herrschte absolute Ruhe und man hat nichts gehört, ausser den Rhytmus des knirschenden Schrittes und das Klopfen des Herzens. Selbst mich als bekennende NICHT-WALD-BADERIN fasziniert hier die märchenhafte Stimmung der Natur.

Im Gleichschritt sind wir unserem Guide gefolgt, der uns zielsicher durch die verschneite Landschaft geführt hat.

Den Hasen, der unseren Weg gekreuzt hat, hätten wir bestimmt gesehen, wenn wir unsere Brillen hätten aufsetzen können. Leider sind die aber dauernd beschlagen und zugefroren – also waren wir quasi im Blindflug unterwegs. Egal! Gemäss Guide haben wir einen Hasen gesehen. So!

Und die Spuren im Schnee haben auf jede Menge Kleintiere hingewiesen.

Aus dem Nichts ist im Wald ein Lappish-Hut aufgetaucht, welcher vom Guide zuvor extra für uns eingefeuert und vorbereitet wurde.

Dort wurden wir von ihm mit heisser Schokolade, Rentierwurst und Marshmellows versorgt. Klingt wunderbar? IST WUNDERBAR!!

Und weil wir heute die starken Frauen hervorgeholt haben, sind männlichen Mitglieder unserer Gruppe dem Ruf der erholsamen Massagen gefolgt und haben sich so richtig durchkneten lassen. Wir haben also das typische Männer-Frauen-Klischee heute gehörig auf den Kopf gestellt!

Lappland hat unzählige Facetten – jede davon ist faszinierend auf eine besondere Art und Weise.

Was haben die Fische doch gelacht!?

Eisfischen bei minus 34 Grad in Lappland – was für ein Erfolg.

Ich könnte euch jetzt erzählen, dass Marco als einziger von uns vieren den ultimativ grössten Fisch aus dem zugefrorenen See geholt hat. Könnte …

Aber ganz von vorn:

Zuerst bohrt man ganz elegant und einfach mit Kraft und Technik ein Loch in die Eisdecke:

Ja, ich weiss – elegant geht anders ….

… und von den 50 Zentimetern Eisdicke habe ich gerade mal 5 Zentimeter geschafft. Den kleinen Rest musste unser Guide für mich machen. Keine Chance hätte ich gehabt.

Nach 4 Löchern ging es los. Man hat mir erklärt, diesen Sport mache man mit Geduld und Ruhe: Genau mein Humor!

Man guckt in ein Loch, zupft sanft immer wieder an der Angel und während andere dabei meditieren, quassle ich nonstop und vertreibe alles, was an Fischen irgendwo in der Nähe sein könnte. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass unter uns die Fische sich schlapp gelacht haben über diese vier dämlichen Touristen, die tatsächlich geglaubt haben, sie könnten bei dieser Arschkälte Fische aus dem See ziehen. Selbst Käptn Igloo hätte sich dabei wahrscheinlich einen Bruch gelacht.

Kalt? Nicht die Bohne:

Unsere beiden Fischprofis tun, als ob sie nie etwas anderes getan hätten.

Zugegeben: Manu und ich schlagen uns auch tapfer, ich einfach etwas lauter als sie. Diese Fischerei ist aber auch saumässig langweilig …
Und die Sicht ohne Brille ist definitiv ziemlich eingeschränkt. Aber mit Brille ist sie gleich null, weil die Brillengläser dauernd beschlagen und zufrieren …

Und auch wenn Marco uns angedroht hat, dass er die eisige Kälte nicht verlassen würde, solange er keinen Fisch habe, so hat auch er letztlich kapituliert. Ohne Fisch! Alex hat das Bild MIT Fisch von KI für ihn machen lassen – zum Trost und für sein leicht lädiertes Ego.

Was soll ich sagen: Es war saulustig, aber ich habe definitiv kein neues Hobby gefunden. Eisfischen fühlt sich noch langweiliger an, als Golfspielen. Und dann sollte man dabei auch noch still sein. Ey Leute, ein Ding der Unmöglichkeit für mich, ausser ich würde mich mit 40 Grad Fieber und Halsschmerzen dort an den See setzen. Dann vielleicht ruhig …

Tja, ein Versuch wars allemal wert in der Weite der kalten und weissen Pracht Lapplands.

Hauptsache es hat Spass gemacht und – für mich sind Kartoffeln und Gemüse zum Abendessen allemal okay. Die anderen müssen sich den Fisch halt im Supermarkt holen.

Petry heil!

Gelandet im finnischen Märchen

Wow – das Jahr 2026 hat für mich mit einer weiteren Challenge gestartet: Ich bin mit meinen Buddies nach Lappland geflogen. Eine Reise, die einmal mit meiner Familie und dem Göttergatten gedacht war und die der Krebs verhindert hat, habe ich nun endlich gemacht.

„Mick, ich hoffe, Du bist dabei!“

Wir sind mitten im Märchenland gelandet – bei Minustemperaturen von -35 klirrendenden Graden. Wir haben uns gefragt, ob wir wirklich irgendwo im Nirgendwo wohnen würden, so wie die Bilder das prophezeit hatten. Und ja, wir sind durch die klirrende Kälte und die Wälder gefahren und aus dem Nichts ist es aufgetaucht, das Zuhause auf Zeit:

Eigentlich hätte mich nicht überrascht, wenn Santa noch mit dem Schlitten vorbeigesaust wäre. Es war alles sehr surreal und ich hatte das Gefühl, versehentlich in einem amerikanischen Blockbuster gelandet zu sein.

Unter den Schuhen knirscht der trockene Schnee und beim Atmen frieren die Nasenhärchen ein. Die Linsen meiner Handykamera haben phasenweise das Zeitliche gesegnet.

Und wir waren so gesegnet – wir haben bereits am ersten Abend Auroras (Nordlichter) gesehen. Was für ein Glück. Danke Mick!!!!

Jetzt geniessen wir die kurze helle Zeit, bevor es in 4 Stunden schon wieder dunkel wird. Ein komisches Gefühl – mitten im Tag bereits dunkle Nacht zu haben. Der Körper sendet „müde“ und der Geist möchte noch so einiges sehen.

Ich habe eine für mich grosse Grenze gesprengt: Ich habe DIE REISE gemacht, vor der ich eigentlich am meisten Angst hatte.

Hallo neues Jahr

Mir hat es gegraut vor dem Jahreswechsel. Aber ich habe ihn geschafft: Im schönsten Hotel der Welt, mit der besten Seelenschwester der Welt und mit Blick auf ein wunderschönes Feuerwerk über den Dächern von Hamburg.

Ich weiss nicht so recht, ob ich das alte Jahr traurig habe ziehen lassen und ob ich das neue Jahr freudig begrüsst habe. Es war irgendwie alles verworren – meine Gefühlswelt war ziemlich chaotisch.

Wie war es denn nun, dieses Jahr ohne meinen Mann und Papa meiner Kinder?

Ich habe auf dem Altjahresspaziergang entlang der Alster dieses Foto geknipst. Es zeigt in etwa mein 2025!

Es hatte viel Dunkles dabei.
Es hatte viel Trauer dabei.
Es hatte Schatten dabei.
Es hatte einige echt schwere Hänger dabei.
Es hatte aber auch viel blauen Himmel dabei.
Es gab immer wieder Licht am Horizont.
Es gab etliche Spiegelungen.
Es hatte mal Wellen, mal glatte See.
Es hatte zum Glück feste Wurzeln.
Es hatte auch viel Schönes.

Was erwartet mich wohl im 2026???

Wie gut, dass ich das nicht weiss. Hätte mir jemand im voraus gesagt, was mich im 2025 erwartet, wäre ich womöglich von einer Brücke gesprungen. Es ist gut, dass man nicht in die Zukunft sehen kann. Die Gefahr bestünde sonst, dass man die Gegenwart nicht mehr leben könnte. Ich bin aber zuversichtlich, dass mir das Jahr nur bringen wird, was ich auch tragen kann.

Gerade befinde ich mich im Monat, der vor einem Jahr alles ins Wanken und letztlich zum Kippen gebracht hat. Eigentlich bin ich nicht so an Daten gebunden – im Normalfall interessieren sie mich sogar sehr wenig. In diesem Jahr allerdings muss ich mich echt bewusst darauf konzentrieren, nicht ständig zu denken, was vor einem Jahr an besagtem Tag alles passiert ist. Ich bin aber froh, dass ich Tagebuch geführt habe. Anders könnte ich mich nicht einmal mehr ansatzweise daran erinnern, wie ich durch diese Zeit gekommen bin.

Auf dem Rückflug aus meiner geliebten Hansestadt hat unten der Schneesturm getobt und oben über den Wolken war der schönste Sonnenuntergang überhaupt. Ich nehme das mal als gutes Omen – schliesslich war der Göttergatte am liebsten in der Luft! Bestimmt hat er mir dieses Wolken- und Lichtspiel beschert.

Auf ein gutes 2026 euch allen da draussen.

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